Silke Hein Das Haus im Amselgarten

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Inhaltsangabe zu „Das Haus im Amselgarten“ von Silke Hein

Mit einer unerhörten Aktion macht sich die Erzählerin der Geschichte zu Hause unmöglich. Sie flüchtet zur liebenswert-eigentümlichen Großmutter, die ganz in Heiterkeit auf ihrem Thüringer Dorf lebt, ein sehr bewegliches Mundwerk hat und neben einer Spezialsprache auch vorzüglich die feinen und groben Töne des ländlichen Zusammenlebens beherrscht. In ihrem Haus und Garten zeigt sich das einfache, doch sinnenfrohe Leben in ganzer Fülle. Menschen, die man als Originale bezeichnen darf, und kuriose Ereignisse treffen im Jahresrhythmus aufeinander. Für ganz spezielle Unterhaltung sorgen auch die Tiere, die fröhlich in Haus und Hof leben, nichts müssen, aber vieles dürfen. Neben der heiteren Erzählung schenkt die Autorin den Lesern außerdem noch einige feine Rezepte aus dem Familienschatz der bodenständigen Großmutter.

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  • Leserunde zu "Das Haus im Amselgarten" von Silke Hein

    Das Haus im Amselgarten
    SilkeHein

    SilkeHein

    Das Haus im Amselgarten Ein paar Tage Urlaub zu Hause! Wie schön! Ein bisschen gärtnern, faulenzen, nichts müssen, alles dürfen! Was aber, kann man nur gegen den nervigen Pressluftbohrermann tun? Augen klimpern, Kaffee kochen, Würstchen braten, bitten und flehen… nichts hilft. Doch gerade als sich alle Waffen einer Frau als nutzlos erwiesen haben, findet sie etwas unter ihrem Gartenstuhl! Ich will nicht zu viel verraten, aber selbst der beste Indianer kann damit nur etwas anfangen, wenn er einen Bogen hat. : Leseprobe: Wenn man in einem großen alten Haus wohnt, muss man niemals etwas wegwerfen. Wie schön!Alle Stücke, die man gerade nicht braucht, von denen man sich aber nicht endgültig trennen möchte, kann man kurzerhand hinauf auf den riesigen Dachboden bringen. Man kann sie dort oben ablegen, denn es gibt jede Menge Platz. Wenn mehrere Generationen hintereinander von diesem Platzangebot Gebrauch machen, kann sich da aber auch eine ganze Menge ansammeln! Man betritt diese eigene stille Welt und kann sich nun durch ganze Epochen hindurchkramen. Es finden sich auf solch einem Dachboden alle möglichen großen und kleinen Dinge, die einstmals unentbehrlich schienen: Federbetten, Kirchenmäntel, Bücher, Likörgläschen, Steinguttöpfe, Nierentischchen, Einkochgläser, Reitsättel, Holzpferde, Kartoffelsäcke, Kinderstühlchen, Puppenhaus, Schwimmreifen, Nähkästchen, Blechspielzeug, verstaubter Kleinkram. Auf unserem Boden gibt es neben all den schönen Dingen einen braunen Reisekoffer. Man sieht sofort, dass er zu Lebzeiten tüchtig rumgekommen ist. Ein alter Gürtel mit prächtiger Schnalle hält ihn zusammen und unter dem Gürtel klemmt ein verblichenes Blatt Papier mit der Aufschrift: „Best of Tante Gisela“.  Im Koffer sind hübsche Kleider in pastellenen Farben Größe 36 aus den 30er Jahren. Diese kann heute keine normalgenährte Frau mehr tragen, aber soll man diese adretten Kunstwerke etwa wegwerfen? Das scheint unmöglich, also lagern sie hier im Koffer unter der Dachschräge, sinnvoll oder nicht. Ein blinder, rahmenloser Spiegel hat auch schon bessere Zeiten gesehen und wer sich darin als junger Mensch noch in all seiner Pracht gern ansah, ist leider längst verblichen. Nur eine Auswahl alter, eingestaubter Vasen kann sich nun darin bewundern und der gute alte Spiegel muss sich das gefallen lassen. Ein eigenes Universum ist dieser Dachboden mit seinem Sammelsurium und man kann wohl zu Recht sagen: ein weites Feld. Die astlochgemusterte Brettertür zum Dachboden hat keine Klinke, sie ist mit einem starken, krummen Nagel verschlossen, ihn drehe ich zur Seite, mir wird ganz märchenhaft und es fehlt nur noch, dass ich einen Zauberspruch aufsagen müsste. Ich würde sogar einen kennen. Aber Nein, ganz pragmatisch öffne ich die Tür und habe nun Ausblick auf die uralte Holztreppe mit ihren ungleichen, staubigen Stufen. Erstmal lausche ich. Das habe ich mir so angewöhnt, seit mir eines Tages ein munterer Marder auf dem Boden begegnete. Noch heute frage ich mich, wer von uns beiden bei unserer unerwarteten Begegnung in diesem stillen Reich wohl den größeren Schrecken hatte. Der Marder jedenfalls starrte mich stumm an, den Körper zur Flucht gespannt. Ich quittierte seinen Anblick mit einem unfreundlichen „Buh!“. Er huschte rasch ins Gebälk. Ich aber rannte die Treppe hinunter, nahm zwei Stufen auf einmal, was noch heute als die sportlichste und akrobatisch ansprechendste Leistung meines vergangenen Lebensjahrzehnts gilt. Auch wieso ich mir nicht Arme und Beine auf der holperigen Treppe brach, zählt zu den ungelösten Rätseln meines Lebens. Lange wagte ich mich danach nicht wieder auf den Dachboden hinauf, doch eines Tages war endlich die Einsicht gereift, dass ich selbst bei einem unerwarteten Wiedersehen mit dem kleinen Nager nicht in Lebensgefahr geraten würde.  Ich erklimme also die krummen Holzstufen, in einer Hand den Pfeil, mit der anderen halte ich mich am abgegriffenen Geländer fest, die Holztreppe hat immerhin Jahrhunderte auf dem Buckel und gilt somit zu Recht als unwegsames Gebiet. Auf der obersten Stufe treffe ich auf den einbeinigen Marsmenschen. Der Spielzeug- Raumfahrer mit dem silbernen Helm sitzt dort mit seiner Pistole in der Hand, seitdem er bei einer Kinderzimmeraussortierung in den siebziger Jahren für überholt befunden wurde. Auf dem Rücken trägt er einen grauen Tornister, darin schleppte er einstmals eine Flachbatterie herum. Durch Knopfdruck  konnte so seine Pistole leuchten und auf doppelten Knopfdruck konnte er seine Augen erglühen lassen. Wahrhaft außerirdisch! Nun sitzt er dort schon lange auf der Bodentreppe, mangels frischer Batterie bar aller Spezialeffekte. Vielleicht wartet er noch immer auf Gleichgesinnte?  Wie auch immer, ich grüße ihn nur kurz, betrete nun den eigentlichen Dachboden und suche nach dem Bogen. Erstmal finde ich einen Kalender aus den Achtzigern. Er handelt in zwölf bunten Blättern von der Stille und Harmonie dörflichen Lebens. „Wenn ihr wüsstet!“ sage ich zu den Kalenderdichtern, denen könnte ich was erzählen von ländlicher Ruhe! Erst möchte ich den Kalender am liebsten in die hinterste Ecke pfeffern, das würde mir sicher gut tun, dann aber lege ich ihn ins Puppenhaus, dort sitzen die kleinen Leute so hübsch auf dem Sofa beieinander, vielleicht wollen sie was von Harmonie und Stille lesen. Ich streife umher, endlich ich entdecke ich den Bogen, hinter dem alten Einkochtopf lehnt er an der Wand. Gebogene Haselrute noch immer elastisch, vorne dicke, gespannte Angelschnur. Ich trage den Bogen erst mal so umher, lege dann den Pfeil ein, ziele auf den Marsmenschen, wage keinen Probeschuss, am Ende würde es noch funktionieren.  Genau in diesem Moment nimmt ein Gedanke endgültig Gestalt an. Die Tat ist beschlossen. Wer mich jetzt sehen könnte, würde diese entschiedene Veränderung bemerken. Gut fühlt sich das an, wie sich die Muskeln heldenhaft am Oberarm straffen, wie der Pfeil in Spannung ist, losschnellen würde. Ja, würde, aber er tut es nicht. BRRRRRRRRRRRRRRRRR! BRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR! Selbst hier oben auf dem hohen Boden ist man vor dem fürchterlichen Krach nicht sicher. Offenbar will es der Pressluftbohrermann nicht anders!  Nun, liebe Lesefreunde, wie ihr euch sicher schon denkt: Wer mit Pfeil und Bogen hantiert, sollte sich erst einmal unsichtbar machen und wo könnte man besser untertauchen, als auf dem flachen Land. Dort trifft die Darstellerin auf kuriose Ereignisse und originelle Menschen, die sogar eine eigens für ihr Dorf hergestellte Spezialsprache beherrschen. Beim Leben im Haus der Großmutter stellt sich ein unbeschwert heiteres und sinnenfrohes Lebensgefühl ein, das längst verloren schien. Für Überraschungen und ganz spezielle Unterhaltung sorgen auch die Tiere, die fröhlich in Haus und Hof leben, nichts müssen aber vieles dürfen. Wer mit genießen will, wenn im Buch z.B. mit selbst hergestelltem Schlehenlikör gefeiert wird, der kann gern den kleinen Rezepten aus dem Familienschatz  folgen, die an den entsprechenden Stellen im Buch platziert sind. Mit meinem Verlag Salier verlose ich 10 Exemplare von meinem Buch „Das Haus im Amselgarten“ Für eure Bewerbung würde ich gern wissen: Wie sieht´s bei euch aus mit Sammeln und Aufheben? Habt ihr auch ein „Best of“, von dem ihr euch, sinnvoll oder nicht, einfach nicht trennen könnt? Das würde mich und sicher auch die anderen Leser sehr interessieren.   Bewerbt euch mit eurer Antwort bis zum 17. Juli 2017, wenn ihr zeitnah und vollständig an der Leserunde teilnehmen könnt. Bitte gebt an, wo ihr eure Rezension dann zusätzlich veröffentlichen würdet. Wenn ihr es wünscht, sende ich gern Bücher mit einer persönlichen Widmung. Viel Erfolg, ich freu mich auf euch! Silke

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