Simon Bartsch Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

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Inhaltsangabe zu „Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte“ von Simon Bartsch

Jan ist verliebt in Laura. Ein Teufelsweib! Sie macht die lustigsten Grimassen, schreit die tollsten Ausdrücke und mit ihr kann man einfach Pferde stehlen gehen. Und Geld. Denn mit der jungen Frau raubt der etwas einfältige Jan „unfreiwillig“ eine Bank aus. Unfreiwillig, weil Laura unter dem Tourette-Syndrom leidet.
Das ungleiche Paar macht sich mit der Beute auf eine Reise durch halb Europa. Ob als versehentlicher Drogenkurier in Brüssel, Roof Climber auf dem Eifelturm oder Karnevalsprinz vor dem Buckingham Palace – Jan ist bei seinen Aktionen stets in seinem Element und bei seinen Schilderungen im eigenen Blog sehr ausführlich.
Doch die plötzliche Berühmtheit reizt auch düstere Gestalten. Welche Rolle spielt der gemeinsame Psychologe von Laura und Jan in diesem Spiel? Was hat es mit dem findigen Journalisten Günter auf sich? Und warum verschwindet Laura ganz plötzlich mitsamt der Beute?

Disability meets Comedy - Klare Empfehlung für einfühlsame Leser.

— Sir-Energy

Wie aus einem Tick ein Banküberfall wurde

— kleinemaus2013

Wer "Forrest Gump" liebt, wird auch Jan Lehmann in sein Herz schließen :-)

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Brisantes Thema trifft Roadtrip. Interessante Mischung, die jedoch etwas schwächelt.

— susanna_montua

Ein Buch, in dem es hervorragend gelungen ist Krankheit und Humor zu vereinen.

— Erdbeer_Torte

Eine Geschichte, die einem die Welt aus einer völlig anderen Perspektive zeigt. Wer Forrest Gump mochte, wird dieses Buch schätzen.

— Magpie
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  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Kurzmeinung zu Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    KruemelGizmo

    01. May 2017 um 18:12

    Inhalt: Jan ist verliebt in Laura. Ein Teufelsweib! Sie macht die lustigsten Grimassen, schreit die tollsten Ausdrücke und mit ihr kann man einfach Pferde stehlen gehen. Und Geld. Denn mit der jungen Frau raubt der etwas einfältige Jan „unfreiwillig“ eine Bank aus. Unfreiwillig, weil Laura unter dem Tourette-Syndrom leidet.Das ungleiche Paar macht sich mit der Beute auf eine Reise durch halb Europa. Ob als versehentlicher Drogenkurier in Brüssel, Roof Climber auf dem Eifelturm oder Karnevalsprinz vor dem Buckingham Palace – Jan ist bei seinen Aktionen stets in seinem Element und bei seinen Schilderungen im eigenen Blog sehr ausführlich.Doch die plötzliche Berühmtheit reizt auch düstere Gestalten. Welche Rolle spielt der gemeinsame Psychologe von Laura und Jan in diesem Spiel? Was hat es mit dem findigen Journalisten Günter auf sich? Und warum verschwindet Laura ganz plötzlich mitsamt der Beute? Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte stammt aus der Feder von Simon Bartsch. Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugenm denn es traf so gar nicht meinen Sinn für Humor. Die humoristischen Szenen wurden  immer unrealistischer und überzogener und es wurden ständig irgendwelche Klischees bedient, das es wirklich kaum noch Spaß machte der Geschichte zu folgen und ich mich wirklich gelangweilt habe. Mein Fazit Da jeder einen anderen Sinn für Humor hat, mag dieses Buch bestimmt auch begeistern, für mich war dieses Buch nicht das Richtige.

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    • 8
  • Being Jan Lehmann…

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    buchwanderer

    10. November 2015 um 16:11

    „… für mich gehören sie einfach zu Laura dazu und ich wäre traurig, wenn sie die richtige Medizin gegen diese Krankheit bekommen würde.“ (S.233)(1) Zum Inhalt: Jan Lehmann hat seine ganz eigene Sicht auf die Welt. Die Welt um ihn herum hat auch ihre eigene Sicht auf ihn, und die ist nicht die schmeichelhafteste: er ist nicht die hellste Birne im Leuchter. Jan’s offene, liebenswerte, kindhafte Art die Geschehnisse um sich herum zu sehen bringt ihn „aus Versehen“ in eine Situation, in der er dem ihm eigenen Moralkodex folgend in einen Strudel von Ereignissen gezogen wird, der mit einem recht unspektakulären Bankraub beginnt. Die anschließende Reise – oder ist es eine Flucht (?) – quer durch Europa beschert Jan ein Kaleidoskop an neuen Erfahrungen und „Freunden“ unterschiedlichsten Couleurs. Letztere bringen ihn mehr als nur einmal in prekäre Situationen, wobei einzig Laura ihm ein Fels in der Brandung und eine Verbindung zur „normalen“ Welt scheint. Als sie jedoch plötzlich aus seinem Leben verschwindet, bricht für Jan ein Teil seiner Selbst weg und sein Weg nach Hause ist weder einfach noch angenehm, denn dort erwartet ihn jene Realität, welcher wir als die Normalität wahrnehmen… Fazit: Simon Bartsch nimmt den Leser mit auf eine Reise aus der Ich-Perspektive des geistig retardierten Jan Lehmann. Die Story rund um den Bankraub ist dabei zwar eine Art Initialzündung, ein Ankerpunkt, ein Einstieg, jedoch führt der Hasenbau noch viel tiefer in die innere Welt Jan Lehmanns. Die staccatoartigen, einfachen kurzen Sätze, simple nachvollziehbare Moralkonstrukte, naive optimistische Grundhaltung und eine schier unerschütterliche Loyalität prägen einen, auf traurig rührselige Art und Weise sympathischen Antihelden. Und doch ist es genau diese präpotente Schubladisierung, gegen die Simon Bartsch ein- aber nicht auf-dringlich anschreibt. Das Doppelgestirn um welches sich die Handlung dreht – die am Tourette-Syndrom erkrankte Laura und der debile Jan Lehmann – arbeitet er meisterhaft heraus, ohne voyeuristisch zu sein. Jan gewährt dem Leser einen Blick auf die Welt nicht wie er sie sieht, sondern vielmehr wie sie auch gesehen werden kann… Die Erzählung ist an manchen Stellen zugegebenerweise etwas langatmig, entspricht in keinster Weise dem gängigen Klischee von Spannung, den der Titel suggerieren könnte, aber sie ist eine jener Geschichten, die berühren und den eigenen Standpunkt, den eigenen Blickwinkel hinterfragen lassen, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu moralisieren. Ausgesprochen lesenswert, jedoch bedarf es eines gewissen Maßes an Ausdauer und v.a. des Willens sich auf das Abenteuer einzulassen die Realität grundlegend anders wahrzunehmen… P.S.: Für dieses liebevolle Roadmovie konnten der Verlag und Simon Bartsch den InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom gewinnen.10% des Erlöses kommen dem Verband zugute. (1) Die Seitenangaben beziehen sich auf die PDF Ausgabe

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  • Ein besonderes HappyEnd

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    santina

    09. June 2015 um 22:32

    Zum Inhalt: Laura leidet unter dem Tourette-Syndrom. Mit ihren Grimassen und Ausrufen sorgt sie immer wieder für aussehen. Nur Jan, der ein wenig begriffsstutzig ist, findet sie klasse und kann herrlich über sie lachen. Die beiden rauben – tatsächlich aus Versehen – eine Bank aus. Laura möchte das Geld zurück geben, aber Jan sieht endlich eine Chance, seinen Vater zu finden, den er zwar nicht kennt, der ihm aber immer wieder Postkarten aus den Ländern zukommen lässt, die er besucht. Zunächst möchte Laura am liebsten nach Deutschland zurückkehren und das Geld zurück geben, doch dann lässt sie sich breitschlagen, wenigstens eine Handvoll Orte zu besuchen, die Jan bisher nur von den Postkarten kennt. Und so begleitet Laura Jan auf einer verrückte Reise, die die beiden unter anderem auf den Eiffelturm und nach Malle führt. Doch mit seiner Naivität zieht Jan immer wieder Gestalten an, die sein Vertrauen missbrauchen und am Ende sind auch Laura und das Geld weg… Meine Gedanken zum Buch: Jan Lehmann ist Anfang 20. Einen Vater gibt es nicht. Seine Mutter hat ihm lediglich hin und wieder (unbeschriebene) Postkarten gegeben, die sein Vater ihm von seinen Reisen um die Welt geschickt hat. Schnell wird klar, dass Jans Intelligenz nur unterdurchschnittlich ist. Dass seine grenzenlose Naivität von vielen Menschen ausgenutzt wird, bemerkt er nicht einmal, denn er sieht in jedem immer nur Gutes. Ich habe Jan vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Laura leidet unter dem Tourette-Syndrom, ihre Ticks und Ausbrücke bezeichnet Jan als „Showeinlagen”, durch die er sich immer bestens unterhalten fühlt. Wo andere sich möglicherweise fremdschämen, sieht Jan nur eine Freundin, die ihm Spaß bereiten will. Simon Bartsch hat einen lockeren Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Was mich begeistert hat ist, wie er die mangelnde Intelligenz von Jan umsetzt. Ich stelle es mir nicht einfach vor, sich in einen Protagonisten hinein zu versetzen, der seine Welt mit einem kindlichen Gemüt wahrnimmt und das dann auch noch auf Papier zu bringen. So erzählt Jan beispielsweise davon, wie er mit dem Hund Pluto unterwegs ist und von einer Frau gefragt wird, was das für einer ist. „Ein Hund”, antwortet er. Sie erklärt ihm, dass sie das natürlich sehe und fragt nochmals, was genau es für ein Hund sei und er antwortet „Ein brauner Hund.” Viele weitere Ausschnitte, die einen tiefen Einblick in das Wesen von Jan bieten, sind auf der Facebookseite von Simon Bartsch zu finden. Der Autor schafft es immer wieder, dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und das ohne die geistige Unterentwicklung des Protagonisten oder das Leben mit Tourette-Syndrom ins Lächerliche zu ziehen, wobei er immer wieder mein Mitgefühl für den jungen Mann geweckt hat, dessen unerschütterliches Grundvertrauen immer wieder missbraucht wird. Gelegentlich ist das Buch etwas langatmig, was mich hin und wieder dazu verleitet hat, einige Abschnitte nur quer zu lesen. Aber es ist eine Geschichte, die mich berührt und begeistert und das der Autor zu einem besonderen Happy End geführt hat – der Epilog ist einfach grandios.

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  • Leserunde zu "Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte (Roman)" von Simon Bartsch

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Simon15

    Liebe Lesefreunde, kennt ihr eigentlich schon diesen Jan Lehmann? Nein??? Jan ist doch ein wahrer Tausendsassa. Und er ist verliebt in Laura. Ein Teufelsweib. Sie macht die lustigsten Grimassen, schreit die tollsten Ausdrücke und mit ihr kann man einfach Pferde stehlen gehen. Und Geld. Denn mit der jungen Frau raubt Jan „unfreiwillig“ eine Bank aus. Am 19. Februar ist mein zweiter Roman "Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte" im FeuerWerke Verlag erschienen. Den humorvollen Roman möchte ich gerne mit euch gemeinsam lesen und besprechen. Insgesamt werden 20 Bücher verlost (15 ebooks in den Formaten PDF, mobi oder ePub und außerdem 5 Taschenbücher). Wenn ihr Lust habt mitzulesen, könnt ihr euch bis Freitag, den 06.03.2015 bewerben. Dazu würde ich von euch gerne wissen, wie ihr zu dem Thema Humor und Krankheit steht und natürlich, wo ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Ich würde mich freuen, wenn in diesem Fall auch viele weitere Interessenten (gerade Nicht-Gewinner) an der Leserunden teilnehmen, da zehn Prozent des Erlöses an den InteressenVerband Tic und Tourette-Syndrom gehen. Unter allen Antworten entscheidet das Los. Ich freue mich auf Eure Antworten. Simon

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    • 120

    Simon15

    03. May 2015 um 23:26
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  • Europareise finanziert durch einen Bankraub

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    bine_2707

    24. April 2015 um 21:22

    Man denkt das geht nicht? Es geht wohl! Jan und Laura haben es uns bewiesen. Laura leidet unter dem Tourette Syndrom und Jan ist unsterblich verliebt in Laura. Als die beiden zur Bank Geld abheben wollten, geht Laura´s Tourette mit ihr durch und beide werden unfreiwillig zu Bankräubern und es klappt. Sie schnappen die Kohle und beschließen mit dem Geld diverse Orte in Europa anzusteuern. Aber können die beiden sich gegenseitig stützen und diesen Trip alleine meistern? Kommt man den Bankräubern auf die Schliche? Was erleben sie alles auf ihren Trip?   Viele Frage, die man nur beantworten kann, wenn man das Buch gelesen hat. Mir hat die Mischung aus Humor und der Einschränkungen von Jan und Laura gut gefallen. Die beiden haben mich gut unterhalten und ich fand es toll, die beiden auf ihrem Trip zu begleiten. Wobei ich am Anfang noch ein wenig skeptisch wegen ihrer Behinderung. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich das Buch gelungen finde und mir Jan richtig ans Herz gewachsen ist.  

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  • Humorvolle Reise durch Europa

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    kleinemaus2013

    21. April 2015 um 21:16

    Das Buch wird aus der Ich Perspektive von Jan Lehmann erzählt. Es erzählt von seinen Abendteuern mit seiner Freundin Laura. Jan ist geistig Behindert, Laura leidet am Tourette Syndrom. Dadurch geschieht auch der Bankraub. Aus einem “ Hände hoch, das ist ein Überfall“ wird für die beiden eine spannende Reise durch Europa, doch eigentlich war es nur einer von Lauras Ticks. Jan ist sehr naiv, wodurch er in so manche kritische Situation gerät. Lauras Ticks hält er für Showeinlagen. Er merkt nicht das sie eigentlich krank ist obwohl die beiden sich bei ihrem Therapeuten kennen gelernt haben. Das Buch ist witzig geschrieben aber einige Stellen sind traurig und manchen einen nachdenklich. Man bekommt einen Einblick in das Leben geistig Unterentwickelter und Menschen mit Tourette Syndrom. Ein wirklich empfehlenswertes Buch das ich bei ei er Leserunde lesen durfte.

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  • Jan und sein Abendteuer

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Baasies

    19. April 2015 um 21:01

    In diesem Buch wird erzählt, wie Jan "die Welt" entdeckt. Jan ist geistig behindert, er ist wie ein Kind. Sieht die Welt mit einer rosaroten Brille und ist einfach nur naiv. Er lebte mit seiner Mutter zusammen, die ihm "viel" beigebracht hat. Jan hat Laura kennengelernt. Sie leidet an Tourettsymtrom, dass weiß Jan aber nicht. Er denkt, dass die "lustigen Showeinlagen" für ihn sind. Über Lauras Vergangenheit weiß man nicht viel, aber über Jans seine auch nicht viel mehr. Die Zwei gehen in die Bank und dabei rauben sie "ausversehen" die Bank aus. Mit dem Geld will Jan ein paar Orte besuchen, wo sein Vater gewesen war. Also gehen die Zwei auf Reise. Laura fühlt sich nicht ganz wohl dabei. Sie besuchen Paris, Brüssel, Mallorca. Dabei erleben sie das eine oder andere Abenteuer. Zuletzt fliegt Jan auch noch alleine nach London. Die Geschichte ist schön erzählt aus Jans Sicht. Wie er die Welt mit seine Augen sieht. Seine naive Art, wie er versucht Probleme zu lösen... Ich finde manche Sachen, passen nicht so. Auf der eine Seite wird erzählt, dass er die kleinsten Sachen nicht kann zb. Weißbrot toasten, aber dann fliegt er allein nach London.. Dann sind Sachen, die passieren ständig, immer in bisschen andere Form zb. klauen oder Laura und Jan verlieren sich. Und dann sind Sachen, die ich merkwürdig finde zb. fällt der Rucksack ins Pinkelbecken, aber Jan darf ihn weiter mit nehmen ( mhmmm, lecker ). Trotzdem ist das Buch empfehlenswert.

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  • erstaunlich, beklemmend, und doch komisch

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Eva-Maria_Obermann

    14. April 2015 um 13:28

    Dass Laura Tourette hat, wird wohl den meisten schon beim Lesen der Inhaltsangabe klar. Jan allerdings weiß nichts davon und versteht es nicht so ganz. Denn auch Jan ist nicht das, was der Otto-Normalverbraucher „gesund“ nennt. Dafür sieht er die Welt mit einem sehr unverfälschten Blick. Das schlägt sich im Stil des Buches nieder, der mal spannend einen neuen Blickwinkel erzählt, mal grotesk das Leiden von Laura als Spaß für Jan zeigt und mal eher schwer zu lesen simpel auf der Stelle tritt. Für mich wird Jan darum auch nicht zur liebevollen Helden-Gestalt. Er raubt immerhin tatsächlich eine Bank aus und versteht keineswegs die Tragweite dieser Handlung. Mit kindlichem Gemüt zwar, aber auch einer egoistisch-naiven Einstellung geht er durch die Welt und hat im wahrsten Sinne des Wortes keine Ahnung. Unterhaltsam auf der einen Seite. Nachdenklich auf der anderen. Ein Blick – vielleicht – in die Welt anderer Menschen. Erschreckend ist dabei, wie Jan mitgespielt wird. Von Verkäuferinnen, die ihn ausnehmen wollen, Touristen, die ihn abfüllen und einem Journalisten, der ihn bloßstellt. Ganz zu schweigen von der Mutter, die ihn belog und dem Polizisten, der ihn bedroht. Keineswegs nur seichte Unterhaltung, sondern die erschütternde Wahrheit einer Realität, die eben nur „Normale“ kennen will. Jans Abenteuer sind darum auch teilweise einfach nur furchtbar, teilweise komisch und spannend. Er hangelt auf dem Eifelturm und wird dank seines Blogs über Nacht berühmt (wollen wir das nicht alle^^). Und wie es um die Suche nach der nie greifbaren Vaterfigur geht, geht es auch um die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, die in jedem Menschen liegt. Laura will er beeindrucken, Laura will er bei sich haben. Dass am Ende alles gut wird, ist mir von der realistischen Sicht aus schon wieder zu viel, zu abgehoben. Aus der literarischen wird dadurch aber das Ende rund. Der einfache Erzählstil Jans hat mir am Ende schon etwas den Spaß genommen (mea culpa), gleichzeitig aber auch den Blick etwas geschärft, für diese andere Sichtweise, die ich eben nicht habe und die es trotzdem gibt. Auf den ersten Blick darum eine leichte Lektüre mit Unterhaltungscharakter und verborgener Tiefe für alle, die über sich hinauswachsen wollen.

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  • Forrest Gump auf Deutsch

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. April 2015 um 18:19

    Inhalt laut Klapptext:Jan ist verliebt in Laura. Ein Teufelsweib! Sie macht die lustigsten Grimassen, schreit die tollsten Ausdrücke und mit ihr kann man einfach Pferde stehlen gehen. Und Geld. Denn mit der jungen Frau raubt der etwas einfältige Jan „unfreiwillig“ eine Bank aus. Unfreiwillig, weil Laura unter dem Tourette-Syndrom leidet. Das ungleiche Paar macht sich mit der Beute auf eine Reise durch halb Europa. Ob als versehentlicher Drogenkurier in Brüssel, Roof Climber auf dem Eifelturm oder Karnevalsprinz vor dem Buckingham Palace – Jan ist bei seinen Aktionen stets in seinem Element und bei seinen Schilderungen im eigenen Blog sehr ausführlich. Doch die plötzliche Berühmtheit reizt auch düstere Gestalten. Welche Rolle spielt der gemeinsame Psychologe von Laura und Jan in diesem Spiel? Was hat es mit dem findigen Journalisten Günter auf sich? Und warum verschwindet Laura ganz plötzlich mitsamt der Beute? Meine Meinung:Mich hat das sehr einfach und klar gehaltene Cover irgendwie angesprochen. Dann noch in Verbindung mit dem Klapptext und der Tatsache, dass der Autor aus Köln stammt … klare Sache: DAS Buch musste ich einfach lesen :-) Ich wurde nicht enttäuscht. Der vermutete rheinische Frohsinn beherrschte die komplette Story, obwohl die beiden Protagonisten ja eigentlich nicht zu belächeln sind! Die Eine mit Tourette-Syndrom, der Andere deutlich eingeschränkt, was seinen Intelligenzquotient anbelangt. Dennoch schafft es Simon Bartsch ganz hervorragend, die vielen unmöglichen Situationen in die Jan und Laura immer wieder geraten sprachlich so zu verpacken, dass ich mich als Leser bestens unterhalten fühlte, mehrmals laut auflachte und eigentlich ständig zwischen Fremdschämen und Mitleid schwankte. Der Schreibstil ist frisch und locker, immer aus der Sicht von Jan geschrieben und hat mich das Buch quasi in einem Rutsch verschlingen lassen. Mehrmals, eigentlich konsequent durch den kompletten Roman hindurch, hat man das Gefühl die deutsche Variante eines Forrest Gump in Händen zu halten. Dies wird nicht nur in folgender Szene mehr als deutlich: „„Lauf, Jan, lauf“, schreit Laura und ähnelt dabei einer Person, die ich mal in einem Film über einen lustigen Kerl mit Pralinen gesehen habe.“ Hin und wieder wurde es mir fast schon etwas zu viel „Forrest Gump“ und zu wenig „Jan Lehmann“, trotzdem finde ich diesen Roman insgesamt betrachtet sehr unterhaltsam und als fluffige Lektüre für zwischendurch durchaus geeignet. Am Ende ließ mich Jan dann DOCH etwas erstaunt zurück, als er bei einem Treffen mit einem Fan seines Blogs meine Vermutung teilte, dass es sich hierbei (sehr wahrscheinlich?) um seinen (ihm unbekannten) Vater handelte. Ein paar lichte Momente, die er zum klar Denken nutzen kann, gibt es dann wohl doch :-) Mein Fazit: Lesenswerte Lektüre für zwischendurch, die deutlich die Lachnerven angreift und … manchmal sogar …. zum Nachdenken anregt.

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  • Unterhaltsam mit ein paar Schwächen

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    susanna_montua

    03. April 2015 um 09:49

    Rezension von http://lesekatzen.blogspot.de Meine Meinung: Ob ich dieses Buch lesen möchte, darüber habe ich mir ein paar ausgiebige Gedanken gemacht. Zwei Menschen mit Behinderung. Tourette und allgemeine Inteligenzminderung, verwoben in einer (Liebes)Geschichte? Kann das gutgehen? Als ich dann auch noch sah, dass es auf "Schnulze der Woche" beworben wurde, dachte ich, okay, wagst das Experiment. (und habe ehrlich gesagt übersehen, oder verdrängt, dass es unter Humor/Reise auf der Verlagsseite angeboten wird). Das Cover ist irgendwie sehr einfach gehalten und lässt wenig Interpretationsspielraum, was mich erwarten wird, doch der Klappentext hilft mir ein wenig dabei und in mir entsteht das Bild einer turbulenten Liebeskomödie. Aber weit gefehlt. Der Reihe nach: alles wird erzählt von Jan Lehmann (21). Er lebt alleine, seine Familie ist tot/unauffindbar, und so kümmert sich Helmut um den Jungen. Ich muss schon sagen, Jan ist mir sympathisch, ja, ganz ehrlich. Seine Gedanken bringen mich hier und da zum Schmunzeln, ganz ohne diskriminierenden Hintergedanken ob seiner Krankheit bzw. Behinderung. Es ist einfach schön und nachvollziehbar dargestellt. Durch und durch naiv, aber so ist Jan eben. Seine Lebensumstände hingegen wirken sehr löchrig. Er hat einen Betreuer, den Helmut, wenn ich das richtig herausgelesen habe. Darüber hinaus ist Jan ja auch kein kleiner Bub mehr, bewohnt eine eigene Wohnung, in der jemand wohnt, Viktor, von dem er noch nicht mal mehr weiß, wie er an den geriet. Bei genauem Hinsehen, ist das eine sehr löchrige Konstellation, aber versuchen wir es einfach mal zu akzeptieren. Denn es gibt da ja auch noch Laura, die das Tourette Syndrom hat. Ebenfalls ein gebranntes Kind, doch sie weiß, wo der Hase langläuft, kennt ihre Krankheit und arrangiert sich damit. Was man von Jan leider nicht sagen kann, denn er hat keinen Schimmer, was mit Laura nicht stimmt. Er akzeptiert sie, wie sie ist und denkt dabei auch noch, sie mache all diese "Showeinlagen" zum Spaß. Gut, wie erwähnt, er ist nicht wirklich der hellste Stern am Firmament und spätestens da taumeln ein paar Schuldgefühle und Mitleid durch mein Oberstübchen. Es kommt, wie es kommen muss, aus Versehen, und zwar richtig aus Versehen, rauben die beiden, bzw. Jan eine Bank aus. Sicher eine der witzigeren Passagen in dieser Geschichte. Wenngleich das anschließende Prozedere nicht ganz Hieb und Stichfest ist. Bzw. wenn das so möglich ist, dann will ich demnächst auch eine Bank in Köln ausrauben ;) denn die Leistung, die die Polizei hier an den Tag gelegt hat ... Nun ... Sorry, nicht so glaubwürdig. Mehr noch, meiner Meinung nach hätte zumindest im kompletten Hauptteil dieser Banküberfall ersatzlos gegen ein Erbe, Lotteriegewinn oder ähnliches ausgetauscht werden können, weil er bis auf "wir müssen das Geld zurückgeben" keine weitere große Rolle spielt. Abgesehen davon, dass Jan ja Kohle braucht, um seine Weltreise zu starten. Und da geht es gerade weiter ... Wie ein Magnet zieht er das Chaos magisch an. Besser gesagt, die zwielichtigen Personen. Da geht es also gerade weiter. Ich bin gezwungen, mich darauf einzulassen, denn sonst wankt das komplette Gerüst der Geschichte. Nun wäre eigentlich der Moment gekommen, da der Roadtrip losgeht, turbulent, witzig und, war da nicht noch etwas von wegen Romantik? Ja, das fragte ich mich auch. Es wird zwar betont, wie toll Jan seine Laura findet, nur, dass das auf Gegenseitigkeit beruhen könnte, das ist etwas blass. Den Kuss, den ich gezeigt bekomme, ist einer, den ich bereits etliche Male gezeigt bekommen habe, ala "lass uns schnell küssen, um Verfolger abzuwimmeln" und daher leider weder mit Gefühl, noch sonst etwas besonderes. Und während Jan nun allerhand einstecken muss, weil er, salopp gesagt, einfach nicht der Hellste ist und ich echt etwas knatschig werde, ob der Ungerechtigkeit, lässt ihn auch noch Laura im Stich. Klar, das war vorhersehbar, sie wollte ja die Kohle zurückgeben, aber .... Wie soll ich sagen. Es las sich etwas zäh. Apropos zäh ... Okay, ich durfte Brüssel sehen, ich durfte Paris und Mallorca, ja sogar London sehen. Ich durfte auch einiges erleben, aber alles in allem, zog sich das dann doch etwas, obwohl Jan in den Orten selbst einige Dinge erlebte. Nur weiß ich bislang noch immer nicht, warum ich ihm überall zuschauen musste? Damit ich begreife, wie wenig er eigentlich versteht? Wie er denkt? Damit er authentisch wird? Ich weiß es nicht. Etwas Straffung hätte hier gutgetan. Aber es kommt dann doch endlich, wie es kommen muss. Die Polizei hat ihn, Helmut hat bemerkt, dass er besser aufpassen hätte müssen, der Arzt therapiert fleißig weiter und Laura ist auch wieder aufgetaucht und überrascht mich mit seichten Frühlingsgefühlen. Es kommt, jetzt endlich, zum richtigen Kuss, den ich, dank dem bisher Erlebten kaum glauben mag. Fazit: Ich hatte von Beginn an Sorge, dass dieser Spagat zwischen Roadtrip, Liebe und Behinderung in die Hose geht, weshalb ich mich so zierte. Aufgrund der Empfehlung von Schnulze der Woche, habe ich mir letztlich einen Ruck gegeben und konnte ein paar schöne Lesestunden erleben. Allerdings war es nun nichts, was mich fesseln oder gar mitreißen konnte, da sich in sehr vielen Geschichten und Details verloren wird. Weiter wirkt vieles sehr konstruiert und die Liebesgeschichte kann ich nicht glauben. Da ich selbst Betreuerin von Menschen mit Behinderung bin, ist mir diese Thematik sehr wohl bekannt und so konnte ich auch einige Gedankengänge und Szenen der Geschichte mit einem Schmunzeln genießen und der flüssige Schreibstil hat mich rasch durch das Buch geführt. Die Stränge an sich wären stimmig, Lücken schlossen sich. Für humorvolle Stunden, ja, wer Romantik sucht, sollte sich nicht so viele Hoffnungen machen.

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  • Die Reise von Jan Lehmann und Laura

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Erdbeer_Torte

    31. March 2015 um 10:31

    Jan und Laura sind sehr gute Freunde und Jan ist sogar ein bisschen verliebt in Laura. Er vertraut ihr, deshalb macht er auch mit, als Laura in einer Bank plötzlich ruft "Überfall". Laura hat das Tourette Syndrom, Jan erkennt das jedoch nicht, sondern sieht ihre Ticks als Aufheiterung. Deshalb nimmt sich Jan das Geld und geht. Und jetzt fängt das Abenteuer für die beiden erst an! Mit dem Geld reisen die beiden durch Europa und Jan lässt es für den Leser nicht langweilig werden. Mit seinen genialen Einfällen sorgt er für Spannung und für kleine Schmunzler. Dadurch, dass das Buch aus der Sicht von Jan geschrieben ist, entdeckt der Leser die Welt aus einer ganz anderen Sicht, denn Jan sieht alles eher aus kindlichen, naiven Augen. Dadurch wird das Thema Tourette und vor allem die Reaktion auf die Ticks sehr gut verpackt. Für Jan ist Laura nämlich gar nicht krank. Die Reaktion der Mitmenschen auf Lauras Verhalten zeigt dennoch sehr gut, dass Menschen mit dem Tourette Syndrom es nicht einfach haben und dadurch oft unangenehmen Situationen ausgesetzt sind und dann auch oft in Erklärungsnot kommen. Das Buch hält eine schöne Balance zwischen Humor/Unterhaltung und der Ernsthaftigkeit, sich mit Krankheit und Behinderung auseinander zu setzen. Das Buch ist etwas für alle die, die beim Lesen gerne mal lachen und gleichzeitig auch tiefgründige Geschichten mögen.

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  • Eine außergewöhnliche Geschichte...

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Ruby-Celtic

    30. March 2015 um 16:29

    Der Titel des Buches macht schon unglaublich neugierig, denn wie bitte raubt man ausversehen eine Bank aus. Die Frage habe ich mir zu Beginn ernsthaft gestellt und war sehr überrascht, als ich die Auflösung mitgeteilt bekommen habe. In dieser Geschichte geht es im Grunde um Jan, welcher total verliebt in Laura ist. Laura leidet unter dem Tourette-Syndrom und auch Jan hat seine Probleme. Durch ein paar verrückte Zufälle rauben die beiden tatsächlich eine Bank aus und unternehmen damit eine „kleine“ Weltreise. Hierbei bekommt man von Jan schön geschildert wie alles verläuft. Ich muss sagen, dass mich die Geschichte irgendwie so gar nicht packen konnte. Jan ist wie ich vermute ein geistig zurückgebliebener Junge Anfang zwanzig. Er selber scheint davon nichts zu wissen und kann auch nicht verstehen, wieso andere meinen er und Laura seien Krank. So gerne ich gewollt hätte, doch leider konnte ich mich in Jan nicht so richtig hineinversetzen. Seine Ansichten, seine Verwirrungen und seine offene Art haben mich oft verwirrt und zeitweise leider auch etwas genervt. Ich konnte ihn einfach nirgends einordnen, was mir das ganze unheimlich schwer gemacht hat. Normalerweise kann ich mich in Personen recht gut hineinversetzen, aber hierbei hatte ich arge Probleme die mir leider auch das Lesen erschwert haben. Auch Laura kann ich leider teilweise überhaupt nicht nachvollziehen. Erst scheint sie Jan ganz gerne zu haben, dann lässt sie ihn aber in brenzligen Situationen immer wieder alleine. Das kann ich echt nicht verstehen. Sobald Jan dann wieder auftaucht ist sie sauer. Da war ich echt schockiert, immerhin haben sich andere einen „Spaß“ mit ihm erlaubt und sie hat alle ziehen lassen. Warum greift sie dann nicht ein. Die Schreibweise von Simon Bartsch empfand ich ihm gesamten als sehr angenehm. Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Jan geschrieben, immerhin ist er der Hauptprotagonist und möchte einem einen Teil seines Lebens aus seiner Perspektive aufzeigen. Schön gemacht, denn man konnte den einzelnen Abschnitten sehr schön folgen und Jan etwas besser kennenlernen. Auch die Absätze mit den einzelnen Orten empfand ich toll, denn so wusste man sofort wo es weitergeht. Insgesamt soll dieses Buch ja vor allem humorvoll sein, doch irgendwie kam bei mir persönlich der Humor nicht an. Ich habe eher mit jeder Seite den armen Jan im Kopf gehabt und war etwas traurig, dass es ihm so ergeht wie es ihm ergeht. Obwohl es für ihn nie schlimm ist, denn irgendwie verbindet er mit schlechtem nicht immer etwas Schlechtes. Nun gut, schlussendlich muss ich sagen dass ich mit der Geschichte leider nicht so wirklich warm wurde. Ich kann nicht sagen ob es vielleicht das Thema war, welches mich irgendwie auch traurig gestimmt hat. Die Umsetzung kann es allerdings nicht gewesen sein, denn die war wirklich gut. Man erlebt mit Jan eine Reise, die ihm viel bedeutet. Da ich aber selber nicht richtig mitgezogen wurde, kann ich diesem Buch leider nur 3 Sterne vergeben. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es dieses Buch auf alle Fälle wert ist gelesen zu werden. Und für den ein oder anderen wird es mit Sicherheit eine Lesefreude sein.

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  • Krankheit und Humor müssen nicht ausgeschlossen werden

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Magpie

    28. March 2015 um 22:13

    Dieses Buch ist aus der Sicht von Jan Lehmann geschrieben. Seine beste Freundin ist Laura. Für den Leser wird nach den ersten Zeilen bald klar, dass Laura unter einer schweren Form von Tourette leidet und dass Jan ein junger Mann mit dem Geist eines Kindes ist. Es erinnert ein wenig an Forrest Gump. Jan hat Laura bei einem Therapeuten kennengelernt und findet ihre Tics (Schimpfwörter und spastische Gesten) einfach großartig. Er hät sie für eine Schauspielerin mit Showeinlage. Als Laura bei einem ihrer Tics in einer Bank "Überfall" ruft, wird sie ernst genommen und das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Jan hät das alles für ein Spiel und reist mit dem Geld und Laura durch Europa. Der etwas naive Schreibstil und die derben Worte Lauras hat einen anfangs etwas irritiert, doch man bekommt sehr schnell einen Einblick in Jans Gefühlswelt. Seine Naivität bringt einen zum Lachen und Weinen. Der Autor versteht es, auch wirklich miese Situationen, in denen Jan von anderen verspottet oder ausgenutzt wird, humorvoll darzustellen. Auf diese Art bekommt der Leser wundervoll Einsicht in die Gedankenwelt und das Leben von geistig Minderbemittelten oder Menschen, die unter Erkrankungen, wie Tourette leiden, ohne dass es zu unangenehm wird. Auch die gemeinen Situationen werden durch Jans Naivität udn Gutmütigkeit entschärft. Er vertaut einfach jedem und rechnet nie mit Bösem. Man sieht die Welt aus Sicht des anderen und schämt sich für einige der "gesunden" Menschen. Es macht auf Krankheiten aufmerksam, unter denen Menschen in unserer Gesellschaft leiden. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig unterhält! Diese Brücke zu schlagen ist wahre Kunst. Ein Paar Dinge waren etwas weit hergeholt und einige Passagen blieben unbeantwortet, aber das ging in der wirklich unterhaltsamen Geschichte unter. Man hätte einfach gerne mehr über Lauras und Jans Vergangenheit und Familie erfahren. Ich würde 4,5 Sterne geben, runde aber gerne auf. Besondern postitiv ist zu vermerken, dass zehn Prozent des Erlöses an den InteressenVerband Tic und Tourette-Syndrom gehen! Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und kann es nur weiter empfehlen! Steigt ein in eine Welt, die zwar weniger perfekt, aber deswegen noch lange nicht schlechter ist!

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  • B-B-Banküberfall

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    esposa1969

    26. March 2015 um 15:07

    == Buchrückentext == Jan ist verliebt in Laura. Ein Teufelsweib! Sie macht die lustigsten Grimassen, schreit die tollsten Ausdrücke und mit ihr kann man einfach Pferde stehlen gehen. Und Geld. Denn mit der jungen Frau raubt der etwas einfältige Jan „unfreiwillig“ eine Bank aus. Unfreiwillig, weil Laura unter dem Tourette-Syndrom leidet. Das ungleiche Paar macht sich mit der Beute auf eine Reise durch halb Europa. Ob als versehentlicher Drogenkurier in Brüssel, Roof Climber auf dem Eiffelturm oder Karnevalsprinz vor dem Buckingham Palace – Jan ist bei seinen Aktionen stets in seinem Element und bei seinen Schilderungen im eigenen Blog sehr ausführlich. Doch die plötzliche Berühmtheit reizt auch düstere Gestalten. Welche Rolle spielt der gemeinsame Psychologe von Laura und Jan in diesem Spiel? Was hat es mit dem findigen Journalisten Günter auf sich? Und warum verschwindet Laura ganz plötzlich mitsamt der Beute? == Leseeindrücke: == Dieser Roman, den ich unter der Kategorie Krimödie einordnen würde, wird aus der Ego-Perspektive des Protagonisten Jan Lehmann geschrieben, den man einfach auf Anhieb sympathisch finden muss. Jan ist leicht unterbelichtet, aber gerade das macht ihn so menschlich und fast schon wieder normal. Sodann lernen wir auch Laura kennen, die unter einem Tic und dem Tourettesyndrom leidet und daher eben immer  obszöne Ausdrücke von sich gibt. Durch Lauras Tourette-Schreiereien erklärt sich hier auch gleich zu Beginn wieso die beiden, die eigentlich nur Geld abheben wollen, die Bank nun also "versehentlich" ausrauben: Weil Lauras Tourette-Krankheit "Hände hoch, das ist ein Überfall!" schreit. Nun haben sie eben das Geld, wenn auch versehentlich. Sie beschließen quer durch Europa zu reisen und die Stationen zu besuchen, die auch Jans Vater besucht hatte und ihm Postkarten von eben diesen Städten hinterlassen hatte. Somit erklärt sich auch das Buchcover passend und perfekt. So geht es von Köln aus über Paris, nach Brüssel, nach Palma de Mallorca und auch bis nach London. Entsprechend dieser Städtebesuche sind auch die Kapitel in diesem Roman unterteilt. Auf ihrer langen Zugreisen und Aufenthalte erleben die beiden Begebenheiten, die nur diese beiden eben erleben könnten…. Ein fantastisch, turbulenter Roman, der alles beinhaltet, was es zur perfekten Unterhaltung braucht: Zwei starke Protagonisten, die so lebendig beschrieben werden, als ob man sie persönlich kennen würde, eine harmonisch ausgeklügelte Rahmen-Story und ein nettes und überraschendes Ende. Der Autor Simon Bartsch hat mich oft zum Schmunzeln gebracht und immer wieder für Slapstick-Situationen meine Lesefreuden versüßt. Insgesamt 238 Seiten voller Ereignisse lasen sich wie im Flug. Ich habe mich bestens amüsiert und unterhalten gefühlt und vergebe 5 von 5 Sternen! © esposa1969

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  • Schweres Thema mit Humor aber leichte Schwächen

    Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

    Franzis2110

    05. March 2015 um 19:04

    Jan Lehmann, 21 Jahre alt, ist verliebt in Laura. Laura leidet an Tourette, doch Jan versteht nicht, dass sie eine Krankheit hat, weil er selbst etwas zurück geblieben ist. Er findet die lustigen Grimassen die sie schneidet und die tollen Ausdrücke, die sie immer ruft, lustig. Beide rauben eher „unfreiwillig“ eine Bank aus. Sie machen sich mit der Beute auf eine Reise durch Europa und lernen Paris, London und Brüssel kennen. Gleichzeitig beginnen sie zu verstehen, was es heißt sich zu vertrauen und was es bedeutet, wenn Vertrauen missbraucht wird. Das Besondere: Mit 10% der Einnahmen unterstützen Simon Bartsch und der Feuerwerk Verlag den „InteressenVerband Tic und Tourette Syndrom e.V.“. Meinung Das Buch ist sehr einfach, mit kurzen Sätzen geschrieben. Es wirkt zunächst, als wäre das ganze schriftstellerisch einfach nur lahm. Doch das Buch wird aus der Perspektive von Jan erzählt, der geistig etwas zurück geblieben ist und deswegen passt der Schreibstil gerade sehr gut. Den so einfach und naiv denkt Jan nun einmal. Trotzdem habe ich mir mit dem Einstieg etwas schwer getan. Auch weil man am Anfang nichts erfährt, weder über Jan noch über Laura. Man merkt zwar schnell was Sache ist und wenn man sich den Klappentext durchgelesen hat, weiß man es ja auch, aber dennoch hat es mich irgendwie gestört. Das Buch soll eher humorvoll geschrieben sein. Aber leider hat mich der Humor nicht ganz erreichen können, da mich das Buch auch sehr traurig gestimmt hat und ich oft nur den Kopf schütteln konnte. Am Anfang kommt das Buch sehr hart rüber, als würde es sich etwas über diese Krankheiten lustig machen, was aber wirklich ganz und gar nicht der Fall ist. Das ist schon klar, wenn man bedenkt, dass mit dem Buch der Interessenverband Tic und Tourette Syndrom unterstütz wird. Ich glaube, es lag einfach an mir und daran, dass ich so lange brauchte, um mit der Geschichte warm zu werden. Zudem mag ich es immer nicht so sehr, wenn Kapitel so lang sind, auch wenn es zur Geschichte passte. An der ein oder anderen Stelle hätte, vor allem am Ende von Kapiteln, noch etwas Spannung und etwas mehr Abenteuer dabei sein können, um der verrückten Reise richtig gerecht zu werden. Als ich dann bei der Mitte bzw. eher im letzten drittel des Buches angekommen war, konnte mich Simon Bartsch doch noch überzeugen. Es ist hier stellenweise etwas tiefer und emotionaler geworden, man lernte mehr und mehr eine andere, sanfte Seite von Jan kennen, die doch gar nicht so naiv ist. Denn er erlebt Liebe und Freundschaft auf eine so unschuldige Art und Weise und ist so gutgläubig, dass er oft ausgenutzt wird. Simon Bartsch schaffte es in diesem letzten Teil des Buches, dass ich mich in Jan und Laura hineinversetzen konnte und es ist schlimm, wie grausam Menschen eigentlich sein können. Denn er schildert nebenbei, versteckt hinter der abenteuerlichen Reise von Jan und Laura, wie schwer es Leute, die etwas anders sind, haben und wie viele Menschen sich darüber lustig machen und keinerlei Verständnis haben. Fazit Der Einstieg viel mehr recht schwer und ich brauchte lange, bis ich mehr hinter der Geschichte entdecken konnte, gegen Ende hat es sich mich dann aber noch gefangen. Insgesamt hat sie mich fast etwas bedrückt zurückgelassen, war aber dennoch eine nette Lektüre für Zwischendurch, die auch eine gute Botschaft vermittelt. Insgesamt kann ich deshalb drei wirklich liebgemeinte Herzen geben.

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