Simon Borowiak Alk

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Inhaltsangabe zu „Alk“ von Simon Borowiak

DAS Buch für Alkoholabhängige, suchtgefährdete Jugendliche, Ärzte, Genuss-, Gelegenheits- und Profitrinker
Wie sieht ein Rausch von innen aus? Wie funktioniert eine Entgiftung? Bin ich Alkoholiker? Und wenn ja: Muss ich jetzt in die Gosse? Aus der Sicht eines Betroffenen, aber ganz ohne Betroffenheit, nähert sich Simon Borowiak dem heiklen Thema Alkoholismus mit all seinen Facetten – fachlich fundiert, aber verständlich, witzig-ironisch und dabei stets schonungslos direkt.

Ironische und zutiefst wahre Betrachtung aus der Perspektive eines ehemaligen Suchtkranken

— Mario_Veraguth

Habe die Leseprobe auf amazon gelesen und mich kaputt gelacht! Ich packe es direkt auf meinen Wunschzettel.

— Dunkelkuss

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  • Rezension zu "Alk" von Simon Borowiak

    Alk

    Mario_Veraguth

    18. November 2014 um 23:00

    Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie weit man mit ernsten und traurigen Themen einen augenzwinkernden Umgang pflegen darf, ohne in den Bereich der Niveau- bis Pietätslosigkeit abzudriften. Dem Autor gelingt eine Balance zwischen sachlicher, selbstkritischer Analyse des Leidenswegs eines Alkoholkranken und zum Schreien komischer Darstellung der Selbstbetrugs- und Rückfallmechanismen Trunksüchtiger und des zwiespältigen Verhältnisses der Gesellschaft zur beliebtesten, weil einzig legalen Volksdroge. Manche der Betroffenen könnten die allzu lockere Schreibart schon als Affront betrachten und auch der eine oder andere Angehörige wird mit den mitunter skurrilen Herangehensweisen zur Problemerörterung ein Problem haben. Im Gegensatz zu moralingetränkter, allzu sachlicher, schlichtweg abgehobener, mittlerweile nicht mehr aktueller oder falsche Tatsachen verbreitender Literatur zu dem Thema Sucht, ist das Werk Borowiaks aktuell, breit gefächert und angenehm wenig von der Mentalität eines erhobenen Zeigefingers oder zu starkem Einschlag durch psychologische Denkschulen beeinflusst. So erfolgen eine unkonventionelle Unterteilung der Karriere eines Trinkers vom Laien bis zum Profi, ein Vergleich mit konventionellen Einteilungsrastern der Schulmedizin und eine anschauliche Erklärung der Bildung von Toleranz über Suchtsymptome bis zum Kontrollverlust. Als Persiflage auf die bierernsten, medizinischen Kategorien lässt es sich Borowiak nicht nehmen, in dem einen oder anderen Kapitel eigene Beurteilungsschablonen zu erfinden, die im Kern nicht viel Unterschied zu den Etablierten haben und den Vergleich nicht zu scheuen brauchen.  Nach einem kurzen Einschnitt in die Welt der theoretischen Entgiftungskonzepte und einer schauderhaften Schilderung aller mit Alkoholmissbrauch in Zusammenhang stehenden Erkrankungen, erlebt der Leser den Alltag einer Entgiftungsstation abseits von Prospektidylle des Gesundheitsministeriums. Sei es der pure Zufall, der zu motivierten und fähigen oder sadistischen, inkompetenten Pflegern und Ärzten führt, die extremen Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen privaten und öffentlichen Suchtambulanzen oder das wochenlange Zusammenleben mit anderen Patienten. Der Klinikalltag wird gnadenlos dargestellt und lässt ein beträchtliches Maß an schiefem Licht auf die Betrachtung des Funktionierens des Gesundheitssystems fallen. Seien es die mitunter monatelangen Wartezeiten zwischen einem erfolgreichen Entzug und einer Langzeittherapie oder die himmelschreiende Abgehobenheit mancher Psychiater und Psychologen, es öffnet sich sowohl auf Seiten der zu Behandelnden als auch des Pflegepersonals ein breites Kompendium menschlicher Abgründe. Auch die Auslöser für einen Rückfall erscheinen anhand der einprägsamen, bildhaften Darstellungen des Autors noch wesentlich nachvollziehbarer, als wenn man sich als Gesunder nur das abstrakte, unbestimmte Bild eines schlicht unmöglich zu befriedigenden Bedürfnisses vor Augen führt. Gerade die rein medizinischen und hirnphysiologischen Facetten hinter jeder Art von überwundener Suchterkrankung erschrecken, zeigen sie doch ein als einzige Alternative zu wählende lebenslange Abstinenz als einziges Überlebensmittel, da die einmal automatisierten Suchtmechanismen nie wieder verschwinden, sondern als stille Schläfer bei der geringsten Alkoholkonsumation sofort mit aller Macht hervorbrechen. Die Scheinheiligkeit, Bigotterie und Doppelzüngigkeit des, zu Drogen jeglicher Art bestehenden, gesellschaftlichen Konsens wurde selten so treffend pointiert auf den Punkt gebracht. Dass es ersterbenswert ist, in Gruppen zu besonderen Anlässen in entsprechendem Ausmaß die richtige Sorte Alkohol zu konsumieren, der überall beworben und als quasi immaterielles Kulturgut und zu glorifizierender Fixpunkt sämtlicher Volksfeste und Bierzelte dargestellt wird. Und diejenigen, die angesichts dieser lebenslangen Zwangsbeglückung, um der Stigmatisierung als freudenfeindlicher Abstinenzler zu entgehen, aufgrund des geselligen, fast unausweichlichen Umtrunks irgendwann die Kontrolle verlieren und in Folge von zusätzlichen Lebenskrisen abstürzen, wird der Nimbus des erbarmenswürdigen, willensschwachen und auszugrenzenden Alkoholkranken zuerkannt.

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