In Auschwitz

von Sima Vaisman 
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In Auschwitz
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Inhaltsangabe zu "In Auschwitz"

Hart, unmittelbar, nahegehend: Das einzigartige Erinnerungsprotokoll einer Ärztin aus Auschwitz. Acht Tage nach der Befreiung niedergeschrieben. Sima Vaisman überlebte Auschwitz als Ärztin unter Mengele und wollte gleich nach der Befreiung durch die Rote Armee festhalten, was sie gesehen und erlebt hatte. Sie fühlte sich verpflichtet, das Grauen zu dokumentieren, solange sie es noch frisch im Gedächtnis hatte. So ist ein Text entstanden, der ohne Pathos, ohne historische Reflexion und mit möglichster Klarheit den alltäglichen Schrecken von Auschwitz noch unter dem Eindruck der Ereignisse auf ­engem Raum zusammenfaßt – der Bericht einer intelligenten Frau, die das Unfaßbare in seltener, erschütternder Dichte protokolliert hat. Nach der französischen, amerikanischen und italienischen Ausgabe erscheint dieses ungewöhnliche Dokument nun erstmals auf Deutsch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783940357083
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:94 Seiten
Verlag:Lilienfeld Verlag
Erscheinungsdatum:11.09.2008

Rezensionen und Bewertungen

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    WinfriedStanzickvor 5 Jahren
    Ein erschütterndes Dokument


     

    Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus dem befreiten Vernichtungslager Auschwitz begann Sima Vaisman diese nun einem deutschen Publikum vorgelegten Erlebnisse aufzuzeichnen. Lange Zeit waren sie verschollen und wurden nach ihrer Wiederentdeckung 1990 von Serge Klarsfeld in der Zeitschrift "Le Monde juif" erstmals veröffentlicht.

    Am 20. Januar 1944 wurde die Dentistin Sima Vaisman mit dem Transport Nr. 66 von Drancy nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Zuvor war sie wie so viele andere Juden nach Südfrankreich geflüchtet, wo sie sich in Lyon sicher wähnte. Doch die französische Vichy-Regierung ruhte nicht, bis auch diese Flüchtlinge identifiziert, verhaftet und deportiert waren. Ein in Frankreich bis heute nicht wirklich bearbeitetes Thema.

    Da der kurze Text sehr zeitnah an die schrecklichen Erlebnisse im Vernichtungslager verfasst wurde, ist er von großer Unmittelbarkeit, die in der Übersetzung ins Deutsche nicht geglättet wurde.

    Sima Vaisman hat als Ärztin im Lager versucht, all den Menschen, die ihr begegneten zu helfen. Nach ihrer Befreiung hat sie wieder ihren Beruf als Dentistin aufgenommen und bis ins hohe Alter ausgeübt. Über ihre Erlebnisse in Auschwitz hat sie, wie die meisten Überlebenden, nie gesprochen.

    Auch gegenüber ihrer Freundin Eliane Neiman-Seati nicht, die 1983 diesen Text zufällig entdeckte und sie über die Jahre davon überzeugte, einer Veröffentlichung zuzustimmen. 1997 ist Sima Vaisman gestorben. Ihre Freundin schreibt:
    "Sie war eine Persönlichkeit, eine Frau mit großer Energie, leidenschaftlich dem Leben, der Jugend, der Kunst und allem, was sich in der Welt -und vor allem in Israel- ereignete, zugetan. Sie war eine wunderbare Zuhörerin und Ratgeberin, eine weise Frau, die bis zu ihrem Lebensende von Freunden und jungen Menschen umgeben war. Sima hat bei allen, die sie kannten, einen Eindruck unzerstörbarer Kraft hinterlassen, Sie liebte große Bäume und war auf ihre Weise einer jener Eichen, die man nicht mehr fällen kann.'"

    Das Nachwort von Serge Klarsfeld ordnet den Text historisch ein und vergleicht ihn mit anderen Zeugnissen von Auschwitz-Überlebenden.
    Dem kleinen Lilienfeld-Verlag sei gedankt für diese Veröffentlichung.

     

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Kurzmeinung: ... einmal mehr bin ich zutiefst erschüttert!
    Rezension zu "In Auschwitz" von Sima Vaisman

    Die jüdische Ärztin Sima Vaisman ist 41 Jahre alt, als sie nach ihrer Verhaftung im Dezember 1943 zu Beginn des folgenden Jahres von Frankreich nach Auschwitz-Birkenau deportiert wird. Sie überlebt die erbarmungslose Vernichtungsmaschinerie des Nazi-Regimes. Acht Tage nach ihrer Heimkehr schreibt sie einen erschütternden Bericht ihrer Lager-Erfahrungen nieder, um das Geschehene zu verarbeiten und für die Nachwelt festzuhalten.
    Ein eindringliches Zeugnis gegen das Vergessen.
    Ein Mahnmal für alle Unbelehrbaren.
    Ein Denkmal für alle Opfer.

    Im Jahr 1990 veröffentlichte Serge Klarsfeld in der französischen Zeitschrift „Le Monde juif“ Sima Vaismans Text zum ersten Mal und versah diesen dort mit Anmerkungen. Nun ist das bewegende Zeugnis jener tapferen Frau zu Recht auch in Buchform erschienen, um uns die grausame Wahrheit neu vor Augen zu führen und das Erinnern wach zu halten.
    Schon viel ist aus zweiter und dritter Hand geschrieben worden über die Gräueltaten des Dritten Reiches. Renommierte Historiker, Philosophen, Theologen – sie alle versuchen sich dem zu nähern, was in dieser Zeit an Schrecklichkeit und abgrundtiefer, unmenschlicher Bosheit dem jüdischen Volk und vielen anderen für lebensunwert Erklärten angetan wurde. Aber nichts kann eindringlicher und nachhaltiger Zeugnis davon geben, als der Bericht jener, die unmittelbar in die Lebenswelt der Vernichtungslager hinabgestoßen wurden. So schreibt auch Klarsfeld im Nachwort zu seiner Veröffentlichung: „Kein Reporter der Welt hätte wie Sima Vaisman auf achtzig Seiten, mit hunderttausend Zeichen schildern können, welche Hölle die Juden auf Erden erlitten. Kein Reporter, kein Schriftsteller, kein Historiker – nur ein Zeuge und einer der ersten Stunde …“

    Sima Vaismans Text ist von großer Unmittelbarkeit. Sie beschreibt das Lager sehr detailliert, ohne den genauen Plan wirklich kennen zu können. Sie selbst bekam ja nur den Teil Birkenaus zu sehen, der mit ihrem dortigen direkten Lebensumfeld zu tun hatte. Ihr Erinnerungsprotokoll konzentriert die unvorstellbar grausamen Erfahrungen, lässt sie auf diese Weise so ungemein eindrücklich und unvergesslich werden. Sima Vaisman berichtet von den ungeheuerlichen und unmenschlichen Lebensbedingungen und der unbarmherzigen Aussortierung der für die Arbeit wertlosen Kinder, Alten und Kranken. Sie schildert die Kollaboration Mitinhaftierter ebenso wie den unbändigen Kampf aller, das eigene Leben zu retten. Sie lässt die Flammen der Getöteten und Verbrannten aufsteigen als einen Ruf nach Vergeltung und Gerechtigkeit. Zuletzt erzählt sie von der Evakuierung Auschwitz‘, dem furchtbaren stunden- und tagelangen Fußmarsch hin nach Mecklenburg, auf dem noch viele sterben mussten ... Und bei all dem keine klagenden Worte über sich selbst und ihr Schicksal, sondern tiefes Mitgefühl für das Schicksal ihrer Leidensgenossinnen. Welch tapfere Frau!
    „Wie können wir danach weiterleben? Nichts als der Haß gibt uns diese Kraft, die Hoffnung, vor unseren eigenen Augen das Naziregime stürzen zu sehen, die Hoffnung, daß wir eines Tages der Welt der Lebenden helfen werden, die Rückkehr dieser Verbrechen zu verhindern!“ So schreibt Sima Vaisman in der Mitte ihres bewegenden Protokolls. Den Sturz des Naziregimes durfte sie mit eigenen Augen erleben. Möge auch ihre Hoffnung erfüllt sein und bleiben, dass das grausame Lebensschicksal dieser Vielen uns ein ewiges Mahnmal ist!

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    Jades avatar
    Jadevor 5 Jahren

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