Sigrid Combüchen Was übrig bleibt

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Inhaltsangabe zu „Was übrig bleibt“ von Sigrid Combüchen

Das bin doch ich, denkt sich Hedwig Langmark, als sie einen Roman der Autorin Sigrid C. liest, in dem ein altes Foto beschrieben wird. Das ist das letzte Familienfoto, auf dem wir alle zusammen sind, Vater, Mutter, meine Brüder, ich, vor unserem Haus, im Garten.
Aber ist es wirklich ein Foto ihrer Familie, der Familie Carlsson? Das wüsste sie gerne und schreibt der Autorin einen Brief. Die Autorin wird neugierig, sieht einen neuen Stoff, antwortet und gibt vor, in Hedwigs ehemaligem Elternhaus zu wohnen. Ein Briefwechsel entsteht, in dem Hedda, wie sie in der Familie genannt wurde, aus ihrem Leben erzählt und die Autorin nebenbei recherchiert, was vom Leben der Familie Carlsson übrig ist. Aus den Briefen und den Funden entsteht nach und nach ein großartiger Roman über ein Frauenschicksal in den Dreißigerjahren, ein ganz und gar unkonventioneller 'Damenroman', dessen Sog man sich nicht entziehen kann und dessen Entstehungsprozess man gleichzeitig gespannt verfolgt.
Sigrid Combüchen erzählt poetisch, selbstironisch, mit stilistischer Eleganz und einem außergewöhnlichen Blick für die Details des Alltags. Das Leben leuchtet in diesem Roman, der mit dem August-Preis, dem höchsten schwedischen Literaturpreis, ausgezeichnet wurde.

Skandinavische Literatur ist einfach nichts für mich. Buch in meinem Tauschregal erhältlich ;-)

— Linda-Odd

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  • Rezension zu "Was übrig bleibt" von Sigrid Combüchen

    Was übrig bleibt

    yurimari

    06. August 2012 um 11:28

    Ich habe gelernt, dass ein Damenroman in Schweden die Bezeichnung für Frauenroman mit einer ähnlich negativen Konnotation wie im Deutschen ist. Frau Combüchen nimmt sich bewusst dieses Klischees in ihrem Buch Was übrig bleibt an. Das erklärte Ziel einen Roman über Frauenthemen zu schreiben, dass es literarisch mit Männerromanen aufnehmen kann. Objektiv hat sie es durch die Auszeichnung mit einem renommierten schwedischen Literaturpreis bereits geschafft. Der Aufhänger in der Geschichte ist ein Brief, den die fiktive Schriftstellerin Sigrid Combüchen von einer ihrer Leserinnen erhält. Hedwig Langmark, mittlerweile wohnhaft in Spanien, meint sich und ihr ehemaliges Haus in einem Roman wiedererkannt zu haben und stellt Fragen. Frau Combüchens Interesse ist geweckt, woraufhin sie behauptet genau in diesem Haus zu wohnen und es beginnt eine Korrespondenz über mehrere Jahre. Haupterzählstrang ist das Leben der jungen Hedwig Langmark in den Dreißigerjahren, ihr Weg zur eigenen Identität und ihre ersten erotischen Erfahrungen. Darum drapieren sich zwei weitere Erzählebenen in der Gegenwart, der alten Hedwig und der Autorin. So ist der Roman in zwei Zeitebenen, aber auf drei Ebenen von Frauen unterschiedlichen Alters gestrickt. Frau Combüchen lässt autobiographisches Einfließen, indem sie aus dem Leben einer Autorin erzählt, von Recherche, Inspiration, Schreiben. Ich finde die Komposition dieses Romans sehr gelungen. Er fordert mit Geschichte und Sprache. Außerdem gibt es immer wieder schöne Anspielungen auf den Damenroman, indem zum Beispiel die Protagonistin eine Karriere in der Modebranche wählt… (^.^) Einziger Wehrmutstropfen ist, wie ich glaube, die Übersetzung. Leider bin ich des Schwedischen nicht mächtig und kann nicht vergleichen, aber während des Lesens gibt es immer wieder englische Einschübe, die ich nicht deuten konnte. Für mich schienen sie unpassend, aber ich könnte mir vorstellen, dass man in Schweden entweder auch damals schon viel internationaler war oder die Einschübe im Original vielleicht dänisch hätten sein sollen?! Ich werde es nicht herausfinden und irgendwann konnte ich auch einfach ganz gut drüberweglesen. Ich finde Was übrig bleib ist ein wunderschöner Roman über das Leben. Ein lebensbejahendes Buch, auch wenn es nicht um große Karrieren oder die ganz große Liebe geht. Es geht um das ganz normale Leben, so wie es so viele Menschen tagein tagaus verschwenden. Meiner Meinung nach absolut keine Zeitverschwendung dieses Buch gelesen zu haben!

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  • Rezension zu "Was übrig bleibt" von Sigrid Combüchen

    Was übrig bleibt

    Friducia

    14. June 2012 um 23:23

    Schweden, Anfang des 21. Jahrhunderts: Die Autorin Sigrid Combüchen erhält einen Leserbrief aus Spanien. Der Name der Absenderin ist Hedwig Langmark. Diese meint sich und ihre Familie in einem Roman der Autorin wiedererkannt zu haben. Combüchen gibt vor in dem Haus der Familie zu wohnen, um mehr über Hedwigs Geschichte zu erfahren. So entwickelt sich zwischen den beiden Frauen ein reger Briefwechsel. Hedwig, kurz Hedda, erzählt von ihrem Leben als junge Frau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der Frauen zwar schon Abitur machten, aber nur um kurz darauf zu heiraten und Kinder zu bekommen. Kurz, in altbekannte weibliche Rollenmuster zu verfallen. Nicht so die junge Hedda. Diese hat andere Pläne für ihr Leben. Sie will Schauspielerin werden und studieren. In Stockholm hat Hedda die Möglichkeit sich fernab ihrer Familie frei zu entfalten und ihre eigene Rolle in der Gesellschaft zu finden. “Das Schreiben macht mich qualvoll glücklich.” Die in Deutschland geborene Schriftstellerin Sigrid Combüchen (68) lebt seit ihrem siebten Lebensjahr in Schweden. Mit 17 Jahren schrieb sie ihren ersten Roman Eine stubenreine Gesellschaft. 1988 schaffte Combüchen mit dem biographischen Roman Byron den Durchbruch. Inzwischen wurde sie mit zahlreichen Preisen für ihre Werke ausgezeichnet. Darunter den renommierten, schwedischen „August Preis“ in der Sparte Belletristik. Combüchen gilt als eine der wichtigsten, schwedischen Autoren. Anspruchsvolle Lektüre für wache Leser Eines ist Was übrig bleibt ganz sicher nicht. Nämlich ein seichter Roman den man verschlafen in einer Strandliege lesen kann ohne auch nur eine Hirnzelle anstrengen zu müssen. Ob das nun positiv ist oder nicht, dieses Urteil muss jeder Leser natürlich für sich treffen. “… zumal sie mich mit einer leicht boshaften Formulierung, die ich schon ziemlich häufig gehört habe, daran erinnern wollte, dass ich es den Lesern absichtlich schwer mache. Womit lässt sich dieser Eindruck begründen? Was denken die Leute sich eigentlich? Man kann nicht immer auf ausgetretenen Pfaden dorthin gelangen, wohin man will.” (Seite 18) Sigrid Combüchen hat, wie ihre fiktive Namensvetterin in dem Roman, keinen Anspruch es dem Leser leicht zu machen. Die Zeitsprünge in der Geschichte sind zum Teil zwar verwirrend, doch hier könnte sich der Leser noch einfinden. Die Geschichte findet auf drei Ebenen statt: Die Gegenwart, mit dem Briefwechsel der beiden Frauen. Die Vergangenheit Heddas und die Rechercheergebnisse der fiktiven Combüchen. Combüchen greift Themen auf, welche nicht nur Anfang des letzten Jahrhunderts aktuell waren. Sie spricht über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Ihre Möglichkeiten oder besser gesagt, ihre Nicht-Möglichkeiten zur freien Entwicklung. Rollenmuster innerhalb einer Familie werden dem Leser so offenbart, dass es nicht den kleinsten Schlupfwinkel für Privatsphäre mehr gibt. Auch Heddas Charakter, ihre Ängste und Hoffnungen werden dem Leser greifbar vermittelt. Doch hat die Geschichte keine ausschlagenden Höhen oder Tiefen. Sie plätschert vor sich hin, entwickelt sich, löst aber kein Herzklopfen oder banges Mitfiebern aus. Vielleicht war das auch nicht die Intention der Autorin. Für einige Leser wird dies und die ausschweifenden Erläuterungen jedoch als Mangel empfunden werden. Fazit Um ganz ehrlich zu sein, es gab in meinem Leben nur sehr wenig Bücher, durch welche ich mich so durchkämpfen musste wie durch Was übrig bleibt. Das Thema ist interessant. Eine junge Frau versucht den gesellschaftlichen Zwängen ihres Zeitalters zu entfliehen. Crombüchen schildert schmerzlos auch noch so kleine Details aus dem Privatleben ihrer Protagonistin, was ich als sehr gelungen empfinde. `Damenroman` ist für mich in dem Punkt zutreffend, dass mich der gesamte Schreibstil an eine Unterhaltung bei einem Kaffeklatsch von vornehmen Damen aus dem 18./19. Jahrhunderst erinnert hat. Was übrig bleibt ist bei weitem kein Roman für das Massenpublikum. Wer aber z.B. Theodor Fontane zu seinen Lieblingsschriftstellern zählt, für diejenigen sei der Damenroman von Sigrid Combüchen unbedingt zu empfehlen.

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