Silvia Tschui

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Jakobs Ross und Jakobs Ross.

Lebenslauf von Silvia Tschui

Silvia Tschui wurde 1974 in Zürich geboren. Sie studierte Germanistik, absolvierte die Fachklasse Visuelle Gestaltung an der ZHdK und erwarb 2000 das Lehrdiplom Oberstufe. 2003 machte sie ihren Bachelor in Grafikdesign und Animation an Central St. Martins College in London und arbeitete vier Jahre als Animationsfilm-Regisseurin bei RSA Films in London. 2004 wurde ihre Arbeit mit dem British Animation Award ausgezeichnet. Zurück in der Schweiz, arbeitete sie als Grafikerin, Journalistin und Redaktorin und schloss 2011 ihr Studium am Institut für literarisches Schreiben mit dem Bachelor ab. Zurzeit arbeitet sie als Redaktorin in Zürich bei Ringier. Jakobs Ross ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Silvia Tschui

Cover des Buches Jakobs Ross9783312006236

Jakobs Ross

 (3)
Erschienen am 03.02.2014
Cover des Buches Jakobs Ross9783863460587

Jakobs Ross

 (0)
Erschienen am 01.04.2015

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Rezension zu "Jakobs Ross" von Silvia Tschui

Ein Höllenritt
anushkavor 6 Jahren

Schweiz, 19. Jahrhundert: Elsie arbeitet als Magd in einem guten Haus. Ihre Flausen, nämlich ihre Musikalität, werden von den anderen Dienstboten wenig geduldet. Doch dann wird die Tochter des Hausherrn auf Elsies Talent aufmerksam und Elsie beginnt von einer besseren Zukunft zu träumen. Als Elsie jedoch vom Hausherrn schwanger wird, zerschlagen sich diese Träume und Elsie wird dem Pferdeknecht Jakob zur Frau gegeben. Ihre Liebe zur Musik kann sie jedoch nicht vergessen und stürzt damit sich und andere ins Unglück.

Eines muss ich den begeisterten Stimmen lassen: dieser Roman hat tatsächlich eine "ungeheure Wucht". Und auch die Vergleiche mit Gotthelf sind keineswegs weit hergeholt. Von der Düsternis her hat mich "Jakobs Ross" beispielsweise an "Die schwarze Spinne" erinnert. Zwischen dem harten Leben in den schweizer Bergen und der Unfreiheit einer Frau spinnt Silivia Tschui auch noch eine dunkle Magie, geradezu Mystik. So wird Elsie beispielsweise verflucht und ist dazu verdammt, in ihrem Inneren in einem finsteren Wald umherzuirren, ohne den Weg hinaus und zurück zur Außenwelt zu finden.

In diese Geschichte lässt sich sicherlich viel hineininterpretieren und mit seinen lediglich rund 200 Seiten bietet dieses Buch so viel, das andere Bücher auf 500 Seiten und mehr nicht schaffen. Gleichzeitig fühlte ich mich nach dem Lesen sehr erschöpft, als hätte ich den Höllenritt der Figuren und ihr ständiges Unglück am eigenen Leib erleben müssen. Diese finstere Geschichte wurde auch nicht eben dadurch vereinfacht, dass sie durchweg im Schweizer Dialekt geschrieben ist. Manches Mal musste ich mir die Bedeutung ganz Absätze einfach selbst zusammenreimen. Das war schon ziemlich anstrengend und ein kleiner Hinweis darauf irgendwo vorab hätte mich besser darauf vorbereitet.

Dadurch, dass das Buch sowohl inhaltlich als auch stilistisch meiner Meinung nach recht anstrengend war und ich sowieso noch nie ein Fan von Gotthelf gewesen bin, fällt meine Bewertung nicht sonderlich positiv aus. Andererseits bin ich fasziniert davon, dass es solche Bücher heute überhaupt noch gibt und wie gut es der Autorin gelungen ist, Gotthelf nahezukommen. Daher gibt es von mir letztlich 3 von 5 Sternen.

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