Silke Nickel

 4,4 Sterne bei 22 Bewertungen

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Neue Rezensionen zu Silke Nickel

Cover des Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (ISBN: 9783860724941)
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Rezension zu "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Silke Nickel

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✎ Judith Kerr - Rosa Kaninchen 1 Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Ich hatte „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr schon oft gehört, aber nie selbst gelesen. Erst als eine Schülerin in der Schulbibliothek nach den Folgebänden fragte, musste ich erstaunt feststellen, dass ich nicht mal wusste, dass die Autorin diesbezüglich eine Trilogie geschrieben hatte. Also habe ich mir kurzerhand noch Band 2&3 besorgt, um sie in einem Zug zu lesen. (Band 1 war bereits in unserem Regal vorhanden)

Das erste Buch hat mich überrascht. Es ist keine Erzählung, in der Konzentrationslager oder der Holocaust im Mittelpunkt stehen, sondern eine Fluchtgeschichte. Als die Familie der neunjährigen Anna in die Schweiz flüchtet, lässt sie ihr rosa Kaninchen zurück - in der Annahme, dass sie es irgendwann nachholen kann und / oder sogar zurückgehen wird. Doch Lesende wissen, dass die Rückkehr unmöglich wird.

Die kindliche Perspektive ist für das Lesealter von etwa zwölf Jahren klug gewählt. Anna schildert ihre Welt mit einer Mischung aus Naivität und staunender Beobachtung, was den Text sehr zugänglich macht. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass dadurch vieles nur am Rande angedeutet wird. Über die politischen Hintergründe oder das tatsächliche Dieser Ansatz bietet jüngeren Lesenden einen sanften Zugang zur Thematik, ohne sie zu überfordern.

Für mich war es zunächst irritierend, dass der Nationalsozialismus fast nur als Auslöser der Flucht erkennbar bleibt. Ich hatte erwartet, mehr über die Verbrechen dieser Zeit zu erfahren - dem Lesealter angepasst. Doch stattdessen erzählt das Buch in erster Linie von der Unsicherheit, dem Verlust und den Versuchen einer Familie, in der Fremde anzukommen. Genau darin liegt seine Stärke: Es ist kein klassischer Holocaust-Roman, sondern ein Fluchtroman aus Sicht eines Kindes.

Wer also einen kindgerechten Einstieg in die NS-Zeit sucht, findet hier eine feinfühlige, authentische Geschichte. Wer dagegen tiefergehende Informationen über das Regime erwartet, könnte enttäuscht sein. Für mich war es ein eindringliches, aber zugleich sehr behutsames Leseerlebnis - und ich bin gespannt, wie sich die Trilogie in den nächsten Bänden weiterentwickelt.

©2025 adlatb

Cover des Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (ISBN: 9783860724941)
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Rezension zu "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Silke Nickel

KarinJ
zu Unrecht ein Kinderbuch genannt, denn Erwachsene sollten solche Geschichten auch kennen

Meine Meinung zu diesem autobiografischen Roman ist, dass ich den Bezug zur Realität wertschätze. Der Geschichtsunterricht besteht oft aus Zahlen. In diesem Buch erfährt man eine Geschichte, die sich hinter diesen Zahlen verbirgt. Dadurch wird anschaulicher, wie schrecklich die Zeit des Nationalsozialismus war. Denn man könnte denken, dass Anna noch Glück im Unglück hatte, dass ihrer Familie die Flucht überhaupt gelang und dass immer wieder irgendwoher Geld oder Hilfe kamen. Trotzdem macht die Autorin deutlich, dass selbst das Leben dieser Glücklichen auf der Flucht schwierig war. Sie betrachtet dabei verschiedene Aspekte wie das Angstgefühl, das man wegen der eigenen Sicherheit oder der von anderen hat; oder die bescheidenen, teils sogar ärmlichen Lebensverhältnisse, nachdem das Elternhaus vorher wohlhabend und beachtet war. Alles das wird jedoch so dargestellt, dass diese Not selbst einem jugendlichen Leser nicht zuviel wird. Das Positive überwiegt in der Geschichte, weil Anna so neugierig auf Veränderungen reagiert und mit ihren Bemühungen, sich einzufügen, großen Erfolg hat. Ich frage mich, ob Judith Kerr die Handlung mit Rücksicht auf ihr Publikum so positiv dargestellt hat, damit es dem Publikum nicht zu schlecht geht beim Zuschauen; oder ob sie wie ihre Figur Anna der Welt beweisen wollte, dass die Juden nicht so schlecht sind, wie Hitler es darstellte - es ist eine traurige, bedrohliche Idee, dass jeder seinen Wert beweisen müsse. Vielleicht gefiel mir deshalb dieser Part nicht oder er wirkte auf mich zu konstruiert, denn das zwei Kinder einer Familie herausragende Leistungen bringen, erschien mir zu unwahrscheinlich. Auch die beiden Traumsequenzen machten auf mich einen künstlichen Eindruck und manche Beobachtungen und Einsichten von Anna, die während der Handlung 9 bis 11 Jahre alt ist, erschienen mir zu erwachsen. Die Sprache jedoch war eher wie für Kinder, das heisst, es gab eher kurze, einfache, gut verständliche Sätze und Darstellungen. Die Figuren blieben etwas blass. Aber ich glaube, Aussehen ist in dieser Geschichte nicht wichtig und es war richtig, sich auf Annas Gedanken und Gefühle zu konzentrieren. Denn, und damit sind wir wieder am Anfang, Gedanken und Gefühle, wie Zeitgeschichte/Historie erlebt wurde, sind genau die Dinge, die uns Geschichte und Geschichtsunterricht normalerweise nicht mitgeben. Ich gebe diesem Buch insgesamt 4 Sterne.

Cover des Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (ISBN: 9783860724941)
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Rezension zu "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Silke Nickel

Lissy_Booklove
Jugendroman mit ergreifender Geschichte

Worum geht's? 

In diesem Buch geht es um die neun Jahre alte Anna und Max, ihren älteren Bruder. Diese beiden Geschwister führen soweit mit ihrem Vater, einem berühmten Zeitungsjournalisten und ihrer Mutter ein glückliches Leben in Berlin. Doch bald steht die große Wahl an, die Hitler wahrscheinlich gewinnen wird und die viele Veränderungen bringen wird. Der Vater, Gegner der Nazis, sorgt somit sich um seine Familie und sich selbst und sie beschließen, Deutschland zu verlassen. Anna muss ihr rosa Kaninchen-Kuscheltier zu Hause lassen. Sie fliehen in die Schweiz, wo sie sich erstmal eine bessere Zukunft wünschen. Anna wünscht sich in der Zeit, berühmt zu werden, als Gegenleistung für ihre schwere Kindheit. Doch bald zieht die Familie wieder um, da sie in der Schweiz doch nicht das Leben haben, was ihnen wichtig wäre. Ihr nächstes Ziel ist Frankreich, wo es auch erstmal ganz gut wird. Dort bleiben sie auch 2 Jahre, bevor sie beschließen nach England zu ziehen und zu sehen, wie erfolgreich das Filmdrehbuch, was Annas und Max' Vater geschrieben hat. 


Meine Meinung? 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich historische Romane mag, aber dieser nicht ganz so hart ist, wie man vielleicht denken könnte. Es hat mir auch gut gefallen, dass es viel aus der Sicht der Kinder geschrieben wurde und man sich so als (jugendlicher) Leser gut hineinversetzen kann. Gefehlt hat mir allerdings echte Spannung, es war oft ziemlich langatmig. Ansonsten alles in allem ein wirklich gutes Buch, was mir persönlich in Erinnerung bleibt und was ich auf jeden Fall noch mal lesen werde! 

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