Mit diesem Roman stellt die Autorin hervorragend recherchiert die Lebensgeschichte von Feodora von Sachsen Meiningen, Urgroßenkelin der englischen Queen Victoria, dar. Sie bleibt Einzelkind und war ihren Eltern schlichtweg gleichgültig, was sich auch deutlich in den unterschiedlichen Wohnorten von ihr und ihren Eltern zeigt. Feodora wächst überwiegend bei ihrer Großmutter, Kaiserin Victoria von Preußen, auf. Ihre Eltern hingegen ziehen ein gesellschaftliches und glamouröses Leben in Berlin vor.
Zudem leidet Feodora an einer zur damaligen Zeit noch nicht diagnostizierbaren vererbten Stoffwechselerkrankung, die immer wieder zu erheblichen Einschränkungen und Beschwerden führte. Und auch ihr sehnlicher Wunsch nach einem Kind erfüllt sich in ihrer doch glücklichen Ehe nicht.
Mit sehr viel Empathie und sehr großem historischen Hintergrundwissen verknüpft die Autorin überlieferte Fakten und Ereignisse mit fiktiven Elementen, die ein hervorragendes Gesamtbild bzw. einen detailreichen Einblick in das Leben, die Lebensverhältnisse und die familiären Verbindungen von Feodora ermöglichen.
Besonders berührt hat mich die Kindheit von Feodora, der ich, wie jedem Kind, eine liebevolle und zugewandte Familie gewünscht hätte. Auch wenn sie sich, vor allem als Heranwachsende, den damaligen Gepflogenheiten und Erwartungshaltungen hätte fügen müssen. Für mich zeigt sie aber durchaus auch Mut, ihr Leben selbst gestalten zu wollen, indem sie sich z.B. so manchem Modediktat nicht unterwirft, indem sie z.B. kürzere Haare als üblich trägt oder auch zu Hause das Tragen von Männerhosen vorzieht. Zudem scheut sie sich nicht, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese offen sagt. Dem Grunde nach undenkbar für eine Frau ihrer damaligen Gesellschaftsschicht.
Ein gelungener, leichter und doch fesselnder Schreibstil runden diese Romanbiografie hervorragend ab.
















