Silvina Ocampo , Adolfo Bioy Casares Der Hass der Liebenden

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Inhaltsangabe zu „Der Hass der Liebenden“ von Silvina Ocampo

«Hier haben wir den modernen Krimi, als es ihn noch gar nicht gab: die Tradition ins Innovative verkehrend» (Heinrich Steinfest) Kann man einen Menschen lieben, den man für einen Mörder hält? Diese Frage stellen in ihrem packenden Kriminalroman zwei Größen der modernen argentinischen Literatur: Adolfo Bioy Casares und Silvina Ocampo. Ihr einziges gemeinsames Werk, das noch nie zuvor ins Deutsche übersetzt wurde, erzählt von der Diskrepanz zwischen Schein und Sein und der zersetzenden Macht des Zweifels. In einem abgelegenen Hotel an der argentinischen Atlantikküste versammelt sich eine illustre Gesellschaft, darunter ein drogensüchtiger Arzt, ein rätselhafter kleiner Junge und zwei Schwestern, die den gleichen Mann lieben. Ein Mord geschieht. Kurz darauf bricht ein Sandsturm los, der das Hotel von der Außenwelt abschneidet. Eine drückende Atmosphäre des Misstrauens und der Bedrohung breitet sich aus. In der dämmrigen, stickigen Enge sind Phantasie und Wirklichkeit kaum noch voneinander zu unterscheiden. Schließlich gipfeln die gegenseitigen Verdächtigungen in einer Verfolgungsjagd durch die windgepeitschten Dünen… Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares spielen geschickt mit den Erwartungen des Lesers: Immer wieder wird er gezwungen, seine Vermutungen zu revidieren. Ihr hintergründiger, anspielungsreicher Krimi setzt sich dabei auf amüsante Weise über die Regeln des Genres hinweg.

Wunderbar ironischer, mit Rafinesse auf Leichtigkeit getrimmter, durchkomponierter Krimi. Gewitzt!

— Beust

Bemühtes intellektuelles Melodram, statt Kriminalroman, wie der Klappentext versprach. Für meinen Geschmack zu langatmig, zu banal.

— TheRavenking

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  • Rezension zu "Der Hass der Liebenden" von Silvina Ocampo

    Der Hass der Liebenden

    Wolkenatlas

    15. February 2011 um 09:40

    Mord in einem abgelegenen Hotel an der argentinischen Atlantikküste "Der Hass der Liebenden" ist der einzige gemeinsame Roman des schillernden argentinischen Schriftstellerehepaars Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares. Der in den 1930er-Jahren entstandene Kriminalroman ist ein Musterbeispiel der damals noch jungen Gattung des Kriminalromans. Ob Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares Agatha Christies ab 1920 veröffentlichte Romane mit Hercule Poirot als Protagonisten zum Zeitpunkt der Entstehung von "Der Hass der Liebenden" kannten, sei dahingestellt, der Protagonist dieses Romans könnte jedoch Hercule Poirots argentinischer Zwillingsbruder sein. Abgesehen davon weist dieser Roman eine weitere Ähnlichkeit mit Agatha Christies Romanen auf. Eine in sich geschlossene Gesellschaft, die in einem Hotel zwar nicht eingeschneit, aber durch einen Sandsturm abgeschnitten die Nachwirkungen eines Mordes erlebt. Ocampo und Casares tauchen die Krimihandlung jedoch in eine äußerst wirksame surrealistische Tinktur und erreichen so, dass die Konzentration auf den kriminalistischen Verlauf fast zur Nebensache wird. Zum Personal dieses Romans gehören der misanthropische Dr. Humbero Huberman und die Schwestern Emilia und Mary, die eine Musikliebhaberin, die andere Krimiübersetzerin. Auch die unterschiedlichen männlichen Begleiter der Schwestern sind locker in das Geschehen verwickelt, der eine, Dr. Cornejo, der freundliche Gesichtszüge und immerhin profundes Wissen über Meteorologie hat, und der andere, ein eher junger und dunkelhäutiger, in seiner Ausdrucksweise und Erscheinung vulgär, der natürlich nicht besonders geistreich auf Dr. Huberman wirkt. Auch ein mysteriöser Junge, Miguel, ist mit von der Partie. Das Hotel wird von Hubermans Vetter Esteban und seiner Frau Andrea geführt. Das Anwesen selbst ist ein im Sand versinkendes Gebäude, dessen Fenster sich durch die von außen angewehten Sandmassen nicht mehr öffnen lassen und mit einem Kellergeschoss, das wie eine Art Gruselkammer vom Feinsten scheint. "Wir waren in diesem Haus eingeschlossen wie in einem Schiff am Meeresboden oder, genauer gesagt, wie in einem U-Boot, das sich in den Grund gebohrt hat. Ich hatte das Gefühl, die Luft verringere sich auf beängstigende Weise. Überall fühlte ich mich derart unwohl, dass es im Zimmer der Toten auch nicht schlimmer sein konnte." Knapp vor dem Mord erleben alle Hotelgäste ein surreal-absurdes Abendessen, das darin gipfelt, dass Mary Emilia gegen ihren Willen zum Musizieren zwingt. Mit bewusst dramatischer Geste inszenieren Ocampo und Casares in der Mordnacht einen sich permanent steigernden Sturm, der von gegen die Wände peitschendem Regen begleitet wird. Am Ende des Sturms steht der lapidar formulierte Satz: "Am nächsten Morgen war Mary tot." Nun verschwindet der somit als verdächtig geltende Miguel, und das Duo Raimundo Aubry, der Kommissar und Doktor Cecilio Montes, der Polizeiarzt, betritt die Szene. Interessanterweise hat das Duo Aubry - Montes keine Probleme, das Hotel zu erreichen. Aus dem Duo wird mit Dr. Huberman rasch ein Trio, das sich in endlos scheinenden, durch viel Essen und Trinken begleiteten Gesprächen dem Versuch widmet, des Rätsels Lösung zu finden. "Der Hass der Liebenden" ist ein Kriminalroman der vornehmen Haltung, der seine Charaktere oft steif, lachhaft und fast wie Karikaturen wirken lässt. Es ist auch ein Roman der Anspielungen, die großteils durch Fußnoten aufgeklärt werden. Und so ist man bald vom Absurden dieses Roman gefesselt, der sich des Kriminalromans locker bedient, um ein geistreiches, witziges Spiel mit den hier bereits klischeehaft lächerlichen Formeln einer noblen Mörderjagd zu inszenieren. Über den Ausgang dieser Mörderjagd schweigt der Rezensent im Interesse der Leser bewusst ... (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 01/2011)

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  • Rezension zu "Der Hass der Liebenden" von Silvina Ocampo

    Der Hass der Liebenden

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    21. October 2010 um 10:35

    In einem abgeschiedenen Hotel an der Atlantikküste Argentiniens treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander. Da ist zum einen der Erzähler dieser Geschichte Humberto Huberman, Arzt der Homöopathie und Schriftsteller. Der sonderbare und selbstverliebte Humbertus ist außerdem suchtkrank und übersteht die Tage nur mit „Arsenglobuli“. Weitere Gäste dieser besseren Gesellschaft sind ein verstörter Junge, der gerne Vögel ausstopft, Mary und Emilia, zwei Schwestern, die Hotelbesitzerin und ein entfernter Verwandter, der Patiencen legt. Bei einem Strandspaziergang begegnet Humbertus den anbetungswürdigen Schwestern. Eine davon stellt sich als ehemalige Patientin heraus. Als es beinahe zu einem Badeunglück kommt, begeben sich alle Beteiligten zurück ins Hotel. Dort beginnen die Schwestern kurzerhand einen heftigen Streit. Emilia verlässt darauf fluchtartig das Hotel. Wenig später wird Mary tot aufgefunden, sie wurde mit Strychnin vergiftet. Pikanterweise war sie Übersetzerin, von Kriminalromanen, eine Manuskriptseite wird irrtümlicherweise für einen Abschiedsbrief gehalten. Das große Rätselraten beginnt nimmt seinen Lauf. Jeder Gast gerät früher oder später in Verdacht. Ein Sandsturm setzt ein und alle Hotelinsassen und der bereits eingetroffen Kommissar, sind nun von der Außenwelt hermetisch abgeschnitten. Es ist heiß und stickig, die Zimmer können wegen des Sturmes nicht gelüftet werden. Alles wird unwirklich, die Konturen verschwimmen. Das Gefühl der Bedrohung wächst, Verdächtigungen und Mutmaßungen häufen sich wie Sanddünen im heftigen Sturm. Das bereits 1946 erschiene und einzige Gemeinschaftswerk des Ehepaares Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares, beide literarische Weggefährten von Jorge Luis Borges, ist nun zum ersten Mal in deutscher Sprache erschienen. Dieser meisterhafte Krimi der beiden Größen der argentinischen Literatur des 20. Jahrhunderts erzählt mit Raffinesse und feiner Ironie von den Verwicklungen und Verstrickungen bei der Suche nach einem Mörder. Dabei wird gekonnt die Frage aufgeworfen, ob man einen Menschen, den man für einen Mörder hält, lieben kann. Anspielungsreich und elegant wird der Leser bzw. die Leserin stets an der Nase herumgeführt, dabei werden fälsche Fährten gelegt und Erwartungshaltungen aufgebaut. Die verwirrenden Zusammenhänge und Verwicklungen und die damit einhergehende Verschmelzung von Realität, Einbildung und Traum der Protagonisten lassen einen gerne im Dunklen tappen. Doch am Ende ist die Lösung viel einfacher als erwartet. „Ich bin ein Literat und Leser und habe, wie es Menschen meines Schlages so oft ergeht, die Realität mit einem Buch verwechselt.“ Dieses Zitat aus dem Ende des Buches spricht Bände. Der wahrscheinlich literarischste Krimi dieses Herbstes 2010.

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  • Rezension zu "Der Hass der Liebenden" von Silvina Ocampo

    Der Hass der Liebenden

    Gospelsinger

    30. September 2010 um 19:00

    Es beginnt wie ein klassischer Krimi von Agatha Christie. Ein schrulliger Protagonist (der Ähnlichkeiten mit Poirot aufweist), Mord, eine feine Gesellschaft, die eingeschlossen wird (diesmal allerdings nicht vom obligatorischen Schnee, sondern von Sand) und jeder der Anwesenden ist ein potenzieller Schuldiger. Aber gleichzeitig ist dieser Krimi ganz anders. Er ist voller Literaturanspielungen, von einer Genauigkeit der Menschenbeobachtung, die an Jane Austen erinnert, und voller Irreführungen. Die Figuren und die Umgebung scheinen aus Zeit und Raum herausgehoben zu sein. All das ist wunderbar und amüsant geschrieben und hat mich sehr, sehr neugierig auf die argentinische Literatur gemacht.

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