Silvija Hinzmann Der Duft des Oleanders

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Inhaltsangabe zu „Der Duft des Oleanders“ von Silvija Hinzmann

Der Balkan-Krimi im Wieser Verlag! Die spätsommerliche Idylle ist trügerisch. Vor der malerischen Kulisse von Rovinj und anderen Orten in Istrien bewegt sich Joe Prohaska am Rande der Legalität, und doch kann er nicht anders, als der Wahrheit auf den Grund zu gehen, die die späten Opfer und Täter des Krieges in Ex-Jugoslawien miteinander verbindet. Joe Prohaska, ehemaliger Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart mit deutsch-kroatischen Wurzeln, lebt seit seiner Frühpensionierung in einem winzigen Dorf in der Nähe von Rovinj. Er ist gerade stiller Teilhaber eines kleinen Fotoladens geworden, den sein Jugendfreund Ivo betreibt. Prohaska möchte künftig nur noch als Fotograf arbeiten und eine Istrien-Monografie herausbringen. Doch eines nachts wird er Zeuge eines Überfalls.

Vergangenheit und Gegenwart an der istrischen Küste wunderbar aufgearbeitet und in einem wunderbaren, bildreichen Krimi verpackt.

— RitaLeseviel
RitaLeseviel

Eine komplexe Geschichte, die mit einigen Klischees aufwartet

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Durchhalten lohnt: Zäher Anfang entwickelt sich zur spannenden Lektüre über einen pensionierten deutschen Polizisten in Kroatien.

— talisha
talisha

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  • "Der Krieg hat einen langen Arm"

    Der Duft des Oleanders
    RitaLeseviel

    RitaLeseviel

    19. August 2016 um 21:37

    Jäger, ein deutscher Journalist, treibt tot im Pool eines Hotels auf der istrischen Insel St. Katharina. Lucas tierischer Begleiter findet etwas Unerwartetes auf der Trüffelsuche und Joe Prohaska, ein ehemaliger deutscher Kriminalhauptkommissar, hilft einem jungen Mann, der  Ofer eines Angriffs wird. Zufälle? Joe Prohaska will es herausfinden, wird aber das ein oder andere Mal abgelenkt – von Nora, einer Frau, die ein Geheimnis umhüllt. „Der Krieg hat einen langen Arm“. Ehemalige Kriegsschergen der Balkankriege leben heute ein unbehelligtes, nicht immer legales Leben. Ihre Opfer haben sie vergessen, doch die Opfer haben die Taten in Erinnerung und sinnen auf Rache. Ein schwelender Konflikt, der die Narben der Vergangenheit stetig wieder aufreißt und ein Volk nicht zur Ruhe kommen lässt. Silvija Hinzmanns Balkan-Krimi setzt genau hier an. Als gebürtige Kroatin und Gerichtsübersetzerin kennt sie nicht nur ebenjenen von ihr beschrieben Landstrich an der Istrischen Küste ausgezeichnet, sondern kam im Rahmen ihrer Tätigkeit als Gerichtsübersetzerin häufig mit den Opfern von Gräueltaten, welche in Zeiten des Balkankrieges herrschten, in Kontakt. Herausgekommen ist dabei ein Roman, fern von Effekthascherei, der sowohl die Schönheit des beschriebenen Landstriches aufzeigt, als auch die Vergangenheit des Landes, welche nicht einfach unter dem neugewachsenen Gras verschwindet. Dreh- und Angelpunkt ist Joe Prohaska, der viele Eigenschaften seiner beiden Heimaten Deutschland und Kroatien verein. Seine Vergangenheit als ehemaliger Beamter und jetziger Frührentner ist dabei sowohl Fluch als auch Segen. Er weiß, wie die Menschen in diesem Landstrich ticken, wem sie sich anvertrauen oder nicht. Manchmal wirkt er wie ein einsamer Wolf, der alleine, jedoch nicht einsam, durchs Leben geht. Wenige gute Freunde und die Liebe zur Fotografie seiner Heimat zeichnen sein beschauliches Leben, bis alles durcheinander gerät. Unmöglich, vor den Geschehnissen die Augen zu verschließen, ermittelt Joe und bezieht den Leser in eine spannende Geschichte mit ein, welcher sich schwer zu entziehen ist. Die dabei vermittelten Hintergrundinformationen, der Status Quo des Landes, wird den ein oder anderen Leser sicher verwundern. Wie schon bemerkt, ist Silvija Hinzmann kein Freund von Effekthascherei. Sie arbeitet mit den Erfahrungen, welche sie durch Ihre Tätigkeit als Gerichtsübersetzerin gesammelt, wobei ihr Schreibstil alles andere als nüchtern wirkt. Wie das Coverbild des Romans, welches sie selber fotogarfiert hat, ist tritt die Geschichte langsam ins Licht und weist die Liebe zu ihrer istrischen Heimat auf, ohne verklärt zu wirken. Fazit: Ein durch und durch gelungener Krimi, welcher einen weiteren weißen Krimifleck von der Landkarte streicht. Nicht verwunderlich, dass Joe Prohaska bald erneut auf Ermittlungstour geht mit „Der Wanderer im Karst“. Leseempfehlung? Selbstverständlich! Für wen? Keine Einschränkung.

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    kubine

    kubine

    01. December 2015 um 16:48
  • "Einmal Bulle, immer BUlle"

    Der Duft des Oleanders
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Kriminalhauptkommissar Joe Prohaska verbringt seine Frühpension in einem kleinen Dorf nahe Rovinj. Joe ist eine Melange aus deutschen, tschechischen und kroatischen Vorfahren und ist mehrsprachig aufgewachsen. Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Ivo betreibt er ein kleines Fotostudio, will er doch einen Bildband seiner neuen/alten Heimat herausgeben. Unversehens gerät er in einen Kriminalfall. Er findet den angefahrenen Robert, den Einsiedler, der den Vorfall nicht der Polizei anzeigen will. Wie hängen der Mord am deutschen Journalisten Jäger, der sich mit Robert treffen wollte, dem Toten, den das Trüffelschwein ausgräbt und das mysteriöse Verschwinden der Mitarbeiterin des Fremdenverkehrsbüros zusammen? „Einmal Bulle, immer Bulle“ – diesem Motto treu, beginnt er nachzuforschen. Illegal natürlich, hat er doch in Istrien keine Befugnisse. Immerhin wird er von Commissario Rossi als Dolmetscher für die deutschen Beamten, die im Mordfall Jäger ermitteln, herangezogen. Welches Spiel treiben der undurchsichtige Unternehmer Drago Blagic und seine Handlanger? Prohaksa findet den roten Faden, der die Verbrechen verbindet. Zu Beginn ist der Krimi ein wenig chaotisch. Da werden dem Leser eine Menge Betroffene/Beteiligte vorgestellt. Doch das wirkt auf mich ein wenig ungeordnet. Allerdings passt Unordnung zum Balkan. Sind doch die politischen Verhältnisse nach dem Zerfall des Tito-Jugoslawiens und den Balkankriegen verwirrend. Bald lassen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge sortieren und ins rechte Licht rücken. Ein bisschen klischeehaft sind die Figuren von Drago Blagic und Nora angelegt. Er, der Ex-Soldat, der an diversen Kriegsverbrechen beteiligt war, untergetaucht und nun wieder als ziemlich dubioser Geschäftsmann oben auf schwimmt. Und Nora, ein Opfer, das späte Rache nehmen will. Die Autorin deutet die Lage der Bevölkerung während des Balkankrieges an. Die Kriegsverbrechen auf allen Seiten führen zu weiteren Racheakten und Verbrechen, die sich bis heute auf die Kriminalstatistik niederschlagen. Ein interessantes Debüt, das zwei Sätze wie ein Mantra häufig wiederholt: 1. „Den Konflikt hätte man auch anders lösen können“ und 2. „Einmal Bulle immer Bulle“ Die einzelnen Figuren könnten noch nachgeschärft werden.

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    • 2
  • Durchhalten lohnt: Nach wirrem Anfang wird es unterhaltsam

    Der Duft des Oleanders
    talisha

    talisha

    21. October 2015 um 22:06

    Da ich Krimis liebe, schau ich mich immer gerne nach neuen Fällen um, die an nicht so üblichen Orten und Gegenden spielen. Da kam mir im Sommer die Anfrage des Verlages gerade recht, denn Istrien ist Neuland für mich. Ich war gespannt! Leider war ich aber doch nicht so schnell mit Lesen wie gedacht. Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das eBook zur Verfügung stellte! Denn die Verspätung hatte einen Grund: Als ich die Lektüre zum ersten Mal in die Hand nahm, war ich ganz schnell durcheinander. So viele verschiedene Personen, denen ganz kurze Kapitel gewidmet werden - mein Kopf rauchte und so legte ich das iPad wieder zur Seite. Als ich mir den Krimi dann definitiv vornahm, sorgte ich vor, indem ich Notizbuch und Bleistift zur Hand nahm und mir all die Namen oder Merkmale der vorkommenden Personen notierte; Personen, die anfangs oft auch namenlos blieben. Ich mag das ja gar nicht, wenn ein Buchanfang derart kompliziert, ähm, vielfältig mit diversen Namen gespickt ist. Es stört den Lesefluss erheblich. Nun gut, meine Notizen fassten folgendes zusammen: Da hätten wir zuerst mal Jäger, ein deutscher Journalist, der aus anfänglich unbekannten Gründen nach Kroatien reist und dort jemand treffen will. Blöd nur, dass er vor dem Treffen ermordet wird. Luca Aquila und sein Trüffelschwein finden zusätzlich zu einigen Trüffeln eine Leiche im Wald. Sein Sohn Maurizio rät ihm zur Polizei zu gehen - obwohl man das Gefühl hat, dass auch Maurizio etwas zu verbergen hätte. Luca wendet sich nicht direkt an die Polizei, was auch ihn irgendwie verdächtig macht. Der 26jährige Robert wird angefahren - zum Glück taucht Joe Prohaska auf bevor noch Schlimmeres geschieht. Aber was verschweigt Robert? Auch Robert will nicht zur Polizei Anzeige erstatten. Wieso haben die alle Angst vor der Polizei? Prohaska ist ein ehemaliger deutscher Polizist mit kroatischen Wurzeln, der sich nach seiner Frühpensionierung in Istrien niederliess. Wüsste man nicht, dass er in dieser neuen Krimiserie der Ermittler sein soll, würde man auch ihm misstrauen. Prohaska will eigentlich nur fotografieren und stellt sich bereits ein Bildband sowie eine Ausstellung im Fremdenverkehrsbüro vor. Nora, die dort arbeitet, scheint ihm zu gefallen. Immerhin gibt es durch ihr Erscheinen einen Hinweis auf den Buchtitel. Doch auch sie ist sehr komisch drauf. Denn der Chauffeur Igor Busetta macht den reichen und unkoscheren Unternehmer Drago Blagic drauf aufmerksam, dass sich Nora mit einem Polizisten eingelassen hat. Auch Tomo, sein Butler und Schiffsführer, wird darüber informiert. Was der wohl für ein Spiel treibt? Nun haben wir die wichtigsten Protagonisten im Buch, ausser eventuell noch Kommissar Rossi. Er und Prohaska umkreisen sich anfangs wie misstrauische Hunde. Doch bald freunden sie sich an. Immerhin zwei, denn alle andern Personen bleiben undurchsichtig und scheinen gegeneinander zu agieren. Bald aber wurde mein Durcheinander im Kopf weniger, denn langsam verbanden sich die Fäden miteinander und man erahnte in welche Richtung es geht. Doch wer und wieso für all die Toten verantwortlich ist, löst sich erst gegen Schluss auf. Es lohnt sich das Chaos vom Anfang durchzustehen. Der Krimi entwickelt sich zu einer spannenden und unterhaltenden Lektüre mit teilweisem Bezug zum Kroatienkrieg. Auch witzige Szenen, wie z.B. Prohaskas nächtliches, unfreiwilliges Bad und das fehlende Benzin des Motorbootes mitten im Meer, fehlen nicht. Das Titelbild soll wohl die Altstadt von Rovinj darstellen. Ein Foto vom Hafen hätte meiner Meinung nach besser gepasst, da sich doch vieles in Hafennähe abspielt. Ich war noch nie in Kroatien, doch die Beschreibungen der Ortschaften machen glustig darauf sich Rovinj mal selbst anzuschauen. Leider tauchen vor allem gegen Schluss einige Layoutfehler auf. Es fehlen Worte in den Sätzen oder es gibt zu viele davon ;-) Da müsste der Lektor nochmals drüber lesen. Fazit: Ein gelungener Erstling! Hat man den wirren Anfang überstanden, macht es Spass Prohaska bei seinen mehr oder weniger offiziellen, und vor allem eigenmächtigen Ermittlungen zu begleiten. 4 Punkte.

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  • Mörderisches Istrien

    Der Duft des Oleanders
    awogfli

    awogfli

    Denis Scheck bezeichnete 2014 auf der Leipziger Buchmesse in seiner Sendung Druckfrisch den Regionalkrimi als “das schlimmste der deutschsprachigen Literatur – die Kloake der Genres“. Manchmal bzw. immer öfter hat er bedauerlicherweise Recht. Warum tue ich mir trotzdem hin und wieder ein derartiges Werk an? Weil man erstens überraschenderweise manchmal echte Perlen aus diesen regionalen Abwasserkanälen fischt und zweitens, wenn man die Gegend kennt, auch viele neue Tourismustipps bekommt. Dieser Roman hat sich durch den Klappentext auch noch zusätzlich als eine etwas tiefgründigere Geschichte präsentiert: Ein Regionalkrimi aus dem wunderschönen Istrien in der Gegend um Rovinj und als Hintergrund der Krimihandlung die Gräuel des Balkankrieges. Das klang nach einer spannenden Mischung. Erhalten habe ich einen sprachlich einigermaßen solide gemachten Roman mit liebevoll entwickelten konsistenten Figuren, sehr wenige Tourismustipps, einen Krimifall, der bedauerlicherweise sehr durchschaubar war und nur marginal in die Geschichte eingebaute Kriegsimplikationen und platte Klischees (ein brutaler ehemaliger Kriegsverbrecher, der wieder obenauf schwimmt und eine vergewaltigte Frau). Alles, was die Hauptakteure sonst noch zum Balkankrieg beitragen, ist der gebetsmühlenartig wiederholte Satz „Den Konflikt hätte man auch anders lösen können“. Ansonsten fällt der Autorin dazu leider nichts Zusätzliches ein. Keine tiefere philosophische Auseinandersetzung irgendeiner Figur mit dem Krieg, keine weitergehende Verwicklung mehrerer Ethnien, da hätte es enorm viel Potenzial gegeben, das ich mir vorstellen könnte. Fast scheint es so, dass sich die kroatische Schriftstellerin davor drückt, irgendjemandem nur im entferntesten auf die Zehen zu treten und Stellung zu beziehen und deshalb ist die Geschichte gar so neutral fabuliert. Leider macht man sich mit politisch korrektem neutralem Statement zwar viele Freunde im Leben, in der Literatur ist es aber nur langweilig. Hier wäre mehr Mut gefordert gewesen! Ein weiterer sehr persönlicher Ärgerfaktor ist für mich die Verknüpfung von romantischer Frauenliteratur mit dem Genre Krimi. Wenn das auch bei einigen im weiblichen Zielpublikum sehr gut ankommt, drehen sich bei mir in diesem Fall immer die Zehennägel auf, wenn der verwitwete Kommissar schmachtend und lüstern zwischen der Femme fatal und der Nachbarin durch die Geschichte stolpert. Bianca Plot bzw. -rhetorik und Mord & Totschlag. Wäh!!!! Ich sollte mir ins Stammbuch schreiben, entweder gar keine weiblichen Kriminalschriftstellerinnen mehr zu lesen (was sehr bedauerlich wäre), oder es wird nun endlich auf breiter Ebene die Kategorie Romantischer Krimi eingeführt, um die ich dann einen weiten Bogen machen könnte. Fazit: Mediokre leichte, seichte Krimiunterhaltung für die vom Verlag anvisierte Zielgruppe der Frauen mit Romantikaffinität Ein Feedback möchte ich dem Verlag noch mit auf den Weg geben: Wenn ein Taschenbuch sich beim ersten Lesen bereits in seine Einzelteile zerlegt, ist es leider das Geld nicht wert. Die Buchbindung ist katastrophal!!

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    • 3
    awogfli

    awogfli

    24. July 2015 um 16:19

    :-)