Totenfang

von Simon Beckett 
3,7 Sterne bei32 Bewertungen
Totenfang
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (21):
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Endlich nach langer Zeit wieder ein gutes Hörbuch!

Kritisch (2):
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Verworren, unlogisch und leider auch sehr unspannend

Alle 32 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Totenfang"

Die Gezeiten spülen einen Toten auf eine schlammige Sandbank in den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex. Die Wasserleiche ist stark verwest, Hände und Füße fehlen. Das Gesicht ist nicht mehr zu erkennen. Trotzdem glaubt die Polizei zu wissen, um wen es sich handelt: Ein junger Mann aus dem Ort ist seit Wochen verschwunden, alles deutet auf Selbstmord hin. Doch dem forensischen Anthropologen Dr. David Hunter kommen Zweifel, als am nächsten Tag ein Fuß geborgen wird. Denn dieser gehört zu einer anderen Leiche, da ist er sich sicher. Kurz darauf treibt ein weiterer Toter im Wasser.

Johannes Steck ist die deutsche Stimme von Simon Beckett und für seine David-Hunter-Lesungen bereits mehrfach mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet worden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839893487
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Argon
Erscheinungsdatum:21.09.2017
Das aktuelle Buch ist am 14.10.2016 bei ROWOHLT Wunderlich erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Beckett punktet mit atmosphärisch dichten Beschreibungen einer rauen Küstengegend in einer durchschnittlich spannenden Story.
    In den Backwaters

    Der menschliche Körper, selbst zu über sechzig Prozent aus Wasser bestehend, ist nicht von sich aus schwimmfähig. Er treibt nur so lange an der Wasseroberfläche, wie Luft in den Lungen vorhanden ist. Sobald sie den Körper verlässt, sinkt er langsam auf den Grund. Wenn das Wasser warm genug ist, um Bakterien Lebensraum zu bieten, verwest er. In den Eingeweiden entstehen Gase, die dem Körper Auftrieb geben, so dass er an die Oberfläche zurückkehrt. Dann erheben sich ganz buchstäblich die Toten.“ Anfang


    Im fünften Fall der Reihe um den Anthropologen Dr. David Hunter ist dieser immer noch an einer Londoner Uni angestellt. Der Witwer hat den Verlust seiner Frau und Tochter durch einen Unfalltod einigermaßen überwunden, aber um seine sozialen Kontakte ist es immer noch nicht gut gestellt. Beruflich eine Koryphäe, aber durch den Fall im letzten Band hat sein Ruf Schaden genommen und er wird erst mal nicht mehr als Forensiker zu Rate gezogen. Deshalb freut er sich, als er einen Anruf von der Ostküste Englands von einem ihm unbekannten Detective bekommt. DI Bob Lundy bittet ihn um Mithilfe bei der Bergung einer Wasserleiche in einem abgelegenen Küstengebiet nördlich der Themsemündung, den sogenannten Backwaters. Überrascht und neugierig macht sich Hunter sofort auf in das von Kanälen und Prielen durchsetzte Mündungsgebiet von Essex, da der den Gezeiten ausgesetzte Körper bei unsachgemäßer Behandlung schnell in Einzelteile auseinanderfallen könnte.


    In den Backwaters

    Weit draußen im Sumpfgebiet gelingt es mit Hunters Mithilfe die auf einer Sandbank angespülte, stark verweste Leiche zu heben. Unter den Schaulustigen, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Austernfischerei eingefunden haben, befindet sich auch Sir Stephen Villiers. Der vermögende, einflussreiche Gutsherr aus der Gegend befürchtet, der Tote könnte sein seit mehreren Wochen verschwundener Sohn Leo sein. Und obwohl Hände und Füße fehlen, wird anhand der Kleidung und der Uhr des Toten schnell vermutet, dass es sich tatsächlich um den vermissten Leo Villiers handelt. Eine Schussverletzung am Kopf deutet auf einen Selbstmord des jungen Lokalpolitikers hin, der aufgrund seines lockeren Lebenswandels auch das schwarze Schaf der Familie war. Eine Obduktion am nächsten Tag, zu der auch Hunter geladen ist, soll genauere Erkenntnisse liefern.


    Auf dem Weg zurück verliert Dr. Hunter in dem unübersichtlichen Labyrinth aus Wasserwegen die Orientierung und bleibt mit seinem Fahrzeug in einer Furt stecken. Ein vorbeikommender Autofahrer hilft ihm aus seiner misslichen Lage. Da sein Wagen schweren Schaden genommen hat, kann er in dem Bootshaus seines Retters unterkommen. Trotzdem wirkt Andrew Trask abweisend und verbittert. Er lebt mit seinen beiden Kindern und seiner Schwägerin Rachel in einem einsamen Haus in den Backwaters. Seine Frau Emma, eine Fotografin und Innenarchitektin, wird nach einer lautstarken Auseinandersetzung mit Leo Villiers, mit dem ihr ein Verhältnis nachgesagt wird, auch seit einiger Zeit vermisst. Als Hunter kurz darauf einen Turnschuh mitsamt Fuß aus dem Treibgut im Flussbett angelt, ist er sich ziemlich sicher, dass dieser zu einer anderen Leiche gehört. Am nächsten Tag wird in einem Flussarm, eingewickelt in Stacheldraht, eine zweite Leiche entdeckt, und Dr. Hunter vermutet hier, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um den gesuchten Villiers handelt.


    Die Männergrippe

    Simon Beckett punktet auch hier wieder mit seinem sympathischen Protagonisten David Hunter, der einfach ein netter Kerl ist. Der zurückhaltende, schicksalsgebeutelte Mann mittleren Alters ist gesundheitlich angeschlagen und hat sich auf See ziemlich erkältet. Fortan kämpft er mit Fieber und anderen Wehwechen und denkt gleich an eine schlimme tödlich verlaufende Krankheit. Aufgrund der ständigen Hinweise auf seinen Gesundheitszustand konnte ich mir ein Augenrollen oft nicht verkneifen. Aber zumindest grübelt der schwermütige David nicht ganz so stark wie in anderen Bänden vorher und bändelt sogar mit der attraktiven Rachel an.

    Hervorragend sind Becketts atmosphärisch dichten Beschreibungen des rauen Küstenstrichs. Eine unwirtliche Gegend, in der ständiger Regen und Sturmböen, sowie das Auf und Ab der Gezeiten eine bedrohliche, düstere Stimmung erzeugen. Das Marschland wird durch ein Gewirr von Kanälen und Bächen durchzogen, die bei Ebbe leerlaufen und dann Schlick und Schlamm freilegen. Nachdem die Austernfischerei nicht mehr das Leben der Bewohner in dem kleinen Küstenort bestimmt, bildet die menschenleere Einöde einen bedrückenden und deprimierenden Anblick. Die Beschreibungen von Land und Leuten sind einfach stimmig und erzeugen entsprechend passende Bilder.


    Der erste bereits 2006 erschienene Band „Die Chemie des Todes“ um Dr. David Hunter hatte mich damals sehr begeistert. Aber bereits bei den nachfolgenden Bänden waren die ersten Abnutzungserscheinungen nicht zu übersehen. Den fünften Teil verfolgte ich als Hörbuch auf meinem Arbeitsweg. Und dabei stört es mich meistens nicht sonderlich, wenn die Geschichte so ein bisschen dahin plätschert. Beckett glänzt in „Totenfang“ nicht mit atemlosen Thrill oder actiongeladener Spannung. Es ist ein solider, spannender Plot mit einigen überraschenden Wendungen, den der britische Autor hier routiniert erzählt, vielleicht etwas behäbig aber immer noch besser als viele andere Autoren.

    Seine Geschichten sind natürlich auch immer ein bisschen unappetitlich, obwohl so viele Beschreibungen der forensischen Details in „Totenfang“ gar nicht vorkommen. Allerdings bin ich bin mit den gefundenen Leichenteilen auch ein wenig durcheinander gekommen. Erst ganz zum Schluss wird die Spannungsschraube noch angezogen und der temporeiche Showdown in einem verfallenen Wehrturm auf hoher See wartet mit einer unerwarteten Lösung auf.


    Kino im Kopf

    Johannes Steck hat sämtliche Krimis von Simon Beckett eingelesen und wurde dafür mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mit seiner wohlmodulierenden Stimme gibt er allen Stereotypen wie den gutmütigen Polizisten Lundy, den mürrischen Trask oder den arroganten Großgrundbesitzer eine individuelle Note. Man hat die Situationen und Figuren stets vor Augen und so entsteht Kino im Kopf.

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    Susimuellervor 5 Monaten
    Kurzmeinung: spannendes Buch
    Ein Dorf mit einem dunklen Geheimnis

    Der forensische Antropologe David Hunter wird zu einem Fall in die Backwaters gerufen. Dort, wo die Grenzen zwischen Wasser und Land verschwimmen wurde eine Leiche gefunden. Alle gehen davon aus, dass es der vermisste Leo Villers ist. Ein reicher Sprössling, der ein Verhältnis mit der ebenfalls vermisstlen Emma Darbi hatte. Doch bald entdeckt Hunter, dass es sich um einen ganz anderen Toten handelt.

    Für mich ist es das erste Buch aus der Hunter Reihe. Leider bin ich nicht so ganz warm mit der Geschichte geworden. Für mich sind es zu viele Handlungsstränge, zu viele Tote, die  miteinander zusammen hängen, aber um das Buch als Hörbuch zu hören, finde ich es oftmals sehr verwirrend. Außerdem find ich die Sprecherstimme nicht Krimi geeignet, da sie mehr einen erzählenden Effenkt hat, anstatt Spannung aufzubauen. Hunter selbst,  hat sich für mich zu oft in seiner Erkrankung gesuhlt, und war sehr auf seinen Körper bezogen.

    Einen Pluspunkt für das Hörbuch gibt es dann aber doch noch. Ich finde es schön, wenn Krimis nicht nur aus Action bestehen, sondern aus Recherche und kriminalistischer Feinarbeit.


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    lenisveas avatar
    lenisveavor 10 Monaten
    Totenfang

    9,99 € Bibliografie Verlag: rororoErscheinungstermin: 21.09.2017560 SeitenISBN: 978-3-499-25505-2übersetzt von: Sabine Längsfeld; Karen WitthuhnReihe: David Hunte Hunter is back! Sein fünfter Fall führt Dr. David Hunter in die Backwaters, ein unwirtliches Mündungsgebiet in Essex, wo die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen. Aber die wahren Gefahren lauern nicht in der Tiefe, sondern dort, wo er sie am wenigsten erwartet. Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche. Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverholener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut… Meine Meinung: Ich habe ja bereits alle bisher erschienenen Teile der David Hunter-Reihe gelesen und war daher sehr gespannt auf diesen fünften Teil. Freundlicherweise wurde mir das Buch vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen. Es geht hier natürlich wieder um den Anthropologen David Hunter, der mit einem neuen Leichenfund konfrontiert wird. Er wird dort zu einem längeren Aufenthalt gezwungen, so dass er in einem abgeschiedenen Bootshaus von Andrew Trask unterkommt. Die erste Hälfte des Buches fand ich nicht so ganz spannend, je weiter das Buch vorangeschritten ist, wurde es spannender. Mich hat bei diesem Buch aber mehr das Interesse an dem Fall vorankommen lassen als die Spannung. Zum Ende muss ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Gerade in den letzten Sätzen kam eine Situation, die ich ganz anders eingeschätzt hatte. Alles in allem war dies meiner Meinung nach nicht sein stärkstes Buch, konnte mich dennoch gut unterhalten. Von mir gibt es eine Kauf- und Leseempfehlung und von mir bekommt dieser Teil der Reihe 4 Sterne.

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    Caillean79s avatar
    Caillean79vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Dummerweise hatte ich gerade "Sieben minus eins" von Arne Dahl gelesen. Und damit kann der neue Beckett einfach nicht mithalten...
    Totenfang? Komischer Titel…

    Obwohl ich den Krimi durchaus lesenswert, wendungsreich und gut geschrieben finde, kann ich mich mit dem Titel nicht wirklich anfreunden. Der Originaltitel „The restless dead“ finde ich da passender – was hätte dagegen gesprochen, sich halbwegs an die Übersetzung zu halten? Naja… daran möchte ich aber nicht das gesamte Buch – in meinem Fall Hörbuch – festmachen.

    Denn der Fall an sich ist schon mitreißend und das Setting in den Backwaters geheimnisvoll und spannend. Da kommt schon auch ein bisschen Gruselstimmung auch, besonders dann, als plötzlich ein verwirrter Mann auftaucht, der merkwürdigerweise ständig mit verletzten oder toten Tieren im Arm gesehen wird…

    Letztlich ist die Geschichte hinter dem Fall eine sehr tragische, sehr traurige. Die man auch kaum vorhersehen kann – ein Pluspunkt für den Autor. Obwohl mir die beiden letzten Romane der Hunter-Reihe nicht ganz so gut gefallen haben wie die ersten, ist und bleibt Beckett eine solide Größe im Krimi-/Thriller-Genre.

    Ein paar Worte noch zum Sprecher des Hörbuchs: für mich hätte er den Roman ruhig ein wenig schneller sprechen können. Ich empfand seine Erzählweise als leicht „behäbig“, was der Geschichte ein wenig Dynamik und Leidenschaft nahm. Interessenten würde ich eher empfehlen, den Roman als Buch zu lesen.

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    black_horses avatar
    black_horsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Hunter jagt einen Mörder in den Backwaters. Braucht ein bisschen, um in Schwung zu kommen, aber dann sehr spannend.
    Leichen in den Backwaters

    Der neue Fall für Becketts forensischen Antrophologen beginnt etwas schleppend. Hunter, der sich ausgemustert fühlt, wird zu einer Leiche im Mündungsgebiet Essexs gerufen. Es scheint Routine zu werden. Doch unglücklicherweise bleibt er mit seinem Auto im Wasser stecken und gerät damit mitten in die Einsamkeit und zwischen die Fronten.

    Beckett nimmt sich viel Zeit, die Eigenheiten der Backwaters und seiner Bewohner zu beschreiben, bevor der Fall Fahrt aufnimmt. Hunter stolpert von einer Leiche zur nächsten, er scheint Probleme magisch anzuziehen.

    Im zweiten Teil des Buches wird es dann sehr actionreich, rasant und interessant. Zwischenmenschliche Beziehungen stehen nun im Mittelpunkt. Und auch Hunter ist hin und her gerissen.

    Der Showdown ist spannend, bevor das Buch noch einiges an Fäden entfitzt und die Hintergründe zum Vorschein kommen.

    Die ungekürzte Hörfassung bietet ca. 16 Stunden Hörvergnügen, denn das Buch wird hervorragend vorgetragen vom Sprecher Johannes Steck.

    Insgesamt eine gelungene Fortsetzung der Hunter-Reihe, wobei der Leser/Hörer am Anfang etwas Geduld braucht, dafür aber dann reichlich belohnt wird.

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    NiWas avatar
    NiWavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Von mir gibt es eine klare Lese- oder Hörempfehlung.
    David Hunter ist wieder da!

    David Hunter wird zu einem Leichenfund in die Backwaters gerufen. In den Backwaters droht man richtig zu versinken, was nicht nur für Forensiker David Hunter sondern auch für manche Leiche gilt.

    „Totenfang“ ist der 5. Teil der David-Hunter-Reihe, auf den ich gar nicht mehr gehofft hatte. Denn nach jahrelangem Warten ist der smarte forensische Anthropologe wieder zurückgekehrt. Und die Pause hat ihm gut getan.

    Der reiche Spross Leo Villiers ist seit über einem Monat verschwunden und die hiesige Polizei birgt einen Leichenfund. Eigentlich liegt es auf der Hand, wer die Leiche ist. Allerdings wird es rätselhaft, weil das Opfer als Mörder gilt …

    Schauplatz der Ermittlungen sind die bereits erwähnten Backwaters. Dieses Gebiet ist eine feuchte Angelegenheit, weil hier das Land immer wieder zu versinken gedenkt. Bedingt durch die Gezeiten geht die ganze Landschaft immer wieder unter, was nicht nur David Hunter zum Verhängnis wird.

    Man merkt sofort, die Gegend ist unwirtlich und lädt nicht gerade zum Bleiben an. Aber Hunter freut sich, endlich wieder an polizeilichen Ermittlungen teilzuhaben und rutscht nicht nur mit seinem Wagen im Sumpf sondern auch in die komplizierten Verstrickungen der Dorfbewohner ab.

    Mir hat es sehr große Freude gemacht, endlich wieder mit David Hunter unterwegs zu sein. Auch in seinem aktuellsten Fall, zeigt er sich wieder von seiner professionellen Seite. Kein Leichenfund ist ihm zu grausig, keine Hypothese zu offensichtlich oder abwegig, und er geht den Zusammenhängen auf die Spur.

    Gleichzeitig gibt er auch private Einblicke, wovon es nur wenig zu erzählen gibt. Daher nimmt sein Privatleben auch nicht Überhand und es ist gerade so eingebunden, dass man nachvollziehen kann, warum es ihn in den Backwaters hält.

    Wer die Reihe noch nicht kennt, muss auf jeden Fall einen starken Magen haben, denn die berufliche forensische Praxis nimmt einen wichtigen Part in der Erzählung ein. Es werden Leichenteile gekocht, Fleisch entfernt, Knochen poliert und alles nur, um da anzusetzen, wo der Gerichtsmediziner aufgehört hat.

    Der Fall war gut und zu keiner Zeit war mir klar, in welche Richtung die Ermittlungen gehen. Zwar merkt man rasch, dass das Offensichtliche genau betrachtet gar nicht so logisch ist, aber die endgültige Entwicklung und die wahren Hintergründe haben sich lange nicht erahnen lassen.

    Wie es nun einmal in einem Krimi so ist, ist der Zufall ein bisschen gar zu oft am Werk. David Hunter hat das eigenartige Talent, häufig über Leichen und Teile davon zu stolpern, was auf mich - trotz seines Berufs - nicht ganz plausibel wirkt.

    Alles in allem war es großartig, endlich wieder mit dem wohl bekanntesten forensischen Anthropologen der Kriminalliteratur seinem Beruf nachzugehen, mit ihm die Geheimnisse der Backwaters zu lüften und den polizeilichen Ermittlungen auf den richtigen Weg zu verhelfen.

    Von mir gibt es eine klare Lese- oder Hörempfehlung, für alle, die die Reihe schon von Anfang an lieben und für jene, die sie kennenlernen möchten.

    Die David Hunter-Reihe:
    1) Die Chemie des Todes
    2) Kalte Asche
    3) Leichenblässe
    4) Verwesung
    5) Totenfang

    Kommentare: 5
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    Pucki60s avatar
    Pucki60vor 2 Jahren
    Hunter und die Wasserleichen

    Hunter ist zurück und landet in den Backwaters, wo eine Wasserleiche gefunden wurde. Schnell scheint sie identifiziert zu sein, doch dann taucht ein einzelner Fuß und noch eine weitere Leiche auf. Hunter darf bei der Obduktion der Leichen behilflich sein und bekommt einen Einblick in die Ermittlungen. Während der Zeit wohnt er im Bootshaus von Trask, dessen Frau seit sieben Monaten verschwunden ist. Die Schwester der Vermissten bringt Hunter auf eine interessante Spur, die letztlich den Durchbruch bringt.
    Das Hörbuch ist mit rund 15 Stunden relativ lang und da ich immer nur kurze Stücke während der Autofahrt gehört habe, habe ich lange dafür gebraucht. Die Geschichte ist spannend, es fehlte mir aber die durchgehende hohe Spannung.
    Der Forensiker Hunter erklärt wieder sehr genau, wie die Verwesung, in diesem Fall von Wasserleichen, vonstatten geht. Auch bei den Obduktion erfährt man interessante Details. Bei dem Ausflug in die Backwaters sind diese gut beschrieben und Hunter unterschätzt dabei die Geschwindigkeit der Flut. Er bleibt im Wasser stecken und wird von Trask befreit. Die Personen sind sehr verschieden und alle sehr natürlich dagestellt, fast alle  haben ihre Geheimnisse.
    Der Sprecher Johannes Steck hat das Buch herrvoragend gelesen, er versteht es, jeder Person eine individuelle Stimme zu geben. Deshalb gehört er zu meinen Lieblingssprechern und ich weiß, das ich bei einem Hörbuch von ihm nicht enttäuscht werde. 
    Ich vergebe für "Totentanz" 4 Punkte und ein Hör- bzw. Leseempfehlung. Neben dem Fall erfährt man bei Hunter immer wieder Neues über Obduktionen und Leichen, mir gefällt es.

    Kommentare: 1
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    janinchens.buecherwelts avatar
    janinchens.buecherweltvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Totenfang" ist spannend, überraschend, skuril und genauso interessant, wie wir es von der Hunter-Reihe gewohnt sind.
    Spannend bis zum Schluss

    Jaa, Hunter is back - und wie!!! Das lange warten auf einen neuen "Hunter" hat endlich ein Ende und vorweg: ich wurde nicht enttäuscht.

    Der Name "Totenfang" ist hier Programm, denn es bleibt beileibe nicht bei einer Leiche, so viel schon mal vorab. Das zentrale Element der Geschichte ist "Wasser". Dr. Hunter zelebriert hier mit all seiner Liebe zur Forensik das Auseinandernehmen von Wasserleichen. Sehr anschaulich und verständlich erklärt er uns den Unterschied zu "normalen" Leichen, die Besonderheiten, die zu beachten sind und vor allem, vor welche Schwierigkeiten ihn dieses zerstörende Element Wasser stellt. Und genau das ist es, was ich an den Büchern von Simon Beckett so sehr mag. Wir Forensik-Laien bekommen diese Vorgänge in der Pathologie genauestens erklärt, für alle die, die das interessiert wirklich eine Freude.

    Die Handlung spielt abermals in England, genauer in den Backwaters in der Gegend um Essex. Simon Beckett hält mit seinen Veranschaulichungen auch hier nicht hinterm Berg. Der Nebel, der über dem Fluß wabert und das Rauschen der steigenden Flut sind allgegenwärtig. Vor allem als Hörer konnte ich mir die Handlungsorte wirklich sehr gut bildhaft vorstellen.

    Die Geschichte ist sehr komplex und mit etwas mehr als 15 Stunden Hörzeit ein super Zeitvertreib bei der Hausarbeit. Der Spannungsbogen büßt zwar im Mittelteil etwas an Stärke ein, fängt sich aber recht schnell wieder. Der Kreis der Verdächtigen wechselt so stet, wie Ebbe und Flut. Der Autor baut derart viele Wendungen und Überraschungen ein, sodass von Vorhersehbarkeit hier keine Rede sein kann.

    Schön zu sehen ist auch, dass David Hunter langsam wieder zu seiner alten Form zurückfindet. Der Vorfall am Ende des vorherigen Teils hat ihn doch schwer getroffen und nun muss er sich nicht nur davon erholen, sondern muss zudem noch um seinen guten Ruf in der Anthropologen-Branche bangen. Auch ist er imstande, wieder Gefühle zuzulassen. Schön zu sehen, wie unser Held wieder genesen ist und hoffentlich noch viele viele Fälle zu lösen hat.

    Der Schreibstil, soweit ich das vom Hörbuch her beurteilen kann, ist trotz der langen Pause ebenso fesselnd wie bei den Vorgänger-Bänden. Johannes Steck macht als Sprecher einen super Job. Er gibt Hunter eine Stimme und macht ihn dadurch sehr real. Auch die anderen Stimmen sind ihm super gelungen, sodass man sie am Ende sogar ohne die zugehörige Namensnennung erkannt hat.



    Fazit

    Alles in allem hat sich das schier unendliche Warten wirklich gelohnt. "Totenfang" ist spannend, überraschend, skuril und noch genauso interessant, wie wir es von der Hunter-Reihe gewohnt sind. Meiner Meinung nach sind Vorkenntnisse nicht notwendig, das Buch kann als eigenständiger Teil gelesen werden. Und lieber Simon Beckett, ich hoffe, wir dürfen uns bald auf weitere Fälle mit unserem Lieblings-Anthropologen freuen.

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    My_heart_full_of_bookss avatar
    My_heart_full_of_booksvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Etwas zu sehr in die Länge gezogen. Die Charaktere und unerwarteten Wendungen reißen es aber etwas wieder raus.
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    printbalances avatar
    printbalancevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Endlich nach langer Zeit wieder ein gutes Hörbuch!
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