Silke Scheuermann Über Nacht ist es Winter (Gebundene Ausgabe)

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Inhaltsangabe zu „Über Nacht ist es Winter (Gebundene Ausgabe)“ von Silke Scheuermann

Alte Männer sitzen als vermeintliche Werwölfe im Park, Nixen verlassen das Meer, um sich Stöckelschuhe zu kaufen, ein Tätowierter trägt seine Lieblingsgestalten auf der Haut. Ob monströs-archaische Mischwesen oder Figuren des 21. Jahrhunderts: Kein Körper ist sich seiner Form mehr sicher. Ist es Pech oder Strafe, in ein Tier verwandelt zu werden, wie es die alten Götter der Griechen den Menschen weismachen wollten? Silke Scheuermann schreibt Phantastisches, Surreales, aber auch Gedichte über die Verwandlung durch Krankheit und Schmerz. Zuletzt zeigen ihre Liebesgedichte, wie der oder die Liebste sich in ein wundervolles Phänomen verwandelt – oder auch nicht. Alles scheint genauso einfach, leicht, selbstverständlich, als würde es über Nacht Winter.

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    Über Nacht ist es Winter (Gebundene Ausgabe)
    Creed

    Creed

    16. April 2016 um 21:40

    Mein erster Lyrikband der sprachmächtigen deutschen Erzählerin, und auch hier finden sich erwartungsgemäß wunderbare Wortkaskaden zuhauf. Ich kann an dieser Stelle allerdings lediglich ihre Wortgewalt rühmen und bewerten, da mir bei moderner Lyrik leider das "Versteh"-Gen völlig fehlt, ich bin hoffnungslos untalentiert, herauszufinden, auf was die Autorin bei Gedichten wie z. B. "Der unsichtbare Hirte", "Trophäe" oder "Träumende Bücher" (und 90% der restlichen Lyrik) hinauswill...haben die Verse einen Sinn? Oder sind es einfach abstrakte Wortspielereien ohne Sinn? Glaube ich eher nicht, Silke Scheuermann wird sich schon etwas dabei gedacht haben. Das Problem liegt wie gesagt eher bei meiner Unfähigkeit zur Gedichtinterpretation, das konnte ich schon in der Schule nicht (wobei ich da weiß Gott nicht der Einzige war). Mir bleibt in diesem Fall nur, mich am Klang der Wortkonstellationen zu erfreuen und weiterhin zu versuchen, hinter die Fassade der jeweiligen Gedichte zu schauen, was ich auch weiterhin bei den anderen Lyrikwerken Silke Scheuermanns tun werde, da ich fest vorhabe, alles von der hochbegabten Dame zu lesen. Fazit: Wunderbar geformte Sätze, die für mich leider nur einen beschränkten Sinn ergeben, was aber andere lyrikbegabtere Leser keinesfalls von der Lektüre abhalten soll. Schön zu lesen ist es allemal, regt (wie immer bei modernen Gedichten) zum Nachdenken an und ist ein weiterer Beweis für die sprachlichen Fähigkeiten der Autorin.

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  • Rezension zu "Über Nacht ist es Winter" von Silke Scheuermann

    Über Nacht ist es Winter (Gebundene Ausgabe)
    SV

    SV

    16. November 2007 um 00:04

    Es ist die pure Gier, klar, dass man immer mehr möchte. Hab ich also Dichter/Dichterin entdeckt, großen Gefallen gefunden an Roman, Gedicht, denk ich natürlich immer ganz egoistisch, was treibt der oder die, wenn ich hör, dass da nicht ohne Pause am Schreibtisch gesessen wird. Blöd, weiß eh, aber was soll ich machen. In diesem Frühjahr, bei Erscheinen des Romans von Silke Scheuermann, „Die Stunde zwischen Hund und Wolf“, hab ich gedacht: Nein, sie ist eine Lyrikerin, soll nicht ihre Zeit verschwenden. Der Roman ist sicher einer der guten in diesem Jahr, aber als Lyrikerin schätze ich sie schon sehr, nicht leicht, das mit einem Roman zu überbieten. Jetzt also schon wieder ein Buch – Gedichte (klar, nörgelig könnt man sagen: Ist das nicht zuviel? Kann man so viel arbeiten? Kann da was Gutes dabei rauskommen? Zumindest die letzte Frage lässt sich leicht und schnell beantworten: Ja.) Ich hab mich heftig gewappnet, wollte nicht aus früherer Wertschätzung leicht und schnell den neuen Band auch für gut halten, aber kaum ein wenig herumgeblättert, finde ich das Gedicht, das möglicherweise in meine Reihe der (jetzt überlege ich schon eine ganze Weile hin und her ums richtige Wort, aber ich muss es hinschreiben, alles Sträuben hilft nicht) Lieblingsgedichte gehört. Sie scheint mir ein wenig milder geworden, Liebesgedichte meine ich zu entdecken, persönlicher, direkter. Wir standen zwischen der Kerze und den Sternen hatten beschlossen bei aller Liebe bekäme die Nacht nicht alles Immer noch der leicht ironische Tonfall, klar, eine Methode die Welt zu betrachten, was bleibt einem sonst übrig, aber auch ein ganz ungeschütztes „Ich“ zeigt sich: in deine Umgebung und kam verändert hervor immer näher zu dir Liebster Ich hab den Band erst zweimal durchgelesen, sind ja nur 88 Seiten, aber schnell hab ich gespürt, wie sich alles wehrt in mir dagegen, dass sich ein Begriff aufdrängt, den ich meide, nie verwende, für missbraucht in vielen Fällen halte, aber je genauer ich mir die Gedichte anschau, desto deutlicher ist es: Es geht um poetische Wahrheit. Ich glaube, da ist jedes Wort wahr. Es sind scheinbar Stückchen von weit auseinander liegenden Geschehnissen, Bildern die miteinander kombiniert werden und man kann einen Moment zögern, über die Kombinationen grübeln, aber man findet, dass sie wahr sind. Natürlich nicht gleich, nicht sofort, mehrfaches Lesen ist notwendig, aber das ist ja bei den Gedichten immer so, hier ist es einfach, weil die Bilder deutlich genug sind, man kann sie leicht sehen. Man wird ein paar finden, die sofort wirken, andere wird man sehr zweifelnd ansehn, aber es ist die Kunst von Frau Scheuermann, dass man zurückkommen kann, will, wird, und andere werden sich auftun, Bild und Bedeutung haben, ganz überraschend verständlich sein. Eine Menge Freude auf 88 Seiten. Wunderbar! Klasse die neuen Scheuermann - Gedichte! Und für alle, die tapfer bis hier ausgehalten haben, eine Belohnung: Der Wolf oder Die Wege des Bösen kreuzten sich diesmal im Stadtpark I Der Wolf hat es wieder geschafft Er verwandelte sich in eine Person Es geschah zwischen zwei pelzigen Schritten im Grün zwischen zwei kleinen Knurrlauten direkt vor dem Kaninchen links im Bild Er verwandelte sich elegant Den Rücken durchgestreckt wurde er leicht wie ein Junge tanzte sich so durch den Schmerz auf die neue Form zu Natürlich änderte sich seine Fußspur Siehst du wie er spazieren geht und den Tauben das Brot hinstreut? Gestern war Vollmond - II Schon nachmittags sah man ihn auf der Bank murmelnd das Buch der Verwandlung durchblättern Sieh mal ein Hund mit einem Buch sagte ein anderer Junge und die Mutter zog ihn fort Ja das war gruslig Diesmal wollte der Wolf älter sein Zeitlich eng beieinander verwandelte er sich in Alte und Junge in Gute und Heilige gern auch mal in ein Opfer er liebt die Abwechslung III Sieh ihn dir an mit den schwarzen Wimpern der Mannequins blinzelt er in den harten Gliedern der Sterbenden stirbt er wissend bald wird der Wald ihn wieder haben und er wird noch mehr Wolf sein Dann kann er das Rudel belehren wie es ist Mensch zu sein den Tod zu sehen im Sonnenuntergang den Fettrand am Fleisch abzuschneiden während die Nacht mit mageren Händen dein Herz massiert Sie atmen sagt er regelmäßig und in geschlossenen Zimmern Die Personen sagt Wolf sind nachts sehr sicher Neuerdings zeigt er bei der Verwandlung menschliche Züge singt z.B. leise während er seine Form ändert Er sagt es sei Dankbarkeit weil es nicht weh tät’ und manchmal stimmt irgendein Alter auf einer Parkbank mit ein Das Duett ist in Alpträumen hörbar - IV Kümmere dich nicht um die Wölfe in welcher Gestalt auch immer sei freundlich geh weiter unverdrossen in Parks und lächle den Alten an der sabbernd von seinem Bänkchen her fragt glaubst du das Rudel vermisst mich?

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