„Sie wollte, dass ich dünn bin, damit alles leichter wird. Weiß, damit alles leichter wird. Hetero, damit alles leicht, leicht, leicht ist. Sodass, anders als bei ihr, niemand je mein Recht in Frage stellen würde, hier zu sein, in Amerika.“
Sabrina Imbler erzählt in „So weit das Licht reicht“ in zehn verschiedenen Geschichten von Besonderheiten der Kreaturen der Tiefsee und beleuchtet damit den Weg zur Person, die they heute ist. Dabei vereint Imbler geschickt biologische Sachverhalte mit persönlichen Erinnerungen und schreibt einfühlsam über das Leben als queere Person of Color in den USA.
Auch wenn der Wechsel in den Kapiteln zwischen Tiefsee-Fakten und their Memoiren auf den ersten Blick nicht zusammenhängend erscheinen mag, so haben sie doch einen gemeinsamen Nenner: die Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Lebens.
Die Essays sind mal düster, mal lyrisch, aber stets durchdrungen von einer eindringlichen Intensität. Die von Imbler angesprochenen Themen – von Schmerz und Schönheitsidealen bis hin zur Selbstentdeckung und rassistischen Erfahrungen – haben mich emotional sehr berührt. Verbunden mit den Informationen zu den unterschiedlichsten Meerestieren war dieses Buch einfach großartig! Das Kapitel zur lila Oktopusmutter fand ich besonders interessant. Sabrina Imbler umarmt mit diesem Buch die Dunkelheit als Bestandteil des menschlichen Daseins und verwandelt sie literarisch mit beeindruckender Tiefe. Und: das Cover ist einfach richtig schön und hat eine ganz besondere Haptik.



