Sigrid Undset

 4,4 Sterne bei 37 Bewertungen

Lebenslauf von Sigrid Undset

Sigrid Undset (1882–1949) gilt als eine der größten und einflussreichsten Schriftstellerinnen Norwegens. Ihre zeitgenössischen Romane Frau ›Marta Oulie‹ und ›Jenny‹ wurden wegen ihrer allzu selbständigen jungen Heldinnen zum Skandal. Als engagierte Antifaschistin stand Undset ganz oben auf der Roten Liste der Nazis und nach der Besetzung Norwegens konnte sie sich nur durch eine lebensgefährliche Flucht auf Skiern durch das Gebirge retten. Sigrid Undset wurde 1928 »vornehmlich für ihre kraftvollen Schilderungen des nordischen Lebens im Mittelalter« mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Außer ›Kristin Lavranstochter‹ schrieb sie die Erfolgsromane ›Olav Audunssohn‹, ›Viga-Ljot und Vigdis‹, ›Ida Elisabeth‹, ›Das glückliche Alter‹ und viele andere mehr.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Kristin Lavranstochter (ISBN: 9783520621016)

Kristin Lavranstochter

Neu erschienen am 01.05.2021 als Hardcover bei Alfred Kröner Verlag.

Alle Bücher von Sigrid Undset

Neue Rezensionen zu Sigrid Undset

Cover des Buches Sigrid Undset: Frühling (ISBN: B005C0YUKO)Tausendléxis avatar

Rezension zu "Sigrid Undset: Frühling" von Sigrid Undset

Intensiver und gefühlvoller Roman!
Tausendléxivor einem Jahr

Die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset erzählt in gehobener Prosa zu Beginn des Romans, den Weg dreier Geschwister. Der Vater ein ewiger Fremdgänger, die Mutter dem Alkohol und Morphium hoffnungslos verfallen. 

Der in den Neuzehnhundert Zwanziger Jahren veröffentlichte Roman, nimmt sich sehr intensiv den Gegebenheiten der Zeit an. Eine kaputte Familie, die Dominanz der Männer und die Leiden der Frauen. Jedoch birgt > Frühling < auch eine Liebesgeschichte auf intensive und gefühlvolle Art. Die Autorin unterstreicht mit ihren gelungenen Naturbeschreibungen ihr Können. Alles in allem, ein Roman mit einwandfreiem Unterhaltungswert. Leseempfehlung.

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Cover des Buches Viga-Ljot und Vigdis (ISBN: 9783455006124)N

Rezension zu "Viga-Ljot und Vigdis" von Sigrid Undset

Spannende Themen, aber zu knapp und wie ein Holzschnitt
Nadezhdavor 2 Jahren

Meine Erstbegegnung mit der norwegischen Nobelpreisträgerin war ihr Roman "Kristin Lavranstochter" - diesen habe ich schier verschlungen. Über "Frau Marta Oulie" konnte ich mich nur wundern, und nach der Lektüre von "Viga-Ljot und Vigdis" weiß ich, dass ich zukünftig einen Bogen um das Frühwerk von Sigrid Undset machen werde.


Die Geschichte um Vigdis und Ljot ist eigentlich in einem hochinteressanten Setting angesiedelt, einer spannenden Epoche, und bietet von den Grundideen her viel Potenzial für einen tollen Roman. Dieses wurde meiner Ansicht nach leider nur sehr mäßig ausgeschöpft. Weite Teile des Geschehens sowie der Motive und Gefühle der Figuren werden nur zusammengefasst oder behauptet, statt entfaltet und gezeigt zu werden. Die Handlungsverläufe bleiben daher oft unplausibel, die Charaktere flach oder auf eine unbestimmte Weise ambivalent, ohne dass diese Ambivalenz (die Menschen ja durchaus aufweisen können) näher begründet oder schlüssig ausgeführt wird. So werden Figuren mit einander widersprechenden Eigenschaften beschrieben, z.B. "eine kluge und tüchtige Frau, gut und treu ihren Freunden gegenüber und gütig zu ihrem Gesinde; aber jähzornig, eigenwillig und nicht wenig hochmütig" - und hier endet die Beschreibung. Vorstellen kann ich mir die Person danach nicht wirklich, und das ist weit entfernt von den psychologisch fein durchdachten Figuren in "Kristin Lavranstochter".


Auch sprachlich ist die vielgepriesene "wuchtige" Schönheit von Undsets schlichter Ausdrucksweise wohl komplett an mir vorbeigegangen - ich habe den Stil einfach nur als hölzern wahrgenommen. Lakonische Eleganz, wie Kristof Magnusson im Vorwort schreibt, habe ich nicht entdeckt, für mich klang das Buch streckenweise einfach nach einem schlechten Schulaufsatz. (Bezeichnenderweise nennt die Autorin selbst ihren Text auf S.90 im eBook einen "Bericht", und "fortelling" ist im Norwegischen eine Erzählung, kein Roman.) Ich hätte zum Vergleich gern einmal einige Passagen im Original gelesen, habe im Netz aber leider vergeblich nach einer Leseprobe auf Norwegisch gesucht. Die Autorin lehnt ihren Roman ja sprachlich an den Stil der alten Isländer-Sagas an - vielleicht muss ich sowas mal lesen, um einen Vergleich zu haben und den Stil des Textes vielleicht anders einordnen zu können.


Da ich eben das Vorwort erwähnt habe: Dieses sollte in folgenden Auflagen unbedingt als Nachwort ans Ende des Buches gestellt werden, da es die komplette Handlung des Romans zusammenfasst und deutet. Ich habe es, als mir das klar wurde, abgebrochen und nach dem Abschluss der Romanlektüre fertiggelesen.


Erst im letzten Drittel des Buches konnte die Geschichte mich richtig packen. Hier wurden die Wesenszüge und Motive der Figuren dann etwas plausibler entfaltet und die Schlingen der in den verschiedenen Strängen angelegten Tragödien zogen sich fest und unausweichlich zu, sodass ich den Reader betroffen und traurig über die Schicksale der Figuren zugeklappt habe und sicher auch noch ein Weilchen darüber nachdenken werde.



Fazit: Eine historisch sehr interessante Epoche und zeitlose Themen wie Selbstbestimmung, Täter-Opfer-Verhältnisse, Eltern-Kind-Verhältnisse sowie die Spannung zwischen Gerechtigkeit, Rache und Vergebung haben das Buch für mich durchaus lesenswert gemacht. Mit den nicht hinreichend herausgearbeiteten Feinheiten der Figuren und Handlungsverläufe sowie dem sehr schlichten sprachlichen Stil bin ich nicht zurechtgekommen. Von Undsets Frühwerk lasse ich daher zukünftig die Finger und freue mich lieber auf die noch ausstehende Lektüre von "Olav Audunsson".

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Cover des Buches Viga-Ljot und Vigdis (ISBN: 9783455006131)wandablues avatar

Rezension zu "Viga-Ljot und Vigdis" von Sigrid Undset

Nordische Sagen sind nicht rosenrot.
wandabluevor 2 Jahren

Nordische Sagen sind nicht rosenrot.
Die Neuübersetzung durch Gabriele Haefs macht Sigrid Undsets sperrige Romane endlich lesbar. Kristof Magnusson schreibt dazu zum vorliegenden Roman „Viga-Ljot und Vigdis“ ein sehr gutes Vorwort.

Die Saga Viga-Ljot und Vigdis, im frühen Mittelalter spielend, ist grausig genug und zeigt, was dabei herauskommt, wenn man Gewalt mit Gewalt beantwortet. Denn Vigdis wird von ihrem bevorzugten Verehrer Viga-Ljot vergewaltigt, wird schwanger und verlangt später von ihrem Sohn, seinen Vater zu ermorden.

Die Handlung so im Groben darf man ausnahmsweise einmal verraten, weil es sich um ein uraltes Buch handelt, das bereits 1909 erschienen ist und die Handlung auch schon intensiv im Vorwort besprochen wird.

Einer Sage angemessen ist dann auch Sprache und Erzählung nicht so emotional, dass man in Tränen ausbrechen würde, sie ist jedoch schlicht und kraftvoll. Man kann die Geschichte lesen, wie man ein Märchenbuch lesen würde, nur dass die nordischen Sagen eben düster sind und nicht rosenrot.

Die Charaktere:
Ist die Frauengestalt Vigdis wirklich so beeindruckend und führt Vigdis ein selbstbestimmtes Leben, was außergewöhlich für jene Zeit gewesen ist, wie die Ausleger behaupten? Ja und Nein. Sie entscheidet, nie zu heiraten. Das konnte sie nur, weil sie wohlhabend war. Ein armes Ding hätte nie selbstbestimmt leben dürfen oder können.

Aber Vigdis war nicht in der Lage, ihr Kind mehr zu lieben als sich selbst und ihm nicht die Bürde der Rache aufzuerlegen. Insofern habe ich sie eher als schwache Person erlebt. Jemand, der nicht im Ansatz dazu bereit war, zu verzeihen und dessen Verbitterung viel Unglück für alle nach sich zog. Mehr beeindruckt hat mich die männliche Rolle. Viga-Ljot durchläuft eine Entwicklung. Aber Vigdis stagniert. Dennoch sind beide Opfer ihrer Zeit. So ist es ja oft.

Charmant sind die lose eingestreuten Sagen, die man einander am Lagerfeuer abends erzählte und die immer die Richtung vorgaben, welche Handlungs- und Denkweise die Richtige und wünschenswerte sei und dennoch den Anwesenden die Freiheit ließ, selbst zu entscheiden.

Fazit: Wenn man nordische Literatur liest, muss man immer auf Düsterkeit und harte Charaktere gefasst sein.

Kategorie: Anspruchsvoller Roman
Verlag: Hoffmann und Campe, 2019

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