Silja Ukena

 3.8 Sterne bei 73 Bewertungen
Autorin von Der Eismann, Ein Jahr in Paris und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Silja Ukena

Silja Ukena wurde 1975 geboren und studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Hamburg und Paris. Ukena arbeitet als Journalistin und Literaturkritikerin für renommierte Zeitschriften wie "Brigitte" und "Stern" und auch für "Die Zeit" und die "Süddeutschte Zeitung". Ihr aktueller Krimi "Der Eismann" erschien im Herbst 2015.

Alle Bücher von Silja Ukena

Cover des Buches Der Eismann9783734100710

Der Eismann

 (39)
Erschienen am 17.09.2018
Cover des Buches Ein Jahr in Paris9783451057427

Ein Jahr in Paris

 (32)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Der Eismann (6 CDs)9783862316076

Der Eismann (6 CDs)

 (1)
Erschienen am 23.10.2015

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Rezension zu "Der Eismann" von Silja Ukena

Was man alles über seine Nachbarn weiß - oder eben auch nicht...
martina_turbanischvor 2 Jahren

In seiner eher trägen Vorweihnachtsstimmung wird Hauptkommissar Bruno Kahn zu einem merkwürdigen Tatort gerufen. In einer Kleingartensiedlung wird ein Toter gefunden, der in der sibirischen Winterkälte nackt und an einen Stuhl gefesselt, erfroren ist. Es gibt keine Spuren, keine Hinweise auf den Täter oder das Motiv.

Während Kahn und seine Kollegen noch ermitteln gibt es eine zweite Leiche. Eine ehemalige Opernsängerin stürzt aus ihrem Fenster und landet tot auf dem Gehweg. Schnell ist klar, dass es sich auch hier um Mord handelt und auch hier fehlt jeder brauchbare Hinweis, genauso wie ein Motiv. Zu allem Überfluss schießt sich die Presse auch noch auf diese Fälle ein – vor allem darauf, dass die Polizei unfähig sei, die Todesfälle zu lösen.

Es sah nicht gut aus. Ganz und gar nicht. In der Mitte des großen Raumes saß auf einem roten Holzstuhl die Leiche eines abgemagerten alten Mannes. Er war völlig nackt und mit groben Stricken an den Stuhl gefesselt.Der Eismann, S.15

Mein Eindruck:

Was man alles über seine Nachbarn weiß - oder eben auch nicht...

Die Protagonisten

Erfreulicherweise ist Hauptkommissar Bruno Kahn weder alkoholabhängig noch drogensüchtig, noch kämpft er stetig mit seiner Vergangenheit. Letztere klingt zwar immer wieder mal an, aber sie beeinträchtigt seine Arbeit nicht, höchstens sein nicht vorhandenes Privatleben. Er würde zwar gerne allein ermitteln, trotzdem bindet er sein Team ein und verschließt sich auch nicht vor deren Ideen. Alles in allem ist er ein sympathischer Mann, dessen Marotte seine Gedanken bei einem kurzen Fußmarsch zu sortieren, ich gut nachvollziehen kann. Ich finde auch, dass man beim Laufen wunderbar nachdenken kann :-)  Kahns Kollegin Laura Conti ist ebenso sympathisch wie ihr Chef. Sie ist jung, frech, clever, manchmal ein bisschen vorlaut und flucht gerne auf Italienisch :-) Im Gegensatz zu Kahn hat sie eine große Familie und genießt das italienische Großfamilienprojekt.

Die Story

Der Plot von Der Eismann ist clever und verwirrend – aber nicht zu verwirrend, ungefähr nach der Hälfte des Buches hatte ich eine Ahnung worum es geht. Trotzdem hat mich das Ende dann doch ziemlich erschreckt. Das Teile der deutschen Vergangenheit noch immer präsent sind, war mir zwar irgendwie klar, aber ich habe nie darüber nachgedacht, welche Auswirkungen das bis heute haben könnte. Der Eismann hat mich nicht nur spannend unterhalten, sondern mich auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken über die Vergangenheit angeregt.

Der Schreibstil

Auch hier hat mich Der Eismann positiv überrascht, jedenfalls im Vergleich zu einer ganzen Reihe Krimis die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Silja Ukena hat einen angenehmen Schreibstil und die Fähigkeit authentische Dialoge zu Papier zu bringen. Trotz vieler unangenehmer Dinge die sie aus der Vergangenheit anspricht, wirkt sie nie belehrend auf mich, sondern schafft es das Ganze leicht lesbar in ihrer Geschichte unterzubringen. Es ist sicher schwierig, eine kleine Geschichtsstunde so in einem Krimi unterzubringen, dass ich mich als Leser weder belehrt noch gelangweilt fühle - diese Aufgabe hat Silja Ukena mit Bravour gelöst.

Mein Fazit:

Ein spannender Krimi, verknüpft mit einem kleinen Ausflug in die deutsche Geschichte und versehen mit (endlich mal wieder) ganz normalen Ermittlern – ich hoffe sehr, dass das nicht der einzige Fall für Kahn und Conti war :-) Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die gerne spannende und intelligent konstruierte Krimis lesen.

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Rezension zu "Der Eismann" von Silja Ukena

Ein atmosphärischer Berlin-Krimi mit einem geschichtsträchtigen Fall
Kriminevor 2 Jahren

In einer Schrebergartenanlage in Berlin Lichtenberg wird ein Toter gefunden, der nackt an einen Stuhl gefesselt, erfroren ist. Ein merkwürdiger Fall, den Hauptkommissar Bruno Kahn vom LKA Berlin übernimmt und schon bald feststellen muss, dass seine Ermittlungen von wenig Erfolg gekrönt sind. Denn mehr als den Namen des Toten findet er nicht heraus und auch die Vergangenheit des Rentners scheint auf mysteriöse Weise ausgelöscht zu sein. Und erst als in dem gleichen Viertel eine bekannte Opernsängerin aus dem Fenster stürzt und ein erfolgreicher Bankmanager unter Qualen stirbt, kommt Bewegung in die Ermittlungen. Von nun an geht es zügig voran und Bruno Kahn und sein Team werden mit einer Vergangenheit konfrontiert, die genauso grausam, wie die gerade erst verübten Morde ist.

"Der Eismann" ist das Krimi-Debüt von Silja Ukena, das im Jahr 2005 angesiedelt ist und seine Figuren einen kalten Dezember durchleben lässt. Ein Umstand, der Bruno Kahn keineswegs stört. Deshalb ist der als mürrischer Einzelgänger bekannte Kommissar wie ein einsamer Wolf bei jedem Wetter in der Stadt unterwegs, wo er ganz in Ruhe seine Gedanken sortieren und Vermutungen anstellen kann. Aber auch die Meinungen seiner Kollegen nimmt er ernst, ganz im Gegensatz zu ihren Marotten, die einfach nur nervig für ihn sind. Wie die italienischen Flüche der jungen Laura Conti, die stets etwas vorlaut ist oder der kaum zu ertragene Drang seines Chefs, offene Fälle möglichst schnell abzuschließen.

Der Schreibstil von Silja Ukena ist angenehm ruhig und vermittelt einen guten Einblick in die Ermittlungsarbeit, die mit einer spürbaren Routine erfolgt. Dabei wechseln sich authentische Dialoge mit nachvollziehbaren Beschreibungen ab, während die Figuren selbst sehr lebendig gezeichnet sind. Mit ihnen führt die Autorin ihre Leser auch immer wieder durch Berlin und zeigt eine Stadt, die mehr als nur die passende Kulisse für eine grausame Verbrechensserie ist. Aber auch die Vergangenheit lässt sie nicht ruhen und deckt einen noch immer im Leben vieler Menschen fest verankerten Teil der deutschen Geschichte auf, der als Grundlage für die verübten Morde dient.

Fazit:
Ein spannender und wunderbar atmosphärischer Berlin-Krimi mit einem eigenbrötlerischen Kommissar und einem geschichtsträchtigen Fall. Eine gute Empfehlung für Krimileser, die unspektakuläre Ermittlungsarbeit und gut recherchierte Hintergründe lieben.

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Rezension zu "Der Eismann (6 CDs)" von Silja Ukena

für mich leider zu langweilig
mangomopsvor 2 Jahren

Inhalt: 
Hauptkommissar Bruno Kahn ist genervt: Der Berliner Winter ist sibirisch kalt. Zudem reißen ihn zwei Todesfälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aus seiner vorweihnachtlichen Trägheit. Ein Rentner aus Lichtenberg wird in seinem Schrebergarten auf grausame Art gefesselt und ermordet. Eine Opernsängerin stürzt aus ihrer Altbauwohnung. Der einsame Wolf Bruno Kahn würde am liebsten durch Berlin flanieren, um in Ruhe Witterung aufzunehmen. Doch seine Kollegin Laura Conti und der neue Workflow der 7. Mordkommission machen Kahns Alleingang einen Strich durch die Rechnung. Als schließlich die Presse Wind bekommt, scheint alles drunter und drüber zu gehen. Dann taucht eine dritte Leiche auf …



Meine Meinung: 
Für mich leider zu langweilig. Es ist auch ziemlich langweilig gesprochen. Ich denk das muss man mögen.   

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