Simon Clark Vampyrrhic

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Inhaltsangabe zu „Vampyrrhic“ von Simon Clark

Leppington, England. Ein kleiner, beschaulicher Ort, in dem das Leben in geregelten Bahnen verläuft. Aber der Schein trügt. Denn tief unter den Häusern der Stadt lauert das teuflische Böse; vampirähnliche Kreaturen, deren Hunger sie zu neuem, unheiligem Leben erweckt. Seit Jahrhunderten haben die Blutsauger auf ihre Rückkehr gewartet, um auf göttlichen Befehl hin das Christentum gnadenlos vom Antlitz der Welt zu tilgen. Und niemand soll sie dabei aufhalten! Mit Vampyrrhic hat sich der britische Horror-Autor Simon Clark des klassischen Vampirthemas angenommen. Doch wer die Werke des Autors kennt, weiß, dass seine Romane stets auf erfrischende Art und Weise von der Norm abweichen. Clarks Vampire sind nicht die typischen Vertreter der Nosferatu – von ihrer Gier nach warmem Blut und ihrer Grausamkeit einmal abgesehen –, sondern eine Mischung aus bizarren Parasiten und höllischen Geschöpfen, deren Ursprung tief in der nordischen Mythologie verwurzelt ist. Clark blickt hinter die Fassaden einer scheinbar normal wirkenden Gesellschaft und zeigt dabei menschliche Monster, die den blutrünstigen Vampiren häufig in nichts nachstehen.

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  • Rezension zu "Vampyrrhic" von Simon Clark

    Vampyrrhic
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    21. January 2011 um 11:50

    Leppingsvalt (wie es damals genannt wurde) ist eine Brutstätte für Dämonen, die die Adern der Kinder Gottes aufstechen und ihr Blut trinken. Sie sind am Blute der Unschuldigen fett geworden und lauern Reisenden, Händlern und Pilgern gleichermaßen auf. Sie sind Kreaturen der Nacht und in den Künsten der Nekromantie bewandert. Leppington, eine beschauliche Kleinstadt im Nordosten Englands, „zehn Meilen nordwestlich der Hafenstadt Whitby. (...) in der Graf Dracula in Bram Stokers Roman von 1897 an Land ging“ und bekannt für ihre Zinnminen, inzwischen dominiert von dem riesigen Schlachthof, in dem bereits 1881 Unmengen Colonel Leppingtons gebrühtes und nahrhaftes Fleisch mit Soße hergestellt wurden. David Leppington, der jüngste Spross der Leppingon-Familie, von der die Ortschaft ihren Namen hat, kehrt mit gemischten Gefühlen in seine Heimat zurück. Im Alter von sechs Jahren wurde David von seiner Mutter hier weggebracht. Nun, wo der alte Dorfarzt in den Ruhestand geht, hat man ihm dessen Stelle angeboten. “Sie könnten beruflich, wie auch gesellschaftlich viel erreichen, gerade da ihre Familie schon seit Jahrhunderten mit Leppington verbunden ist ...“ Berenice Mochardi, Dauergast im Bahnhofshotel von Electra Charnwood entdeckt in der Rumpelkammer des Hotels – wo all die Dinge lagern, die ehemalige Gäste bei der Abreise nicht mitgenommen haben – die Videokamera eines Reporters. Der Film zeigt, dass dieser das selbe Zimmer bewohnt hat, wie sie selbst. Und er zeigt weiter, wie der Reporter versucht, die Ursache für die seltsamen Geräusche auf dem Flur vor dem Zimmer zu ergründe, bevor er von gesichtslosen Gestalten förmlich in den Flur gesaugt wird. In diesem Hotel kreuzen sich die Wege von David Leppington, Bernice Mochardi, Elektra Charnwood und Jack Black (benannt nach dem historischen königlichen Rattenfänger), einem brutalen Schläger, der sich nicht scheut einem alten Sack die Fresse zu polieren und der die Gedanken seiner Mitmenschen empfängt, “wie das unablässige Tosen des Lepping, mal stärker, mal schwächer.“ Innerhalb von zweienhalb Tagen muss diese Gruppe Menschen erfahren, dass unter der Stadt, in weit verzweigten Tunneln, eine riesige Armee von Vampiren lebt, geschaffen von Thor persönlich als Waffe gegen die Christen. Am Leben gehalten durch die Unmengen tierischen Blutes, das vom Schlachthof täglich in die Kanalisation gelangt. Nur wartend auf ihren Herrn, der bereit ist, sie wieder anzuführen. Ihr Herr, der nun zurückgekehrt ist. Und tatsächlich verbindet David ungewisse, unerfreuliche und bedrohliche Erinnerungen mit diesem Ort. Lange verdrängte Bilder, die sich nun wieder einen Weg an die Oberfläche seines Bewusstseins bahnen. “Wusstest du eigentlich, dass es im Schlachthaus 64 Abflussrinnen gibt, die das Blut von den Schlachtbänken direkt hinunter in die städtische Kanalisation mit ihrem Tunnelsystem leiten?“ Von Bentley Little wird Simon Clark bescheinigt, „das Zeug zu einem zweiten Stephen King“ zu haben. Tatsächlich ist VAMPYRRHIC von vorne bis hinten so durchkonstruiert, wie ein King-Roman, auch wenn der anfängliche Paukenschlag eher an den Kollegen Dean Koonz erinnert. Eindeutige Anleihen bei Kings SHINING sind jedoch zweifellos vorhanden. Doch Clarks Charaktere sind glücklicherweise stets etwas schräger als die seines amerikanischen Kollegen. Da ist die vordergründig schüchtere Berenice, die auf einer Blutegelfarm arbeitet und sich des Nachts als persönliche Grusel-Show Kameraaufzeichnungen von verschwundenen Personen ansieht, die exotische Hotelchefin Elektra Charnwood, “Leppingtons Antwort auf Morticia Adams“, der der Anblick Jack Blacks das Wasser nicht nur in die Augen treibt, David Leppington, der heiß wird, sobald sich seine Herzdame als Gothic-Braut in Spitze und Leder rausputzt und der entstellte Jack Black, eine brachiale Kampfmaschine auf zwei Beinen, ohne Moral und Skrupel aber mit dem zweiten Gesicht. Eine ungleiche Gruppe, die aus unerklärlichen Gründen sehr schnell zusammenwächst („Es war, als hätte jemand die Zeit angehalten; als wenn in einer verborgenen Maschinerie schwere, dunkle Zahnräder ineinandergreifen würden ...“) und bald agiert als würden sie sich schon lange kennen und vertrauen („Und wie sie da um den Tisch saßen, hatte David erneut das Gefühl, dass sie sich alle schon einmal begegnet waren. (...) er fühlte, wie sie irgend etwas verband, als wenn sie sich ganz ohne Worte verstehen würden – so, als würden sie ein Geheimnis teilen.“). Simon Clark konzentriert die Haupthandlung von VAMPYRRHIC in etwa 60 Stunden ab Davids Ankunft in Leppington. In dieser Zeitspanne erfährt David vom Vermächtnis seiner Familie und von der Gefahr, die in den Eingeweiden der Erde lauern. Dieser Zeitraum macht aus Fremden Vertraute, Geliebte und am Ende sogar Waffenbrüder und –schwestern. Unterbrochen wird diese Haupthandlung immer wieder von relativ ausführlichen Episoden, die nächtliche Vampirangriffe in Leppington beschreiben. Für die Handlung sind diese größtenteils nicht wichtig, der Atmosphäre dienen sie allemal. Überhaupt verbindet Simon Clark in VAMPYRRHIC gekonnt die bedrohliche Atmosphäre klassicher Gruselgeschichten und bluttriefende Splatterpunkszenen zu einem runden Ganzen. “Und sofort beschwor Thor die Walküren herbei, die Kriegerinnen der Götter, und befahl ihnen hinauszufliegen über die Schlachtfelder dieser Erde, die gefallenen Krieger aufzulesen und sie hierher zu bringen. (...) Mit der Klinge eines Messers spaltete er seine Zunge und dann, mit dem Mund voll von seinem Blut, küsste er jeden der Krieger und erweckte sie so zum Leben.“ Dem Autor gelingt es, wild verschiedene Themen und Elemente der Phantastik meisterhaft zu verschmelzen und sie seiner Schöpfung untertan zu machen. Hier treffen EXCALIBUR und ARMEE DER FINSTERNIS gleichwertig aufeinander. VAMPYRRHIC ist gewissenhaft durchgeplant, der Handlungsverlauf wird strikt eingehalten. Es lohnt sich z.B. nach beendeter Lektüre nochmals einen Blick auf Davids Zugfahrt zu Anfang zu werfen. Dort heißt es „Ein Film im Fernsehen hatte ihn fast zu Tode erschreckt – seine ältere Schwester hatte wohl ein Horrorvideo ins Hausgeschmuggelt. Aber hatte seine Familie vor 20 Jahren schon einen Videorekorder besessen? Vielleicht hatte sie auch heimlich zwischen den Kanälen gewechselt, um einen Horrorfilm anzugucken.“ Drei Sätze, die hier nicht stören, jetzt aber einen wesentlich tieferen Sinn ergeben. Die Begrenzung von Raum (Handlungsort ist überwiegend das Hotel) und Zeit sorgt darüber hinaus für anhaltende Dichte. Übrigens beginnt auch Bram Stokers DRACULA mit der Zugfahrt Jonathan Harkers an den Erfüllungsort seiner neuen Aufgabe. Bei aller Handwerkskunst gibt sich Simon Clark selbst den Anschein des Trivialautoren. Er scheut sich nicht, unverhohlen aus vielen Quellen zu schöpfen. Die neue und meisterhafte Anordnung dieses Flickwerks jedoch spricht für sich und bescheinigt die Meisterschaft des Autors. Es bleibt zu hoffen, dass VAMPYRRHIC ein lohnenswerter Erfolg für den Wurdack-Verlag ist, damit auch die Fortsetzungen „Vampyrrhic Rites“ und „Whitby Vampyrrhic“ den Weg nach Deutschland finden. Auch äußerlich ist VAMPYRRHIC ein absolutes Schmuckstück. Jacek Kacynski hat ein stimmungsvolles Coverbild gezaubert, das allerdings mit dem Inhalt nichts zu tun hat.

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