Wie war ich?

von Sigrid Neudecker 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Wie war ich?
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Inhaltsangabe zu "Wie war ich?"

Mit weniger Leistungsdruck mehr Spaß in Deutschlands Betten

Was gehört heutzutage zu einem erfüllten Sexleben? Der flotte Dreier? Der XXL-Orgasmus?

Ist es noch normal, wenn ich keine Peitsche unter dem Bett habe? Falle ich aus dem Rahmen, wenn ich am Wochenende nicht zur Gang-Bang-Party gehe?

Wir wollen die besten Sexpraktiken, die wir kriegen können – das reden uns zumindest alle Frauenzeitschriften und Sexratgeber ein. Und wieso sind wir dann trotzdem immer unbefriedigter? Die ZEIT-Journalistin Sigrid Neudecker erklärt in ihrem pointierten Aufklärungsbuch, wie Mann und Frau wieder ihre natürlichen sexuellen Bedürfnisse erkennen und ausleben können.

(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596319480
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:248 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:29.12.2017

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Wie war ich?" von Sigrid Neudecker

    Den ZEIT-Sexblog von Sigrid Neudecker habe ich immer sehr gern gelesen – es war also nur eine Frage der Zeit, ehe ich mir auch ihr gedrucktes Werk zu Gemüte führen würde.

    Natürlich geht es auch hier um Sex – aber wer irgendwelche Tipps für die neuesten Stellungen oder zum Erreichen des Mega-Super-Orgasmus sucht, sollte lieber woanders nachschlagen. Oder sich erstmal fragen, wieso er oder sie eigentlich immer den neusten Sex-Trends nacheifern will: Aus echter, eigener Überzeugung oder etwa nur deswegen, weil man das Gefühl, dass alle das machen und dass verklemmt und langweilig ist, wer das nicht mal ausprobiert hat?

    Neudecker begrüßt es natürlich, dass man mittlerweile offen auch mit Praktiken und Vorlieben umgehen kann, die jenseits von heterosexuellen ehelichen Pflichten liegen: dass Homosexualität, BDSM und spezielle Fetische (meistens) nicht mehr als pervers und krank abgetan werden, ist definitiv eine positive Entwicklung. Aber: Die Gefahr besteht, dass durch die ständige Präsenz von immer neuen und „angesagten“ Praktiken diese als neuer Standard gesetzt werden. Wenn also, so Neudecker, Otto Normalverbraucher den zehnten Beitrag über Swingerclubs im Fernsehen sieht, dann wird er zwangsläufig irgendwann denken, dass er das doch auch mal ausprobieren müsste, wo es doch „alle“ tun.

    Ob sich wirklich alle Leute gleichermaßen von sowas beeinflussen lassen, ist die eine Frage, zustimmen kann man aber sicherlich, dass sich ein penetrantes Leistungsdenken in Sexualität, Beziehungen und auch in Bezug auf den eigenen Körper in unsere Gesellschaft eingeschlichen hat: Egal, wie toll dein Partner, dein Liebesleben und dein Aussehen ist, es geht immer noch besser. Das sorgt dafür, dass man automatisch nach Schwachstellen sucht, um diese dann zu optimieren – dass das selten gut ist für das eigene Wohlbefinden, versteht sich von selbst.

    Neudecker plädiert also ganz einfach für eine neue Gelassenheit in Deutschlands Betten (jaja, ist ja gut, fünf Euro ins Phrasenschwein): Wer einfach mal in sich reinhört und dann mit eventuell vorhandenem Partner oder Partnerin darüber spricht, was man da so hört, der wird mit Sicherheit ein erfüllteres Sexleben haben als wenn er/sie immer erstmal die neueste Cosmo konsultieren muss, was denn gerade angesagt ist, um das dann eins zu eins nachzuturnen.

    Ein unterhaltsames Buch zu einem oft viel zu ernst behandelten Thema – lässt sich im Übrigen auch ohne große Gefahr des Errötens in der Bahn lesen (ganz Verschämte können ja den Kaktus in Penisform auf dem Cover zudecken).

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