Silvia Bovenschen Nur Mut

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Inhaltsangabe zu „Nur Mut“ von Silvia Bovenschen

Silvia Bovenschen schreibt eine schwarze Komödie übers Älterwerden. Eine weiße Villa. Vier alte Frauen erwarten Herrenbesuch. Im Laufe des Nachmittags geschehen zahlreiche Merkwürdigkeiten, auch die Damen werden von Stunde zu Stunde witziger, irrwitziger und bösartiger. Sie nehmen kein Blatt mehr vor den Mund. Sie kennen kein Gesetz mehr. Alles endet in einem furiosen Zerstörungsballett. Und dann erscheinen noch überraschend seltsame späte Gäste. Silvia Bovenschen erzählt in diesem Roman auf unerhörte Weise von letzten Freiheiten, rasendem Zorn und dem Gelächter der Alten. Philosophie und Oper, Orgie und Edgar Wallace vereint sie zu einer grimmigen Komödie.

Ein Tag in einer Alten-Wg mit Umschwung und Zerfall, sehr ehrlich geschrieben, durchaus witzig

— GersBea

Herzerfrischende "schwarze Komödie" um 4 alte Damen in einer Villa - urkomisch, skurril-witzige Dialoge und dennoch große Tiefgründigkeit

— SigiLovesBooks

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  • Nur Mut oder die große "Abrechnung" - sehr lesenswerte schwarze Komödie!

    Nur Mut

    SigiLovesBooks

    12. September 2015 um 18:22

    "Eine weiße Villa. Vier alte Frauen erwarten Herrenbesuch. Im Laufe des Nachmittags spitzen sich - zunächst fast unmerklich, dann immer bedrohlicher - die Ereignisse zu. Auch die Damen werden von Stunde zu Stunde witziger, irrwitziger und bösartiger. Silvia Bovenschen erzählt in diesem Roman auf unerhörte Weise von letzten Freiheiten, rasendem Zorn und dem höllischen Gelächter der Alten. Eine schwarze Komödie." (Quelle: Buchrückentext) Dieses "Kleinod" erschien in HC im S. Fischer-Verlag (2. Auflage August 2013) und hat mich von der ersten Seite an begeistern können! Meine Meinung: Silvia Bovenschen erzählt hier eine herzerfrischende Geschichte aus der "Vorläufigkeit" - d.h. des Alters, aber vorläufig noch nicht gestorben seins, die es in sich hat: Wir lernen auf stilistisch sehr skurrile und witzige, auch intelligent geschriebene Art vier liebenswerte (?) alte Damen kennen, die in einer weißen Villa an einem Fluss zusammen wohnen und hier ihrer "letzten Jahre" verbringen: Da ist Charlotte, die Hauseigentümerin, die 3 ihrer Freundinnen um sich herum versammelt hat, als da wären: Johanna "die Verrückte", eine frühere Schriftstellerin, deren Bücher jedoch längst niemand mehr liest und die sich durch ihr mehrmaliges tägliches "Unerhört!" dennoch weiterhin Gehör verschafft, da sie bis zur Uferpromenade gehört wird; da ist Leonie, "die Traurige", eine frühere Lehrerin, die schon seit Jahren nur noch vor sich hin summt und brummt und Nadine, "die Kokette", die früher einmal in der Modewelt ganz up-to-date war. Alle sind verwitwet und Charlotte "hält den Laden zusammen", wäre da nicht Herr von Rungholt, der sich seit einem viertel Jahrhundert um Charlotte's Finanzen "kümmert".... Sehr lustig fand ich die Aufzählungen, weshalb keine der Damen noch einmal gerne jung wäre, da (für sie) die Welt der Jugend nur noch in einem Wettlauf besteht. Auch das Internet wird "auf die Schippe genommen" bzw. dessen Sinn in Frage gestellt, obgleich Johanna 12 eBooks und weiteres online bestellt hat (sie ist die Einzige, die "ihre Persönlichkeit zu drei Vierteln im Netz versenkt hat").... Für Dörte, die Enkelin von Charlotte und "zwangseingewiesen" bei Oma, um der Kasernierung in einem Internat zu entgehen, sind die 4 Alten nur "Krähen", da Johanna jedoch feine Ohren besitzt, hört sie dies und nennt sie fortan "Kröte" ;) Fazit: Eine solch herzerfrischende Geschichte um das Thema "Alter", in der in einem furiosen Ende so manche Wahrheit nicht nur gedacht, sondern von den 4 alten Damen auch ausgesprochen wird, auch über eigene Fehler und Unzulänglichkeiten "moniert" wird, gibt es sehr selten: Der Schreibstil von Silvia Bovenschen und ihr Sprachwitz haben mir sehr gefallen und ich vergebe für diesen irrwitzigen literarischen Ausflug in die weiße Villa 5 verdiente Sterne und werde mit Sicherheit auch die anderen Bücher der Autorin noch lesen: Wer Freude daran hat, einem eher schwierigen Thema mit Ironie und Witz sowie einer gewissen Leichtigkeit zu begegnen, dem kann ich dieses Buch nur sehr empfehlen!

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  • Die Geronten-WG oder: Die irrenden Furien

    Nur Mut

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:06

    "Eine verrückte Geschichte von verrückten alten Frauen, so würde man das in einem Trailer ankündigen, aber verrückt waren sie wahrscheinlich gar nicht, nur etwas verdreht, und ich weiß auch nicht, ob es wirklich eine Geschichte ist, eher eine Zuspitzung, ja, eine seltsame Zuspitzung, so will ich es sehen. Oder besser noch: eine Folge von Seltsamkeiten an einem einzigen Tag, an einem einzigen Ort. Wie ein absurdes Bühnenstück." So versucht Drehbuchautor Jean auf einer Terrasse in Malibu seiner schwangeren Freundin Mary seine geplante Filmvorlage zu erklären. Die Idee holte er sich in Old Germany, wo entfernte Verwandtschaft für eine mysteriöse und spektakuläre Begebenheit sorgte. Seine wohlhabende Großtante Charlotte, eine ehemalige Paläontologie-Professorin, verschwindet nebst ihrer drei, in einer Art Wohngemeinschaft lebenden, älteren Damen, über Nacht spurlos aus ihrer weißen Villa am Fluss. Zudem offenbart das verwüstete herrschaftliche Anwesen noch einen grausigen Fund. Die genauen Umstände sind allerdings nicht bekannt. Jean jedenfalls entwickelt im Folgenden aus den wenigen, zudem ungesicherten Informationen, ein phantasmagorisches, sich kulminierendes, fabulöses Finale Grande. Der richtige Stoff also für das unweit gelegene Zentrum der US-amerikanischen Filmindustrie. Und beste Vorlage für arrangierte szenische Effekthaschereien, dem sich einheimische Opernregisseure gleichfalls nicht verweigern, wie man an den jüngsten Inszenierungen im Festspielhaus auf dem Bayreuther Hügel sehen konnte. Derweil liegt unter Silvia Bovenschens bizarrem Versatzstück "Nur Mut" eine ganz andere Denkweise als Effekthascherei aus reinem Selbstzweck. Sie spricht "die Fatalität, die banale, alltägliche unabwendbare Ausweglosigkeit, die kreatürliche Zwangsläufigkeit im Zeichen unserer Endlichkeit, das auslaufende Leben, den Tod als Normalfall" an. Ihr Buch rückt die Unabwendbarkeit des Älterwerdens in den Fokus, die Angst vor dem immer näher rückenden Sterben, die Wahrung persönlicher Würde, aber auch Generationenkonflikte. Die vier Hauptakteure ihres "furiosen Zerstörungsballetts" bringen dies in vielfältigster, zuweilen subtiler Art und Weise zum Ausdruck. Sei es nun die Fäden ziehende Grande Dame Charlotte, "eine hochgewachsene strenge Erscheinung. Imposant im Alter, in ihrer Jugend gravitätisch schön", die zweiundachtzigjährige Johanna, "eine vergessene Autorin der Belletristik", die - fast nur noch im Bett liegend - mit ihrer Umwelt nur noch via Internet kommuniziert. Einzig ihr von Zeit zu Zeit schrill ausgerufenes "Unerhört!" schallt als Lebenszeichen nervtötend durch die Räume. Oder aber die ständig vor sich hin summende und murmelnde Leonie, eine ehemalige Lehrerin, die durch einen Schicksalsschlag ihre komplette Familie verlor sowie die exzentrische Nadine, die früher "in Mode machte", heute allerdings "immer etwas affig angezogen" herumläuft. Alle vier scheinen in ihren Schrullen gefangen. Stoisch nehmen sie ihr nahendes Erdendasein mehr oder weniger gelassen hin. Gelacht wird nur noch sehr selten. Als kontrastierende Gegenpole agieren die bodenständige polnische Haushälterin Janina, die zwar hübsche, aber dumpfe Enkelin Charlottes - Dörte -, die man als Erziehungsmaßnahme in das "gruftige Biotop" steckte sowie ihr schüchterner, neunzehnjähriger Verehrer Flocke, der am Ziel seiner Wünsche angekommen, letztendlich von quälenden Zahnschmerzen und einer zunehmend augenöffnenden Sicht auf seine ständig nörgelnde Angebetete übermannt wird. Bis, ja, bis an bewusstem Tag Charlottes Vermögensverwalter im Haus auftaucht oder besser: von letzterer geladen wurde. Der Aufbau des Buches und seine knappen Sequenzen erinnern mehr an einen Drehbuchentwurf, als an ein Romanmanuskript. Hintergründig und reflektierend, zunehmend bizarrer und überzeichnender, erzählt Drehbuchautor Jean alias Silvia Bovenschen in kurzen knappen Sätzen, denen trotz des stets über dem Raum schwebenden Todesthemas eine gewisse Leichtigkeit innewohnt, über alternde Frauen, ihre Sonderbarkeiten und dem nicht ausbleibenden Blick auf die Vergangenheit. "Die Erinnerung ist eine Hure, die unsere Ich-Legenden polstert. Sie schmeichelt uns, indem sie die Versatzstücke für eine gloriose Ichlegende andient. (...) Früher war alles besser. Ja, ich weiß, das ist ein tödlicher Gebissträgersatz. Vor diesem Satz muss man sich hüten. Es ist der soziale Aussteigersatz der Alten. Mit ihm ist man endgültig in der totalen Unzuständigkeit angekommen." Mehr nebenbei als direkt, mehr salopp, als schwermütig, sinnieren die Akteure über fehlende Anerkennung, Gewohnheiten, alltägliche Routinen, sich enger zusammenziehende Kreise, "Risse im Fundament gewählter Lebensformen" und zunehmende Unmöglichkeiten. Dabei steuern die alternden "Fab Four" konsequent und unaufhaltsam dem sich abzeichnenden "Tageshöhepunkt" zu. Der Leser erfährt, "dass nichts hienieden selbstverständlich ist und nichts mit Notwendigkeit so existiert, wie wir es wahrnehmen, dass alles ebenso nicht oder ganz anders sein könnte." Aber... um noch einmal auf die eingangs erwähnte aktuelle Wagnersche Operninszenierung zu kommen, wie schreibt Silvia Bovenschen: Das "ganze Chaos, die Verwüstung, dieses Finale der alten Furien, das erinnert mich an die Terzette, Quartette oder Sextette vieler Opern, wenn sie alle gleichzeitig ganz Unterschiedliches, ja Gegensätzliches zum Ausdruck bringen, aber doch durch die Harmonik der Musik auf etwas Gemeinschaftliches verwiesen werden." So schließt sich in gewissem Maß auch hier der "Ring". Fazit: "Alles ist Zufall, Konstellation und Mischung, die kleine Erzählung, die wir Biographie nennen, und die größere der Menschheit und die ganz große des Universums auch.", lässt die Autorin ihre Protagonistin Charlotte ausrufen. Silvia Bovenschen wählt eine besonders bizarre Art der Konfliktlösung: eine grimmig-komische Kunstform. In meinen Augen dann doch eine Spur zu überzeichnet. Aber wie äußert sich am Ende eines der als Richter oder Schöffen fungierenden, plötzlich auftauchenden Fabelwesen: "...da macht sich jeder während der Lektüre seinen eigenen inneren Film und soll das ja auch tun. Zudem: Man kann nur sehen, was man sehen kann." Ein gut lesbares Buch mit wunderbaren Einzelsequenzen und viel Weisheit zwischen den Zeilen ist es dennoch.

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  • Alt werden mit Esprit und Humor geschildert

    Nur Mut

    Gesa Lina

    18. December 2013 um 15:20

    Vier alte Damen in einer Villa mögen sich, streiten miteinander und geraten mit der flippigen Enkelin einer der Damen aneinander. Alt werden und Jungsein erscheinen als unterschiedliche Varianten von Himmel und Hölle auf Erden. "Nur Mut" schildert die verschiedenen Generationen mit Esprit und Humor. Bewundernswert die ausgefeilte Sprache von Bovenschen. Die Figuren wirken am Anfang etwas konstruiert, werden im Lauf des Romans aber immer lebendiger. Auch der ins Surreale drehende Schluss des Romans hat mir gut gefallen. Er hebt das Buch aus den rein realistischen Betrauchtungen über das Älterwerden heraus.

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  • Nur Mut - genügt nicht

    Nur Mut

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. August 2013 um 11:35

    Ich möchte so gerne, dass mir Silvia Bovenschens Romane gefallen. Leider klappt das für mich mit "Nur Mut" nicht. Vier alternde Damen in einer Villa, paar Nebenfiguren - vielleicht eine Kurzgeschichte - ein fesselnder Roman ist es nicht geworden.

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