Sigrid Damm

 4.3 Sterne bei 109 Bewertungen
Autorin von Christiane und Goethe, Das Leben des Friedrich Schiller und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sigrid Damm

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Cover des Buches Christiane und Goethe (ISBN:9783458740247)

Christiane und Goethe

 (35)
Erschienen am 09.05.2015
Cover des Buches Das Leben des Friedrich Schiller (ISBN:9783458351092)

Das Leben des Friedrich Schiller

 (17)
Erschienen am 22.01.2009
Cover des Buches Goethes letzte Reise (ISBN:9783458730255)

Goethes letzte Reise

 (10)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Wohin mit mir (ISBN:9783458359753)

Wohin mit mir

 (7)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches Cornelia Goethe (ISBN:9783458361176)

Cornelia Goethe

 (8)
Erschienen am 07.11.2015
Cover des Buches Ich bin nicht Ottilie (ISBN:9783518394991)

Ich bin nicht Ottilie

 (6)
Erschienen am 26.04.1999
Cover des Buches Vögel, die verkünden Land (ISBN:9783458361183)

Vögel, die verkünden Land

 (4)
Erschienen am 07.11.2015
Cover des Buches Die schönsten Liebesgedichte (ISBN:9783458351696)

Die schönsten Liebesgedichte

 (4)
Erschienen am 16.11.2009

Neue Rezensionen zu Sigrid Damm

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Rezension zu "»Behalte mich ja lieb!«" von Sigrid Damm

Leider eine Enttäuschung
Viv29vor 4 Monaten

Vor etwa einem Jahr las ich die Briefe, die Schiller und sein Verlobte, später Ehefrau, ausgetauscht haben. Ich war begeistert, bin tief eingetaucht in diese Welt des privaten Menschen Schiller, fand diesen persönlichen Blick wundervoll. Schiller war ein hinreissender Briefeschreiber und auch die Briefe von Charlotte von Lengefeld, spätere Schiller, sind lesenswert. Die Nähe der beiden zueinander strahlt aus jeder Zeile. In diesem Buch mit den Briefen von Goethe und Christiane Vulpius findet sich leider so gut wie nichts davon. Es hat mich aufgrund seiner gänzlichen Banalität regelrecht geärgert.

Sigrid Damm, bekannt durch mehrere Bücher über Goethe, Vulpius oder Schiller, hat für dieses Bändchen aus 601 Briefen eine Auswahl getroffen. Ein Vorwort, das über einige Hintergründe und die teilweise ganz eigene Wortwahl des Paares informiert, gibt es nicht. Erklärende Sätze zu den einzelnen Briefen gibt es ebenfalls nicht. So sind viele Dinge, die in den Briefen angesprochen werden, ohne ausführliches Hintergrundwissen unverständlich. Das macht die Lektüre oft ein wenig zum Rätselraten. Am Ende des Buches findet sich ein etwa 20seitiges Nachwort von Sigrid Damm, das aber so sonderlich informativ auch nicht ist. Es gibt rudimentäre biographische Informationen, ein paar allgemeine Fakten und sehr viel zu Christiane Vulpius. Hier, wie auch bei der Auswahl der Briefe, hatte ich öfter den Eindruck, daß Frau Damms Fokus sehr auf Christiane Vulpius lag. Von den 601 vorhandenen Briefen sind 354 Briefe von Goethe, 247 von Christiane Vulpius. Im Buch aber finden sich 46 Briefe der Vulpius und nur 34 Briefe Goethes. Die ausgewählten Briefe Goethes sind zudem fast überwiegend viel kürzer, so daß man den Großteil des Buches über Briefe von Christiane Vulpius liest. Eine seltsame Gewichtung, denn von wem möchte man wohl mehr Briefe lesen? Vom weltbekannten Dichter oder von der Frau, die man ausschließlich dadurch kennt, daß sie die Lebensgefährtin des weltbekannten Dichters war, selbst aber keinerlei literarische Ambitionen oder Talente hatte? Auch wenn Frau Damm uns in ihrem Nachwort versichert, wie "erstaunlich" diese Briefe wären, wie "heiter, witzig und pointiert" der Schreibstil sei - Christiane Vulpius' Briefe sind vor allem eins: langweilig.

Das kann man ihr nicht vorwerfen und, um es vorwegzunehmen: auch Goethes Briefe sind nicht sonderlich interessant. Beide schrieben nicht für die Öffentlichkeit, sondern privat aneinander und über Dinge, die sie beschäftigten; das waren wie bei den meisten Paaren irgendwann die Alltagsangelegenheiten. Reichts das für ein Buch? Es liest sich eben nicht interessant, wenn Christiane Vulpius in jedem Brief auflistet, was sie wo gekauft hat, wofür sie Geld braucht, mit wem sie geredet hat und was sich im Garten so tut. Was auch selten fehlt: Klagen darüber, daß Goethe nicht bei ihr ist, was sich anstrengend liest, aber immerhin ist das wenigstens mal einer der wenigen persönlichen Einblicke. Es scheint in den Briefen schon auf beiden Seiten eine starke Zuneigung durch, die aber häufig auch mit den immergleichen Formulierungen (Formeln) ausgedrückt wird. (Hier darf ich gar nicht an die so herrlich emotionsreichen Briefe von Schiller und seiner Lotte denken!). Was wir hier häufig lesen ist in der Art von: "Hier schicke ich Dir was Spargel. Und nun muß ich Wäsche aufhängen." Letztlich erfährt man so gut wie nichts über die Menschen hinter den Briefen, kaum etwas über die Lebensumstände, aber viel über Alltagsauflistungen.

Hinzu kommt, daß die Auswahl der Briefe etwas seltsam ist. Es gibt kaum Kontinuität, Der erste Brief ist vom 10. September 1792, der zweite vom 13. Mai 1793. Nach zwei weiteren Briefen sind wir plötzlich im Jahr 1795. So beziehen sich die meisten Briefe nicht aufeinander. Warum nun gerade die abgedruckten Briefe ausgewählt wurden, wird meistens nicht klar. Sie ähneln sich zu sehr, um an einem Brief etwas Besonderes zu finden. Im Nachwort finden sich keine Hinweise auf die Auswahlkriterien.

Und so liest man sich durch unzusammenhängende Briefe, ohne relevante Hintergrundinformationen, liest zu 80% über Waren, die hin und her geschickt werden, die Theaterbesuche und sonstigen Amüsements von Frau Vulpius, einige Allgemeinplätze von Goethe, dem gelegentlichen persönlichen Wort, und fragt sich am Ende: "Und wozu jetzt dieses Buch?" Goethe ist einem nicht nähergekommen, von Christiane Vulpius erfuhr man das, was man ohnehin schon wusste. Über die Beziehung der beiden zueinander erfährt man letztlich zu wenig.

Positiv vermerken kann man die der Insel-Bücherei eigenen wunderschöne Ausstattung.

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Rezension zu "Das Leben des Friedrich Schiller" von Sigrid Damm

Informativ und facettenreicher Blick auf Schiller
Viv29vor 9 Monaten

In "Das Leben des Friedrich Schiller" entwirft Sigrid Damm ein sehr gründliches Bild Schillers, unterstützt durch zahlreiche, gelungen in den Text eingefügte Zeitzeugenzitate. Es gelingt nicht immer so gut, solche Zitate derart angenehm in den Text einzubauen, und obwohl dies die dritte oder vierte Schillerbiographie ist, die ich las, erfuhr ich doch noch neue Informationen. Hauptsächlich sind es die Worte von Schiller selbst, die wir hier lesen können, gut in den Kontext gesetzt, aber auch viele Weggefährten kommen zu Wort. Auf viele Aspekte, die in anderen Biographien nur am Rande (wenn überhaupt) vorkommen, geht Sigrid Damm angenehmer Ausführlichkeit ein. Die Beziehung Schillers zu seinen Eltern ist zum Beispiel in diesem Buch gut beleuchtet worden, auch über die Eltern selbst gibt es Hintergrundinformationen. Das, was mir in Safranskis Biographie oft gefehlt hat: der Mensch Schiller, findet sich hier auf sehr erfreuliche Weise. Die Persönlichkeit, das Wesen Schillers, sein Umgang mit seiner Vaterrolle, seine sehr direkte Art, die Mischung aus Empfindlichkeit und fehlender Diplomatie, all dies wird hier gut dargestellt, hilft, auch den Menschen hinter dem Werk kennenzulernen. Lediglich die Ehe kommt ein wenig zu kurz.

Schillers Werk selbst wird ebenfalls gut dargestellt, wenn auch manchmal ein wenig mehr Ausführlichkeit hier willkommen gewesen wäre. Interessant die spannungsreiche Beziehung zwischen Schiller und Herzog Carl August, die auch durch einige Zitate aus Briefen Carl Augusts gut illustriert wird. Normalerweise kommt der Herzog selbst in derlei Biographien kaum zu Wort, so wurde auch er hier für den Leser etwas anschaulicher.

Sigrid Damm schafft es sehr gut, dem Relevanten genug Raum zu geben und sich nicht zu sehr in Nebensächlichkeiten zu verlieren. Dadurch liest das Buch sich flüssig. Etwas störend fand ich, daß sie sich selbst immer wieder ins Spiel brachte. Am Anfang des Buches steht ein ausführlicher Bericht, wie sie früher zu Schiller stand, wie sich dem Werk und dem Menschen näherte. Auch später kommen immer wieder Einschübe über ihre Besuche an manchen Orten, ihre Gedanken bei diesem und jenem - ich finde es immer eher unangenehm, wenn ein Autor sich derart in den Vordergrund schiebt. Wenn ich eine Biographie über Schiller lese, dann, weil ich etwas über Schiller erfahren möchte. Wann und warum der Autor der Biographie Schiller für sich entdeckt hat, oder welche Gedanken beim Anblick des Grabes der Mutter aufkommen, ist für mich nicht relevant.
Der andere Kritikpunkt ist die - mir schon aus anderen Büchern bekannte - Vorliebe Sigrid Damms für unvollständige Sätze bei der Einleitung oder Zusammenfassung eines Themas (zB "Die Nachricht vom Tod der Schwester. Die Trauer der Eltern um den Verlust der Tochter. Elisabetha Dorotheas Angst um den Ehemann." oder "Schillers Vorliebe für Geschichte. Sein Interesse am Wallenstein-Stoff, den er bereits als Historiker bekundet hat."). Gerade inmitten des ansonsten so angenehm lesbaren Stils fallen sie auf und sind zumeist ohnehin überflüssig.
Manche Absätze bestehen lediglich aus einer Aneinanderreihung von Fragen ohne Antworten. Auch dies finde ich überflüssig. An manchen Stellen können wir nur mutmaßen, das ist normal. Die Mutmaßungen müssen dem Leser aber nicht vorgekaut werden.

Erfreulich ist es, daß Sigrid Damm meistens die Zeitzeugen sprechen läßt und ihre Interpretationen den Leser nicht aufdiktiert (was die Autorinnen von "Schillers Doppelliebe" leider nur zu gerne taten). Sie schildert zum Beispiel zwar ihre Eindrücke des Goethe-Schiller-Denkmals (welche sich von meinen grundlegend unterscheiden), maßt sich aber nicht an, die Freundschaft der beiden Dichterfürsten zu beurteilen oder kleinzureden. Sie läßt die beiden Freunde und andere Zeitzeugen zu Wort kommen. Das geschieht auch bei anderen Punkten und gefiel mir sehr gut (leider wurde diese Neutralität aber nicht durchgängig beibehalten).

So ist dieses Buch recht lebendig und erfreulich zu lesen, für mich eine hervorragende Ergänzung zu Safranskis Schillerbiographie, weil der Mensch und sein Umfeld hinter dem Werk hervortritt. Die oben genannten Eigenheiten der Autorin haben für mich an manchen Stellen das Lesevergnügen ein wenig beeinträchtigt, im Ganzen kann ich das Buch aber sehr empfehlen.

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Rezension zu "Das Leben des Friedrich Schiller" von Sigrid Damm

Zeitgenosse Schillers
mf828vor 3 Jahren

Sigrid Damm hat eine wundervolle Art den Leser mitten in das Leben von Schiller hinein zu versetzen, dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass Schiller in einem anderen Jahrhundert gelebt hat. Es kommt einem als Leser so vor, als hätte man als Zeitgenosse Schiller persönlich kennengelernt.

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Zusätzliche Informationen

Sigrid Damm wurde am 30. November 1940 in Gotha (Deutschland) geboren.

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