Sigríður Hagalín Björnsdóttir

 2.8 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Sigríður Hagalín Björnsdóttir

Vom Fernsehen zum Roman: Die Autorin Sigriður Hagalín Björnsdóttir wurde 1974 in Island geboren und studierte im spanischen Salamanca, in New York und in Kopenhagen. Nach ihrer Ausbildung kehrte sie in ihre Heimat zurück und machte sich als erfolgreiche Journalistin einen Namen. Heute leitet sie die Nachrichtenabteilung des isländischen Fernsehens RUV und ist als Nachrichtensprecherin selbst im Fernsehen zu sehen. Düstere Gedankenspiele am Ende der Welt: 2016 veröffentlichte Sigriður Hagalín Björnsdóttir ihren ersten Roman „Eyland“, in dem sie ein faszinierendes Gedankenspiel zu Papier brachte: Was passiert, wenn ein ganzes Land auf einmal von der Außenwelt abgeschnitten wird und auf Selbstversorgung angewiesen ist? Sie erzählt diese Geschichte aus der Sicht des ehemaligen Journalisten Hjalti, der aus Reykjavik auf den einsamen Hof seines Großvaters in einem abgelegenen Fjord gezogen ist und dort mit Schafen und einem Hund ums Überleben auf der abgeschotteten Insel kämpft. 2018 erschien das Buch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Blackout Island“ im Suhrkamp Verlag. Sigriður Hagalín Björnsdóttir konzentriert sich heute neben dem Schreiben hauptsächlich auf ihre Aufgaben beim isländischen Fernsehen.

Neue Bücher

Blackout Island
 (4)
Neu erschienen am 13.08.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.
Blackout Island: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 (1)
Neu erschienen am 13.08.2018 als E-Book bei Suhrkamp Verlag.

Alle Bücher von Sigríður Hagalín Björnsdóttir

Sigríður Hagalín BjörnsdóttirBlackout Island
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Blackout Island
Blackout Island
 (4)
Erschienen am 13.08.2018
Sigríður Hagalín BjörnsdóttirBlackout Island: Roman (suhrkamp taschenbuch)
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Blackout Island: Roman (suhrkamp taschenbuch)

Neue Rezensionen zu Sigríður Hagalín Björnsdóttir

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Rezension zu "Blackout Island" von Sigríður Hagalín Björnsdóttir

Abriss des gesellschaftlichen Verfalls
AnnBeevor einem Monat

Island im 21. Jahrhundert – eine aufgeklärte, wohlhabende Gesellschaft von unter 350.000 Einwohnern, einzigartige Landschaft, hartes Klima. Plötzlich reißt jedweder Kontakt zur Außenwelt ab: das Internet, ausländische Radio- und Fernsehsender erzeugen nur noch Rauschen, keine Telefonverbindungen, Schiffe und Flugzeuge verschwinden spurlos. Aus der Frage danach, was passiert ist, wird schnell eine viel drängendere: Wie geht es nun weiter? Wie kann die Ordnung aufrechterhalten und die Bevölkerung ernährt werden?


Der Roman schildert diese Entwicklungen und den zunehmenden zivilisatorischen Verfall der hungernden und zornigen Bevölkerung anhand verschiedener Personen: Der Journalist Hjalti, der sich für die Propaganda-Maschinerie der neuen Ministerpräsidentin einspannen lässt, sowie seiner Exfreundin, der Geigerin Maria und ihrer beiden Kinder. Dadurch entwickelt die Autorin ein bedrückendes Kaleidoskop des Niedergangs. Unterbrochen werden diese Geschichten immer wieder von kurzen Zeitungsberichten, die über die aktuellen politischen und ökonomischen Veränderungen und Maßnahmen berichten.

Die Idee einer isolierten Nation finde ich sehr spannend, auch der Überlebenskampf der jeweiligen Figuren ist mitreißend erzählt und gut geschrieben. Ein Manko des Romans ist allerdings seine Kürze – zumindest ist er etwas zu kurz für all die Themen, die hier verhandelt werden: der Spagat zwischen politischer Kontrolle und demokratischen Freiheiten in einer Notsituation, das verspätete Erwachsenwerden eines Mannes, seine gescheiterte Beziehung zu Maria, die Rückkehr zu einer Blut-und-Boden-Mentalität, die Organisierung von Terrormilizen, die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Machtgefüge, die Ausbeutung von Frauen und Kindern, und so weiter. Alles hochspannend, aber für mich irgendwie nicht zu Ende erzählt. Auch der Kunstgriff der Zeitungsmeldungen hat mich etwas gestört, dadurch wird immer wieder „vorgespult“ und man hat den Eindruck einer Geschichte im Zeitraffer. Trotzdem habe ich das Buch aber wirklich verschlungen! 

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