Siegfried Lenz Schweigeminute

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Inhaltsangabe zu „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz

Der SPIEGEL-Bestseller jetzt in großer SchriftEin paar Gesten, Blicke, eine unabsichtliche Berührung – das genügt, um den Funken zwischen Stella Petersen und ihrem Schüler Christian zu entzünden. Ihre heimliche Liebe dauert nur einen Sommer lang: Die junge Lehrerin kommt bei einem Segelunfall ums Leben. Während bei der Trauerfeier in der Aula ehrende Worte gesprochen werden, starrt Christian auf ihr Foto und erinnert sich.

Mir fehlen die Worte für diese ergreifende und zarte Liebesgeschichte! Einfach wunderschön!

— Hazel93
Hazel93

Ich muss/musste das Buch für den Deutschunterricht lesen. Ich bin positiv überrascht worden. Daumen nach oben!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine poetische Geschichte über die Liebe - so schön traurig und anrührend! Literatur der leisen Töne!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ich sah bei jeder gelesenen Zeile einen alten Mann vor meinem inneren Auge, wie er versucht über die junge Liebe zu schreiben. Fade.

— chaosmonkey
chaosmonkey

Ein schönes, poetisches Buch

— Bambelino
Bambelino

auf alle fälle lesenswert!

— Kleines91
Kleines91

Über den Inhalt wurde schon viel geschrieben. Ich fand es zauberhaft. Diese Zurückhaltung in unserer übersättigten Welt. Ein Genuss!

— VanessaEden
VanessaEden

Romantisch, zurückhaltend, zauberhaft. Eine zarte Liebe, die etwas aus der Zeit gefallen wirkt.

— Salzechse
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  • Wieder eine Schüler-Lehrer-Geschichte

    Schweigeminute
    Bibliomania

    Bibliomania

    25. March 2015 um 09:51

    Jahre auf der Welt und nie einen Siegfried Lenz gelesen, das wollte ich mit "Schweigeminute"  endlich ändern. Und muss dabei an einige andere Geschichten denken, in denen ein Junge bzw, sehr viel jüngerer Mann und eine erwachsene Frau ein Paar darstellen (The Graduate, der Vorleser...) Erinnert an meine Schulzeit, da wundert es mich nicht, dass auch dieses Buch in der Schule gelesen wird. Schüler Christian und Lehrerin Stella Petersen sind in einem Sommer an der Ostseeküste ein Paar. Stella ist eine sehr gute Schwimmerin, kommt jedoch bei einem Bootsunfall ums Leben. Das Buch beschreibt Christians Seite der Beziehung, das doch immer noch recht reif ist für einen 18-Jährigen... Keine Geschichte, die mich vom Hocker reißt, dennoch denke ich, dass jeder mal wenigstens einen Siegfried Lenz gelesen haben sollte. Die wechselnden Einblicke von Christian (Stella, sie, oder Stella, du...) machen eindringlich klar, wie schwer es dem Schüler fällt, den Unfall zu verarbeiten.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    LindyBooks

    LindyBooks

    28. February 2015 um 05:47

    Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar - bis Stella tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Schule blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, aber Christian für sein ganzes Leben verändern wird. Diese Novelle wurde sprachlich von Siegfried Lenz wunderschön und poetisch geschrieben. Aber, ich kann nicht benennen warum, dieses 128 Seiten kurze Buch hat mich unzufrieden zurück gelassen. Irgendetwas hat mir gefehlt und irgendwie hatte ich inhaltlich mehr erwartet. Aus diesem Grund kann ich maximal 4 Sterne geben...

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  • Schweigeminute

    Schweigeminute
    Bambelino

    Bambelino

    19. June 2014 um 07:48

    Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee irgendwann in den sechziger Jahren: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, ihn aber für sein ganzes Leben verändert. Ein wunderbare,ergreifende und gefühlvoll geschriebene Novell von Siegfried Lenz. Auf 127 Seiten schreibt er eine schöne und doch traurige Liebesgeschichte nieder. Ein für mich gelungenes Werk, dass man gelesen haben sollte.

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  • Fantasien eines 80-Jährigen

    Schweigeminute
    Ihavelivedathousandyears

    Ihavelivedathousandyears

    19. February 2014 um 16:11

    „Romantisch, zurückhaltend, zauberhaft. Eine zarte Liebe, die etwas aus der Zeit gefallen wirkt.“ -Salzechse Dieses Zitat ziert den Einband der Novelle, und es beschreibt sie perfekt. Denn etwas aus der Zeit gefallen wirkt dieses Buch wirklich, auch wenn ich mich damit nicht hundertprozentig auf eine Seite schlagen möchte. Der Schreibstil an sich und auch manche Handlungsstränge hatten für mich durchaus ihre positiven Aspekte. An Zitaten wie folgenden erkennt man vollauf Lenz' Lebenserfahrung: „Wenn die eigene Überlegenheit zu groß ist, darf man sie nicht ausspielen, das wäre unfair, ein Gratissieg.“ „Was Vergangenheit ist, ist dennoch geschehen und wird fortdauern, und begleitet von Schmerz und einer zugehörigen Angst werde ich versuchen, das zu finden, was unwiederbringlich ist.“ „Diese Ausgesetztheit, diese verzweifelte Suche und das Hoffen auf Antwort, auf Erlösung, angerufen wurde die sieghafte Kraft, die bei ihnen ist, bei Vater und Sohn, ihre Zeit ist die allerbeste Zeit. Wie dein Gesicht auf einmal leuchtete, Stella, dies Gesicht, das ich überall geküsst hatte, auf die Stirn, auf die Wangen, auf den Mund. Lob und Herrlichkeit, ich nenne die Namen und ergebe mich, Glorie sei Dir. Und dann dies Amen, das unser Orchester echohaft aufnahm, das leiser wurde und sich wunderbar verlor an das Universum des Trostes, überwunden des Actus Tragicus. Ich starrte auf ihr Gesicht, nie zuvor hatte ich das so mächtige Gefühl eines Verlustes empfunden, denn vorher war mir nicht bewusst geworden, das, was verlorenging, zu besitzen.“ Literarisch und sprachlich las ich selten ein so großes Werk, doch die inhaltliche Umsetzung der Novelle konnte mich nicht komplett überzeugen, auch wenn mir die Grundidee zugesagt hat. Den Rahmen bildet eine Trauerandacht in der Aula einer Schule für eine kürzlich verunglückte Lehrerin, Stella Peterson. Während Schüler und Lehrer trauern und der Direktor einige teilnahmslose Worte formuliert, bedeutet dieser Verlust für den achtzehnjährigen Christian nicht nur den Verlust seiner Englischlehrerin, sondern auch einer jungen Liebe, die sich über den Sommer sacht und vorsichtig entwickelte. Alles endet damit, dass Stella bei einem Segelunfall stirbt. Immer wieder versinkt Christian in Gedanken und Erinnerungen diesbezüglich und lässt uns Anteil haben, an seinen detailreichen und doch dezenten Erzählungen über einen prägenden Sommer. Die eigentliche Geschichte wird somit rückblickend erzählt, auch wenn Lenz kurze Reminiszensen in den eigentlichen Moment der Trauerfeier erlaubt. Grundsätzlich hat mir die Erzählweise gut gefallen, die Atmosphäre wirkt dadurch etwas aus der Realität entrückt und betont vielleicht die Unmöglichkeit oder auch Schwierigkeit einer solchen Affäre. Auch wenn man sich sonst größtenteils wie ein stiller Beobachter des Ganzen fühlt, ist man während der Momente, in denen Christian Stella in der zweiten Person anspricht, nah am Geschehen. Detailreiche Beschreibungen der äußeren Umstände wie der gerade empfundenen Gefühle sind sonst eigentlich genau nach meinem Geschmack. Auch die leicht veraltete sprachliche Umsetzung hat mich sofort gefangen genommen, und ich hatte das Buch relativ schnell durchgelesen. Ich finde jedoch dass Lenz seinen charakteristischen Schreibstil in der zweiten Hälfte der Novelle nicht ganz so signifikant durchhalten konnte. Als absoluter Liebhaber von verschachtelten, adjektivreichen Sätzen müsste das Buch trotzdem eigentlich meine absolute Anerkennung gefunden haben, doch aus erklärlichen Gründen konnte ich mich einfach nicht dafür begeistern. Vielleicht liegt es daran, dass ich äußerst selten Novellen lese und meine Erwartungen hinsichtlich des eigentlichen Themas des Buches, nämlich einer neuen Definition von Liebe und einer einmal etwas anders erzählten Lehrer-Schüler-Beziehung, relativ hochgesteckt waren. Ich hatte mich darauf gefreut, dass die Zuneigung einmal nicht einseitig wäre. Und wurde maßlos enttäuscht. Auch wenn Stella Christians Annäherungen teilweise zulässt, zeigt sie nie wirkliches Interesse und auch das Kennenlernen der Beiden wirkt zufällig. Christians Vater, ein sogenannter Steinfischer, senkt von einem Lastkahn aus Steine ins Meer, die zu Wellenbrechern aufgeschichtet werden. Christian hilft ihm dabei, indem er taucht, um die Lage der Steine zu überprüfen. Stella beobachtet sie beide vom Festland aus und macht durch Winken aufmerksam auf sich, bis Christian sie an Bord holt. Scheinbar interessiert erkundigt sie sich nach möglichen Fahrten in die Nähe solcher Steinriffe, aus denen Christians Vater die Steine holt, und sogleich wird sie von Christian zu einer Rundfahrt auf dem Prahm eingeladen. Ich erfasste den Einstieg als ein vom Autor als nötig empfundenes Geschehen auf, nach dem Thema, „irgendwie müssen sie sich ja kennenlernen“. Nach den ersten Küssen, die seltsamerweise geschehen, bevor die beiden Protagonisten überhaupt richtig ins Gespräch gekommen sind, ist es mit der Liebe auch schon wieder vorbei. Es wirkt, als wolle Stella Christian einfach nur zeigen, dass er sie nicht haben kann. Sie genießt seine Bemühungen und hin und wieder schenkt sie ihm dafür etwas Aufmerksamkeit oder ein halbherziges Gespräch. Auch dass der Autor sie als Englischlehrerin hin und wieder ein paar Sätze auf Englisch sagen ließ, fand ich etwas plump und unbeholfen gestaltet. Man bekommt permanent Einblick in Christians unerschütterliche Gefühle für Stella, doch der wahre Grund seiner Liebe zu ihr wird nicht weiter aufgezeigt. Stella wird als ein spirituelles Wesen dargestellt, wunderschön, perfekt, so wie sich jeder Mann seine Traumfrau wünscht. Um sie noch ein bisschen perfekter zu machen, rettet Stella - Oh Wunder! - Georg, einen ihrer Schüler, der einen Segelunfall hatte. Natürlich ist Stella auch Meisterschaftsschwimmerin. Doch im ganzen Buch habe ich vergeblich auf eine interessante oder anzügliche Charaktereigenschaft ihrerseits gewartet. Sie wirkt unnahbar, flach, viel zu sachlich, pragmatisch und unpersönlich für die Situation. Ich konnte mich also überhaupt nicht in Stella hineinversetzen, ihre Handlungen sind für mich größtenteils nicht nachvollziehbar. Überhaupt wird der Leser von all der innerlichen Liebe, von der das Buch hauptsächlich handelt, oder handeln sollte, ausgeschlossen. Es ist, als würde man irgendwo am Rande der Geschichte stehen und nebenbei mitbekommen, wie sich zwei nicht weiter wichtige Personen annähern. Lenz belässt es in allen Situationen und auch in der näheren Beschreibung der Charaktere bei Andeutungen, inhaltlich geht er selten ins Detail. Die Geschichte fließt so langsam dahin, bleibt oberflächlich und realitätsfern. Mir fehlte auch der Tiefgang in der Beschreibung des Erzählers. Christian wirkt einfach nur klischeehaft. Der aufopferungsvolle Schüler, der für eine unerreichbare Liebe alles tun würde. Christians Naivität hat mich während des ganzen Buches unglaublich gestört. Er wirkt auf mich blind vor Liebe; in welche verzwickte Situation er seine Lehrerin mit seinen Annäherungsversuchen bringt, fällt ihm überhaupt nicht auf. Ohne Rücksicht auf Verluste folgt er seiner Wunschvorstellung und auch wenn er für Stella alles geben würde, wirkt er egoistisch, einfach auf Grund der fehlenden Eigenschaft Empathie, die einen Menschen oft ausmacht. Das Ziel des Autors war es höchstwahrscheinlich, zu zeigen, wie viel Christian diese Liebe bedeutet. Das ist jedoch an mir vorbeigezogen. Wenn er von Stella spricht, betont er ihre äußerlichen Vorzüge, ihr Lachen und wie nett sie ist. Und nett ist ein Begriff, den man in einem Buch meiner Meinung nach ohnehin unbedingt vermeiden sollte. Er ist wie die Adjektive schön oder seltsam. Sie verlangen nach einer näheren Beschreibung, die jedoch ausbleibt. Auch wenn Christian davon schreibt, mit ihr auf einer Insel sein weiteres Leben verbringen zu wollen, ist das ein irrealer Jugendtraum, illusorisches Wunschdenken, nicht mehr. Das kann nur einem älteren Herrn, der sich vielleicht in seine Jugendzeit zurückversetzen will, einfallen. Denn von wirklicher Liebe kann aus meiner Sicht hier nicht die Rede sein. Ich behaupte nicht zu wissen, was Liebe ist, doch bedarf meine persönliche Definition anderer Kriterien. Rührend war, wie Stella sich um ihren kränklichen Vater gekümmert hat, doch diese Situation wurde auch schon wieder durch die darauf folgende zunichte gemacht, in der Christian das Foto von einem scheinbaren Geliebten Stellas entdeckt. Diese Szene wirkt wieder wie etwas, das der Autor einfach einschieben musste, damit etwas Handlung in das Ganze kommt, es wirkt im Gegensatz zum Rest der Geschichte fremd, nicht passend. Und der Zufall, dass Christian in einer großen Ortschaft eben genau diesen Geliebten Stellas trifft, ist auch ein äußerst unglaubwürdiger Zufall. Doch nicht, dass es nun ein für den Leser interessantes Aufeinandertreffen der Beiden gäbe, nein, im nächsten Augenblick ist Stellas Geliebter schon wieder irrelevant. Die Zusammenhänge, die sich dann am Ende ergeben, sind keine, alles wirkt aus der Luft gegriffen, lahm und ohne jedes Verständnis aus des Lesers Sicht. Insgesamt hat der Schreibstil Siegfried Lenz' seinen Reiz, und wenn man sich Zeit nimmt und die angedeuteten Tiefen mit eigenen Gedanken füllt, kann die Geschichte vielleicht ergreifend sein. Doch zusammenfassend muss ich sagen, dass das Buch meiner Meinung nach zu viele Ungereimtheiten in sich trägt, der Schluss zu vorhersehbar und ohne jeglichen Überraschungseffekt war, und das Schlimmste – dass ich es nach der letzten Seite zuklappen konnte, ohne die geringste Gefühlsregung zu verspüren. Vielleicht ist es in Bezug auf eine Rezension zu persönlich, wenn ich das jetzt sage - doch es ist mir vollkommen unklar, wie dieses Buch zu einem Bestseller werden konnte. Marcel Reich Ranicki schreibt Folgendes: „Wir haben Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein Schönstes.“ Ich sehe das so: Mit jedem Buch das ich lese, lebe ich ein Leben. Ich habe Hunderte Leben gelebt, und dieses war nur ein Weiteres. Ich bereue es nicht, neue Erfahrungen gemacht zu haben und eine andere Denk- und Ansichtsweise kennengelernt zu haben. Und doch war vielleicht dieses Leben mein Langweiligstes.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Kawasaki

    Kawasaki

    21. December 2012 um 11:50

    Die Novelle "Schweigeminute" von Siegfried Lenz handelt von einem Schüler, der ein Verhältnis mit seiner verstorbenen Lehrerin hatte. Auf der Gedenkfeier lässt er seine Erinnerungen an sie Revue passieren. Erzählt wird aus der Sicht des Schülers. Gelegentlich wechselt der Ich-Erzähler unverhofft zwischen der gegenwärtigen Gedenkfeier und seinen Erinnerungen. Zudem spricht der Erzähler von seiner Lehrerin manchmal in der 2. und manchmal in der 3. Person (Singular). Das sorgt zum einen dafür, dass es für den Leser gelegentlich leicht schwierig werden kann die Gedanken des Erzählers nachzuvollziehen. Zum anderen drückt dieser Wechsel zwischen Gegenwart - Vergangenheit und 2. Person - 3. Person eine Art Verwirrung aus, ausgelöst durch die Erschütterung, die durch den Tot der Lehrerin hervorgerufen wird. Somit lässt der Schreibstil die Handlung realistischer wirken. Meine Erwartungshaltung an das Buch waren zugegebenermaßen nicht ganz neutral. Ich hatte mich für die Lektüre entschieden, da ich mir das Thema sehr interessant anmutete. Ich kann nicht gerade behaupten, dass mich die Novelle enttäuscht hat, aber es entsprach doch nicht ganz meinen Vorstellungen. Auf das Ende war ich ganz besonders gespannt bei diesem Buch. Auch hier kann ich nicht sagen, dass es nicht gelungen wäre, doch hat mir irgendwie doch noch eine Aussage gefehlt. Was sagt mir das Buch? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lektüre in jedem Fall durch ihre realitätsnahe Erzählweise punktet, dass aber an einigen Stellen durchaus noch Potential zur Ausdehnung der Handlung gewesen wäre.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Hallogen

    Hallogen

    14. December 2012 um 21:16

    Trotz des sehr guten Erzählstils hat mich dieses Büchlein nicht völlig überzeugt. Dass manche Handlungsweise unglaubwürdig ist, mag man mit den Irrungen der Liebe entschuldigen. Die besondere Betonung eines allegorischen Werkes wie „Animal Farm“, dessen Bedeutung die meisten Leser wohl aus der Schule kennen, würde aber erwarten lassen, dass auch hier eine Analogie vorliegt. Diese will sich mir aber nicht erschließen. Die intertextuellen Ausflüge zu Orson Wells wirken daher auf mich wie überflüssiges Füllmaterial. Ich kann in dieser Novelle nur ein Unterhaltungswerk sehen, das man lesen kann, aber nicht muss. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, denn vieles wirkt unausgegoren. Die ganzen Szenen mit dem Bau des Wellenbrechers haben zwar ihre Berechtigung, besonders interessant sind sie freilich nicht, zumal sieklischeebeladen sind und das Ende unglaubwürdiger machen. Mehrmals hatte ich den Eindruck, das ganze Werk sei zu sehr auf eine Verfilmung angelegt. Das könnte aber auch daran liegen, dass mir viele der Szenen bekannt (v. a. aus TV-Filmen) vorkamen. Es ist sicherlich kein Müll, aber auch kein Meisterwerk. Am meisten gestört hat mich aber das hin und her der Zeitformen und Perspektiven, das so deplatziert wirkt, dass man es fast für Schussligkeit des Autors halten muss, denn es hat keinerlei Funktion innerhalb der Erzählung.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    parden

    parden

    13. December 2012 um 00:26

    POETISCHE NOVELLE... Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee. Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar - bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, aber Christian für sein ganzes Leben verändern wird. Behutsam und mit meisterhaftem Einfühlungsvermögen erzählt Siegfried Lenz, wie die Lehrerin und ihr Schüler sich allmähhlich näherkommen. Das eigentlich skandalträchtige Thema einer Liebesbeziehung, die nicht sein darf, wird bei ihm zu einer zeitlos schönen und poetischen Novelle über die Unzerstörbarkeit einer Liebe, die selbst dem Tod trotzt... Erzählt wird diese Geschichte eines Sommers auf unterschiedlichen Erzählebenen. Ausgehend von der Trauerfeier in der Aula, schweifen die Gedanken Christians, der als Ich-Erzähler fungiert, immer wieder ab, was in Form von szenenhaften Rückblenden geschieht. In häufig langen, verschachtelten Sätzen, mit einer kraftvollen und doch poetischen Sprache erschafft Siegfried Lenz szenenhafte Bilder, die sich allmählich zu einem bewegenden Alltagsdrama verdichten. Durch den inneren Monolog des jungen Schülers wird eine Figur lebendig, mit der der Leser mitfühlen und das Erblühen der zarten Liebe und deren jähes Ende nachvollziehbar werden lässt. Und doch geht die Liebe über den Tod hinaus: "...alles, was Erinnerung aufgehoben hat, wird dann wiederkehren. Was Vergangenheit ist, ist dennoch geschehen und wird fortdauern, und begleitet von Schmerz und einer zugehörigen Angst werde ich versuchen, das zu finden, was unwiederbringlich ist..." (S. 122). Eine poetische Novelle, die mit einer diskreten, erhabenen Sinnlichkeit und einem großen Einfühlungsvermögen des Schriftstellers zu überzeugen weiß.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    literat

    literat

    14. September 2012 um 21:52

    Das ist tolle, gelungene, poetische Literatur. Ich mag die Sprache total, diese leicht melancholische, traurige Stimmung die der Autor damit erzeugt ist einfach schön. Christian nehme ich jedes Wort absolut ab, die Tiefe Trauer wegen der verlorenen Liebe geht ans Herz. Es sist eigentlich eine ganz kleine, einfache, abgegrenzte Geschichte, aber so anruehred erzählt, dass man einfach nicht anders kann als mitzuleiden, weil ja am Anfang des Buches, das Ende vorweggenommen wird. Stella, Christians Englischlehrerin und heimliche Geliebte stirbt und in der Schule findet eine Gedenkfeier statt. Christian erlebt in dieser Stunde seine Liebesgeschichte mit Stella nochmal. Einfach schön!

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Cosifan

    Cosifan

    21. June 2012 um 14:10

    Das Buch beginnt in einer Schulaula mit einer Gedenkminute für eine verstorbene Lehrerin. Geschrieben aus der Sicht eines ihrer Schüler, der in sie verliebt war. Gestört hat mich im Nachhinein, dass der Eindruck erweckt wird, sie hätte sich umgebracht. So war es aber nicht. Mehr soll nicht verraten werden.

  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Potzi

    Potzi

    Obwohl mit dem Thema der verbotenen Liebe, insbesondere derer eines jungen Schülers und seiner Lehrerin, sicherlich das Rad nicht neu erfunden wurde, gelingt es Siegfried Lenz dennoch, mit seiner Novelle ,,Schweigeminute“ originelle Akzente zu setzen. Schön verpackt hat er die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten, mit teilweise poetischer Tiefe, die jedoch leider oft nur aus den Monologen Christians hervorgeht. Die Geschichte die aus der Sicht Christians erzählt wird, lebt von ihren ständigen Perspektiv- und Szenenwechsel. So weiß der Leser oftmals nicht, ob gewisse Passagen der Geschichtserzählung dienen, oder aber an seine verstorbene Liebe Stella gerichtet sind. Wechsel von ,,ich habe sie gesehen“, zu ,, Du, Stella“ wirken anfangs zwar verwirrend auf den Leser, geben aber später die Möglichkeit sich in die Gefühlslage des Achtzehnjährigen zu versetzen und sich mit seiner Situation zu identifizieren. Sehr subtil gelingt es Siegfried Lenz an diesen Stellen, die romantischen Gefühle der Vergangenheit Christians, sowie seine gegenwärtige Trauer, die er empfindet, wenn er an Stella denkt, zu vermitteln. ,,Wir liebten uns" ist alles, was sich Lenz an Intimitäten erlaubt. Eine respektvolle Distanz mit der er keine Grenzen überschreitet und in der sich die ,,Keuschheit'', die Ulrich Greiner in seinem Kommentar lobt widerspiegelt und damit der Fantasie des Lesers Raum lässt für eigene Vorstellungen und Träumereien. Gerade diese Distanz und Keuschheit könnte aber in Zeiten, in denen Bücher wie ,,Feuchtgebiete'' oder Werke von Charles Bukowski in den Bücherregalen der Bibliotheken zu finden sind, als geradezu altmodisch empfunden werden, da sie für den modernen Lesergeschmack doch etwas zu diskret anmuten. Auf eine besonders originelle Form greift Siegfried Lenz in seiner Novelle nicht zurück. Er meint sogar völlig ohne Kapitel, Absätze und Überleitungen auszukommen, was es jedoch oftmals erschwert, dem Handlungsverlauf folgen zu können. Gerade auf den ersten Seiten der Novelle kommt es besonders oft zu Handlungs- und Szenenwechsel, die den Lesefluss beeinträchtigen, ja geradezu zäh gestalten. Wechsel zwischen Erinnerungen an Stella und Trauerfeier in der Schulaula sind zwar komplex, aber dennoch sehr gelungen und laden zu einer Verfilmung der Novelle ein. Die sommerliche Umgebung in der sich die Handlung vollzieht, kann hingegen leider nur wenig überzeugen. Schon fast ausgelutscht wirkt das Strand-und-See-Szenario, in welchem sich Stella und Christian näher kommen. Abschweifungen zu kleinen Segel- und Fischergeschichten wirken auch nur wenig originell und bergen außerdem noch andere Problematiken. Trotz kleiner Fehler, wie die etwas veralteten Lehrmethoden, die sich in den Klassensälen abspielen, oder die Tatsache, dass Stella in den 60er Jahren von einem Boot aus einen Anruf erhält, schafft es Lenz ein weitreichend stimmiges Buch zu veröffentlichen. ,,Schweigeminute'' bedient sich keiner Klischees und muss – da es ein eigenständiges Buch ist – nicht darauf achten in irgendeine Reihe zu passen. Die Charakterentwicklung der Protagonisten scheint realistisch, auch wenn sie leider keine Wendungen aufzeigen, die einen psychologischen Tiefgang erfordern. Angenehm ist es zu lesen, dass der Schüler Christian als durchschnittlicher Junge beschrieben wird. Seine Interpretation zu dem Werk ,,Animal Farm'', welche er über die Ferien bearbeiten soll, weisen Lücken auf. Er wird nicht als geistiger Überflieger dargestellt und über seine körperlichen Eigenschaften erfährt der Leser – bis auf die Tatsache, dass er älter auszusehen scheint, als er ist – nichts. Dies macht es einfach, sich mit dem Charakter zu identifizieren und gemeinsam mit ihm in seine Geschichte einzutauchen, auch wenn diese Leichtigkeit durch die kindliche Naivität Christians an manchen Stellen getrübt wird. So fällt es doch schwer zu glauben, dass er wirklich daran glaubt, mit Stella, einer reifen Frau, eine Zukunft in einer Waldhütte aufzubauen. In vielen Momenten lässt Christian auch das tabulose Feuer der ersten großen Liebe vermissen, gibt sich diskret und verbirgt sich hinter schüchterner Zurückhaltung. Stella hingegen macht es einem schwer, nachzuvollziehen, was Christian denn überhaupt an ihr schätzt und in ihr sieht. Viel zu kühl und förmlich wirkt sie durch die gesamte Geschichte hinweg. Wie auch schon in Bernhardt Schlinks ,,Der Vorleser“, straft die reife Frau, den jungen Liebenden mit Distanz. Sogar in ihrem letzten Brief, den Christian noch von ihr erhält und in der man ein Liebesgeständnis erwartet, übt sich Stella gekonnt in Diskretion und schreibt lediglich ,,Love, Christian, is a warm bearing wave“. Jedoch lässt diese ,,Hin-und Hergerissenheit“, zwischen reizvoller Versuchung und distanzierter Lehrerrolle, Stella real wirken, da sie in die gesellschaftliche Korsett ihrer Zeit gepresst ist, welches eine solche Beziehung nicht tolerieren würde. Ein großes Manko der Geschichte ist die Tatsache, dass man nie erfährt, wie es eigentlich zu der vermeintlichen Liebe zwischen den beiden kommt. Der Leser wird in die Gefühlsachterbahn Christians gesetzt, ohne zu wissen warum sie sich verliebt haben, bzw. ob Stella überhaupt Liebe gegenüber Christian empfindet. Die bereits erwähnten unterschiedlichen Erzählebenen, Rahmenhandlung, Rückblenden und Rückblenden in der Rückblende, wirken sich jedoch auch teilweise negativ auf die Stimmigkeit des Buches aus. So scheint die Geschichte teilweise ins Schlingern zu geraten und undurchsichtig zu wirken, auch weil sich die Zahl an kurzen Szenen nur langatmig zu einer bewegten Story verknüpft. Die kleinen Nebenhandlungen haben aber auch einen negativen Effekt auf die Ausgewogenheit und Spannungsfülle des Werks. So wirken manche Nebenhandlungen, auch wenn sie mit der Intension integriert wurden, kurze Spannungsbögen einzubauen und die Geschichte aufzulockern, als unnötig und lästig. Schilderungen über den Regatta Unfall von Georg Bisanz beispielsweise, laden bestenfalls zum überspringen und weiterblättern ein. Der übermäßige Gebrauch von Seefahrt- und Fischerfachjargon, tragen auch nicht unbedingt zu einer bessern Lesedynamik bei. Ohne Segelschein oder Segelhandbuch scheinen viele Passagen des Buches als schier unverständlich. Auch wenn die Haupthandlung auf nur zwei Charaktere verteilt ist, tauchen hier und dort Personen auf, die schlichtweg unnötig erscheinen. Klassenkameraden Christians tauchen kurzweilig auf und verschwinden genauso schnell wieder, ohne genauer kontrastiert zu werden, oder Kontur zu erhalten. Durch die geringe Seitenanzahl lässt sich ,,Schweigeminute“ schnell und einfach lesen. Man hat nur selten das Gefühl etwas unnötiges gelesen zu haben und verlangt zumeist nach mehr Informationen als nach weniger. Die nicht übermäßige, aber dafür präzise und gekonnt eingesetzte Benutzung von Stilmitteln, machen das Buch lebendig und verleihen ihm poetischen Tiefgang. So sieht Christian die Art und Weise in der die Asche Stellas das Wasser berührt als ,,Grammatik des Abschieds'' (S.121). Die Ironie, dass Stella und Christian durch einen Wellenbrecher, der Sicherheit bieten sollte, erst zusammengeführt wurden, dann aber wieder durch ihn getrennt, da er die Ursache für den Bootsunfall Stellas war, birgt ebenfalls einen gewissen poetischen Gehalt, der auch Interpretationsfreiraum lässt und dem Buch Tiefe verleiht. Als Spannungsfülle dient in ,,Schweigeminute“ hauptsächlich die Liebesgeschichte von Christian und Stella. Man möchte zu jedem Zeitpunkt erfahren, wie es zwischen den beiden weitergeht, ob es zu einer Aussprache kommt oder zu einem weiteren Liebesakt, ob Christian seinen Schülern davon erzählt, oder ob Stella ihn aufgrund des Altersunterschiedes verlässt. Leider bekommt man nur selten Antworten auf die Fragen und die durch erotisches Knistern aufgebaute Spannung zwischen den Protagonisten, wird von langweiligen Nebenhandlungen durchbrochen. Der oftmalige Perspetivenwechsel, aber auch die Distanz die Stella gegenüber Christian einnimmt, nimmt zu oft die Spannung und die Luft aus den Liebesszenen. Die Schlussszene bei der Seebestattung kann allerdings mit einem hohen Maß an Poesie auftrumpfen und zeugt von der Tiefen Verbundenheit die Christian zu Stella empfand und dem wahren Potential des Buches. Trotz kleinerer Patzer und anfänglicher Schwierigkeiten in das Buch zu finden, ist ,,Schweigeminute“ eine Empfehlung wert. Man bekommt viel geboten auf nur 128 Seiten und die zarte Sensibilität, mit der es Siegfried Lenz versteht die Gedanken und Emotionen des jungen Schülers Christians zu vermitteln, lassen den Leser tief eintauchen in seine Gefühlswelt, mitempfinden und trauern. Man fühlt sich beim Lesen unweigerlich verbunden mit dem Protagonisten und meint ihn verstehen zu können. Auch wenn sich Siegfried Lenz mit ,,Schweigeminute'' sehr diskret zeigt, nie zu viel preisgibt und manches im Nebeldunst der Fragen belässt, ist es gerade das, was das Buch interessant macht und eine Tiefe Melancholie vermittelt. Es wird Platz für die Gedanken und Interpretationen des Lesers gelassen und nicht alles faktisches aufgedeckt. Die Feinfühligkeit mit der Lenz die Gedanken direkt an die Verstorbene weiterleitet lassen mit Freude über jeden Seegelausdruck und überflüssigen Charakter hinwegsehen. Lenz schafft es den Leser über Christian in vielleicht vergessene Emotionen eintauchen zu lassen und ihn daran zu erinnern, was es heißt Liebe zu empfinden.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    isag

    isag

    09. May 2012 um 20:26

    Eigentlich ein ganz gutes Buch, aber ich hatte irgendwie was anderes erwartet. Die ganzen Zeitsprünge fand ich vor allem zu Beginn sehr anstrengend und soweit ich mich erinnere, hat das Buch nicht einmal einen Abschnitt, an dem man zwischendurch das Lesen mal sinnvoll unterbrechen könnte. Zumindest hier oder da mal eine Leerzeile hätte inhaltlich schon gepasst, was man als Leser aber nur im Nachhinein bemerkt hat. Bei der Handlung hätte ich irgendwie eine andere Todesursache erwartet, die Zusammenhänge, die sich am Ende ergeben, sind irgendwie keine, sondern wirken zufällig. Irgendwie hätte ich mir auch gewünscht, daß Stella weniger oberflächlich und für die Situation nicht so viel zu sachlich gewirkt hätte.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Eisnelke

    Eisnelke

    Die Novelle* beginnt mit Stellas Gedenkfeier in der Aula des Lessinggymnasiums. Die gesamte Lehrergemeinschaft sowie einige ihrer Schüler sind versammelt. Auch der 18jährige Christian. Er rückblickend erzählt die Geschichte von dem Schüler der seine Englischlehrerin einen Sommer lang lieben darf, denn länger wurde es den beiden nicht gegönnt. Diese Sommerliebe stellt einen Abschnitt dar: Einen Abschnitt der Entwicklung und vorallem der Entdeckung von Liebe, Sehnsucht und auch Verlangen. Als Leser wird man in der Erzählung zwischen Trauerfeier und der beginnenden Liebe der zwei Protagonisten hin und her geworfen. Zu Beginn ist es eine sanfte Liebe. Zart nähert sich Christian, der Sohn eines Steinfischers, seiner Lehrerin an. Von Stellas Gedanken und Gefühlen erfährt man im Vergleich zu seinen weniger. Die Sprache ist sehr detailliert und auf eine angenehme Art poetisch. Das Büchlein hat 127 Seiten und ein wunderschönes Cover (ich besitze die Weltbildausgabe). “Die Schweigeminute” ist ein stilles Buch und durchaus empfehlenswert. *Was ist eine Novelle: Eine Novelle ist eine kurze Erzählung. In ihr wird meist eine Person in einer schwierigen Lage beschrieben. Eine Novelle hat normal eine sehr einsträngige bzw. straffe Handlung, die oft real vorstellbar ist.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Cara_Elea

    Cara_Elea

    25. June 2011 um 15:26

    INHALT Die Geschichte beginnt mit der titelgebenden Schweigeminute, mit einer Trauerfeier die Stella Petersen gewidmet ist. In der Aula des Lessing-Gymnasiums hat sich die ganze Schülerschaft und das Lehrerkollegium versammelt, um der beliebten Lehrerin zu gedenken. Der 18-jährige Oberstufenschüler Christian ist besonders getroffen von der Situation, denn für ihn war Stella Petersen mehr, als nur seine attraktive Englischlehrerin. Im zurückliegenden Sommer hatte sich zwischen ihm und Stella eine zarte Affäre entwickelt.... REZENSION Im Fokus dieser kleinen Geschichte (Novelle!) steht die Affäre zwischen Christian und Stella. Während der Schweigeminute / Trauerfeier erinnert sich Christian an viele Momente zurück, die er gemeinsam mit Stella in der kleinen Küstenstadt Hirtshafen an der Ostsee verbracht hat. Die eigentliche Geschichte wird damit generell rückblickend erzählt, hin und wieder gibt es dann einen Schwenk zurück in die Gegenwart zur Trauerfeier. Diese Erzählweise hat mir gut gefallen, weil dadurch die Affäre entrückt aus der Realität wirkt und vielleicht die Unmöglichkeit einer solchen Affäre betont wird. Die Geschichte wird komplett aus Christians Sicht (Ich-Form) erzählt. Teilweise spricht er Stella in seinen Erinnerungen direkt an, teilweise berichet er dem Leser über sie in der dritten Person. Damit steht klar Christian im Mittelpunkt der Novelle. Sein Charakter ist sehr gut dargestellt. Besonders die Denkweise und Gefühlswelt eines 18-jährigen Schülers fand ich überzeugend dargestellt. Das einzige, was ich ein wenig unlogisch fand, war das Christian mit seiner ein wenig unsicheren, naiven Art es zum Klassensprecher geschafft hat. Stella hingegen bleibt dem Leser immer ein wenig ferner, auch wie eine Person, die nicht ganz der Realität entspricht. Sie wird als sehr hübsch dargestellt, eigentlich als perfekt. Damit bleibt sie für den Leser natürlich auch ein wenig flach. Vielleicht da sie Englischlehrerin ist, hat Siegfried Lenz sich dafür entschieden, sie ein paar Sätze auf Englisch sagen zu lassen. Da habe ich den Sinn nicht ganz verstanden und irgendwie fand ich das auch ein wenig plump gestaltet. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Lenz hat eine besondere Art von Ostsee-Romantik eingefangen, die Schilderungen sind authentisch und die Formulierungen gehen stark ins Poetische. Ich hatte aber leider das Gefühl, das Lenz diesen Schreibstil in der zweiten Hälfte der Novelle nicht so signifikant durchhalten konnte. Bedingt durch die Kürze der Form (Novelle!), ist man als Leser natürlich auf einen Handlungsstrang konzentriert. Die Idee und Konstruktion der Geschichte hat mir sehr gefallen, allerdings muss man auch zugeben, dass während der Geschichte nicht viel Weltbewegendes passiert. Die knappe Form erlaubt es nicht, viele Details oder intime Dinge einzuflechten und leider war ich dadurch sehr wenig emotional berührt von der Geschichte. Das kann natürlich ein Stilmittel sein, dass man sich dadurch fühlt wie ein Außenstehender, vielleicht ein Freund Christians, der zwar von der Affäre weiß, dem natürlich aber nicht alle Details dargeboten werden. Ich persönlich hätte mir aber dennoch ein wenig mehr Dramatik und Emotionalität gewünscht. Deshalb war ich ein wenig enttäuscht, auch weil der Klappentext mir doch eine Beziehung mit Gefühlen versprach "deren Intensität und Kraft beide überwältigt"....Diese Eigenschaften sind bei mir als Leser leider nicht angekommen. Die Geschichte ist übrigens generell zeitlos und stellt vielleicht ein exemplarisches Beispiel für diese Art von Liebesbeziehung dar. Der kleine Küstenort, Hirtshafen, ist fiktiv; es werden eigentlich keine Hinweise auf eine zeitliche Verortung gegeben. Nur die angesprochenen (Seemanns-)Lieder deuten auf die 1960er Jahre hin. FAZIT Eine Novelle, die besonders durch den schönen poetischen Schreibstil und das Setting besticht. Die Grundidee hat mir sehr zugesagt, leider konnte mich die inhaltliche Umsetzung nicht komplett überzeugen. (Vielleicht bin ich es aber auch einfach nicht gewohnt, Novellen zu lesen).

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    Josef Rechabrom

    Josef Rechabrom

    17. April 2011 um 08:25

    Christian sitzt in der Aula seines Gymnasiums, in der eine Gedenkstunde für seine verstorbene Englischlehrerin Stella Petersen stattfindet. Während der Trauerreden und der Schweigeminute durchlebt der Junge in seiner Erinnerung noch einmal, wie sich zwischen ihm und seiner Lehrerin eine zarte Liebesbeziehung entwickelt, die ein jähes Ende findet, als Stella infolge eines Bootsunglücks ums Leben kommt. Mit sehr viel Feingefühl beschreibt Siegfried Lenz die schwärmerischen Gefühle des 18-jährigen gegenüber der verehrten Lehrerin und seine Unsicherheit gegenüber der erwachsenen Frau im Spannungsfeld einer unerlaubten Liebesbeziehung. Stilistisch bringt er diese Unsicherheit zum Ausdruck, indem er seinen Protagonisten von seiner Geliebten mal in der zweiten, mal in der dritten Person erzählen lässt. Beispiel: "... und zu meinem Erstaunen trank auch Stella Bier. Manchmal glaubte ich, du seist eine von uns, eine Mitschülerin, ...". Die Sätze des über 80-jährigen Lenz folgen noch den Regeln von vor der Rechtschreibreform von 1996. Sie sind lang, verschachtelt und setzen sich über einiges hinweg, was man in der Schule über guten Stil gelernt haben mag. Aber sie demonstrieren auch, dass Lenz ein Meister der deutschen Sprache ist. Sie enthalten so viel Poesie, dass ich am liebsten langsamer gelesen hätte, um den Genuss vor dem drohenden Ende der 128 Seiten auszudehnen. Ein Meisterwerk deutscher Erzählkunst.

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  • Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Schweigeminute
    ninchen1809

    ninchen1809

    30. December 2010 um 21:13

    Die Novelle handelt von einer Liebe zwischen einem 18-jährigen Schüler, Christian und seiner Lehrerin, Stella Petersen. Siegfried Lenz beschreibt mit einfachen Worten die Küsten und ihre Menschen, er beschreibt eindrücklich die Trauer, welche Christian aufgrund des plötzlichen Todes von Stella umgibt sowie seine Erinnerung an die gemeinsamen Stunden mit ihr. Und doch hat mich die Geschichte gelangweilt. Die Auseinandersetzung Christians zwischen seiner Situation als Schüler, der seiner Lehrerin gehorcht und als Geliebter, der seine Geliebte beschützt, fand ich dennoch sehr gelungen. Und wenn ich hier und dort das Buch aufschlage und einfach die Sprache auf mich wirken lasse, beeindruckt und ergriffen. Die Story kann allerdings wohl nur einem älteren Herrn (Siegfried Lenz ist 83 Jahre alt!!), der sich in seine Jugendzeit zurückversetzen will, einfallen. Denn von „Liebe“ kann aus meiner Sicht nicht wirklich die Rede sein.

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