Schweigeminute

von Siegfried Lenz 
4,0 Sterne bei289 Bewertungen
Schweigeminute
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Positiv (200):
Mirocos avatar

Sehr schöner leichter Klassiker

Kritisch (20):
chaosmonkeys avatar

Ich sah bei jeder gelesenen Zeile einen alten Mann vor meinem inneren Auge, wie er versucht über die junge Liebe zu schreiben. Fade.

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Inhaltsangabe zu "Schweigeminute"

'Zwischen den sachlichen, zuweilen zynischen Beschreibungen entfalten sich einzigartig dichte Sätze, in denen der große Erzähler die ganze Neue Welt entwirft.' (Die Welt)

Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455405699
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:128 Seiten
Verlag:Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum:10.03.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.10.2008 bei Hoffmann und Campe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    JenniferHilgerts avatar
    JenniferHilgertvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Könnte ich immer wieder lesen
    Liebe ist immer!

    Ein poetisches Meisterwerk, das als Novelle wie ein langes Gedicht daherkommt und als äußerst ruhige Geschichte ganz zaghaft und leise daherschleicht und fast wie nebenbei die Geschichte einer verbotenen Liebe, die, der Lehrerin mit ihrem Schüler, erzählt, die stärker als der Tod ist.

    EinBuchEinSatz: http://schriftverkehr.net/2015/12/23/einbucheinsatzrezension-ein-bereits-schon-einmal-gelesenes-buch/

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    JenniferHilgerts avatar
    JenniferHilgertvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Könnte ich immer wieder lesen
    Immer wieder und immer wieder könnte ich es lesen ...


    Ein poetisches Meisterwerk, das als Novelle wie ein langes Gedicht daherkommt und als äußerst ruhige Geschichte ganz zaghaft und leise daherschleicht und fast wie nebenbei die Geschichte einer verbotenen Liebe, die, der Lehrerin mit ihrem Schüler, erzählt, die stärker als der Tod ist.





    http://schriftverkehr.net/2015/12/23/einbucheinsatzrezension-ein-bereits-schon-einmal-gelesenes-buch/

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 4 Jahren
    Wieder eine Schüler-Lehrer-Geschichte

    Jahre auf der Welt und nie einen Siegfried Lenz gelesen, das wollte ich mit "Schweigeminute"  endlich ändern. Und muss dabei an einige andere Geschichten denken, in denen ein Junge bzw, sehr viel jüngerer Mann und eine erwachsene Frau ein Paar darstellen (The Graduate, der Vorleser...) Erinnert an meine Schulzeit, da wundert es mich nicht, dass auch dieses Buch in der Schule gelesen wird.
    Schüler Christian und Lehrerin Stella Petersen sind in einem Sommer an der Ostseeküste ein Paar. Stella ist eine sehr gute Schwimmerin, kommt jedoch bei einem Bootsunfall ums Leben. Das Buch beschreibt Christians Seite der Beziehung, das doch immer noch recht reif ist für einen 18-Jährigen...
    Keine Geschichte, die mich vom Hocker reißt, dennoch denke ich, dass jeder mal wenigstens einen Siegfried Lenz gelesen haben sollte. Die wechselnden Einblicke von Christian (Stella, sie, oder Stella, du...) machen eindringlich klar, wie schwer es dem Schüler fällt, den Unfall zu verarbeiten.

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    LindyBookss avatar
    LindyBooksvor 4 Jahren
    Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar - bis Stella tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Schule blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, aber Christian für sein ganzes Leben verändern wird.

    Diese Novelle wurde sprachlich von Siegfried Lenz wunderschön und poetisch geschrieben. Aber, ich kann nicht benennen warum, dieses 128 Seiten kurze Buch hat mich unzufrieden zurück gelassen. Irgendetwas hat mir gefehlt und irgendwie hatte ich inhaltlich mehr erwartet. Aus diesem Grund kann ich maximal 4 Sterne geben...

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    Bambelinovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein schönes, poetisches Buch
    Schweigeminute

    Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee irgendwann in den sechziger Jahren: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt.
    Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, ihn aber für sein ganzes Leben verändert.
    Ein wunderbare,ergreifende und gefühlvoll geschriebene Novell von Siegfried Lenz. Auf 127 Seiten schreibt er eine schöne und doch traurige Liebesgeschichte nieder.
    Ein für mich gelungenes Werk, dass man gelesen haben sollte.

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    Ihavelivedathousandyearss avatar
    Ihavelivedathousandyearsvor 5 Jahren
    Fantasien eines 80-Jährigen

    „Romantisch, zurückhaltend, zauberhaft. Eine zarte Liebe, die etwas aus der Zeit gefallen wirkt.“

    -Salzechse


    Dieses Zitat ziert den Einband der Novelle, und es beschreibt sie perfekt. Denn etwas aus der Zeit gefallen wirkt dieses Buch wirklich, auch wenn ich mich damit nicht hundertprozentig auf eine Seite schlagen möchte. Der Schreibstil an sich und auch manche Handlungsstränge hatten für mich durchaus ihre positiven Aspekte. An Zitaten wie folgenden erkennt man vollauf Lenz' Lebenserfahrung:


    „Wenn die eigene Überlegenheit zu groß ist, darf man sie nicht ausspielen, das wäre unfair, ein Gratissieg.“


    „Was Vergangenheit ist, ist dennoch geschehen und wird fortdauern, und begleitet von Schmerz und einer zugehörigen Angst werde ich versuchen, das zu finden, was unwiederbringlich ist.“


    „Diese Ausgesetztheit, diese verzweifelte Suche und das Hoffen auf Antwort, auf Erlösung, angerufen wurde die sieghafte Kraft, die bei ihnen ist, bei Vater und Sohn, ihre Zeit ist die allerbeste Zeit. Wie dein Gesicht auf einmal leuchtete, Stella, dies Gesicht, das ich überall geküsst hatte, auf die Stirn, auf die Wangen, auf den Mund. Lob und Herrlichkeit, ich nenne die Namen und ergebe mich, Glorie sei Dir. Und dann dies Amen, das unser Orchester echohaft aufnahm, das leiser wurde und sich wunderbar verlor an das Universum des Trostes, überwunden des Actus Tragicus. Ich starrte auf ihr Gesicht, nie zuvor hatte ich das so mächtige Gefühl eines Verlustes empfunden, denn vorher war mir nicht bewusst geworden, das, was verlorenging, zu besitzen.“


    Literarisch und sprachlich las ich selten ein so großes Werk, doch die inhaltliche Umsetzung der Novelle konnte mich nicht komplett überzeugen, auch wenn mir die Grundidee zugesagt hat.

    Den Rahmen bildet eine Trauerandacht in der Aula einer Schule für eine kürzlich verunglückte Lehrerin, Stella Peterson. Während Schüler und Lehrer trauern und der Direktor einige teilnahmslose Worte formuliert, bedeutet dieser Verlust für den achtzehnjährigen Christian nicht nur den Verlust seiner Englischlehrerin, sondern auch einer jungen Liebe, die sich über den Sommer sacht und vorsichtig entwickelte. Alles endet damit, dass Stella bei einem Segelunfall stirbt.

    Immer wieder versinkt Christian in Gedanken und Erinnerungen diesbezüglich und lässt uns Anteil haben, an seinen detailreichen und doch dezenten Erzählungen über einen prägenden Sommer.

    Die eigentliche Geschichte wird somit rückblickend erzählt, auch wenn Lenz kurze Reminiszensen in den eigentlichen Moment der Trauerfeier erlaubt. Grundsätzlich hat mir die Erzählweise gut gefallen, die Atmosphäre wirkt dadurch etwas aus der Realität entrückt und betont vielleicht die Unmöglichkeit oder auch Schwierigkeit einer solchen Affäre. Auch wenn man sich sonst größtenteils wie ein stiller Beobachter des Ganzen fühlt, ist man während der Momente, in denen Christian Stella in der zweiten Person anspricht, nah am Geschehen. Detailreiche Beschreibungen der äußeren Umstände wie der gerade empfundenen Gefühle sind sonst eigentlich genau nach meinem Geschmack. Auch die leicht veraltete sprachliche Umsetzung hat mich sofort gefangen genommen, und ich hatte das Buch relativ schnell durchgelesen. Ich finde jedoch dass Lenz seinen charakteristischen Schreibstil in der zweiten Hälfte der Novelle nicht ganz so signifikant durchhalten konnte.

    Als absoluter Liebhaber von verschachtelten, adjektivreichen Sätzen müsste das Buch trotzdem eigentlich meine absolute Anerkennung gefunden haben, doch aus erklärlichen Gründen konnte ich mich einfach nicht dafür begeistern. Vielleicht liegt es daran, dass ich äußerst selten Novellen lese und meine Erwartungen hinsichtlich des eigentlichen Themas des Buches, nämlich einer neuen Definition von Liebe und einer einmal etwas anders erzählten Lehrer-Schüler-Beziehung, relativ hochgesteckt waren. Ich hatte mich darauf gefreut, dass die Zuneigung einmal nicht einseitig wäre. Und wurde maßlos enttäuscht. Auch wenn Stella Christians Annäherungen teilweise zulässt, zeigt sie nie wirkliches Interesse und auch das Kennenlernen der Beiden wirkt zufällig.

    Christians Vater, ein sogenannter Steinfischer, senkt von einem Lastkahn aus Steine ins Meer, die zu Wellenbrechern aufgeschichtet werden. Christian hilft ihm dabei, indem er taucht, um die Lage der Steine zu überprüfen. Stella beobachtet sie beide vom Festland aus und macht durch Winken aufmerksam auf sich, bis Christian sie an Bord holt. Scheinbar interessiert erkundigt sie sich nach möglichen Fahrten in die Nähe solcher Steinriffe, aus denen Christians Vater die Steine holt, und sogleich wird sie von Christian zu einer Rundfahrt auf dem Prahm eingeladen.

    Ich erfasste den Einstieg als ein vom Autor als nötig empfundenes Geschehen auf, nach dem Thema, „irgendwie müssen sie sich ja kennenlernen“. Nach den ersten Küssen, die seltsamerweise geschehen, bevor die beiden Protagonisten überhaupt richtig ins Gespräch gekommen sind, ist es mit der Liebe auch schon wieder vorbei. Es wirkt, als wolle Stella Christian einfach nur zeigen, dass er sie nicht haben kann. Sie genießt seine Bemühungen und hin und wieder schenkt sie ihm dafür etwas Aufmerksamkeit oder ein halbherziges Gespräch. Auch dass der Autor sie als Englischlehrerin hin und wieder ein paar Sätze auf Englisch sagen ließ, fand ich etwas plump und unbeholfen gestaltet. Man bekommt permanent Einblick in Christians unerschütterliche Gefühle für Stella, doch der wahre Grund seiner Liebe zu ihr wird nicht weiter aufgezeigt. Stella wird als ein spirituelles Wesen dargestellt, wunderschön, perfekt, so wie sich jeder Mann seine Traumfrau wünscht. Um sie noch ein bisschen perfekter zu machen, rettet Stella - Oh Wunder! - Georg, einen ihrer Schüler, der einen Segelunfall hatte. Natürlich ist Stella auch Meisterschaftsschwimmerin. Doch im ganzen Buch habe ich vergeblich auf eine interessante oder anzügliche Charaktereigenschaft ihrerseits gewartet. Sie wirkt unnahbar, flach, viel zu sachlich, pragmatisch und unpersönlich für die Situation. Ich konnte mich also überhaupt nicht in Stella hineinversetzen, ihre Handlungen sind für mich größtenteils nicht nachvollziehbar. Überhaupt wird der Leser von all der innerlichen Liebe, von der das Buch hauptsächlich handelt, oder handeln sollte, ausgeschlossen. Es ist, als würde man irgendwo am Rande der Geschichte stehen und nebenbei mitbekommen, wie sich zwei nicht weiter wichtige Personen annähern. Lenz belässt es in allen Situationen und auch in der näheren Beschreibung der Charaktere bei Andeutungen, inhaltlich geht er selten ins Detail.

    Die Geschichte fließt so langsam dahin, bleibt oberflächlich und realitätsfern.

    Mir fehlte auch der Tiefgang in der Beschreibung des Erzählers. Christian wirkt einfach nur klischeehaft. Der aufopferungsvolle Schüler, der für eine unerreichbare Liebe alles tun würde. Christians Naivität hat mich während des ganzen Buches unglaublich gestört. Er wirkt auf mich blind vor Liebe; in welche verzwickte Situation er seine Lehrerin mit seinen Annäherungsversuchen bringt, fällt ihm überhaupt nicht auf. Ohne Rücksicht auf Verluste folgt er seiner Wunschvorstellung und auch wenn er für Stella alles geben würde, wirkt er egoistisch, einfach auf Grund der fehlenden Eigenschaft Empathie, die einen Menschen oft ausmacht.

    Das Ziel des Autors war es höchstwahrscheinlich, zu zeigen, wie viel Christian diese Liebe bedeutet. Das ist jedoch an mir vorbeigezogen. Wenn er von Stella spricht, betont er ihre äußerlichen Vorzüge, ihr Lachen und wie nett sie ist. Und nett ist ein Begriff, den man in einem Buch meiner Meinung nach ohnehin unbedingt vermeiden sollte. Er ist wie die Adjektive schön oder seltsam. Sie verlangen nach einer näheren Beschreibung, die jedoch ausbleibt. Auch wenn Christian davon schreibt, mit ihr auf einer Insel sein weiteres Leben verbringen zu wollen, ist das ein irrealer Jugendtraum, illusorisches Wunschdenken, nicht mehr. Das kann nur einem älteren Herrn, der sich vielleicht in seine Jugendzeit zurückversetzen will, einfallen. Denn von wirklicher Liebe kann aus meiner Sicht hier nicht die Rede sein. Ich behaupte nicht zu wissen, was Liebe ist, doch bedarf meine persönliche Definition anderer Kriterien.

    Rührend war, wie Stella sich um ihren kränklichen Vater gekümmert hat, doch diese Situation wurde auch schon wieder durch die darauf folgende zunichte gemacht, in der Christian das Foto von einem scheinbaren Geliebten Stellas entdeckt. Diese Szene wirkt wieder wie etwas, das der Autor einfach einschieben musste, damit etwas Handlung in das Ganze kommt, es wirkt im Gegensatz zum Rest der Geschichte fremd, nicht passend. Und der Zufall, dass Christian in einer großen Ortschaft eben genau diesen Geliebten Stellas trifft, ist auch ein äußerst unglaubwürdiger Zufall. Doch nicht, dass es nun ein für den Leser interessantes Aufeinandertreffen der Beiden gäbe, nein, im nächsten Augenblick ist Stellas Geliebter schon wieder irrelevant.

    Die Zusammenhänge, die sich dann am Ende ergeben, sind keine, alles wirkt aus der Luft gegriffen, lahm und ohne jedes Verständnis aus des Lesers Sicht.

    Insgesamt hat der Schreibstil Siegfried Lenz' seinen Reiz, und wenn man sich Zeit nimmt und die angedeuteten Tiefen mit eigenen Gedanken füllt, kann die Geschichte vielleicht ergreifend sein. Doch zusammenfassend muss ich sagen, dass das Buch meiner Meinung nach zu viele Ungereimtheiten in sich trägt, der Schluss zu vorhersehbar und ohne jeglichen Überraschungseffekt war, und das Schlimmste – dass ich es nach der letzten Seite zuklappen konnte, ohne die geringste Gefühlsregung zu verspüren. Vielleicht ist es in Bezug auf eine Rezension zu persönlich, wenn ich das jetzt sage - doch es ist mir vollkommen unklar, wie dieses Buch zu einem Bestseller werden konnte.

    Marcel Reich Ranicki schreibt Folgendes:


    „Wir haben Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein Schönstes.“


    Ich sehe das so: Mit jedem Buch das ich lese, lebe ich ein Leben. Ich habe Hunderte Leben gelebt, und dieses war nur ein Weiteres. Ich bereue es nicht, neue Erfahrungen gemacht zu haben und eine andere Denk- und Ansichtsweise kennengelernt zu haben. Und doch war vielleicht dieses Leben mein Langweiligstes.



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    Hallogenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Trotz des sehr guten Erzählstils hat mich dieses Büchlein nicht völlig überzeugt. Dass manche Handlungsweise unglaubwürdig ist, mag man mit den Irrungen der Liebe entschuldigen. Die besondere Betonung eines allegorischen Werkes wie „Animal Farm“, dessen Bedeutung die meisten Leser wohl aus der Schule kennen, würde aber erwarten lassen, dass auch hier eine Analogie vorliegt. Diese will sich mir aber nicht erschließen. Die intertextuellen Ausflüge zu Orson Wells wirken daher auf mich wie überflüssiges Füllmaterial. Ich kann in dieser Novelle nur ein Unterhaltungswerk sehen, das man lesen kann, aber nicht muss. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, denn vieles wirkt unausgegoren. Die ganzen Szenen mit dem Bau des Wellenbrechers haben zwar ihre Berechtigung, besonders interessant sind sie freilich nicht, zumal sieklischeebeladen sind und das Ende unglaubwürdiger machen. Mehrmals hatte ich den Eindruck, das ganze Werk sei zu sehr auf eine Verfilmung angelegt. Das könnte aber auch daran liegen, dass mir viele der Szenen bekannt (v. a. aus TV-Filmen) vorkamen. Es ist sicherlich kein Müll, aber auch kein Meisterwerk. Am meisten gestört hat mich aber das hin und her der Zeitformen und Perspektiven, das so deplatziert wirkt, dass man es fast für Schussligkeit des Autors halten muss, denn es hat keinerlei Funktion innerhalb der Erzählung.

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    pardens avatar
    pardenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    POETISCHE NOVELLE...

    Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee. Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar - bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, aber Christian für sein ganzes Leben verändern wird.
    Behutsam und mit meisterhaftem Einfühlungsvermögen erzählt Siegfried Lenz, wie die Lehrerin und ihr Schüler sich allmähhlich näherkommen. Das eigentlich skandalträchtige Thema einer Liebesbeziehung, die nicht sein darf, wird bei ihm zu einer zeitlos schönen und poetischen Novelle über die Unzerstörbarkeit einer Liebe, die selbst dem Tod trotzt...

    Erzählt wird diese Geschichte eines Sommers auf unterschiedlichen Erzählebenen. Ausgehend von der Trauerfeier in der Aula, schweifen die Gedanken Christians, der als Ich-Erzähler fungiert, immer wieder ab, was in Form von szenenhaften Rückblenden geschieht. In häufig langen, verschachtelten Sätzen, mit einer kraftvollen und doch poetischen Sprache erschafft Siegfried Lenz szenenhafte Bilder, die sich allmählich zu einem bewegenden Alltagsdrama verdichten.
    Durch den inneren Monolog des jungen Schülers wird eine Figur lebendig, mit der der Leser mitfühlen und das Erblühen der zarten Liebe und deren jähes Ende nachvollziehbar werden lässt. Und doch geht die Liebe über den Tod hinaus: "...alles, was Erinnerung aufgehoben hat, wird dann wiederkehren. Was Vergangenheit ist, ist dennoch geschehen und wird fortdauern, und begleitet von Schmerz und einer zugehörigen Angst werde ich versuchen, das zu finden, was unwiederbringlich ist..." (S. 122).

    Eine poetische Novelle, die mit einer diskreten, erhabenen Sinnlichkeit und einem großen Einfühlungsvermögen des Schriftstellers zu überzeugen weiß.

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    literats avatar
    literatvor 6 Jahren
    Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Das ist tolle, gelungene, poetische Literatur. Ich mag die Sprache total, diese leicht melancholische, traurige Stimmung die der Autor damit erzeugt ist einfach schön. Christian nehme ich jedes Wort absolut ab, die Tiefe Trauer wegen der verlorenen Liebe geht ans Herz. Es sist eigentlich eine ganz kleine, einfache, abgegrenzte Geschichte, aber so anruehred erzählt, dass man einfach nicht anders kann als mitzuleiden, weil ja am Anfang des Buches, das Ende vorweggenommen wird. Stella, Christians Englischlehrerin und heimliche Geliebte stirbt und in der Schule findet eine Gedenkfeier statt. Christian erlebt in dieser Stunde seine Liebesgeschichte mit Stella nochmal. Einfach schön!

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    Cosifans avatar
    Cosifanvor 6 Jahren
    Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

    Das Buch beginnt in einer Schulaula mit einer Gedenkminute für eine verstorbene Lehrerin. Geschrieben aus der Sicht eines ihrer Schüler, der in sie verliebt war. Gestört hat mich im Nachhinein, dass der Eindruck erweckt wird, sie hätte sich umgebracht. So war es aber nicht. Mehr soll nicht verraten werden.

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