Der Hof

von Simon Beckett 
3,4 Sterne bei547 Bewertungen
Der Hof
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (245):
Stefan_Puchers avatar

Top Thriller. Vom Anfang bis zum Ende sehr spannent , und sehr gut zu lesen.

Kritisch (98):
zickzacks avatar

Leider viel zu schleppende Handlung für einen spannenden Thriller.

Alle 547 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Hof"

Das Böse wirft keine Schatten.
Ein abgelegener Hof in Südfrankreich. Es ist brütend heiß, Schweine wühlen im Dreck. In der baufälligen Scheune liegt der junge Engländer Sean mit zerfetztem Fuß. Er ist in eine rostige Eisenfalle getreten - aufgestellt von Arnaud: Ein feindseliger Eigenbrötler, der keine Fremden auf seinem Besitz duldet.
Sean darf dennoch bleiben, wenn er die maroden alten Wände neu mauert. Er nimmt das Angebot an, denn er ist auf der Flucht. Arnauds Tochter Mathilde, die ihn liebevoll pflegt, macht den Aufenthalt erträglicher. Doch sie und die anderen Bewohner des alten Gemäuers haben etwas zu verbergen. Etwas, das man besser für immer ruhen lässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499268380
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:31.07.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.02.2014 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Annejas avatar
    Annejavor 2 Monaten
    Ein Hof voller Mysterien

    Es wurde Zeit, das ich mal wieder zu einem Buch von Simon Beckett greife, denn seine vorherigen Werke, konnten mich meist überzeugen und so manches von Ihnen blieb mir im Gedächtnis.

    Der Einstieg in dieses Buch gelang mir mühelos, obwohl ich etwas verwirrt war, über die derzeitige Lage des Hauptprotagonisten Sean, welcher sich gerade auf der Flucht vor etwas befand. Aber wovor? Dies verrät das komischerweise nicht. Es scheint vergessen worden zu sein. Dies änderten auch die Rückblicke auf vorherige Zeiten nicht. Spannung bot das Buch trotzdem genug. 

    Der Grund für die Spannung waren nicht die waghalsigen Aktionen oder Geschehnisse, sondern ehr das Nichtwissen welches mich Seite für Seite voran trieb. Was war mit dem Hof? Wieso wurde er so beschützt? Die Fragen türmten sich enorm auf, bis es am Ende endlich zum Showdown kam und man darüber aufgeklärt wurde, was hier eigentlich geschah. 

    Doch das Ende haute mich leider nicht wirklich aus den Socken, da ich es als zu unspektakulär empfand. Ich ging geradezu enttäuscht aus dem Buch, da ich mir so viel mehr erhofft hatte. 

    Trotzdem wusste das Buch zu überzeugen, denn auch wenn der Ausgang nicht meinen Wünschen entsprach hatte ich bis dahin ein paar echt tolle Lesestunden. Diese lagen vor allem am Schreibstil des Autors, welcher selbst die einfachsten Dinge interessant und spannend klingen lassen konnte. Zudem war es ein absolutes Vergnügen  die Beschreibungen rund um den Hof zu erlesen, da ich stets ein Bild vor Augen hatte, kein schönes, da der Hof seine besten Tage bereits hinter sich hatte, aber doch ein Bild. Auch das Wetter hatte im Buch eine große Rolle, da es mitten in einem heißen Sommer spielte und man beim Lesen, selbst fast zu schwitzen begann. 

    Neben Sean, erfährt man vieles über die Personen des Hofes, welches einen schon sehr sonderbar erscheinen. Besonders Gretchen, die jüngste Tochter des Hofbesitzers, machte mich fertig, da sie mit ihren 18, so dermaßen unreif wirkte und sich selbst am wichtigsten nahm, das sich bei mir leichte Zornesfalten bildeten. Auch ihr Vater war sehr eigen, besonders mit seinen Fallen, aber trotzdem verstand man ihn, da hier und da ein paar freundliche Worte parat hatte. Besonders mochte ich Mathilde, die mit ihrer fürsorglichen und trotzdem starken Charakter irgendwie nie so ganz in die Familie passen wollte. Auch hier gab das Ende wieder die Lösungen, die teilweise sogar überraschend waren.

    Somit war es keine vollkommene Enttäuschung, aber ein wenig mehr, hatte ich mir vom Buch doch erhofft.

    Mein Fazit

    Die Geschichte des Hofes war eine spannende Sache, zumindest bis zum Ende, welches dem Geschehnissen irgendwie nicht gerecht werden wollte. Trotzdem überzeugte die Liebe zum Detail, da die Beschreibungen stimmig und glaubhaft wirkten und klares Bild vor den Augen erschienen ließen.

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    I
    imsoinlovewithbooksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein nettes Buch für die Unterhaltung zwischendurch
    Ein Thriller mit etwas anderem Thrill


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    zickzacks avatar
    zickzackvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Leider viel zu schleppende Handlung für einen spannenden Thriller.
    Der Hof - Simon Beckett

    Inhalt: Ein Typ strandet in Frankreich, gelangt in einen Wald und tritt dort in ein Fangeisen. Sean wird von zwei Schwestern gerettet, die auf einem Hof leben. Schnell stellt sich heraus, dass ihr Vater die Fangeisen aufgestellt hat. Aber warum? Und welche Geheimnisse birgt der Hof? Und warum ist Sean aus London geflüchtet in die französische Provinz.

     

    Wer die Hunter-Fälle von Simon Beckett kennt, weiß dass dieser Mann schreiben kann. Auch hier findet man seinen flüssigen Schreibstil, seine bildhafte Sprache und die passenden Vergleiche. An der Sprache habe ich nichts zu bemängelnd. Auch verwendet Beckett wieder die Perspektive des Ich-Erzählers. Ich weiß nur nicht mehr genau, ob die Hunter-Fälle auch in der Gegenwart geschrieben sind. Das Präsens ist mir aber recht spät aufgefallen, was schlicht bedeutet, dass sie nicht störend war.

    Bei der Ich-Perspektive war ich wie immer nicht sonderlich begeistert, aber das liegt mehr an meinem persönlichen Geschmack. Allerdings habe ich meinen Unmut schnell abgeschüttelt, da ich mich daran erinnert habe, dass sie mir bei David Hunter nicht viel ausgemacht hat.

    Allerdings kann ich das in diesem Buch trotzdem nicht sagen. Obwohl man so nah an Sean dran war, ist dieser Charakter mir bis zum Ende fremd geblieben. Für mich ist er genauso ein seltsamer Kauz wie die restlichen Figuren.

     

    Aber kommen wir erst einmal zum Inhalt. Der Anfang hat sich sehr schleppend gelesen. Es ist auch nicht sonderlich viel passiert, außer dass Sean vor irgendwas geflüchtet ist, in das Fangeisen trat und dann auf diesem seltsamen Hof mit seinen Bewohnern landete. Er hat auch nicht sonderlich viel Interesse gezeigt, die Geheimnisse auf dem Hof aufzudecken, da er einerseits zu sehr mit sich beschäftigt war und andererseits viel zu viel Angst vor dem Vater hatte, der mit seinen zwei Töchtern und seinem Enkelsohn auf dem Hof lebte.

    Nach den eigentlichen Kapiteln kamen unregelmäßig Rückblicke nach London, was vor seiner Flucht nach Frankreich geschehen ist. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es ging im Groben darum wie seine Beziehung zu Bruch ging. Im Allgemeinen hatten mir diese Teile besser gefallen, da dort die Figuren einfach greifbarer waren. Da war für meinen Geschmack auch etwas passt, als Sean in Frankreich wie er mühsam das Haus repariert… Irgendwie ist die Handlung nur so dahin geplätschert und erst die letzten vielleicht 100 Seiten als Dynamik in die Geschichte kam, wurde es spannend. Das ist mir aber zu wenig für ein Buch.

     

    Wie ich bereits schon angedeutet habe, haben mir die Figuren nicht zugesagt. Der verbitterte, grimmige Vater, der eindeutig was zu vertuschen hat, seine jüngere Tochter Gretchen, die irgendwie krank war. Dauernd hat sie sich an Sean geschmissen, liebte ihren Vater abgöttisch und hasste im Gegensatz ihre größere Schwester Mathilde. Dauernd stellte sie dumme Sachen an und vergaß sie dann aber auch gleichzeitig wieder. Sie war auf jeden Fall psychisch gestört und auch ihre Schwester, die zwar noch am normalsten auf dem Hof wirkte, war nicht normal. Aber bei so einem Vater wie Arnaud sollte man da auch nicht viel erwarten.

    Übrigens, die Namen sind mehr als seltsam, auch wenn die Begründung ist, dass Mathildes und Gretchens Mutter eben deutsche Wurzeln hat, aber dann auch noch Michel als Sohn? Äääh… man hätte ja wenigstens schönere Namen nehmen können.

     

    Sean, der Protagonist. Was soll ich nur zu dem sagen, außer dass ich nicht mit ihm warm geworden bin, nicht mitfühlen konnte und er mir ein Fremder geblieben ist? Ich fand das irgendwie störend, dass er dauernd seine Vergangenheit angedeutet hat, sich diese mit den Londonabschnitten langsam aufgeklärt hat, man es aber dennoch nicht richtig greifen konnte.

    Ich verstehe auch nicht, warum er sich letzten Endes überreden ließ auf dem Hof zu bleiben und dort zu arbeiten, selbst wenn es für ihn ein gutes Versteck war. Sobald ich wieder laufen hätte können, wäre ich von dort verschwunden, allein wegen Gretchen und das Arnaud ihm am Anfang die Treppe runtergestürzt hat, wäre auch ein guter Grund gewesen. Er war dort mehr geduldet, als wirklich willkommen und die Familie war auch mehr als undurchsichtig.

    Überhaupt, obwohl Sean die Möglichkeit zum Handeln hatte, blieb er dennoch passiv und wartete lieber ab, schaute zu wie das Unglück geschah und erst als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war, dann fing er panisch an irgendetwas zu tun.

     

    Fazit: Das Buch hat mich keinesfalls überzeugt. Ich habe mich auf einen spannenden Thriller gefreut, bekommen habe ich ein Buch mit dahinplätschernder Handlung und seltsamen Prota. Ich vergebe dennoch zwei Sterne für den Schreibstil und für den letzten Teil des Buches als die Handlung endlich so spannend war, wie ich sie mir im Allgemeinen vorgestellt habe.

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    sophie-zmrms avatar
    sophie-zmrmvor 5 Monaten
    Rezension : Simon Beckett der Hof

    Der Hof von Simon Beckett ist am 31. Juli. 2015 im rororo- Verlag erschienen und und als e-book (9,99 Euro), Hardcover (19,95 Euro), Taschenbuch(10,99 Euro)  und Audio-Cd(9,99 Euro) erhältlich. Das Buch ist im Genre Thriller geschrieben und hat 164 Seiten (Taschenbuch)

    Klappentext:

    Das Böse wirft keine Schatten.
    Ein abgelegener Hof in Südfrankreich. Es ist brütend heiß, Schweine wühlen im Dreck. In der baufälligen Scheune liegt der junge Engländer Sean mit zerfetztem Fuß. Er ist in eine rostige Eisenfalle getreten - aufgestellt von Arnaud: Ein feindseliger Eigenbrötler, der keine Fremden auf seinem Besitz duldet.
    Sean darf dennoch bleiben, wenn er die maroden alten Wände neu mauert. Er nimmt das Angebot an, denn er ist auf der Flucht. Arnauds Tochter Mathilde, die ihn liebevoll pflegt, macht den Aufenthalt erträglicher. Doch sie und die anderen Bewohner des alten Gemäuers haben etwas zu verbergen. Etwas, das man besser für immer ruhen lässt.

    Das Cover:

    Um erhlich zusein, ich finde das Cover richtig schrecklich. Mir wurde das Buch von einem Buchhändler empfohlen, anders hätte ich es wohl nicht gelesen :/

    Lieblingszitat:

    Wir liegen auf dem Bett, unsere schmutzigen Spiegelbilder über uns- verschwommene Doppelgänger, die im Glas gefangen sind.

    Der Schreibstill:

    Es war alles gut verständlich. Die Vergleiche waren grandios und die Spannung war zum greifen nah. Der Schreibstill ist grandios !

    Fazit :

    Ich finde, das es nicht wirklich ein Thriller war. Es stand zwar Thriller drauf und es hatte auch einige Grundzüge für einen Thriller ; aber es war keiner. Es war einfach zu harmlos für einen Thriller :( Nichts desto trotz finde ich die Geschichte trotzdem sehr gut und als schaurigrn Roman absolut passend :) Die Charaktere sind absolut abgedreht und einfach nur grandios. Ich habe mit Sean mit gefibert und konte garnicht genug von der Geschichte bekommen. Besonders überrascht hat mich das Ende. Ich hätte nicht mit so einem Ende gerechnet. Ich lege das Buch für diejenigen ans Herz, die mal eine schaurige Geschichte lesen wollen, die nicht so typisch 0815 ist. Alleine schon der Schauplatz von diesem Buch ist eher untypisch.

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    L
    lollo75vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ende gut, alles gut
    Fesselndes Ende

    Der Thriller, in der Ich-Form geschrieben, fesselte mich nicht durchgängig. Der Autor verzettelt sich ab und an mit Nichtigkeiten. Die Zeiten wechseln von Vergangenheit (Geschehnisse in London) und Gegenwart (Frankreich). Dies hat mir gefallen und steigert auch das Interesse immer weiter zu lesen, was am Ende zu einem, wie ich finde, überraschenden Finale führt. Gute Urlaubslektüre, zu empfehlen bei einem Aufenthalt auf einem einsamen Bauernhof in Frankreich!

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Nette Unterhaltung für Zwischendurch, nicht mehr, nicht weniger.
    Urlaub im sonnigen Frankreich

    Warum nicht ein paar Tage Urlaub machen? Das sonnige Frankreich bietet sich da doch an. Und Sean war immer schon ein Fan von Frankreich, nur leider noch nie da. Doch nun ist die Gelegenheit günstig und er setzt mit der Fähre über. Wenn da nur nicht die schlimmen Erinnerungen wären und da ist ja auch noch Blut an seinen Händen und am Beifahrersicherheitsgurt des Autos. So kann er nicht weiterfahren. Auto stehen lassen und trampen ist da besser. Doch dann gelangt er an einen versteckt gelegenen Hof und betritt unerlaubt das Grundstück - zack - steckt sein Fuß in einer Bärenfalle ... Und schon geht die Geschichte los.

     

    Ja, ich gebe zu, das war etwas süffisant beschrieben, denn der Auftakt zur eigentlichen Handlung ist schon etwas arg konstruiert. Aber es funktioniert, wie immer ist man bei Beckett sofort mittendrin in der Story. In zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, einer begleitet Sean in der Vergangenheit, einer begleitet Sean auf dem Hof, werden gleich zwei Geschichten erzählt. Das plätschert alles schön vor sich hin, das Wetter ist toll, die Sonne scheint, wären da nicht immer wieder die Schatten der Vergangenheit und die merkwürdigen Dinge, die da auf dem Hof passieren. Immerhin wagt Beckett sich aus seinem gewohnt düster, regnerischen Setting heraus und lässt die Handlung bei strahlendem Sonnenschein spielen, was ihn nicht davon abhält, auch diesem Umfeld etwas stets bedrohliches mitzugeben. Stimmung kann Herr Beckett ganz hervorragend erzeugen, das ist auch in diesem Fall das große Plus des Romans. Und natürlich weiß man nie, worauf das Ganze noch hinauslaufen wird, denn Beckett ist auch ein Meister der unvorhersehbaren Enden.

     

    Fazit: Wie immer gute Unterhaltung. Die Figurenzeichnungen sind etwas blass und schablonenhaft, die Handlung plätschert streckenweise nur so vor sich hin. Aber die bedrohliche Stimmung und das unvorhersehbare Ende reißen es wieder raus, sodass es immerhin für solide drei Sterne reicht.

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    j125s avatar
    j125vor 9 Monaten
    Atmosphärischer Hof in Frankreich

    Inhalt:
    Der junge Brite Sean trampt durch Frankreich. Es ist heiß, staubig und er hat kaum noch Wasser. Er muss also an ein einsam gelegenes Bauernhaus klopfen, doch dazu kommt es nicht. Er tritt in eine Falle und wird schwer verletzt von den Bewohnern des Hauses gefunden. Der Besitzer, Arnaud, ist äußerst feindselig und menschenscheu, doch seine Töchter können ihn dazu überreden Sean in der Scheune genesen zu lassen. Schnell merkt er, dass mit dem Hof und der Familie etwas nicht stimmt, doch er kann nicht weg…

    Meine Meinung:
    Ich bin großer Fan von Simon Becketts David Hunter Romanen und habe gemischte Erfahrungen mit seinen Einzelbänden gemacht. Ich hab von vielen gehört, dass dieser Roman nochmal anders ist als seine anderen Einzelbände und vor allem, dass dies sein mit Abstand schwächstes Buch ist. Mich hat das immer zögern lassen und ich war kurz davor das Buch doch nicht zu lesen und einfach bei seiner Hunter Reihe zu bleiben.

    Die Geschichte wird aus Seans Sicht erzählt. Die meiste Zeit befinden wir uns mit ihm in Frankreich, aber ab und an gibt es Kapitel die in London spielen und dem Leser Seans Vergangenheit näherbringen. So ganz zufällig und zum Urlaub machen ist Sean nämlich nicht in Frankreich. Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn sonderlich sympathisch finde oder das ich auch nur eine Art von Beziehung zu ihm aufgebaut habe, ja, ich kann nicht mal all seine Handlungen verstehen. Auch die anderen Charaktere sind alles andere als sympathisch. Während Arnaud ziemlich gruselig und angsteinflößend ist, ist seine Tochter Gretchen unsympathisch und verzogen. Lediglich die ältere Tochter Mathilde war irgendwie zugänglicher, auch wenn sie so still ist, dass man auch zu ihr kein inniges Verhältnis aufbauen kann.

    Ich persönlich bin jemand, der gewisse Sympathien oder zumindest Verständnis für die Charaktere aufbauen muss, damit mir ein Buch gefällt. Es gibt aber wenige Ausnahmen in denen das nicht der Fall ist und das ist so eine. Denn obwohl ich keinen der Charaktere wirklich mochte, hat mich das Buch richtig gut unterhalten.

    Die Atmosphäre in dem Buch ist großartig. Wirklich. Es ist Winter, draußen schneit es und ich konnte die Gluthitze Frankreichs spüren. Ich konnte den Staub der Erde schmecken, der durch wochenlange Dürre entstanden ist. Ich brauchte keine sympathischen Charaktere, weil der Hof so atmosphärisch, so bedrohlich, so unheimlich war, dass ich immer wissen wollte was als nächstes passiert. Was ist auf dem Hof geschehen? Warum ist Arnaud so ein aggressiver Eigenbrötler? Warum ist Mathilde so still und wieso scheint bei Gretchen eine kleine Schraube locker zu sein? Es ist kein düsterer Gruselhorror, sondern eher eine subtile Bedrohung. Man weiß ganz genau, dass auf dem Hof etwas nicht stimmt, aber man weiß nicht was es ist. Mir hat das richtig gut gefallen und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

    Das Buch ist auch für mich weder mit David Hunter, noch mit den anderen Einzelbänden zu vergleichen. Es kommt nicht an David Hunter ran, dass muss ich einfach so sagen. Aber gleichzeitig ist es allein durch den französischen Handlungsort schon anders als die anderen Einzelbände. Bei diesen hatte ich auch immer schnell den Eindruck, dass die Personen alle ein bisschen neben der Spur sind. Sei es ein Stalker, oder ein Voyeur. Auch Arnaud ist krank, aber auf eine andere Art und Weise. Hier ist es einfach weniger abgedreht, sondern passiert auf viel langsamere und subtilere Weise. Vielleicht fanden das viele langweilig, aber ich bin wie gesagt nur durch die Seiten geflogen.

    Das Ende konnte mich nicht vollständig überzeugen und auch nicht wirklich überraschen, aber das ändert nichts daran, dass ich mehr als positiv überrascht von dieser tollen Geschichte bin.

    Fazit:
    Ich tue mich ein bisschen schwer damit das Buch zu empfehlen, weil ich eben weiß, wie viele davon schon enttäuscht wurden. Aber wer noch schwankt, sollte sich von den negativen Kritiken nicht abhalten lassen, denn bei mir war es ein echter Überraschungserfolg. Müsste ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben, würde ich sagen: Atmosphärisch!

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Simon Beckett | DER HOF

    INHALT: Der Engländer Sean ist in Frankreich auf der Flucht. Als ihn sein Auto nicht mehr weiter bringt, klettert er irgendwo in der Provinz über einen Zaun zu einem großen, verwucherten Anwesen. Als er versucht ein Vesteck zu finden, tritt er in ein Tellereisen, das ihm fast den Fuß abreißt. Auf dem Hof wohnt der alte Arnaud und seine Töchter Mathilde und Gretchen, die ihn wochenlang pflegen, bis er wieder »auf den Füßen steht«. Als Gegenleistung macht er sich auf dem Hof nützlich so gut er kann. Nach und nach bemerkt Sean, dass die eigenbrödlerische Familie eine böse Vergangenheit hat und der Hof dunkle Geheimnisse vor der Außenwelt verbirgt.

    FORM: Kennt Ihr den Verrückten im Bus auf Youtube? »WAS PASSIERT DENN? PASSIERT DENN DA ENDLICH MAL WAS?« Diese Sätze sprangen mir bei der Lektüre dieses Romans ständig im Kopf rum. Es ist einfach nicht zu beschönigen: In diesem Buch passiert nichts! 400 Seiten lang beobachtet man Sean dabei, wie er eine Mauer verputzt oder Arnaud beim Schweine schlachten hilft. Zwischendurch gibt’s ein paar Turteleien mit den engelsgleichen Töchtern und Ärger mit der Dorfjugend. Ach, und wie der Fuß verheilt, wird auch sehr ausführlich beschrieben.

    Ehrlich gesagt hatte ich von Simon Beckett keine große Kunst erwartet, dass er mich aber wenigstens ein paar Lesestunden lang gut unterhält, hatte ich schon gehofft. Pustekuchen! Die Story ist so flach wie die Charaktere, der Schreibstil so schlecht wie das „große Finale“. Nach etwa 200 Seiten wusste ich, wie alles ausgehen wird, und ich bin bei so was wahrlich keine Blitzbirne.

    FAZIT: Ich möchte noch nicht vorgreifen, wir haben ja erst September, aber dieses Buch ist auf dem besten Weg, die Gurke des Jahres zu werden – 1 müder Stern.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    Frau-Aragorns avatar
    Frau-Aragornvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unterschwellig gruselig bis zur letzten Seite
    Unterschwellig gruselig bis zur letzten Seite

    Ich glaube mittlerweile würde ich Simon Becketts Stil erkennen,  selbst wenn ich das Buch ohne Einband lesen würde. Diese unterschwellige bedrückende Stimmung, die einen fast schon surrealen Gegensatz zu seiner farbigen und bildhaften Schreibweise darstellt, ist einzigartig und wahnsinnig prägnant.  


    Auch hier in "der Hof" ist davon wieder sehr viel zu spüren.  Dieses Buch ist, genau wie alle seine anderen, sprachlich sehr hochwertig, anspruchsvoll, aber dennoch leicht weg zu lesen. Durch die oben schon erwähnte bedrohliche Grundstimmung wird der Spannungsbogen stetig aufgebaut,  doch eigentlich weiß man als Leser gar nicht wirklich warum. Ähnlich, wie das leichte Kribbeln im Nacken wenn man das Gefühl hat beobachtet zu werden. 


    Die Flashbacks die Seans Geschichte aufarbeiten, find ich wahnsinnig gut gemacht.  Alles in allem erweist sich Beckett einmal mehr als der Meister seines Fachs. Er hat einfach seinen ganz eigenen Stil, und obwohl der Aufbau des Buches nicht wirklich typisch ist, kann man es als nichts anderes, als einen Thriller bezeichnen. 


    Das Ende kam mir tatsächlich aber etwas zu abrupt.  Daher vier von fünf Sternen. 

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    Steffi0703s avatar
    Steffi0703vor einem Jahr
    Ein etwas untypischer Thriller, der mir aber dennoch gefallen hat

    Inhalt: Der Engländer Sean befindet sich in Südfrankreich auf der Flucht vor seinem alten Leben. Als er sich vor der Polizei verstecken möchte, springt er unüberlegt in ein mit Stacheldrahtzaun abgezäuntes Waldstück und tritt in eine Eisenfalle. Vor lauter Schmerz verliert er das Bewusstsein und findet sich beim Aufwachen auf dem Dachboden einer alten Scheune wieder, den Fuß sorgfältig verbunden und mit allem notwendigem versorgt. Wie sich herausstellt, gehört der Wald zu dem abgelegenen, heruntergekommenen Hof von Arnaud, genau wie die Scheune, in der er nun liegt. Arnauds Tochter Gretchen hat ihn in dem Wald gefunden und mit Hilfe ihrer Schwester Mathilde in die Scheune gebracht, in der Mathilde ihn umsorgt. Der feindseelige und herrische Arnaud, dessen Regeln sich alle anderen Bewohner des Hofes unterzuordnen haben, ist wenig begeistert von dem Eindringling und möchte ihn am liebsten sofort vom Hof verscheuchen. Mathilde setzt sich aber für ihn ein und so kann er vorerst bleiben, bis er sich erholt hat. Doch Seans Aufenthalt verlängert sich unverhofft, denn Mathilde bittet ihn darum, auf dem Hof zu helfen und die maroden Wände des Hauses auszubessern. Sean kommt die Gelegenheit gerade recht, da er so erstmal untertauchen kann, denn er trägt ein dunkles Geheimnis in sich. Aber auch die Bewohner des Hofes haben etwas zu verbergen…

    Meine Meinung: Simon Beckett hat es geschafft, in diesem Buch eine tolle, düstere Atmosphäre zu erschaffen. Ich konnte mir den baufälligen Hof, das große verlassene Grundstück, die dreckigen Schweine und die trockene Hitze, die immer wieder beschrieben wurde, wahnsinnig gut bildlich vorstellen. Von dem rothaarigen Engländer Sean hatte ich ebenfalls ein klares Bild vor Augen und ich mochte ihn als Protagonisten, auch wenn ich seine Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte.
    Die Kapitel sind meist zweigeteilt: der erste Teil spielt in der Gegenwart auf dem Hof in Südfrankreich und der zweite Teil spielt in der Vergangenheit in London und man erfährt nach und nach, warum Sean auf der Flucht ist. Insgesamt entwickelt sich alles recht langsam und zwischendurch verliert das Buch dadurch ein bisschen an Spannung. Trotzdem war es mir nie langweilig, wobei ich zugeben muss, dass es eher in Richtung Drama geht, als dass man von einem Thriller reden kann- da muss ich den vielen kritischen Stimmen Recht geben. Im Vordergrund stehen die Geheimnisse, die man aufdecken möchte, seien es die der Hofbewohner oder die von Sean und seiner Flucht. Mit viel Action ist hier definitiv nicht zu rechnen.
    Den Schreibstil von Simon Beckett finde ich persönlich großartig, weshalb er definitiv zu meinen Lieblingsthrillerautoren gehört. Er reist mich mit, ich bin sofort in der Geschichte drin und habe, wie oben bereits erwähnt, deutliche Bilder im Kopf, die auch hängen bleiben. Ein einziger kleiner Kritikpunkt, der mich sprachlich gestört hat, ist der Ausruf "Himmel", der gefühlte tausendmal vorkam.

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