Silke Scheuermann Die Stunde zwischen Hund und Wolf

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde zwischen Hund und Wolf“ von Silke Scheuermann

Zwei Schwestern treffen nach Jahren wieder aufeinander. Ines, einst der verhätschelte Liebling des Vaters und später leidlich erfolgreiche Malerin und die Erzählerin, die stets unter ihrer Schwester gelitten hat: unter der ihr widerfahrenen stärkeren Zuneigung des Vaters, deren beruflichen Erfolg und nicht zuletzt unter Ines’ Attraktivität. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Als Ines nach einem Sturz im Krankenhaus behandelt werden muss, lässt sich die Erzählerin auf eine Affäre mit Ines’ Freund Kai ein – und kommt auf diesem Weg schließlich ihrer Schwester immer näher.

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  • Rezension zu "Die Stunde zwischen Hund und Wolf" von Silke Scheuermann

    Die Stunde zwischen Hund und Wolf
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    20. October 2012 um 12:02

    Diesem Buch spürt man von der ersten bis zur letzten Seite ab, daß es von einer Frau geschrieben ist, die ihre ersten Schreibversuche und dann auch Veröffentlichungen als Lyrikerin gemacht hat. Schon mit dem ersten Satz nimmt Silke Scheuermann den erwartungsvollen Leser, der die vielen lobenden Kritiken in den Feuilletons der großen deutschen Zeitungen gelesen und den Ulrich Greiners Vergleich mit Rilke skeptisch gespannt gemacht hat, mit auf eine sprachlich anspruchsvolle Reise: "Ich bin nichts, nichts als ein heller Umriss... die schamlose Kopie eines ersten Satzes." So führt sich die namenlose Ich-Erzählerin, die gerade von Rom nach Frankfurt umgezogen ist, in die Handlung ein. Sie war in Rom als Korrespondentin ziemlich erfolgreich, kehrt aber jetzt in ihre Heimatstadt Frankfurt zurück ( wie wohltuend, daß ein erfolgreicher Roman mal wieder dort und nicht in Berlin oder München spielt), um dort für eine Zeitung zu arbeiten. Doch schon nach einigen Tagen trifft sie ihre Schwester wieder. Ines heißt sie, eine schwierige Persönlichkeit, mit der man bis zum Ende des Buches nicht recht warm werden will. Sie war, wie sich bald herausstellt, eine erfolgreiche Malerin, ist mittlerweile aber sehr dem Alkohol verfallen. Ines bittet ihre Schwester um Hilfe. Wer jemals mit einem Alkoholiker in der Familie oder im Freundeskreis zu tun hatte, weiß, wie abstoßend und schwierig solche Kontakte sein können. So nimmt es nicht wunder, daß Ines bei ihrer Schwester zunächst auf kühle Zurückhaltung und Ablehnung stößt. Nicht schon wieder will diese in das Muster der ewig Helfenden zurückfallen. Sie will ihre eigene , eher abgeschlossene Lebenswelt retten, sich nicht mit der Welt der Schwester auseinandersetzen, von der sie doch mit jedem weiteren Kontakt mehr und mehr angezogen wird. Besonders der ko-abhängige Freund und Partner von Ines, Kai, berührt sie. Aus Anziehung wird wirkliche Berührung und die beiden beginnen eine Affäre. Die Ich-Erzählerin steigert sich in einen fragwürdigen, rauschartigen Glückszustand, der sie seltsamerweise ihrer kranken, am Boden zerstörten, verzweifelten Schwester immer näher bringt. Mit Kai hat sie Sex, zwischen ihrer Schwester und ihr aber kommt es immer mehr zum Austausch von Gefühlen wahrer Liebe. Doch diese Gefühle werden von den Protagonisten Scheuermanns nur skeptisch wahrgenommen. Man kann ihnen nicht wirklich trauen, weil man der Welt, in der man lebt und leidet, nicht mehr trauen kann. Und so erzählt dieser Roman von der Desorientierung einer Generation in und an einer Gesellschaft, an deren Veränderung sie nicht mehr glaubt und die ihnen mehr und mehr die echten Gefühle und Emotionen entzieht. Eine "hochemotionale Beobachtungskälte" hat Ulrich Greiner in der ZEIT Silke Scheuermann bescheinigt. Doch bei aller Distanz zu ihren Figuren lässt sie die Hoffnung auf einen Neubeginn niemals ganz schwinden. Und das macht diesen Roman zu einem Buch, das man am Ende dann doch zufrieden aus der Hand legt, obwohl die Fülle der drastischen Bilder und die Schilderung jener "Stunde zwischen Hund und Wolf" bei der alkoholabhängigen Ines den Leser über lange Strecken arg mitgenommen haben.

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  • Rezension zu "Die Stunde zwischen Hund und Wolf" von Silke Scheuermann

    Die Stunde zwischen Hund und Wolf
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 18:55

    Anfangs gefiel mir dieser Roman sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Wirklich, ich dachte zu Anfang: „Das wäre die Sprache, die ich wählen würde, würde ich selbst ein Buch schreiben!“ Und doch... sprachliche Schnitzer reihen sich aneinander, ein Beispiel: „er verströmte einen alles übertünchenden Duft aus frischem Weizenfeld“ (S.54) oder „Ich überlegte, ob es mir lieber wäre, dass Richard sich, sobald wir in seiner Wohnung waren, umziehen würde, es wäre eine Respektbekundung mir gegenüber gewesen, oder ob er genauso bleiben würde, was ebenfalls eine Respektbekundung wäre - weil er mir dadurch das Gefühl gab, ich störte ihn nicht, wirklich überhaupt nicht in seiner Bequemlichkeit und er sei so höflich, mir das auch zu zeigen.“ (S.74) Inhaltlich erweist sich dann die Geschichte als eher stoisch, wenig dynamisch, ohne viele Entwicklungen, zudem die Charaktere eher oberflächlich, die Vermittlung ihrer Gefühlswelt, die wichtig wäre, um die gegenseitigen Gefühle von Missachtung, Enttäuschung und Trauer zu verstehen. Schade um einen guten Ansatz.

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  • Rezension zu "Die Stunde zwischen Hund und Wolf" von Silke Scheuermann

    Die Stunde zwischen Hund und Wolf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. January 2009 um 23:31

    Eine tolle junge deutsche Autorin - ungemein viel Gespür für das Subtile. Mit wenigen Worten gelingt es ihr, Atmosphären zu schaffen, bei denen man nicht weiß, ob man sich mitfühlend oder ablehnend den Protagonisten gegenüber verhalten soll. Ein Hauch einer Beschreibung menschlicher Abgründe - die gesamte Farbpalette menschlicher Emotionen. Sie malt Bilder scheinbarer Harmonie und Geborgenheit - und spaltet immer wieder mit Entfremdung und Hoffnungslosigkeit die Rahmen. Ein sehr nachhaltiges Buch - und trotz aller Tiefen am Ende doch hoffnungstragend. Silke Scheuermann Merken!!

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