Sigrid Neudecker

 4.8 Sterne bei 6 Bewertungen

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Rezension zu "Madame ist willig, doch das Fleisch bleibt zäh" von Sigrid Neudecker

Launig, lecker und gespickt mit Fettnäpfchen
Caillean79vor 4 Jahren

Eine Warnung gleich vorweg: lest dieses Buch bitte nicht abends im Bett – sonst schlaft ihr garantiert mit knurrendem Magen ein!

Auch wenn die Kochversuche von Sigrid meistens nicht von Erfolg gekrönt sind - schon allein die Beschreibung der Zutaten lässt das Genießerherz höher schlagen und hinterlässt bei jedem, der auch nur halbwegs Fantasie hat, ein kleines Pfützchen auf der Zunge.

Kochen ist ja derzeit das goldene Kalb der Fernsehindustrie und so sagte man sich wahrscheinlich – das muss doch auch als Buch funktionieren! Tut es. Hauptsächlich, weil die Autorin ihre diversen Anläufe für den perfekten Braten, Pudding usw. mit viel Esprit und teilweise recht launig beschreibt. Sicherlich, manchmal schießt sie über das Ziel hinaus und aus Witz wird … nun ja, bemühter Witz. Das ist dann leider nicht  mehr witzig und sollte Verlagen vielleicht zu denken geben, dass nicht alles, was in einem (meinetwegen) wöchentlichen Blog funktioniert, auch komprimiert in einem knapp 300-Seiten-Buch noch Humor entfaltet. Denn wenn jedes Kapitel immer nochmal einen draufsetzen will in Sachen Witz, kann das bei übermäßigem Genuss – und da gibt es wohl die ein oder andere Parallele zum Kochen – durchaus mal in die Hose gehen. Dafür also ein Pünktchen Abzug.

Im Großen und Ganzen allerdings ist dieses Buch eine beschwingte Reise durch die Irrungen und Wirrungen der französischen Küche. Hauptzutaten: Schokoladenpudding, das richtige Fleisch für das richtige Gericht und jede Menge Fettnäpfchen... ;-)

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I

Rezension zu "Madame ist willig, doch das Fleisch bleibt zäh" von Sigrid Neudecker

Österreich trifft Deutschland trifft Frankreich
Irland1976vor 5 Jahren

Da ich sehr viel in den öffentlichen Verkehrsmittel des wunderschönen Städtchen Wiens unterwegs bin, benötige ich eine kurzweilige und flüssig zu lesende Lektüre. Diese hier ist geradezu ideal dafür. Es ist so amüsant und mit dermaßen viel Wortwitz geschrieben, dass ich oft herzhaft lachen muss. Freue mich schon sehr auf die weiteren Irrungen und Wirrung von Fr. Neudecker.

Und die Blicke, die ich durch mein herzhaftes Gelächter in den Wiener Öffis auf mich ziehe, werde ich einfach mal ignorieren. 

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Rezension zu "Wie war ich?" von Sigrid Neudecker

Rezension zu "Wie war ich?" von Sigrid Neudecker
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Den ZEIT-Sexblog von Sigrid Neudecker habe ich immer sehr gern gelesen – es war also nur eine Frage der Zeit, ehe ich mir auch ihr gedrucktes Werk zu Gemüte führen würde.

Natürlich geht es auch hier um Sex – aber wer irgendwelche Tipps für die neuesten Stellungen oder zum Erreichen des Mega-Super-Orgasmus sucht, sollte lieber woanders nachschlagen. Oder sich erstmal fragen, wieso er oder sie eigentlich immer den neusten Sex-Trends nacheifern will: Aus echter, eigener Überzeugung oder etwa nur deswegen, weil man das Gefühl, dass alle das machen und dass verklemmt und langweilig ist, wer das nicht mal ausprobiert hat?

Neudecker begrüßt es natürlich, dass man mittlerweile offen auch mit Praktiken und Vorlieben umgehen kann, die jenseits von heterosexuellen ehelichen Pflichten liegen: dass Homosexualität, BDSM und spezielle Fetische (meistens) nicht mehr als pervers und krank abgetan werden, ist definitiv eine positive Entwicklung. Aber: Die Gefahr besteht, dass durch die ständige Präsenz von immer neuen und „angesagten“ Praktiken diese als neuer Standard gesetzt werden. Wenn also, so Neudecker, Otto Normalverbraucher den zehnten Beitrag über Swingerclubs im Fernsehen sieht, dann wird er zwangsläufig irgendwann denken, dass er das doch auch mal ausprobieren müsste, wo es doch „alle“ tun.

Ob sich wirklich alle Leute gleichermaßen von sowas beeinflussen lassen, ist die eine Frage, zustimmen kann man aber sicherlich, dass sich ein penetrantes Leistungsdenken in Sexualität, Beziehungen und auch in Bezug auf den eigenen Körper in unsere Gesellschaft eingeschlichen hat: Egal, wie toll dein Partner, dein Liebesleben und dein Aussehen ist, es geht immer noch besser. Das sorgt dafür, dass man automatisch nach Schwachstellen sucht, um diese dann zu optimieren – dass das selten gut ist für das eigene Wohlbefinden, versteht sich von selbst.

Neudecker plädiert also ganz einfach für eine neue Gelassenheit in Deutschlands Betten (jaja, ist ja gut, fünf Euro ins Phrasenschwein): Wer einfach mal in sich reinhört und dann mit eventuell vorhandenem Partner oder Partnerin darüber spricht, was man da so hört, der wird mit Sicherheit ein erfüllteres Sexleben haben als wenn er/sie immer erstmal die neueste Cosmo konsultieren muss, was denn gerade angesagt ist, um das dann eins zu eins nachzuturnen.

Ein unterhaltsames Buch zu einem oft viel zu ernst behandelten Thema – lässt sich im Übrigen auch ohne große Gefahr des Errötens in der Bahn lesen (ganz Verschämte können ja den Kaktus in Penisform auf dem Cover zudecken).

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