Simon Borowiak Sucht

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Inhaltsangabe zu „Sucht“ von Simon Borowiak

Bitterernst und federleicht – ein Roman über Sucht, wie es ihn noch nie gab.
Cromwell hat sieben Hausärzte am Start, die nichts voneinander wissen und ihm reichlich Aufputsch- und Beruhigungsmittel verschreiben. Das geht natürlich nicht ewig gut, und so beschließen seine Freunde, den Tablettensüchtigen zur Entgiftung in die Klinik einzuweisen. Simon Borowiak gelingt das Meisterstück, über das Innenleben einer psychiatrischen Notaufnahme, über die Abgründe von Süchtigen und die Schmerzen der Depression so zu schreiben, dass jede Zeile Spaß macht. Denn Borowiak erzählt von eigenen leidvollen Erfahrungen, weiß aber sehr genau: Die schlimmsten Dinge im Leben kann man nur als Komödie erzählen.

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  • Humorvolles und beeindruckendes Buch über Sucht und Entzug

    Sucht

    Buecherlabyrinth

    15. July 2015 um 10:41

    Cromwell lässt sich vom zig Hausärzten Medikamente verschreiben, doch irgendwann wirken selbst die stärksten Kracher nicht mehr. Seit neunzig Stunden versucht er vergeblich zu schlafen und ist mittlerweile so verzweifelt, dass er sich freiwillig von seinen Freunden in eine Klinik bringen lässt. Abwechselnd erzählen Cromwell und sein Freund, der trockene Alkoholiker Schlomo vom Leben in der Entzugsklinik. Nebenbei gründen sie zusammen mit einem blinden Freund eine Detektivagentur, spionieren einem sadistischen Lehrer hinterher und versuchen einen Mord aufzuklären. Der Haupterzählstrang bleibt jedoch immer die Suchtklinik, die Hoffnungen, die sich die Patienten machen ("Wenn ich hier raus bin, sehen die mich nie wieder"), die Hochs und Tiefs, die durchgemacht werden, die Freundschaften und Feindschaften, die entstehen. Sie erleben die Risiken, die ein Rückschlag mit sich bringen kann, sei es durch die erneuten Strapazen des Entzugs mit allen körperlichen und psychischen Leiden oder durch den Tod. Denn auch wenn mit Humor erzählt wird und die Stimmung auf der Entzugstation bisweilen sehr gut ist, bleibt doch immer klar, dass jede Sucht, die in einer Entzugsklinik behandelt wird, lebensgefährlich ist. Der Schreibstil ist sprachgewaltig und nicht leicht zu lesen. Einen Abschnitt habe ich mehrmals gelesen, aber außer, dass Schlomo einen hochintellektuellen Wutausbruch mit Rundumausschlag wegen schlechter Musik hatte, konnte ich nicht nachvollziehen, was der Autor damit sagen wollte. Simon Borowiak hat ein beeindruckendes Buch über Süchte geschrieben, das diese weder verdammt, noch verharmlost, sondern auf humorvolle und deutliche Weise beschreibt. "Sucht" verdient sehr viel Aufmerksamkeit und ich kann das Buch nur empfehlen.

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  • Sehr originell!

    Sucht

    Sunshine_Books

    29. March 2014 um 10:49

    Inhalt: Bitterernst und federleicht – ein Roman über Sucht, wie es ihn noch nie gab. Cromwell hat sieben Hausärzte am Start, die nichts voneinander wissen und ihm reichlich Aufputsch- und Beruhigungsmittel verschreiben. Das geht natürlich nicht ewig gut, und so beschließen seine Freunde, den Tablettensüchtigen zur Entgiftung in die Klinik einzuweisen. Simon Borowiak gelingt das Meisterstück, über das Innenleben einer psychiatrischen Notaufnahme, über die Abgründe von Süchtigen und die Schmerzen der Depression so schreiben, dass jede Zeile Spaß macht. Denn Borowiak erzählt von eigenen leidvollen Erfahrungen, weiß aber sehr genau: Die schlimmsten Dinge im Leben kann man nur als Komödie erzählen. (Klappentext, Amazon) Cover: Das Cover ist super gestaltet. Gerade das Schlichte, lässt den Titel für sich sprechen. Wobei ich so nicht darauf gekömmen wäre, dass es sich um eine Komödie handeln wird. Titel: Kurz, prägnant und treffend. Mehr kann man da wirklich nicht zu sagen. Manchmal reicht eben ein einziges Wort. Schreibstil: Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Wenn ich es mit einem anderen Buch vergleichen müsste, würde meine Wahl auf "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" fallen. Es ist ähnlich kindlich, naiv und doch durchtrieben. Die Geschichte ist aus Schlomos Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Wenn die anderen Charaktere erzählen, springt es in die 3. Person. Charaktere: Zum einen hätten wir Schlomo, der jetzt trockener Alkoholiker ist und sich in der Entzugsklinik bestens auskennt. Alle kennen ihn dort. Als er merkt, wie es mit seinem Freund Cromwell immer weiter bergab geht, da dieser Tablettenabhängig ist, schleppt er ihn kurzerhand in die Klinik. Cromwell tut sich gerade am Anfang sichtlich schwer, mit all dem klar zu kommen. Und zu guter letzt hätten wir noch den blinden Mendelssohn, der zwar nix sieht, aber Geld hat. Und das brauchen die drei, denn sie wollen eine Detektei gründen. Trocken, versteht sich. Erwähnenswert: Ich habe so etwas noch nie gelesen. Sucht ist eigentlich ein Thema, über das viele nicht gerne reden und wenn es Geschichten darüber gibt, dann mit mahnendem Zeigefinger. Das ist hier absolut nicht der Fall. Das Buch strotzt vor Witz, Situationskomik, Sarkasmus und Ironie. Stuck in my Head: »Auf wie viel pro Tag bist du denn jetzt?«, fragte ich professioneller Suchtberater. »Hm, auf, etwa, bis zu – sechs oder sieben.« Ich nahm eine leere Tablettenschachtel: »Von denen hier? Sechs bis sieben à zehn Milligramm?« »Hm, ja, so circa. Können auch zehn bis zwölf sein.« »Mein Lieber ...« »Ich weiß.« Kriesenreif: Trotz der tollen Story, dem Humor und des außergewöhnlichen Themas hätte dem Roman gerade in der Mite und zum frühen Ende hin etwas mehr Tempo gutgetan. Es gab leider die ein oder andere Länge, auf die ich hätte verzichten können. Fazit: Simon Borowiak hat es geschafft, mich über ein Thema lachen zu lassen, das eigentlich so gar nicht lustig ist. Der Humor wirkt nie aufgesetzt und das Thema Sucht nie verharmlost. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, ein Aufklärungswerk in den Händen zu halten, sodass ich viel Spaß beim Lesen hatte. Nur die ein oder andere langatmige Stelle hat meinen Lesefluss gestört, weshalb ich einen Punkt abziehe. Dennoch, ein sehr gutes Buch, welches ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann!

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  • Ein “feuchtes” Buch über die Süchte

    Sucht

    michael_lehmann-pape

    27. March 2014 um 12:38

    Ein “feuchtes” Buch über die Süchte In diesem Roman sind die einzelnen Teile, Episoden und Betrachtungen fast mehr als das Gesamte. Klar gibt es eine Geschichte, einen roten Faden. Die Geschichte des Versuches einer Gründung einer Privatdetektei durch einen trockenen Alkoholiker, einen Blinden (der aber das nötige Kleingeld zunächst hätte) und einen Tablettensüchtigen, den der Schlaf nicht mehr findet. Und eine Liebesgeschichte ist darin verwoben zwischen einer burschikosen, medizinisch gebildeten, in sich klaren Frau (Heike) und dem Tablettensüchtigen und dem trockenen Alkoholiker. Rote Fäden, an denen sich durchgängig aber viele kleine Episoden, Geschichten, Personen anreihen, die liebevoll und mit subtilem Humor von Borowiak durch ihre eigenen, kleinen und gro0en Geschichten, geschickt werden. Cromwell schläft nicht mehr. „Cromwell Jordan war ein weiches Kind, das viel träumte, nie krank war und weder Gott noch Keuchhusten fürchtete“. Aber das ist lange her, das Kind-Sein. Mit rotgeränderten Augen, einem dröhnendem Kopf, kaum mehr wissend, wer er ist und wo vorne und hinten ist, kann er eigentlich von Glück sagen, dass er Freunde hat. Auch, wenn einer blind ist. Schlomo zumindest, Entgiftungserfahren, zwar auch nur „irgendwie“ durch das Leben taumelnd, ist zumindest, was andere angeht, bei klarem Verstand. Und eben nicht zulässt, das Cromwell den nächsten Schub Tabletten von einem seiner verschiedenen Ärzte sich besorgt. Er packt für Cromwell. Und „Sievekind“ darf nicht vergessen werden! „Auch nicht fehlen sollte ein Stofftier …. So dass man es ohne Gesichtsverlust in einer tränenreiche Minute kneten kann“. So gerüstet geht es auf „die Innere“, einen Ort, an dem Cromwell zu sich finden soll, vor allem aber zunächst auf eine ganze Reihe von Personen trifft, die jede einzelne von Borowiak wunderbar gezeichnet die Flure der Station bevölkern. Mit ihrer eigenen Geschichten und, vor allem, ihren eigenen Hoffnungen. Die oft und oft zerschellen am Leben und wieder auf die Station führen. Wie der Leser noch erleben wird. Sei es der „Chief“, die feste Größe und tragfähige Person unter den Patienten, sei es „XXL“, Cromwells Zimmerpartner, fast Auslöser eines „großen Kriminalfalls“ und später eine bedauernswerte Entwicklung nehmend. Bestens trifft Borowiak die Atmosphäre der „Entgiftung“, lässt den Leser immer und immer wieder mit Humor an den eigentlich doch auch beklemmenden Momenten teilnehmen, durchwacht die Nächte mit Cromwell und lässt, wie nebenbei, die Liebe mitschwingen, die ganz eigene Wege finden wird und sich, wie alle Beteiligten, um Normen und festgelegte Rahmungen nicht scheren wird. Auch wenn im Lauf des Romans der Leser sich ein wenig mehr an Tempo hier und da wünschen würde und der Versuch der Detektei irgendwie doch unausgegoren verbleibt, was Atmosphäre und „Personal“ angeht, ist es eine wahre Freude, sich dieses Buch zu Gemüte zu führen und, hinter aller Ironie und neben allem Humor, auch ein lehrreicher, in der Tiefe treffender, Einblick auf „die andere Seite“ der „trockenen“ Welt.

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