Sigrid Kraft

 3.7 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Ardeen - Band 1: Der Kreis der Magie, Ardeen - Nimrod und weiteren Büchern.
Sigrid Kraft

Lebenslauf von Sigrid Kraft

Meine "professionelle Schriftstellertätigkeit" begann erst im Jahre 2012, denn eigentlich komme ich aus ganz anderen Arbeitsbereichen. Nach dem Abitur folgte ein Studium der Betriebswirtschaft, welches ich neben dem Diplom in Mindeststudienzeit auch mit einer Aversion gegen jegliche Fachbücher zu diesem hochinteressanten Thema abschloss. Dieses Trauma konnte ich erst nach Jahren erfolgreich überwinden. Während meiner Studienzeit begann ich auch mit dem Erlernen des traditionellen Taekwon-Do, einer koreanischen Kunst der Selbstverteidigung. Dieser Sport übte auf mich eine so große Faszination aus, sodass ich später meine eigene Schule hierfür in Dresden eröffnete. In beiden Berufen arbeite ich nach wie vor und gerade das Taekwon-Do hat mich bei meinen Fantasyromanen stark beeinflusst. Man gewinnt eine glaubwürdigere Einstellung zu Verletzungen und weiß wie lästig solcherlei Dinge wie Zerrungen und Prellungen schon sein können, ganz zu schweigen von Bänderrissen und Knochenbrüchen... also ein magischer Heiler wäre manchmal äußerst nützlich, oder es ist jämmerlich schmerzhaft und das über Tage hinweg. Darum wundere ich mich manchmal über die Ausdauer von Fantasyhelden, die halbtot noch tapferst weiterkämpfen. Auch bringt mich meine Tätigkeit als Lehrerin mit Menschen vieler Altersgruppen zusammen und die langjährige Erfahrung hat mich stets wiederkehrende Verhaltensmuster beobachten lassen, welche nicht primär dem "wir retten jetzt selbstlos die Welt" Bild entsprechen. Wie aber kam ich letztendlich dazu selbst zu schreiben? Nun alles begann so: Seit jeher war ich fasziniert von den mystischen Welten. Seien es die klassischen Heldensagen aus aller Welt oder die Urväter der Fantasyliteratur. Zunächst gab es auf dem Markt noch nicht besonders viele Bücher in Sachen Fantasy und der absolute Boom kam erst nach der Verfilmung von Herr der Ringe. Leider ging aber mit der Masse, die nun den Markt überschwemmt auch die Klasse etwas unter. Ich las viel, doch immer weniger Bücher waren wirklich herausragend und vieles begeisterte mich nur mäßig. Da ich selbst sehr kreativ bin und auch schon als Kind eigene Geschichten erfunden und aufgeschrieben habe, dachte ich mir schließlich, ich könnte auch wieder einmal selbst eine Geschichte erfinden und aufschreiben. So fing alles an. Zunächst war die Grundidee einzelne Episoden zu schreiben, doch schon bald merkte ich, dass die Geschichte einen Unterbau braucht und so begann ich mich an einem Hauphandlungsstrang entlangzuhangeln. Der Weg zur Veröffentlichung war ein sehr steiniger und man macht dabei einige Fehler... und lernt daraus. Aber so ist das ja immer. Nun liegen inzwischen sechs Bände vor und Band 1 ist ebenfalls auf Englisch verfügbar. Einordnen würde ich mich in die Sparte "Schwert und Magie" Fantasy. Dabei liebe ich selbst Werke von George Martin, David Gemmell, Joe Abercrombie, Sergej Lukianenko und Serien wie Spartacus Blood and Sand, The Vampires Diaries oder Vikings. Was man in meinen Büchern vermissen wird, ist die übliche Teenie-love-story, welche ich abgedroschen, unrealistisch und langweilig finde. Sehr viel Spaß hatte ich jedoch beim Schreiben der vielen Dialoge, die oftmals boshaft-witzig sind und der Umstand, dass sich dem Leser die Gedankenwelt der Personen hierbei eröffnet. Gedanken, die dann mit den gesprochenen Worten so rein gar nicht übereinstimmen. Wie das halt normalerweise auch so ist. Zwar werden die Haupthelden durchaus hart gebeutelt, doch müssen sie nicht jeden Tag eine Heldentat vollbringen. Zwischen ihren Abenteuern gibt es auch für einen Prinzen, einen Magier und einen heldenhaften Krieger das normale Alltagsleben mit den kleinen Fallen des Lebens. Allen meinen Lesern wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre und es geht auf jeden Fall weiter... Mit freundlichen Grüßen Sigrid Kraft

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Sigrid KraftArdeen - Band 1: Der Kreis der Magie
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Ardeen - Band 1: Der Kreis der Magie
Ardeen - Band 1: Der Kreis der Magie
 (7)
Erschienen am 12.08.2013
Sigrid KraftArdeen - Band 6: Die Geschenke des Drachen
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Ardeen - Band 6: Die Geschenke des Drachen
Ardeen - Band 6: Die Geschenke des Drachen
 (1)
Erschienen am 03.05.2015
Sigrid KraftArdeen - Band 2: Neue Wege
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Ardeen - Band 2: Neue Wege
Ardeen - Band 2: Neue Wege
 (1)
Erschienen am 07.10.2013
Sigrid KraftArdeen - Band 5: Der Seelenbann
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Ardeen - Band 5: Der Seelenbann
Ardeen - Band 5: Der Seelenbann
 (1)
Erschienen am 17.10.2014
Sigrid KraftArdeen - Nimrod
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Ardeen - Nimrod
Ardeen - Nimrod
 (1)
Erschienen am 12.11.2014
Sigrid KraftArdeen - Band 4: Das Ende der goldenen Zeit
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Ardeen - Band 4: Das Ende der goldenen Zeit
Ardeen - Band 4: Das Ende der goldenen Zeit
 (1)
Erschienen am 31.05.2014
Sigrid KraftIn einem fernen Land
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In einem fernen Land
In einem fernen Land
 (1)
Erschienen am 23.03.2017
Sigrid KraftArdeen - Der Kreis der Magie
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Ardeen - Der Kreis der Magie
Ardeen - Der Kreis der Magie
 (1)
Erschienen am 09.10.2017

Neue Rezensionen zu Sigrid Kraft

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Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Ardeen - Der Kreis der Magie" von Sigrid Kraft

So schlecht!
Der_Buchdrachevor 7 Monaten

Mehr durch Zufall stieß ich auf die Autorenseite der Selfpublisherin Sigrid Kraft: Ardeen.de. Ein wenig angefixt auch durch das groß angepriesene Weihnachtsangebot der E-Books für knapp 2€ klickte ich mich durch die Seite und gelangte schließlich zu dem Untermenü „Missstände“. Ich las es interessiert und nickte zustimmend. Die Autorin berichtet hier, dass die Fantasyliteratur oft mit diversen Unstimmigkeiten einherkommt. Da liegt sie grundsätzlich nicht falsch, ein Blick in die Regale der gängigen Buchhandlungen bestätigt das.


Zusätzlich durch den billigen Preis angeregt, kaufte ich mir gleich die ersten drei Bände; wenn ein Buch billig ist, kaufe ich so gut wie alles. Nach dem Lesen des ersten Bandes weiß ich, dass das wieder einmal ein großer Fehler war. Ich kann nur sagen: Lasst die Finger davon und lasst euch nicht von Lobhymnen darauf täuschen!


Schon allein die Inhaltsangabe ist tückisch. Abgesehen davon, dass sie viel zu lang ist, verspricht sie unter anderem Witz und Ironie. Das habe ich vergeblich im gesamten Roman gesucht. Humor ist zwar unterschiedlich, aber für mich sieht das alles ausgesprochen humorlos aus. Auch kleinere Kapitel werden angepriesen, welche aber in Wahrheit im Durchschnitt 35 Seiten besitzen. Das ist zwar auch nicht übermäßig lang, aber alles andere als „klein“.


Die größte und maßgeblichste Schwäche des Textes ist jedoch das fehlende Lektorat, mit dem alles andere einhergeht.


Nicht einmal die grundlegenden Dinge wurden vom Korrektorat (ich will nicht vom „Lektorat“ sprechen) ordentlich ausgeführt. Noch immer finden sich unzählige Zeichen-, Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie verdrehte Syntax und wechselnde Anredeformen (mal „Ihr“ mal „Sie“) in dem Text. Ich wurde nicht zuletzt wegen der fortlaufend falsch gesetzten Anführungszeichen auf nahezu jeder Seite fündig. Dabei ist die dritte Auflage, die ich besitze, bereits die überarbeitete. Davon sieht man nichts.


Auch der Einstieg ist völlig misslungen. Der erste Satz ist trocken und öde und macht keinerlei Lust auf mehr. Er wird direkt gefolgt von einer ebenso trockenen Aufzählung des Aussehens der Umgebung und des Protagonisten Eryn im Stile: „Die Blumen sind bunt und die Bäume sind grün. Der Protagonist hat blonde Haare und blaue Augen.“


Vergessen wir nicht die schwülstigen Metaphern und viel zu überladenen Sprachbilder wie „grüne Riesen“ statt „Bäume“ und dergleichen mehr. Das ist Schwulz übelster Sorte, der so nicht einmal zum Rest des Textes passt.


Der Stil lebt von kurzen Hauptsätzen und Hauptsatzreihungen. Komplexere Sätze sind im Text so gut wie nie zu finden. Das macht die Narration stakkatoartig, sprunghaft, gehetzt und abgehakt und lässt sie teils sogar sehr kindlich und schlicht wirken, als würde mir ein Grundschüler die Geschichte erzählen.


Die Wortwahl ist in den allermeisten Fällen sehr einfach und schlicht gehalten, selten bis nie findet man Worte einer gehobeneren Sprachebene. Sind sie jedoch anzutreffen, so stechen sie heraus wie ein bunter Hund, denn sie passen vorn und hinten nicht in den Text. Ein Beispiel ist weiter oben bereits aufgeführt worden. Weitere Beispiele sind die Wörter „Jüngling“ und „Bursche“. Solche Wörter wurden in einer Gesellschaft gewählt, deren Sprache sind grundlegend von der simplen Sprechweise der Bewohner Ardeens unterscheidet.


Gelegentlich lässt sich bei auch ein sehr bäuerlicher Stil  ausmachen, dann, wenn Personen einfacheren Gemüts sprechen (wenn auch da nicht konsequent durchgezogen). Das ist insofern in Ordnung, da hier im Ansatz eine nonproportionale Semantik vorliegt. Wird jedoch in den gehobenen Stil gewechselt, dann erfolgt dies in der Regel ohne besagte Semantik, also ohne, dass damit etwas nonverbal und nur über die Form des Textes ausgedrückt wird. Die besagten Ausrutscher in die höhere Stilebene haben keinerlei Sinn und Funktion und stören sogar erheblich den Lesefluss, da man sich fragt, was das nun soll.


Insbesondere im ersten Viertel des Textes wird überproportional stark auf den narrativen Erzählmodus zurückgegriffen. Die Erzählerstimme kaut dem Leser vor, was passiert, ohne die Geschehnisse in aktiver Handlung wiederzugeben. Die Distanz zwischen Handlung/Figuren und dem Leser ist hier enorm.


Unter anderem durch die Wahl des Modus ist es dem Leser nicht möglich, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, zu keiner von ihnen. Man kann sich mit ihnen nicht identifizieren und keine emotionale Bindung aufbauen, da sie so weit vom Leser entrückt sind. Das ermöglicht es dem Leser ebenso nicht, mitzufiebern und Partei zu beziehen. Man ist in keinster Weise vom Schicksal irgendeiner Figur berührt.


Ebenso ist es durch den narrativen Modus nicht möglich, dass der Leser selbst die Geschichte erlebt. Er wird vom Erzähler an die Hand genommen und durch die Geschichte geführt, ohne ihm auch nur die geringste Möglichkeit zu geben, von dem von der Autorin indoktrinierten Pfad abzuweichen. Damit entmündigt sie ihre Leser und spricht ihnen jegliche Fähigkeit ab, selbstständig über das soeben Gelesene zu reflektieren und sich eigene Ansichten zu bilden.


Auch aus rein linguistischen Aspekten heraus betrachtet finden sich etliche Problemherde. Schon allein der auf der Autorenseite angegebene Fakt, wie in Ardeen die Namen gebildet werden, widerspricht jeglichen onomastischen und linguistischen Grundlagen: würfeln, grundgütiger! Namen haben eine Bedeutung und sind nicht völlig zufällig zusammengewürfelt, auch wenn diese Bedeutung nicht immer der eigenen Sprache entspringen muss. Meiner beispielsweise hat, je nachdem, hebräische, griechische oder lateinische Ursprünge. Er ist keine sinnlose Abfolge von einzelnen Lauten, sondern hat eine ganz konkrete lexikalische Bedeutung.


Eine weitere Katastrophe ist das Wort „unhaer“, welches die Bedeutung „unmagisches Land“ besitzt. Schon allein, indem man die beiden Wörter nebeneinanderstellt, sieht man den Katastrophenherd: die Silbe „un-“. Es handelt sich hierbei um einen eindeutig deutschen Präfixpartikel, der folgende Funktion hat: „verneint in Bildungen mit Adjektiven und Partizipien deren Bedeutung“ (Zitat aus Duden.de). Es ist aber aus offensichtlichen Gründen unmöglich, dass die Sprache von Ardeen jemals Sprachkontakt zur deutschen oder englischen Sprache erfahren hat.


Was uns zur nächsten linguistischen Katastrophe führt: Wörter des englischen Lexikons in einem deutschen Text. Ich kann damit leben, wenn ein Fantasy-Autor sagt (und es ist eine sehr gute Erklärung, die auch Tolkien vornahm), dass er in seinem Werk die in der Welt gesprochene Fantasysprache in die Sprache übersetzt hat, in der er schreibt. Dann sollte er jedoch auch bei dieser einen Sprache bleiben und nicht ohne jeglichen Sinn und Verstand Wörter anderer Lexika als dem eigenen verwenden. Hier betrifft das speziell Wörter wie „Sir“, „Lady“ oder „scannen“.


Und zu guter Letzt der Name „Fingold“, den ich sehr persönlich genommen habe. Ich stelle kommentarlos die Namen „Finrod“, „Fingolfin“ und „Glorfindel“ mit seiner Bedeutung „Goldhaar“ gegenüber und füge nur an: Christopher Paolini zeigte uns zwar, dass der Mainstream damit Erfolg haben kann, wenn man nach Lust und Laune bei anderen klaut, jedoch auch, dass das noch lange, lange kein gutes Buch ausmacht. Weitere Namen sind Askir (eine berühmte Reihe von Richard Schwartz) und Harkon (eine Figur dem The Elder Scrolls V: Skyrim DLC Dawnguard) sowie weitere. Estell und Durin brauche ich gar nicht erst zu kommentieren. Die Häufung dessen kann kein Zufall mehr sein.


Das war zudem kein Einzelfall. Etwas komplexere Magiesysteme sind in meinen Augen durchaus essenziell für eine bestimmte Art von Fantasy, die hier auch vorliegt. Aber sammeln wir die Fakten und stellen sie ihren Originalen gegenüber. Die zwölf Kreise finden ihre Entsprechungen unter anderem in den Schulen der Magie in den Elder Scrolls Spielereihen. Verschiedene Spielarten der Magie dergestalt, dass man sie in unterschiedliche Disziplinen einteilt, ist also bei weitem nichts Neues. Dann der Umstand, wie Eryn seine Magie erlangte: Ein extremes Ereignis (in seinem Fall der Verlust der Hand) sprengte die Blockierung selbiger. Auch den Drachenreitern in Alagaësia ergeht es ebenso, so beispielsweise Eragon, welcher seine Magie erst dann einsetzen konnte, als er mit Brom in das von den Urgals zerstörte Dorf kam und er sich in einer lebensbedrohlichen Situation wiederfand.


Einige weitere gravierende Stil- und Formfehler, die jedes Lektorat zu Recht verbessert hätte, sind folgende:

- Fettgedruckt, unterstrichen

- Leerzeilen statt Absätze (und das auch noch nicht einmal konsequent)

- Capslock

- Wortwiederholungen

- Satzzeichen, welche im Rudel auftauchen (will explizit heißen: !!! und andere)

- Farbige Schrift (in der Kindle Edition)

Letzteres geht mit einem massiven Problem einher: Statt es einfach zu sagen, wer soeben spricht, ist der Leser gezwungen, sich zig Farben zu merken, die zudem teils auch mehrfach belegt sind. In keinem einzigen Fall der Gedankenrede wird gesagt, wer soeben denkt. Wenn man vergessen hat, welche Farbe für welche Person steht, muss man es sich aus dem Kontext erschließen. Was oftmals auch nicht unproblematisch ist und damit zum nächsten Punkt überleitet: die Charakterisierung.


Es gibt einen Begriff, der exakt auf die Charaktere zutrifft: Pappaufsteller. Das bedeutet, dass die handelnden Figuren keinerlei Profil haben, Tiefe geht ihnen völlig abhanden. Ich habe es getestet: Man kann einen beliebigen Namen nehmen und ihn durch einen ebenso beliebigen anderen Namen austauschen und es macht keinen Unterschied. Das macht eine Identifikation nebst der bereits angesprochenen Moduswahl noch einmal wesentlich schwieriger.


Das wenige, das an Charakterisierung gegeben ist, lebt von Extremen. Die Welt soll eigentlich grau gestaltet sein: weder gut noch böse. In der Realität wurde das nicht umgesetzt, einen Mittelweg scheint die Autorin nicht zu kennen. Entweder schlägt es ins Extreme und Plakative aus wie bei Raiden, der völlig überzeichnet boshaft und arrogant ist, oder die Figuren sind Pappe.


Des Weiteren handeln die Charaktere oft inkonsequent und/oder unlogisch. Gleich zu Beginn beispielsweise scheint es Aileen ja offenkundig nicht zu interessieren, dass Eryn sie gerade bespannt hat. Ganz im Gegenteil hat sie sogar nichts Besseres zu tun, als ob ihrer eigenen Entscheidung, eine Kriegerin zu werden, zu heulen und zu jammern, dass sie ganze fünf Jahre lang Eryn wird nicht anrühren können. Selbiger jammert später, dass fünf Jahre sein halbes Leben ausmachen würden.


Sind wir ehrlich: Fünf Jahre sind ein Witz. Ja, sie können lang werden, aber doch bei weitem nicht so sehr, dass sie solch ein theatralisches Gesülze rechtfertigen.


Des Weiteren ist Eryns Übergang zu der Ansicht, dass Magie ja doch in Ordnung sei, zu inkonsistent. Mal heißt es aus irgendwelchen Gründen, Magie sei böse. Ja, aber warum? Warum wollen die Götter das so? Aber im nächsten Moment kommt es Eryn in den Sinn, dass Magie ach so wundervolle Dinge vollbringen kann, nur um dann gleich darauf wieder in seine alte, unbegründete Manier zu verfallen, dass es ja ganz verderblich sei.


Er ist mit einer bestimmten Denkweise aufgewachsen, die er sein ganzes Leben lang beibehalten hatte. Er ist dementsprechend äußerst sattelfest in seinem Glauben und in seinen Weltanschauungen. Menschen sind nun aber keine rationalen Wesen. Daher erscheint es äußerst unglaubwürdig, dass Eryn durch ein paar Schriften diverser Gelehrter, die er selbst als äußerst trocken und langweilig empfindet, zur Ansicht gelangt, dass sein gesamtes Weltbild bisher falsch war. So, wie er sich bis zu dem Zeitpunkt verhält, schätze ich ihn als religiösen Fundamentalisten ein. Wozu solcher Fundamentalismus durchaus führen kann, sieht man aktuell beispielsweise am IS. Solche Leute kann man nur sehr schwer bis gar nicht von ihrem Glauben abbringen. Für Eryn bedarf es einer Handvoll verstaubter Theoretiker.


Ich kann nur mutmaßen, dass die Autorin eigentlich eine durch die Folter erfolgte Konditionierung auf die „richtige“ Weltanschauung intendiert. Wenn dem so ist, dann kommt das beim Leser nirgends an.


Auch, dass Eryn und Ravenor Freunde werden, ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Sie, salopp gesagt, polieren sich ein paar Mal ordentlich die Fresse und kommen dann plötzlich auf die Idee, dass sie doch eigentlich Freunde sind. So und nicht anders wurde es beschrieben.


Die nicht vorhandene Charakterisierung der Figuren verknüpft mit der bereits weiter oben angesprochenen Narration führt zu weiteren Logiklöchern. Bedingt durch den exzessiv gebrauchten narrativen Modus auch im weiteren Verlauf des Textes wirken viele Passagen gehetzt und hingeschmiert. Es ist dem Leser nicht möglich, innezuhalten und das Gelesene zu verarbeiten.


Eine konkrete Szene, die mir sehr sauer aufstieß, war Aileens erste Vergewaltigung. Was die Autorin hier gemacht hat, war ein Schlag in die Gesichter aller Vergewaltigungsopfer. Erst wurde ewig um das eigentliche Thema herumgetänzelt und um den heißen Brei herumgeredet. Als sie endlich auf den Punkt kam, wurde das Ganze in zwei kaum aussagekräftigen Sätzen abgefrühstückt, als würde sie sich plötzlich zieren, das Wesentliche aufzuschreiben. Der Vergewaltiger legte sich auf Aileen und im nächsten Satz war er fertig. Es kommt mit keinem Satz, mit keiner verbalen oder nonverbalen Äußerung beim Leser an, wie entsetzlich seine Tat ist. Das einzige Entsetzen, das bei mir ausgelöst wurde, war über die Knappheit der Szene.


Selbiges konnte ich auch zuvor beobachten, wo Eryn mit seinem Vater in das Hurenhaus ging. Das Kernelement, worum es dabei ging, nämlich Eryns Entjungferung, wurde in einem einzigen kleinen Absatz abgehandelt, der nicht einmal ansatzweise ins Detail ging und meiner Meinung nach zudem realitäsfern war.


Bei sämtlichen Szenen, in denen es um Sex ging, fiel mir das auf, ebenso dass alle, auch Eryn, nur mit ihren Schwänzen zu denken scheinen. Allerdings waren die Sexszenen beileibe nicht die Einzigen. Wie bereits oben angesprochen, ist sehr oft der narrative Modus gewählt. Es wird nicht nur erzählt, was geschieht, es werden auch an anderer Stelle wesentliche Kernelemente weggelassen.


Ein Beispiel dafür war Eryns und Ravenors Bestrafung. Damit diese Szenen halbwegs logisch hätten erscheinen können, fehlen wesentliche Elemente in der Narration. So fragt sich der Leser nur, welchen Grund es haben kann, dass die beiden nicht elendig verrecken.


Erst werden sie zwölf Stunden an den Pfahl gebunden, nachdem sie zuvor stockbesoffen waren. Sie sind also nach diesen zwölf Stunden stark dehydriert. Ein Mensch kann es wenige Tage ohne Wasser schaffen, aber schon diese Zeit reicht aus, um ihn merklich zu schwächen. Dann kommt die Auspeitschung mit satten fünfzig Peitschenhieben. Ihnen wurde also wortwörtlich die Haut vom Rücken gerissen, die Peitschenhiebe erfolgten am Ende auf rohes Fleisch. Sie wurden dabei magisch bei Bewusstsein gehalten. Dabei ist Ohnmacht ein natürlicher Schutzmechanismus eines Körpers, um ihn vor zu großen Schmerzen zu bewahren. Allein der Schock über ihre Schmerzen hätte sie also umbringen müssen, zumal ausdrücklich geschrieben steht, dass ihnen keinerlei magische Heilung zugutekam.


Aus irgendwelchen Gründen, die nicht genannt sind, überleben die Beiden das aber, obgleich das nicht hätte möglich sein dürfen. Statt ihren Organismen aber die zwingend nötige Rehabilitationszeit zu gönnen, werden sie einer Tortur unterzogen, die selbst gesunde Personen an ihre Grenzen bringen kann. Wenn sie nicht durch die Peitsche gestorben sind, so hätten sie es spätestens jetzt tun müssen.


Die Autorin wiederspricht sich spätestens an dieser Stelle selbst. Auf ihrer Seite schreibt sie, dass sie es als Missstand erachtet, dass Helden einer Geschichte zahlreiche Wunden erleiden und doch unter keinerlei Beeinträchtigungen dadurch leiden. Aber was ist das hier anderes als genau dieser „Missstand“?


Eine weitere Ungereimtheit ist der Umstand, dass Eryn augenscheinlich nicht einmal im Ansatz unter dem Seelenbann leidet, den Raiden ihm auferlegte. Laut Raiden war es für ihn eine Folter sondergleichen, als er dasselbe erlebte. Wenigstens fragt er sich, warum das bei Eryn nicht so ist. Was zum nächsten Punkt führt: Eryn ist das, was man landläufig als eine Gary Stu bezeichnet. Ihm gelingt alles erstaunlich schnell, Rückschläge sind bedeutungslos, er ist der Sympathieträger der anderen Charaktere, und zwar fast ausnahmslos, er steht stets im Mittelpunkt und zu guter Letzt und am wichtigsten: Er ist ach so besonders mit seinen zwölf Kreisen der Magie. Wo aber sind seine Schwächen? Wo ist generell seine Menschlichkeit, die ihm genauso abhandenkommt wie dem Rest der Figuren?


Das Fazit ist: Was man beim Schreiben eines Buches falsch machen kann, wurde hier falsch gemacht. Ein Vergnügen beim Lesen stellt sich beim besten Willen nicht ein, denn man will das Werk am liebsten einfach nur nehmen und so lange schütteln, bis sich ein ordentliches Buch ergibt. Was bedeutet, dass man es lange wird schütteln müssen. Selbst meine 2€ waren dafür zu viel Geld, das ich ausgab. Ich werde dennoch auch die nächsten beiden Bände lesen und kommentieren, in der Hoffnung, dass sich vielleicht eine kleine Besserung einstellt.


Ehrlich: Wenn ich könnte, würde ich dem Buch null Sterne geben.

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Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Ardeen - Neue Wege" von Sigrid Kraft

So viel falsch!
Der_Buchdrachevor 7 Monaten

Wenn ich könnte, würde ich „Ardeen Band 2: Neue Wege“ von Sigrid Kraft null Sterne geben. Ich wünsche mir die Möglichkeit mit dieser Reihe wirklich sehr, denn der eine Stern signalisiert mir, dass wenigstens irgendwas daran gut ist. Das ist nicht der Fall, wie ich bereits in meiner Rezension zum ersten Teil deutlich machte.

Ich möchte besagte Rezension an dieser Stelle kurz zusammenfassen, da viele Punkte dort auch hier leider noch immer gelten. Für genauere Ausführungen verweise ich auf meine erste Rezension.

Noch immer finden sich viel zu viele Fehler im Text: Zeichenfehler, Rechtschreibfehler, unvollständige Sätze, Leerzeilen mitten im Satz und zu guter Letzt auch hier wieder wechselnde Anredeformen.

Der Einstieg ist pro Forma dieses Mal etwas besser gelungen, da er keine schnöde Beschreibung der Umgebung und des Charakters ist. Trotzdem ist schon der erste Satz in keinster Weise ansprechend, sondern vielmehr genauso langweilig und unkreativ erzählt wie alles, was danach noch kommt.

Auch dieser Band ist wieder ausgesprochen parataktisch geschrieben, hypotaktische Sätze sind eine rare Ausnahme. Die einfache Sprache erweckt wieder einmal den Eindruck, als würde mir ein Kind die Geschichte erzählen. Die Wortwahl ist immer noch sehr einfach gehalten, lediglich hin und wieder fallen störend Worte einer höheren Sprachebene ins Auge, die so nicht in den Text passen. Gleichzeitig reflektieren die Charaktere jedoch auch inkonsequent über die Redeweise anderer. So beschwert sich Ravenor beispielsweise an einer Stelle über die „geschwollene Redeweise“ anderer, spricht aber im selben Augenblick von „Satisfaktion“. Genau solche Wörter wie „Satisfaktion“ hat er nur Atemzüge vorher bemängelt, verwendet sie aber dennoch selbst.

Dieses Mal gibt es jedoch auch das andere Extrem: der inflationäre Gebrauch von Schimpfwörtern selbst in der Narration. Er wirft ein extrem schlechtes Bild auf die Narration insgesamt und ist zudem äußerst störend. Man wird stellenweise förmlich mit Schimpfwörtern übelster Couleur bombardiert und es will augenscheinlich kein Ende mehr nehmen. Dabei ist es nicht so, dass nur Charaktere der Unterschicht und der übelsten Sorte so sprechen. Nein, das zieht sich durch alle gesellschaftlichen und gebildeten Schichten in der Welt.

Die trockene Narration des ersten Teiles ist hier nur noch stellenweise anzutreffen, wird jedoch durch eine monotone Gedankenrede ersetzt. Die Charaktere müssen ausnahmslos alles in Gedanken ausführlich kommentieren, dass man sich schon fragt, ab wann sie auch kommentieren, dass sie sich nun erleichtern müssen.

An dieser Stelle kommt wieder einmal das Problem der verschiedenfarbigen Schrift ins Spiel: Die Autorin ist nicht in der Lage, einfach anzusprechen, wer gerade spricht oder vor allem denkt, geschweige denn anzuführen, in welcher Art und Weise dies geschieht. Stattdessen ist sie zusammen mit ihrem Verleger der Ansicht, dass Farbe die Lösung des Problems ist. Tatsächlich ist genau diese Farbe das Problem.

Jedem Charakter ist eine Farbe zugeordnet, in welcher er denkt. Diese Farben sind zum einen häufig sehr unglücklich gewählt, da sie oft sehr grell sind, und zum anderen ist der Leser gezwungen, sich jedes Mal zu merken, welche Farbe welchem Charakter zugeordnet ist. Denn aus dem Kontext geht dies selten wirklich eindeutig hervor. Es passiert nicht selten, dass man auf einem einzigen Bildschirm (und ich lese auf der Kindle App am Handy!) zwei oder sogar manchmal drei verschiedene Personen im inneren Monolog hat, sodass auch nie wirklich klar ist, auf welcher Person soeben der Fokus liegt, was für zusätzliche Verwirrung sorgt. Die Seiten wirken dadurch, als sei jemand mehrmals mit verschiedenen Farbeimern darüber ausgerutscht. Durch die häufig fehlende Spezifizierung des inneren Monologs beziehungsweise der direkten Rede ergibt sich das Bild einer monotonen Rede, in der alle Beteiligten auf jegliche Aussprache und Betonung verzichten.

Wörter der deutschen Grammatik entsprechend aneinander reihen kann jeder. Die Kunst ist es, diese Wörter wohlklingend erscheinen zu lassen. Daran scheitert es hier an allen Ecken und Enden.

Weiterhin fehlt natürlich auch hier das Lektorat, andernfalls hätte man weder farbige Schrift im Text gefunden, noch folgende Punkte, die ich auch in Teil eins beobachtet habe. Diese sind:
- Fettgedruckt, unterstrichen
- Leerzeilen statt Absätze (und das auch noch nicht einmal konsequent)
- Capslock
- Wortwiederholungen
- Satzzeichen, welche im Rudel auftauchen (will explizit heißen: !!! und andere)
- Fontwechsel (speziell für Band 2)
- Listen (speziell für Band 2)

Ganz besonders negativ fiel mir dieses Mal jedoch die Autorenanmerkung mitten im Fließtext auf. Wenn die Autorin nicht in der Lage ist, ihren teilweise völlig überflüssigen Infodump in den Fließtext einzubauen, dann soll sie ihn doch bitte einfach weglassen, statt ihre Leser aus dem Lesefluss zu reißen.

Weiterhin bleibt der Kritikpunkt der fehlenden Linguistik bestehen. Die Namen sind allesamt wortwörtlich ohne Sinn und Verstand zusammengewürfelt, und das Wort „unhaer“ kann es so nicht geben, da zwischen der Sprache von Ardeen und dem Deutschen niemals Sprachkontakt stattgefunden hat. Auch das Lexikon wird weiterhin nach Lust und Laute ins Englische gewechselt. Nebst den bereits im ersten Teil genannten Wörtern „Sir“, „Lady“ und „scannen“ kommt nun „Pussy“ hinzu, eines der bereits angesprochenen Schimpfwörter. Fast könnte man meinen, dass die Autorin mit ihrem Werk irgendwie „cool“ und „jugendlich“ wirken möchte, auch wenn ihr das bei weitem nicht gelingt.

Das geht auch mit der Charakterisierung der Charaktere einher. Ravenor und Eryn sind beide Mitte zwanzig, also tatsächlich sogar älter als ich, benehmen sich aber wie zwei fünfzehnjährige Teenager, die gerade entdecken, wie man Sex haben kann – und vor allem, dass das ja toll ist. Sie albern kleinkindlich herum, spielen Streiche und zeigen gar und gar keine Reife. Sobald Brüste vorbeiwackeln, scheinen sie und insbesondere Ravenor nur noch mit ihren Schwänzen denken zu können.

Insbesondere Eryn entwickelt sich von einem Charakter ohne jegliche Tiefe in diesem Teil zu einem extrem nervigen Charakter ohne jegliche Tiefe. Er jammert ständig, dass ihm dieses und jenes nicht passt, zickt herum, setzt seinen eigenen Dickschädel durch, durchkreuzt ständig anderer Leute Pläne und schlussendlich rettet er trotz allem allen den Allerwertesten und ihm gelingt alles. Kurz gesagt: Er ist eine zickende Gary Stu, was insbesondere deswegen problematisch ist, weil er einer der Hauptcharaktere ist und der Leser das die ganze Zeit über ertragen muss.

Auch in diesem Band gibt es wieder etliche Ungereimtheiten im Verhalten der Charaktere und auch Logikfehler in der Narration. So heißt es beispielsweise gleich zu Beginn, dass Soldatenstiefel unbequem seien. Der Punkt ist nur: In dieser Kleidung muss man kämpfen können, ebenso lange laufen können. Wenn schon die Schuhe Blasen verursachen, ist das ganz gewiss nicht im Sinne des Erfinders. Auch werden die Stufen eines seit vielen Jahren versiegelten Grabes als „ausgetreten“ bezeichnet. Der Leser fragt sich: Ausgetreten wovon? Staubpartikeln in der Luft? Wohl kaum, denn die Toten können es ja nicht gewesen sein und sonst befindet sich niemand in diesem Raum.

Weiterhin sieht Ravenor auf einmal in Prinz Raiden nicht mehr seinen Vater. Wann ist das geschehen? Der Umstand wird einfach mitten in der Narration erwähnt, nachdem es zuvor noch die ganze Zeit hieß, Ravaenor würde um die Anerkennung seines Vaters kämpfen. Wieder einmal wurde das Schreibprinzip „Show, don’t tell“ in sein Gegenteil verkehrt, wie es schon im ersten Teil so oft geschah. Dem Leser werden die Dinge vorgefertigt präsentiert, ohne einen wirklichen Prozess darstellen zu können.

Ein weiterer erheblicher Kritikpunkt ist wieder einmal Eryn: Noch im ersten Teil wurde er massiv von Raiden gefoltert, welcher ihm sogar die Hand abschlug. Auch jetzt noch wird er von Raiden unterdrückt, ist für ihn kaum mehr als ein Laufbursche und wird von ihm regelmäßig beschimpft, geschlagen und als Nichtsnutz verspottet. Eryn hasste die Magie zu Beginn, denn sie ging seinem damaligen Weltbild komplett zuwider. Warum auch das inkonsistent ist, legte ich bereits in der ersten Rezension dar.

Eryns Hass auf Raiden muss also sehr groß sein. Aber nein, stattdessen ist er ihm sogar dankbar! Er ist seinem Folterer dankbar dafür, dass er ihm seine Heimat und seine alten Werte und Normen stahl und ihm seine Identität wegnahm. Denn Eryn sagt selbst, dass er sich nicht mehr sicher ist, ob er überhaupt noch ein Fenn ist, und wenn er das nicht mehr ist, was er denn dann sei.

Generell vermisse ich den gesellschaftlichen Unterschied. Gelegentlich werden die „Wilden aus den Bergen“, also die Fenn, angesprochen, aber das war es dann auch schon. Schon im ersten Teil verhielt es sich so: Eryn ist jetzt in Ardeen und schon scheinen alle eine Art Amnesie erlitten zu haben, die sich nur sporadisch auflöst. Es wird kaum einmal angesprochen, dass Eryn kein Einheimischer ist, ihn selbst stört es allerdings auch augenscheinlich nicht, dass ihm seine Heimat genommen worden ist. Wieder einmal: Das einzige, was uns gegeben wird ist „Tell“ aber kein „Show“, ist eine Wiedergabe von Ereignissen, aber keinerlei Emotionen, die nicht in irgendeiner Weise maskenhaft und aufgesetzt wirken.

Generell fehlt diesem Band der rote Faden. Eryn ist jetzt da, lernt Magie … und lernt Magie. Ja, und? Weiter? Gelegentlich geht er mal an diesen Ort und macht das und dann geht er dahin und macht das. Es gibt keinen Spannungsbogen, stattdessen aber einzelne Episoden, die kein Gesamtbild ergeben. Es könnte genauso gut eine Sammlung von Kurzgeschichten sein, die irgendwie miteinander verknüpft wurden, um den Versuch eines gesamteinheitlichen Werkes zu ergeben. Auch dieser Versuch scheiterte wie alle anderen Versuche vor ihm.

Schließlich und schlussendlich verstehe ich nicht, warum das Magiesystem so hoch gelobt wird. Kurz gesagt: Es existiert in dieser Reihe nichts, das die Bezeichnung „System“ verdient. Die Magie wird in zwölf Kreise eingeteilt, stellvertretend für zwölf verschiedene Schulen der Magie. Doch ist das bei weitem nichts neues, den Gedanken, Magie in Disziplinen zu unterteilen, hatten schon viele vorher. Und mehr ist tatsächlich nicht gegeben. Eryn lernt Magie. Schön und gut. Manches ist schwerer, manches leichter. Aber warum? Wie funktioniert die Magie, die er wirkt? Woher kommt sie, was unterscheidet die einzelnen Disziplinen? Nichts davon ist gesagt, wo mit auch nichts die Bezeichnung „System“ rechtfertigt.

Das Fazit meiner ersten Rezension trifft auch hier wieder zu: Was man falsch machen kann, wurde falsch gemacht. Die einzige Kreativität, die sich zeigt, ist die Art der Fehler. Die Erzählung selbst ist unausgereift, inkonsistent und weist keinerlei Schönheit und Ästhetik auf. Die Autorin hätte vielleicht besser Illustration werden sollen, denn die gelegentlichen Bildchen sind das einzige, was hier halbwegs anschaubar ist.

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Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Ardeen - Nimrod" von Sigrid Kraft

Zumutung!
Der_Buchdrachevor 7 Monaten

Noch immer bleibt die Ardeen-Reihe mit „Ardeen Band 3: Nimrod“ von Sigrid Kraft so schlecht wie seine Vorgänger.

Einige der Punkte gelten übergreifend für alle drei Bände, daher werde ich sie hier nur anreißen. Für nähere Ausführungen verweise ich auf meine vorigen Rezensionen und insbesondere die erste.

Noch immer finden sich viel zu viele Fehler im Text: Zeichenfehler, Rechtschreibfehler, unvollständige Sätze, Leerzeilen mitten im Satz (Enjambements sind Tropen der Lyrik aber nicht der Epik) und zu guter Letzt auch hier wieder wechselnde Anredeformen. Besonders auffällig waren hier teils gravierende Rechtschreibfehler, resultierend aus Vertippern, die einem jedes Schreibprogram angestrichen hätte. Wie man so etwas übersehen kann, ist mir schleierhaft, und somit wieder einmal ein Indiz für die Stümperhaftigkeit des Korrektorats.

Auch dieser Band ist wieder ausgesprochen parataktisch geschrieben, hypotaktische Sätze sind eine rare Ausnahme. Die einfache Sprache erweckt wieder einmal den Eindruck, als würde mir ein Kind die Geschichte erzählen. Die Wortwahl ist immer noch sehr einfach gehalten, lediglich hin und wieder fallen störend Worte einer höheren Sprachebene ins Auge, die so nicht in den Text passen.

Die trockene Narration des ersten Teiles ist hier nur noch stellenweise anzutreffen, wird jedoch durch eine monotone Gedankenrede ersetzt. Die Charaktere müssen ausnahmslos alles in Gedanken ausführlich kommentieren, dass man sich schon fragt, ab wann sie auch kommentieren, dass sie sich nun erleichtern müssen.

An dieser Stelle kommt wieder einmal das Problem der verschiedenfarbigen Schrift ins Spiel: Die Autorin ist nicht in der Lage, einfach anzusprechen, wer gerade spricht oder vor allem denkt, geschweige denn anzuführen, in welcher Art und Weise dies geschieht. Stattdessen ist sie zusammen mit ihrem Verleger der Ansicht, dass Farbe die Lösung des Problems ist. Tatsächlich ist genau diese Farbe das Problem.

Jedem Charakter ist eine Farbe zugeordnet, in welcher er denkt. Diese Farben sind zum einen häufig sehr unglücklich gewählt, da sie oft sehr grell sind, und zum anderen ist der Leser gezwungen, sich jedes Mal zu merken, welche Farbe welchem Charakter zugeordnet ist. Denn aus dem Kontext geht dies selten wirklich eindeutig hervor. Es passiert nicht selten, dass man auf einem einzigen Bildschirm (und ich lese auf der Kindle App am Handy!) zwei oder sogar manchmal drei verschiedene Personen im inneren Monolog hat, sodass auch nie wirklich klar ist, auf welcher Person soeben der Fokus liegt, was für zusätzliche Verwirrung sorgt. Die Seiten wirken dadurch, als sei jemand mehrmals mit verschiedenen Farbeimern darüber ausgerutscht. Durch die häufig fehlende Spezifizierung des inneren Monologs beziehungsweise der direkten Rede ergibt sich das Bild einer monotonen Rede, in der alle Beteiligten auf jegliche Aussprache und Betonung verzichten.

Weiterhin kommt hinzu, dass zumeist auf Beschreibungen jeglicher Art verzichtet wird. Die Charaktere sind bei mir alle im Kopf Strichmännchen mit lediglich einer bestimmten Augen- und Haarfarbe und Wetter und Landschaft sind nur schwammige, vage Bilder, die alles und nichts zugleich sein können. Mehr wird meist (wenn überhaupt) nicht gegeben. Den Aussagen der Autorin entnehmend ist sie der Ansicht, dass Beschreibungen jedweder Art überflüssig sind. Nun weiß ich nicht, ob sie diesbezüglich nur Tolkien gelesen hat, bei dem ich das Argument begrenzt nahvollziehen könnte, aber immer noch anmerken würde, dass diese Leute die Schönheit seiner Sprache verkennen. Tatsächlich aber sind Beschreibungen ein ganz wesentlicher Punkt von Literatur. Literatur baut Welten aus Sprache, heißt es, eines der Merkmale, um einen Text überhaupt im Sinne der engeren Literatur als Literatur zu erkennen. Aber wie können diese Welten aufgebaut werden, wenn sie nicht einmal beschrieben werden, und wenn überhaupt dann nur dürftig? Die Bildlichkeit geht dem Text (und das trifft auf alle drei bisherigen Bände zu und wahrscheinlich auch auf ihre Fortsetzungen) vollkommen abhanden. Hinzukommt, dass literarische Sprache eine dezidiert bildliche Sprache ist. Das ist hier nicht immer gegeben, weshalb ich durchaus dazu tendiere, dem Werk seinen Stand als Literatur abzuerkennen. Die Metaphorologie sagt, verkürzt ausgedrückt, dass wir nur durch bildhafte Sprache Zugang zu der Welt erhalten. Bildhafte Sprache ist also essentiell dafür, dass der Leser überhaupt in der Lage ist, sich eine Vorstellung der fiktiven Welt zu bilden. 

Stattdessen finden wir hin und wieder Zeichnungen einiger Wesen und Charaktere vor, die wohl stellvertretend für die nicht vorhandenen Beschreibungen erscheinen sollen. Ut pictura poesis, ja, aber das heißt definitiv nicht, dass ein Bild den Text ersetzen kann, denn wir reden dabei immer noch von zwei völlig verschiedenen Kunstformen. Besser wäre es, die Bilder zusätzlich zu hinreichenden Beschreibungen erscheinen zu lassen.

Wie üblich gilt: Ein Lektorat, das Ahnung von seiner Arbeit hätte, hätte all diese Dinge und die folgenden Punkte korrigiert und verbessert. Das heißt:
- Fettgedruckt, unterstrichen
- Leerzeilen statt Absätze (und das auch noch nicht einmal konsequent)
- Capslock
- Wortwiederholungen
- Satzzeichen, welche im Rudel auftauchen (will explizit heißen: !!! und andere)
- Wechsel der Schriftgröße (speziell für Band 3)
- Wiederholte Trennungsfehler (speziell für Band 3)

Weiterhin bleibt der Kritikpunkt der fehlenden Linguistik bestehen. Die Namen sind allesamt wortwörtlich ohne Sinn und Verstand zusammengewürfelt, und das Wort „unhaer“ kann es so nicht geben, da zwischen der Sprache von Ardeen und dem Deutschen niemals Sprachkontakt stattgefunden hat. Auch das Lexikon wird weiterhin nach Lust und Laute ins Englische gewechselt.

Auch wenn die Sprache ohnehin, wie bereits angesprochen, sehr einfach und paradigmatisch gehalten war, so fällt dieses Mal besonders negativ die teils ausgesprochen umgangssprachliche Narration auf. Würde man so etwas in einem Dialog oder einem inneren Monolog finden, wäre das kontextabhängig unter Umständen durchaus verständlich. Aber so nicht. Korrekt heißt das, dass man durchaus eine Subjunktion mit darauffolgender V2-Stellung findet („weil“, auf das ein Hauptsatz folgt, ein Phänomen, das man häufig in der gesprochenen Sprache vorfindet, in der Schriftsprache aber klar als Fehler definiert ist), sowie eine Inversion der Subjektsnominalphrase und dem Verb, ebenfalls ein klares Merkmal, das bei gesprochener Sprache auftreten kann, in schriftlicher aber meist unschön und unelegant klingt.

Auch auf inhaltlicher Ebene lassen sich wieder zahlreiche Mängel ausmachen. Ich will hier einfach mehr oder weniger chronologisch vorgehen.

Durch das generell fehlende Verhältnis von Protagonist und Antagonist geht jeglicher Spannungsbogen verloren. Leuten wir Martin traue ich es zu, mehrere Wälzer zu schreiben, ohne einen klaren Antagonisten zu haben, denn sie haben bewiesen, dass sie es können, trotz allem die Spannung mit anderen Mitteln aufrecht zu erhalten. Aber das ist hier nicht der Fall. Zwar zeichnet sich mit Ador Corons im dritten Teil leicht ein möglicher Antagonist ab, aber jegliche Spannung, die mit ihm aufgebaut wird, wird sofort im Keim erstickt. Da versucht Corons Eryn auf seine Seite zu ziehen und umgarnt ihn mit süßen Worten, doch Raiden kommt sofort daher und bringt Eryn argumentativ wieder zur Vernunft. Kurz zeichnete sich der Konflikt ab, dass Eryn womöglich einen Bösewicht befreien und sich damit gegen die „Guten“ stellen könnte, doch schon im nächsten Atemzug verläuft eine vielversprechende Plotline im Nichts.

Das ist kein Einzelfall und höchst frustrierend, allerdings auch nicht verwunderlich. Die Autorin veröffentlichte auf ihrer Facebookseite am 4. Mai 2015 eine Statistik zu Band 6, in der sie die Schätzwerte diverser Storyelemente angab. Ich habe diesen Band nicht gelesen, wagte es aber dennoch einfach mal, mich soweit aus dem Fenster zu lehnen: Die Statistik, wenngleich nur mit Schätzwerten bestückt, lügt maßlos. Die ersten drei Bände wurden allesamt mit viel Witz und Ironie angebiedert, wie auch die Statistik zum sechsten Band für besagten verspricht. Die Realität sah dagegen ganz anders aus, ich habe nichts dergleichen gefunden. Vermutlich wird die Autorin sagen, dass ich einfach zu jung sei, um ihren intellektuell anspruchsvollen Humor nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu ihr studiere ich allerdings auch, worüber ich hier spreche. Die intellektuelle Reife für entsprechenden Humor sollte mir also zuzutrauen sein.

Weiterhin stechen aus der Statistik die Punkte „Herzschmerz und Beziehungskrisen“, „Abenteuer, Reisen“ sowie „Rätsel, intellektuelle Herausforderungen“ deutlich heraus. Deutlich hintenan stehen dagegen „Blutige Kämpfe“, „Tragisches“ und „Politik“. Wenn man sich das verdeutlicht, ist es kein Wunder, dass keine Spannung aufkommen kann. Unter den herausragenden Punkten ist bis auf die Romanze, auf die ich gleich noch eingehen werde, nichts dabei, das für Spannung sorgen könnte. Wie gesagt, Martin und Konsorten würde ich zutrauen, auch daraus etwas Megaspannendes zu machen, aber niemandem, der in bisher drei Büchern gezeigt hat, was er nicht kann.

Abenteuer und Reisen machen sich vielleicht in einem RPG gut, in dem man gemütlich die Spielewelt erkunden kann, in Skyrim zum Beispiel oder Witcher 3. Da wird der Spieler regelrecht dazu animiert, stundenlang durch’s Gebüsch zu krauchen, um Eastereggs und Geheimnisse aufzudecken. Weiterhin machen sich Rätsel und intellektuelle Herausforderungen wunderbar in Adventures und Wimmelbildspielen. Allen gemeinsam ist, dass es essentielle Merkmale mehrerer Genres eines völlig anderen Mediums sind: dem der Computerspiele. In Romanen sollten solche Elemente niemals eine so prominente Stellung haben, solange man nicht absoluter Meister seines Fachs ist, da die Gefahr viel zu groß ist, den Leser durch akute Langeweile zu verlieren. Und genau das passiert hier.

Ich selbst halte nicht so viel davon, aber allgemein gilt: Romanzen bringen immer Spannung hinein. Jedenfalls unter der Prämisse, dass sie gelungen sind. Man ahnt es vermutlich schon, denn die Prämisse ist hier freilich nicht erfüllt. Die Romanze, die sich zwischen Ravenor und Essyia entwickelt, ist absolut vorhersehbar. Er, schwanzgesteuert wie immer, denk natürlich wieder nur an das eine und kommt mit furchtbaren Sexmetaphern daher. So denkt Ravenor beispielsweise an einen Orgasmus, während er einen „hervorsprudelnden Wasserfall“ sieht und gleichzeitig Essyia betrachtet. Ebenso streiten sich die beiden andauernd in einer explizit ungewöhnlich vehementen Art und Weise. Die Masche ist von Anfang an klar: Ihr offensichtliches Aneinandergeraten ist nur ein Ausdruck ihrer eigentlichen Zugewandheit, die sich beide zunächst nur nicht eingestehen wollen.

Des Weiteren bindet Essyia Ravenor im weiteren Verlauf mit einem Liebeszauber an sich, um ihn sich gefügig zu machen. Dass das insbesondere in der Fantasy nichts Neues ist, liegt auf der Hand. Ein sehr prominentes Beispiel ist „Der letzte Wunsch“ von Andrzej Sapkowski. In der gleichnamigen Novelle bindet Geralt Yennefer an sich mit seinem letzten Wunsch an den Dschinn, woraufhin eine langjährige und von vielen Konflikten und Spannungen geprägte Liebsbeziehung erwächst, die schlussendlich aber doch wahre Liebe ist und nicht nur das Produkt der Magie des Dschinn.

Intertextualität ist ein essenzieller Bestandteil der Literatur, jeder Text trägt in sich die Echos anderer Texte. Es ist jedoch hier nichts Neues, dass einfach billig abgekupfert wird, statt elegant das Echo in den eigenen Text einfließen zu lassen. Deutlich wird dies hier insbesondere in einer Vielzahl der Namen wie Sefira Visaer, Harkon, Askir und Fingold. Weitere Beispiele dafür führte ich bereits in den anderen Rezensionen an.

Relativ zu Anfang des Buches gibt es wieder, wie schon in den Vorgängerteilen, stark negative Auffälligkeiten. So werden Eryn und Ravenor von ihren Vorgesetzten gemobbt. Das ganze erstreckt sich über satte 10% des Buches, was kein geringer Anteil ist. Die beiden werden hier für die kleinsten Vergehen hart bestraft, und teilweise gestehen ihre Vorgesetzten sogar ein, dass man vieles, besonders die Kleinigkeiten, kaum völlig richtigmachen kann. Aber sie machen fröhlich weiter, denn sie haben ja Wetten laufen, wer von den beiden Geschundenen als erstes so und so viele Vergehen einfährt. Ab einem gewissen Punkt ist die ewige Schilderung immer des ein und desselben Sachverhaltes extrem nervig, denn der Leser hat schon längst verstanden, dass hier Eryn und Ravenor die armen, bemitleidenswerten Schweine sind und Askir ein gemeiner Hund. Im Übrigen haben diese 10% keinerlei Relevanz für das restliche Buch und dienen auch nicht der weiteren ohnehin immer noch kaum vorhandenen Charakterisierung irgendeines Protagonisten, sind also völlig überflüssig.

Generell krankt die komplette Reihe an Infodump, sprich völlig überflüssigen Informationen. Ich schätze, dass es auch eine Trilogie getan hätte mit Büchern, die jedes seine 500 Seiten bietet und durchaus auch weniger. Stattdessen las ich, dass wohl bereits Band 8 in Arbeit sei, und wie viele da noch kommen werden, weiß ich nicht und will es ehrlich gesagt auch gar nicht wissen. Reihen wie „The Stormlight Archive“ mit seinen geplanten zehn dicken Wälzern oder „A Song of Ice and Fire“ dürfen gern so lang sein, wie sie sind, denn die Autoren sind in der Lage, die Spannung über so viele Bände aufrecht zu erhalten und zu einer Klimax hin zu steigern. Aber schon Paolini merkte man an, dass er sein Eragon-Bücher streckenweise zu sehr überlud. Auch er wäre besser bei höchstens drei Bänden geblieben. Bei dieser Reihe hier will ich gar nicht erst damit anfangen.

Im Übrigen hätte ein gutes Lektorat auch hier großzügig den Rotstift angesetzt und gekürzt, was das Zeug hält. 

Weiterhin sind diverse Begleitumstände inkonsistent. Ravenor sprach im Vorgängerband an, dass er nun endlich Raiden nicht mehr als seinen Vater betrachten würde, sprich, ab diesem Punkt sollte er nur noch seinen Vorgesetzten im Prinzen sehen. Das tut er aber nicht, und umgekehrt denkt Raiden von seinem Bastardsohn auch nicht nur von einem Untergebenen. Stattdessen fängt er an, durchaus sich auf seine Art und Weise um die Erziehung „seines Sohnes“ zu kümmern und für ihn zu sorgen. Das heißt, dass zunächst alle Wege diesbezüglich beendet wurden, nun aber doch die Weichen hin zu einem Vater-Sohn-Verhältnis der beiden gestellt werden. Es scheint eine große Inkonsistenz und Unentschlossenheit aus diesen Zeilen.

Auch die Charaktere sind teils ebenso inkonsistent. Erst sagen sie gern das eine und tun im nächsten Augenblick schon das nächste. So zum Beispiel Eryn, der zunächst Ravenor maßregelt, er solle sich nicht mit Essyia zanken, und es nur wenige Atemzüge selbst tut. Und so weiter und so fort.

Generell wird, bildlich gesprochen, dem Leser die Panzerfaust ins Gesicht gedonnert und ihm die Ereignisse minutiös aus allen möglichen Blickwinkeln vorgekaut. So zum Beispiel, als Eryn in einem Bann gefangen wird. Erst wird das Geschehen aus Ravenors und Essyias Sicht geschildert und im Folgenden aus Eryns. Ein Redebericht Eryns über seine Erlebnisse im Anschluss hätte es ebenfalls getan und hätte dem Leser zudem die unelegante Überleitung von Ravenor und Essyia zu Eryn erspart. 

Es wird kein noch so unnützes Detail ausgelassen und der Leser nirgends zum eigenen Denken und Kombinieren angeregt. Wird hier davon ausgegangen, dass die Leser einfach nicht klug genug sind, um die Handlungen zu verstehen, wenn teils nur subtile Anspielungen gemacht würden? Wie ich bereits in meiner ersten Rezension erläuterte, wird der Leser in der Reihe permanent entmündigt und seines eigenen Denkens beraubt.

Des Weiteren finden sich diverse Logikbrüche. Schon beim zweiten Band erläuterte ich, warum es keinen Sinn ergibt, dass Eryn seinem Folterer Raiden sogar dankbar ist, dass dieser ihm Heimat und Kultur stahl. Hinzu kommt nun, dass Ravenor Essyia per Definition vergewaltigt, denn er ehelicht sie entgegen ihrem Willen und vollzieht den ehelichen Beischlaf mit ihr, obgleich im Text deutlich wird, dass sie dem keine Zustimmung gibt. Das Ergebnis ist, wie ich bereits erläuterte, dass sie sich trotzdem ineinander verlieben.

Weiterhin wird explizit gesagt, dass es Ravenor gelingt, innerhalb von drei Wochen allein und mit bloßen Händen ein Haus zu bauen. Ich bezweifle, dass das der Realität entspricht. Eine kleine Holzhütte, vielleicht, aber kein komplettes, bewohnbares Haus mit Grundstück.

Auch Eryn hat seine Stilblüten. So weiß er, der mächtige, talentierte Jäger aus den Bergen, nicht, wie ein Jäger seine Beute greift. Er gibt sich erstaunt darüber, dass eine offene Fläche nicht für die Jagd geeignet ist, denn dieser Umstand war ihm zuvor nicht geläufig. Aber sollte das nicht auf der Hand liegen, selbst für solche, die sich nicht der Jagd hingeben oder sich näher mit Beutegreifern aller Art auseinandersetzen?

Und zum Schluss: Es ist einfach widerwärtig, wie sich Eishexen fortpflanzen, da kann sich selbst ein Alien noch ein Scheibe von abschneiden, wenn es darum geht, seine Brut auf noch widerwärtigere und parasitärere Weise in die Welt zu setzen.

Mein Fazit lautet: Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen stolz auf mich, dass ich, wie ich es mir vorgenommen habe, alle drei Bände eisern durchstand. Aber mehr werde ich mir davon auf keinen Fall kaufen. In Anbetracht der Selbstsicherheit, mit der sich die Autorin als über jede Kritik erhaben zeigt, ist es äußerst bitter, was ich so alles in allein diesen drei Bänden fand, der Hälfte dessen, was aktuell veröffentlicht ist. Zu Beginn hoffte ich, dass sich das Gesamtbild bessern würde mit Fortschreiten der Reihe. Leider trat nichts davon ein. Manche Merkmale tauchten auf und verschwanden wieder, so die Schimpfwortflut des zweiten Bandes. Dafür traten an ihre Stelle neue Kritikpunkte auf, sodass das Gesamtbild noch immer stark negativ ist. Leider zeigt sich die Autorin in keiner Weise einsichtig, aber vielleicht konnte ich den einen oder anderen davon abhalten, denselben Fehler zu begehen wie ich, und sich diese Bücher zuzumuten.

Denn mehr ist es nicht: eine Zumutung.

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Leserunde Ardeen

Wir laden alle, die sich für High Fantasy begeistern können, zu einer Leserunde nach Ardeen ein. Eine mittelalterliche Welt voller Magie und selbstloser, tapferer Helden (...meistens zumindest erfüllen die Hauptcharaktere dieses hohe Ideal.)

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Die Geschichte beginnt zu der Zeit, da Eryn noch ein Jüngling ist und in einer heilen Welt aufwächst. Dann aber überzieht Krieg das Land und  er wird in einen Strudel von Geschehnissen hineingezogen. Aus seiner Heimat verschleppt, entdecken Magier zufällig, über welch großes magisches Potential Eryn verfügt und mühsame Jahre des Lernens beginnen. Eryn versucht die Geheimnisse, die sich um ihn ranken, zu entschlüsseln und schon bald verknüpft sich sein Schicksal untrennbar mit dem des Prinzen von Ardeen. Prinz Raiden ist neben seiner weltlichen Macht auch ein überaus begnadeter Magier mit ein paar sehr menschlichen Schwächen, von denen ihn sein reiferes Alter auch nicht befreien konnte. Und dann taucht auch noch Ravenor auf, ein Bastardsohn des Prinzen. Diese drei: Eryn, Raiden und Ravenor, begleitet der Leser auf ihren Reisen und Abenteuern in dieser Fantasiewelt voller Magie und Fabelwesen.

Mit viel Witz und Ironie entwickelt sich die Geschichte in meist kleineren abgeschlossenen Kapiteln und man merkt schnell, dass auch große Helden und kluge Magier oft mit recht alltäglichen Problemen zu kämpfen haben.
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