Werkausgabe in Einzelbänden / Der Verlust

von Siegfried Lenz 
3,6 Sterne bei15 Bewertungen
Werkausgabe in Einzelbänden / Der Verlust
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Inhaltsangabe zu "Werkausgabe in Einzelbänden / Der Verlust"

Am Schicksal des Fremdenführers Ulrich Martens, der in seinem Stadtrundfahrt-Bus die ganze Welt zu Gast hat, stellt Siegfried Lenz die Folgen eines Verlustes dar, der jeden von uns eines Tages treffen könnte: der Verlust der Sprache. Es geht ihm darum, aufzuzeigen, welch entscheidende Wirkung eine plötzliche, wehrlose Stummheit haben kann: Das vertraute, auf das Reden gegründete Verhältnis zur Welt zerbricht, die Beziehung selbst zu den nächsten Freunden wird auf eine unerwartete Probe gestellt. Der Autor erkundet einen Zustand der Sprachlosigkeit. Und dabei zeigt sich, daß mit dem Verlust der Sprache auch die Welt - die mit Wörtern erfaßbare Umwelt -verlorengeht. Die Beschreibung der mannigfachen Probleme, die sich bei der Wiedereroberung von Wörtern und Begriffen, von Erinnerungen und Zusammenhängen einstellen, demonstriert zugleich den Versuch einer neuen Selbstbegründung.

"Der Verlust" ist ein Roman, den man nicht gelassen, nicht aus sicherer Distanz lesen kann. Es ist vielmehr ein Buch, das in der Eindringlichkeit seiner Diktion den Leser unmittelbar betrifft und betroffen macht - ein Buch, das ihn angeht und zur Stellungnahme aufruft. Die Betroffenheit, die es in ihm auslöst, hat zugleich die Funktion eines Spiegels: Bei dem Versuch, sich mit den handelnden Personen zu identifizieren, ihrem Verhalten mit Billigung oder Ablehnung zu folgen, erkennt der Leser sich selbst.

"Es ist müßig", so urteilt die Westfälische Rundschau, "sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ob Lenz Erfahrungen oder reine Fiktion niederschreibt, allein wichtig ist das Ergebnis. Und dies spricht für sich. Vielleicht wird dieses Buch kein spektakulärer Erfolg wie einige der Vorgänger, aber es gehört mit Sicherheit zu den bedeutendsten Werken von Lenz und, weit darüber hinaus, zu den bedeutendsten, die in vielen, vielen Jahren erschienen sind."

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455042672
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum:01.02.1998

Rezensionen und Bewertungen

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    leserinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Verlust" von Siegfried Lenz

    Der von seiner Arbeit begeisterte Fremdführer Uli erleidet während einer Stadtrundfahrt einen Hirnschlag. Der Autor beschreibt das Leiden des Protagonisten mit sich selbst und sein gesamtes Umfeld auf hervorragende Weise. Seine detailreichen und in die Tiefe gehenden Schilderungen sind so gut aufgezeigt, daß mit das Hineinfühlen in den gesamten Inhalt sehr leicht gemacht wurde.
    S. Lenz macht deutlich, was es heißt, plötzlich die Stimme zu verlieren und komplett aus dem Alltag herausgerissen zu werden.
    Jeder Charakter seiner angeführten Personen, besonders Nora seiner Freundin und Geliebten, und die damit verbundene Umgangsweise mit diesem Krankeitsbild wurde äußerst interessant beschrieben und gut dargestellt.
    Der Buchtitel "Der Verlust" trifft in vieler Hinsicht den Nagel auf den Kopf. "Verlust" betrifft im weiteren Sinne jede Person im Roman.
    Ich kann den Klassiker von Siegfried Lenz nur sehr empfehlen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Verlust" von Siegfried Lenz

    DER VERLUST ist eine eindringliche Studie über die Probleme und Ängste eines Menschen, der aus heiterem Himmel seine Fähigkeit zu sprechen verliert. In diesem Fall ist es Ulrich Martens, der mit diesem Verlust zu kämpfen hat. Eines Tages muss er - wie ein Außenstehender - dabei zusehen, wie ihm sein Körper nach und nach die Dienste verweigert: Ihn trifft ein Hirnschlag und seine Welt ist von einem Tag zum nächsten nicht mehr wie sie vorher war.

    Siegfried Lenz schildert hier in gewohnt ruhiger und eleganter Sprache, wie schnell ein Mensch vor den Scherben seines Lebens stehen kann. Der Weg, den er Martens gehen lässt, ist angefüllt von Anekdoten, die uns aufzeigen, wie wichtig die Sprache für uns ist, wann Reden und wann Schweigen angebracht ist und wieviele Barrieren wir unbewusst überwinden, um uns zu artikulieren. Zusätzliche Würze bringt Lenz durch die Figur der Nora ein, Ulis Freundin, die ihre eigenen persönlichen Probleme zu bewältigen hat, und an dieser zusätzlichen Belastung zu zerbrechen droht. Ein großartiges Buch, das den Leser noch lange nach der letzten Seite bewegt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Verlust" von Siegfried Lenz

    Wenn man ein rühriger Mensch ist, einen entsprechenden Beruf hat und plötzlich stellt sich von einer Minute auf die nächste das eigene Leben total auf den Kopf, man hat alle Fähigkeiten verloren, kann sich nur noch mühsam bewegen, sich nur noch unter Aufbietung aller Kräfte und mit äußerster Willensanstrengung halbwegs verständlich artikulieren ...

    Wie ein Mensch sich in einer solchen Situation fühlt, der gerade einen Schlaganfall erlitten hat, das beschreibt Lenz mit gekonnter Bravour, eindringlich und unausweichlich, dass man sich dem nicht entziehen kann. Wer liest schon gerne etwas über Krankheiten? Dennoch, der Text lässt einen nicht mehr los und am Ende gibt es zumindest einen Hoffnungschimmer.

    Keine Frage: 5 Sterne

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    nibrir
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    Wintergrimmvor 24 Tagen

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