Silvia Tennenbaum

 4.7 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Straßen von gestern, Rachel, die Frau des Rabbis und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Silvia Tennenbaum

Silvia TennenbaumStraßen von gestern
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Straßen von gestern
Straßen von gestern
 (14)
Erschienen am 15.02.2012
Silvia TennenbaumRachel, die Frau des Rabbis
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Rachel, die Frau des Rabbis
Rachel, die Frau des Rabbis
 (1)
Erschienen am 28.09.2017
Silvia TennenbaumRachel, die Frau des Rabbis
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Rachel, die Frau des Rabbis
Rachel, die Frau des Rabbis
 (0)
Erschienen am 15.09.2010
Silvia TennenbaumStraßen von gestern
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Straßen von gestern
Straßen von gestern
 (0)
Erschienen am 01.03.2012
Silvia TennenbaumRachel, the Rabbi's Wife
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Rachel, the Rabbi's Wife
Rachel, the Rabbi's Wife
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Erschienen am 01.12.1977
Silvia TennenbaumDe Wertheims / druk 1
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De Wertheims / druk 1
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Erschienen am 17.03.2015

Neue Rezensionen zu Silvia Tennenbaum

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Vorleser2s avatar

Rezension zu "Rachel, die Frau des Rabbis" von Silvia Tennenbaum

Ein Stück Zeitgeschichte
Vorleser2vor 9 Monaten

Rachel Sonnsheim ist nicht glücklich. Mit ihrem Mann Seymour und ihrem Teenager-Sohn Aron lebt sie in einem Vorort von New York auf Long Island.
Seymour ist Rabbiner in Gateshead und Rachel hasst die finanzielle und emotionale Abhängigkeit von der jüdischen "Vorstadtgemeinde" und deren engstirnigen Ansichten. Früher ging man zusammen auf die Straße, um gegen Rassismus und Vietnamkrieg zu demonstrieren. Jetzt haben die konservativen, angepassten Gemeindemitglieder die Oberhand gewonnen. Eigentlich ist Rachel Malerin und ihr Atelier ist im morschen Dachgeschoss ihres alten Hauses. Nur das sie viel zu selten Zeit zum Malen hat, alle stellen Forderungen an sie als Ehefrau, Mutter und Rebbezin. Dabei verbringt Rachel ihre Zeit am liebsten in ihrem Atelier oder mit Sandwich, Budweiser und Skizzenbuch am Strand.
...


Die Situation spitzt sich zu als Seymours Wiederwahl als Rabbiner ansteht. Nur ein kleiner Kreis unterstützt ihn in seinen fortschrittlichen Ansichten und Rachel ist ihm keine Hilfe dabei, die Stimmen der Gemeindemitglieder zu gewinnen.

Tennenbaum beschreibt den typischen Fall eines Ehepaars, das sich im Laufe ihres Ehelebens - hier sind es 20 Jahre - auseinander entwickelt hat und das eigentlich mit einem anderen Partner besser dran wäre. Rachel will und kann für Seymour nicht die passende Rebbezin sein. Seymour nimmt sich selber viel zu wichtig als das er Rachel eine Unterstützung als Malerin sein könnte. Eigentlich könnte die Gemeinde  doch Stolz darauf sein, eine Künstlerin zur Rebbezin zu haben, aber Vorurteile und Kommunikationsschwierigkeiten auf beiden Seiten machen ein gegenseitiges Verständnis unmöglich.

Silvia Tennenbaum war über 30 Jahre die Frau eines Rabbiners und ihr Roman ist autobiographisch gefärbt. Sie erzählt aus dem Leben einer jüdischen Gemeinde und beschreibt ein Stück Zeitgeschichte, wobei sie Rachel nie aus den Augen verliert. Ein wunderschöner Roman über eine starke Frau, der in einer sehr schönen Sprache geschrieben ist.

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leseleas avatar

Rezension zu "Straßen von gestern" von Silvia Tennenbaum

Ein Meisterwerk!
leseleavor 4 Jahren

"Die jüdischen Buddenbrooks" titelt die FAZ und fängt damit den Inhalt des Buches treffend ein - und doch bietet dieses Buch so viel mehr, dass es mir schwer fällt, seinen Sog, den es auf mich ausübt, in Worte zu fassen und meine fünf Sterne (ich würde mehr geben, wenn ich könnte) für potentiell interessierte Leser angemessen zu begründen.

Straßen von gestern ist die Geschichte der jüdischen Familie Wertheim, deren Mitglieder in diesem Buch vier Generationen umfasst und mit denen der Leser alle (jedoch auf unterschiedlich starke Weise) in Berührung kommt. Gleichzeitig ist Straßen von gestern aber auch eine Geschichte über das 20. Jahrhundert, eine Geschichte über Deutschland in dieser Zeit und speziell der Stadt Frankfurt. Es thematisiert den wirtschaftlichen Aufschwung, zwei Weltkriege, die Judenverfolgung, aber auch die sozialen Veränderungen, die über die Generationen hinweg sichtbar werden und fängt die kulturelle Atmosphäre, die Bohème der 1920er Jahre ein. Der Leser wird "bombardiert" mit einem Kaleidoskop von menschlichen Charakteren, menschlichen Lebensweisen und den unterschiedlichen Facetten der "jüdischen Identität". Dabei ist das Buch jedoch nie aufdringlich oder erdrückend: Die Sprache ist klar und einfach, leicht verständlich und verzichtet weitgehend auf poetische Formulierungen. Sie schafft es mühelos das Frankfurt des 20 Jahrhunderts und die einzelnen Mitglieder der Familie Wertheim eindringlich vor den Augen der Leser zu erschaffen - und letztendlich auch zu zerstören.

Das Buch ist über 650 Seiten lang, die Seiten sind dünn, die Schrift klein und trotzdem ist hier, meiner Meinung nach, kein Wort zu viel und keine Szene überflüssig. Von der ersten bis zur letzten Seite ist alles so, wie es sein soll und zum Ende hin setzen sich alle kleinen Teile zu einem großen Ganzen zusammen, sodass der Leser schließlich das Monument eines ganzen Jahrhunderts in den Händen hält.

Ich kann jedem, der sich für die oben geschildete Zeit und die oben skizzierte Thematik interessiert, empfehlen: Lest dieses Buch! Ich hoffe, es hinterlässt bei euch einen ähnlichen unfassbaren Eindruck wie bei mir!

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