Silvia Bovenschen Wie geht es Georg Laub?

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Inhaltsangabe zu „Wie geht es Georg Laub?“ von Silvia Bovenschen

Nach dem Bestseller 'Älter werden' der zweite Roman von Silvia Bovenschen - die Geschichte eines rasanten Scheiterns, das vielleicht ein Aufbruch ist.

Georg Laub war erfolgreich, ein Schriftsteller, den man lesen, den man kennen wollte. Dann sank sein Stern. Jetzt wohnt er in einem heruntergekommenen Haus, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Aber ein unerwünschter Besuch wirft ihn aus der Bahn. Er wird von einem seltsamen Schwindel ergriffen. Rätselhafte Ereignisse und Begegnungen häufen sich. Taumelnd zwischen Angst und Hoffnung trifft er eine Entscheidung und bald schon stellen sich viele die bange Frage: Wie geht es Georg Laub?

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  • Rezension zu "Wie geht es Georg Laub?" von Silvia Bovenschen

    Wie geht es Georg Laub?

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. July 2012 um 11:36

    Georg Laub ist ein Schriftsteller, dessen Ruhm am Verblassen ist, nicht zuletzt, weil er sich zurückgezogen und nichts neues mehr veröffentlicht hat. Grund ist die unausgesprochene Kritik am letzten Buch, die Kritik seiner Tante, der einzigen Person, die er wirklich liebt. Diese stumme Missachtung lässt Staub bemerken, dass er sich viel zu sehr von kommerziellen Gedanken hat leiten lassen bei seinen letzten Veröffentlichungen. Deshalb hat er beschlossen, nichts mehr zu schreiben und konsequenterweise sich völlig zurück zu ziehen. Und selbst die wenigen Bekanntschaften in der Strasse, in der er von seiner Tante nach deren Tod noch ein verfallenes Häuschen geerbt hat, werden ihm am Schluss zuviel. Er beschliesst, ganz zu verschwinden. Wo ist Georg Laub?

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  • Rezension zu "Wie geht es Georg Laub?" von Silvia Bovenschen

    Wie geht es Georg Laub?

    michael_lehmann-pape

    24. March 2011 um 13:25

    Sylvia Bovenschen – Wie geht es Georg Laub? Rückzug wohin? Georg Laub hat sich zurückgezogen. Würde er sagen. Weg von der Welt. Mit so wenig wie möglich auskommen. Immerhin, er weiß schon, wer er ist und wo er ist, so gut man das im allgemeinen wissen kann. Einer, der seit einigen Monaten bereits mit sich selbst lebt. Doch die Welt holt ihn doch, immer wieder, ein stückweit ein. Vor allem, was den Lebensunterhalt angeht, denn die finanziellen Reserven schmelzen schnell. Nicht so, wie vor Zeiten noch, als er ein bekannter, gern gelesener und durchaus annehmlich lebender Schriftsteller war. Und das nun zur Unzeit, denn das Haus, in dem er lebt, bräuchte einiges an Sanierungen. Aber interessiert ihn das alles wirklich? Scheinbar nicht, folgt man dem Buch. Denn Laub möchte einfach nicht mehr. Schreiben in und für diese Welt der Schnelligkeit, der Technik, der Hektik, des Überflusses, der „Googlelisierung“. Auch als sich noch eine Chance für ihn ergeben könnte. Inmitten dieser neuen, ihm durchaus fremden und ungewollten Welt des Internet. Einer Welt, deren Teil er zumindest zu seinen „großen“ Zeiten einmal war. Immer gefragt, immer unterwegs, immer ein tiefsinnig wirkendes Bonmont auf den Lippen. Dennoch, Georg Laub wirkt durch die Schilderungen Sylvia Bovenschen nicht wie einer, der nun angekommen wäre im Ausstieg. Eher ein wenig wegtauchend, eher ein wenig die Augen schließend lebt er das, was er selbst als konsequente „Verkargung“ seines Lebens beschreibt. Dass er einen Vorschuss für einen neuen Roman bereits erhalten hat, kümmert es ihn wirklich nicht oder schiebt er solch lästige Gedanken lieber einfach zur Seite, die ihn doch noch einholen werden? Oder schreibt er, heimlich, im Verborgenen? Obwohl er es nicht vorhat. Durch die klare und dennoch oft nur andeutende Sprache gelingt es Sylvia Bovenschen, den wirkliche Zustand im Gemüt und im Leben ihrer Hauptfigur Georg Laub (die übrigens zudem irgendwann im Buch einfach verschwinden wird) zu einer offenen Frage zu gestalten. Glaubt der Leser, nun aber wirklich ergriffen und begriffen zu haben, wie dieser abhalfternde Schriftsteller nun eigentlich tickt, erhält die Geschichte umgehend eine kleine, neue Wendung. Nur eines ist sicher, wenn die Welt in ihrer aktuellen Erscheinungsform ihm näher kommt und näher rückt, wendet er sich konsequent ab. Ab von einer Welt, die sich durchaus gerade da um ihn kümmert, wo er nicht hinschauen will. Auf Facebook ist eine eifrige Community rege mit der Frage beschäftigt, wo Georg Laub eigentlich ist und versteigert sich zu abstrusen Theorien. Fragen, Theorien, Vermutungen, die auch zum Ende des Buches hin nicht letztgültig beantwortet werden. Zwar gibt es da noch ein Manuskript, aber hat es Georg Laub wirklich geschrieben in den stillen Stunden? So bleibt am Ende des Buches jene Verwirrung, die bereits zu Anfang des Buches sich Bahn bricht. „Nichts genaues weiß man“, dieses geflügelte Wort schwingt auf den knapp 285 Seiten des Buches beständig im Hintergrund mit. Dies macht die Geschichte allerdings nicht belanglos, sondern stellt im Gegenteil die bohrende Frage nach all den vermeintlichen Wichtigkeiten des modernen Lebens nagend in den Raum. Und überlässt dem Leser weiterhin die Aufgabe, eine ganz eigene Antwort finden zu müssen. Denn auch der Rückzug in die althergebrachte Lebensform, weitab der digitalen Welt mit den Freunden (wie damals) in der Kneipe an der Ecke ist nicht der Weisheit letzter Schluss und wird sich als nicht dauerhaft tragfähig herausstellen. Nicht einfach ist es, den Betrachtungen Sylvia Bovenschens zu folgen. Nicht einfach ist dieser vordergründige und scheiternde Idealismus, den Georg Laub vor sich her trägt. Vielleicht findet sich ein einfacher Anhaltspunkt in einem der letzten Sätze des Buches, welch ein Glück letztlich darin liegt, die Gemeinsamkeit einfacher Bedürfnisse fest zu stellen. Das scheint am Ende des Tages das einzig Sichere in dieser Geschichte eines Scheiterns auch an sich selbst zu sein. Im assoziativen Stil und der schwer zu fassenden inneren Geschichte des Buches dürfte der Roman allerdings bei weitem nicht jedermanns Sache sein, man muss sich darauf einlassen können, auf all die vagen „Könnte Sein“ im Buch.

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