Die Autorin versteht es ein vermeintlicher Unfall bei Luzern zu einer spannenden Geschichte über den Kapitän, welcher seine Frau verloren hat, zu schreiben. Dieser Mann verliert seine geliebte Ehefrau. Die Geschichte ist aus der Sicht dieses Mannes erzählt. Man kann seine Verzweiflung gut verstehen. Aber die Sicht auf die Dinge verändern sich. Aus dem Bedauern über diesen Mann entwickelt sich für einige Leser(innen) allenfalls ein Verständnis für die Ehefrau. Insbesondere, wenn immer klarer wird, dass nichts so ist, wie es der Ehemann wahr genommen hat. Schliesslich wird es klar, dass es nicht ein zufälliger Unfall war. Hätte ein Mann diese Geschichte erzählt, wäre diese wahrscheinlich langweilig gewesen.
Silvia Götschi
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Quelle: Verlag / vlb
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Neue Rezensionen zu Silvia Götschi
Meine Meinung
Der Autorin ist mit „Brünigpass“ ein Krimi mit viel Schweizer Lokalkolorit gut gelungen.
Ich kannte die Reihe um Max von Wirth, einem Privatdetektiv, nicht und hatte zu Beginn des Buches Probleme, die handelnden Personen in Beziehung zueinander zu setzen. So kam ich nicht so recht in die Geschichte hinein, zumal mir die Protagonist*innen etwas spröde erschienen. Auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, würde ich empfehlen, die Vorgängerbände zunächst zu lesen.
Der Krimi ist handwerklich gut gemacht, doch dauerte es meiner Auffassung nach zu lange, bis die eigentliche Tat in der Geschichte auftauchte. So gab es nach meinem Geschmack ein paar Längen, welche die Spannung reduzierten. Der Plot ist zwar vielschichtig aufgebaut, doch das übereilte Ende nahm mir ein wenig die Freude an diesem Krimi.
Was mir gut gefiel, war die Verwendung von schweizerischen Spezifika der Sprache. Grammatische Eigenheiten gaben der Geschichte Authentizität und besonders Ausdrücke wie z. B. der Töfffahrer (=Motorradfahrer) brachten mich zum Schmunzeln. Diese Details verstärkten das transportierte Lokalkolorit.
Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem Krimi mit viel schweizerischem Lokalkolorit ist, dem sei „Brünigpass“ empfohlen. Ich würde allerdings davor die Lektüre der Vorgängerbände zum besseren Verständnis den Lesenden ans Herz legen.
Auch wenn ich nicht sofort bei unserem ersten Urlaub begriffen haben, warum die Bodenseeregion als Vierländerregion beworben wird – war mir doch der kleine Anteil an diesem so reizvollen und beeindruckenden Gewässer in Form von Liechtenstein nicht präsent – war ich von dem gesamten See, der im Französischen seinen Namen übrigens einer im deutschen Teil am See gelegenen Stadt als „lac de Constance“ zu verdanken, hat, sofort angezogen. Umso mehr freue ich mich nun, dass ganz aktuell im Gmeiner-Verlag „Schaurige Orte am Bodensee“ von Lutz Kreutzer als Herausgeber erschienen ist. In dieser Anthologie findet man zwölf gruselige Geschichten von zwölf verschiedenen Autorinnen und Autoren, welche an den unterschiedlichsten Orten rund um den Bodensee spielen – einzig Lichtenstein ist zwar in keiner Geschichte als Schauplatz, aber immerhin in Form von Doris Röckele, welche in Liechtenstein wohnt, als Verfasserin einer sehr gelungenen Geschichtevertreten.
Besonders reizvoll an allen Kurzgeschichten ist die Tatsache, dass der Schauplatz der Handlungen jeweils an ganz realen Orten wie z.B. dem österreichischen Bregenz, dem deutschen Uhldingen oder auch dem schweizerischen Rorschach besteht. Die dazu erzählten Geschichten sind jedoch bunt gemischt, mal schließen sie sich an Legenden und bis in die Steinzeit zurückgelegene Ereignisse an, mal berichten sie ganz aktuelle Anekdoten aus dieser Region. Damit man alle einzelnen Schauplätze problemlos den jeweiligen Geschichten zuordnen kann, findet man gleich zu Beginn des Buches eine sehr übersichtliche Karte mit allen wichtigen Orten am Bodensee.
Daran schließt sich die erste Kurzgeschichte an, welche von einem ganz besonderen Sommer im Jahr 1945 berichtet. Dabei wird jede einzelne Geschichte durch einige sehr interessante historische oder auch lokale Informationen zu dem jeweiligen Handlungsort eingeleitet, bevor man sich dann in so unterschiedliche und mit viel Herzblut verfasste Geschichten stürzen kann. Empfinde ich die Fährverbindungen auf dem Bodensee immer als sehr angenehm, wird man wohl das nächste Mal, wenn man es nach der Lektüre der Kurzgeschichte „Der See und die Fähre“ wagen sollte, eine Abkürzung vom deutschen Lindau in das schweizerische Romanshorn in Form einer Schiffverbindung zu nehmen, nicht umhin kommen, an die grausig spannende Geschichte von Matthias Bieling mit einem Schaudern über den Rücken zu denken und wahrscheinlich auf die Abwesenheit vom Abendnebel zu hoffen, zumindest dann, wenn man irgendwie Dreck am Stecken haben sollte.
Sind von dem promovierten Naturwissenschaftler Lutz Kreutzer bereits über ein Dutzend an Büchern über die unterschiedlichsten schaurigen Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar auf Mallorca erschienen, besteht die berechtigte Hoffnung, dass wir uns ganz bald auf weitere schaurig-spannende Geschichten aus dem In- und Ausland freuen können. Sehr schön fände ich dabei z.B. auch Orte in Frankreich oder auch Italien. Die präsentierten Kurzgeschichten sind vom Inhalt und Schreibstil genauso breitgefächert wie alle am Bodensee liegenden Orte, vereint werden sie jeweils durch eine stets spannende Geschichte sowie eine fesselnde Erzählweise.
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