Silke Scheuermann Shanghai Performance

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Inhaltsangabe zu „Shanghai Performance“ von Silke Scheuermann

Die berühmte Performance-Künstlerin Margot Wincraft nimmt überraschend das Angebot einer unbekannten Galerie in Shanghai an. Ihre Assistentin Luisa kann dem Projekt nicht viel abgewinnen und wird misstrauisch. ›Shanghai Performance‹ ist ein schillernder Roman über Sehen und Gesehenwerden, Kunst und Identität sowie eine Gesellschaft, die ihren ganz eigenen Regeln folgt. Silke Scheuermann reflektiert über Lebensläufe in Zeiten der Globalisierung und erzählt auf spannende Weise von einer »ewigen Tragödie der Schuld«.

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  • Rezension zu "Shanghai Performance" von Silke Scheuermann

    Shanghai Performance
    Golondrina

    Golondrina

    27. December 2011 um 01:20

    Neue Perspektive Luisa, Assistentin der berühmten Performancekünstlerin Margot Wincraft, erzählt die Geschichte - ihre Geschichte und die Geschichte von Margot, ihrer Performance in Shanghai und ihrer Tochter. Die ersten zwei Drittel des Buches war ich wütend, enttäuscht, gelangweilt - über die Dialoge, die in jeder noch so banalen Darstellung tiefschürfende, menschheitsbewegende Anstösse sehen und überhaupt über die ganze oberflächliche Welt des schönen Scheins, denn die Performances werden mit schönen jungen Frauen - gern auch unbekleidet - veranstaltet, da wird high-end-geshoppt, dass die Kreditkarten glühen und das wird als das echte, wirkliche Leben dargestellt. Aber wozu? Luisa gab mir im letzten Drittel den Anstoss - ausgelaugte, konventionelle Sicht- und Denkweisen in Frage stellen, Gemeinschaftsbildung - im Gegensatz zur Literatur, da ist man als Leser im Regelfall allein. Und ab diesem Moment konnte ich meinen Frieden schliessen mit dem Buch, neue Anregungen aufnehmen. Das ist ja mal was. Ich las und fand Scheuermanns Sprache auch gar nicht mehr so aufgesetzt, vielmehr glatt, konventionell. Und Scheuermann rechnet ab mit ihren Figuren; unter dem schönen Schein kommen hässliche Fratzen, Ängste, Schuld und menschlichen Tragödien zum Vorschein. Weibliche Emanzipation und unterschiedliche Lebensentwürfe. Man muss nur drunter gucken und sich nicht von den Inszenierungen einlullen lassen.

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  • Rezension zu "Shanghai Performance" von Silke Scheuermann

    Shanghai Performance
    Alice_im_Buecherland

    Alice_im_Buecherland

    22. July 2011 um 15:04

    Luisa ist die persönliche Assistentin der (fiktiven) Performance-Künstlerin Margot Winkraft und wenig begeistert, als eine unbekannte Galerie in Shanghai zu einem Projekt einlädt. Für sie ist China als Kunstmarkt passé; einzig die Möglichkeit, Distanz in ihre kaputte Beziehung zu bringen, lässt sie diese große Reise antreten. Doch Luisa muss erkennen, wie wenig sie die wahre Person "Margot" trotz jahrelanger Zusammenarbeit eigentlich kennt, denn ihren Weg zum Erfolg pflastern Enttäuschte, Verbitterte und andere Opfer des unbedingten Kunst- und Karrierewillens. Ein Roman über Kunst und Identität, Selbstverwirklichung, sowie die aktuelle Kunstszene, die ihren ganz eigenen Regeln folgt.

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  • Rezension zu "Shanghai Performance" von Silke Scheuermann

    Shanghai Performance
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    21. June 2011 um 09:26

    In ihrem ersten bei Schöffling & Co im Jahr 2007 veröffentlichten Roman „Die Stunden zwischen Hund und Wolf“ zeigte sich die in Offenbach lebenden Schriftstellerin Silke Scheuermann als eine Autorin, der es gelang, ihre Herkunft als Lyrikerin nicht zu vergessen und große Poesie in Romanform zu schreiben. Es ging damals über die Desorientierung einer Generation, die an die Veränderung der Gesellschaft nicht mehr glaubt. Und Silke Scheuermann erntete für ihren relativ kurzen Roman allerhöchstes Lob: Eine "hochemotionale Beobachtungskälte" hat Ulrich Greiner in der ZEIT Silke Scheuermann bescheinigt. Doch bei aller Distanz zu ihren Figuren ließ sie die Hoffnung auf einen Neubeginn niemals ganz schwinden. Auch in ihrem neuen, hier vorliegenden Roman „Shanghai Performance“, in dem sie einen eigenen mehrmonatigen Aufenthalt in Shanghai verarbeitet hat, zeigt sich Silke Scheuermann als skeptische Zivilisationskritikerin, für die Zukunft keine wirkliche Perspektive ist. Dabei sieht es zunächst gar nicht danach aus. Denn mit ihren Protagonistinnen aus der schillernden Welt des Kunstbetriebs beschreibt sie zwei Frauen, die jede auf ihre Weise sehr erfolgreich sind. Da ist die Künstlerin Margit Winkraft (der Name ist absichtlich gewählt), die nach spektakulären Erfolgen in Frankreich nun in die angesagte neue Metropole für moderne Kunst, nach Shanghai, gekommen ist, um dort weiter auf der Erfolgswelle zu schwimmen. Und ihre persönliche Assistentin Luisa, der sie vertraut und die ihrerseits sich voll mit dem Werk Margots identifiziert, ein Werk, das die „Schönheit des weiblichen Körpers (preist), dessen Verletzlichkeit, dessen unvermeidlichen Verfall sie in ihren Installationen immer aufs Neue inszeniert oder vielmehr beklagt.“ Aus Luisas Perspektive wird die ganze Geschichte auch erzählt, eine Geschichte, die sie immer mehr am sich auflösenden Nimbus ihrer Meisterin zweifeln lässt, und die ihren langsamen Weg in eine neue selbstbestimmte Existenz beschreibt. Ernüchterung macht sich breit bei Luisa nicht nur über eine Frau, die sie einst fast anbetete, sondern auch über die Stadt Shanghai, deren ungehemmtes Wachstum ihr wie ein Bild für das ganze Leben scheint: „Keine Stadt der Welt ließ den Besucher so tief, so detailliert in die Zukunft blicken: in eine völlig leere, ereignislose Zukunft.“ Und ähnlich wie sich am Ende von „Die Stunde zwischen Hund und Wolf“ ein zarter Hoffnungsschimmer eines Neubeginns andeutete, wird auch Luisa jene Welt des Glamours verlassen und zurückkehren in ihre alte Existenz. Ein beachtlicher Roman, angesiedelt in der modernen Kunstszene, der aber zwischen den Zeilen auch die möglich-unmöglichen Formen weiblicher Identität thematisiert.

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  • Rezension zu "Shanghai Performance" von Silke Scheuermann

    Shanghai Performance
    ChiefC

    ChiefC

    08. April 2011 um 13:39

    Mit ihrem zweiten Roman „Shanghai Performance“ hat die 37-jährigen Silke Scheuermann ein Werk geschaffen, das viele Lesarten zulässt. Es ist gleichzeitig ein Entwicklungs-, Reise- und Kunstroman. In der Kunstszene siedelt Scheuermann die Handlung an: Die berühmte Performance-Künstlerin Margot Winkraft, die mit Profi- und Laien-Models auf der ganzen Welt arbeitet, erhält ein Angebot aus Shanghai. Ihre Assistentin Luisa findet es seltsam, dass sich Margot auf eine unbekannte Galerie einlässt, vor allem, da doch China sowieso schon wieder out ist. Doch Margot, so stellt sich heraus, treiben auch persönliche Gründe, die letztlich zu einer Tragödie führen werden. Kaum ein anderes Milieu sei so vollgepumpt mit Geld und existenziellen Inhalten, begründet Scheuermann in einem Interview mit dem „Monopol-Magazin“ ihre Sujet-Wahl. Sogar der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald, einem ihrer Lieblingsschriftsteller, „würde heute in Kunst machen.“ Und wie bei Gatsby geht es in Scheuermanns Roman um Schein und Sein. Es geht auch um das Dilemma zwischen Kunst und Kommerz und es geht letztlich um die Frage, ob der Künstler über der Moral steht. Sie selbst, sagt Scheuermann, suche in der Kunst auch nach Identifikation und Welterklärung. Genau das bewegt ihre Protagonistin Luisa. Diese wird sich schließlich aus ihrer Rolle als „ewige Assistentin“ befreien, ausgelöst durch die dramatische Begegnung mit der jungen Halbchinesin Winona, die über „Rost als Material für Werke des 20. Jahrhunderts“ promovierte. Denn wie Rost macht die Kunst selbst zwar vieles erst sichtbar und dadurch erlebbar, ersetzt aber nicht das Leben selbst, begreift Luisa. So ist denn der ganze Roman eine Schwindel erregende Gratwanderung zwischen Kunst und jener Künstlichkeit, die auch das Frauenbild des 21. Jahrhunderts prägt. Eine real existierende große deutsche Zeitschrift verzichtet in ihren Modestrecken seit einem Jahr auf Profi-Magermodels und versucht so, sich dem uniformen Schönheitsklischee zu widersetzen. Die fiktive Margot macht Letzteres mit ihren Inszenierungen durchschaubar. Gleichzeitig aber ist sie Teil einer oberflächlichen Kunstschickeria, deren Vernissagen wie Spiegel die Eitelkeiten ihrer Teilnehmer reflektieren. Die Figur der Margot ist laut Scheuermanns eigenen Angaben an die italienische Performance-Künstlerin Vanessa Beecroft angelehnt, die, meist nackte oder kaum bekleidete, männliche und weibliche Körper zu lebenden Kunstwerken arrangiert und damit beim Publikum widersprüchliche Reaktionen hervorruft. Von dem oft unerträglichen Slang der Kunstszene, der selbst Banalstes noch mittels Satzungetümen zu überhöhen sucht, hat sich Scheuermann aber nicht anstecken lassen. Im Gegenteil, ihre Sprache überzeugt durch Klarheit und eine Bildhaftigkeit, die zugleich frisch und anschaulich aber nicht gewollt originell und überladen wirkt. Männer kommen in diesem Roman zwar nur am Rande vor, aber deswegen ist er keineswegs ein „Frauenbuch“. Wie alle gelungene Literatur hat „Shanghai Performance“ beiden Geschlechtern etwas zu sagen und findet hoffentlich männliche Leser ebenso wie weibliche.

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