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Tinken

vor 1 Jahr

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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Überflüssig fand ich, wie in dem dazugehörigen Abschnitt schon erwähnt, den Streit zwischen Linda und Porter. Beide wissen, dass Eile geboten ist, trotzdem verzetteln sie sich in so einen profanen Streit.

Die Szene, in der das Medium mit Jack Kontakt zu Kathy aufbaut, hat mich etwas aus dem Takt gebracht. Das schien so als Fakt, dass Jack wirklich mit Kathy spricht. Da hätte ich mir schon einen Hinweis gewünscht, dass es eine Inszenierung ist.

Zu kurz kam mir die Suche nach dem Auge beim ersten Mal, als dieser aus der Telefonzelle aus anrief. Polizei ist losgetobt. Nächste Szene findet erst am nächsten Morgen statt, wie Porter darüber grübelt, dass es nicht geklappt hat. Und auch schon früher von mir erwähnt, dass mein letzter Stand war, dass Linda Porter verheimlichen wollte, dass sie nach Canterfield fahren und plötzlich tun sie das mit der Polizei.

Was mich hier viel eher genervt hat, statt meine Spannung zu erhöhen, waren die vielen Andeutungen, Personenwechsel, Erzählungen von verschiedenen Unbekannten. Da habe ich zwischenzeitlich den Überblick und die Geduld verloren.

SimonCross

vor 1 Jahr

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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@Tinken

Danke für Deine Anmerkungen. Den Hinweis auf Canterfield werde ich auf jeden Fall berücksichtigen, indem ich das verdeutliche. Der Schlüssel lag in dem vorherigen Aufeinandertreffen der beiden mit dem Streitgespräch. Da finden sie sich und Linda erzählt alles, was Fakten betrifft (sie behalten für sich, dass sie das Rätsel gelöst haben - Stichwort: Canterfield). Da Linda aber eine Fangschaltung akzeptiert, Porters Leute also mithören und er durch den Hinweis des Anrufers - Linda wüsste, wo er wohnte - ahnt, dass sie das Rätsel gelöst hat; da zudem das Phantom entwischt und er diesen Mann als ziemlich gefährlich einstuft (Linda könnte das nächste Opfer sein, das in die Falle gelockt wird), schließt er sich kurz. Linda wehrt sich offenbar, stimmt dann aber dem Polizeischutz zu. Dazu muss ich auf S.232 noch ein, zwei Sätze einbauen, dass das noch mal klar ist. War offenkundig etwas zu kurz beschrieben (Betriebsblindheit eines Autoren ;) )

Der Streit selbst ist ganz elementar und deshalb wichtig. Hier prallen zwei Welten aufeinander, die so fern und konkurrierend scheinen und dann doch viel näher beieinander liegen, als beide dachten. Dieser Knall ist die Basis dafür, dass sie überhaupt zueinander finden können. Und er ist mir auch gesellschaftspolitisch wichtig. Hier geht es ja gerade drum, dass schamlos gelogen werden darf; dass alles geglaubt wird, was irgendwann mal von wem auch immer in die Welt gesetzt wird und - jeder auf seine Weise -sowohl Ermittler, als auch Journalisten damit umzugehen lernen müssen. Nicht als Konkurrent, sondern indem sie sich gegenseitig helfen. Insofern hat der Streit für mich keine profane Bedeutung, sondern ist - auch für den weiteren Verlauf - sehr elementar.

Das wird zum Beispiel an dem Medium erkennbar (letztlich findet sich inhaltlich der Streit am realen Beispiel genau dort wieder). Ich gebe bewusst keine Hinweise, dass dies ein Fake sein könnte. Genauso wenig, wie es in sozialen Medien Hinweise gibt, dass etwas gelogen ist. Ich beschreibe, was dort grade passiert. Und liefere unterbewusst die Botschaft mit (die sich aus der Auflösung ergibt): Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht sein kann oder etwas nicht möglich ist, dann soll und muss man das hinterfragen - grade auch dann, wenn es eben keine Hinweise darauf gibt. Man sollte nicht alles glauben, nur weil man es sieht, hört oder liest. Das ist wie gesagt eine wichtige Botschaft, die ich - jenseits der Story - platzieren und den Lesern mit auf den Weg geben wollte. Wie wichtig es ist, wieder differenzieren zu lernen, die Augen aufzumachen, zu hinterfragen. Grade, wenn man an einem Punkt ist, bei dem man denkt: Also, das kann doch nicht wirklich sein. Es ist die einzige Chance, gegen Extremismus und Echoblasen anzukommen.

Tinken

vor 1 Jahr

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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SimonCross schreibt:
Der Streit selbst ist ganz elementar und deshalb wichtig. Hier prallen zwei Welten aufeinander, die so fern und konkurrierend scheinen und dann doch viel näher beieinander liegen, als beide dachten. Dieser Knall ist die Basis dafür, dass sie überhaupt zueinander finden können. Und er ist mir auch gesellschaftspolitisch wichtig. Hier geht es ja gerade drum,

@Simon Cross
Das mit dem Knall und die dann erst mögliche Zusammenarbeit kann ich annehmen. Die gesellschaftspolitische Kritik dahinter ist ja auch in Ordnung. Ich finde sie nur an dieser Stelle deplaziert (Da wirst du mir wahrscheinlich widersprechen 😉), zumindest hat sie mich hier aus der Geschichte geworfen. Aber ich bin auch Leser, kein Schreiber, ich kann nicht sagen, wo oder wie man es hätte anders deutlich machen können.

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SteffiVS

vor 12 Monaten

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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Ich persönlich finde manche Dialoge etwas in die Länge gezogen, die nehmen leider etwas die Spannung raus. Man lernt Porter am Anfang bereits kennen, dann müssen seine Gedanken und Vorgänge in der Familie nicht weiterhin so genau beschrieben werden. Aber das ist meine persönliche Meinung.

SimonCross

vor 12 Monaten

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
@SteffiVS

Kein Problem. Das nennt sich: Demokratie :)
Ich empfinde die Dialoge als extrem wichtig, weil mein Ansatz war, nicht nur Spannung zu erzeugen, sondern eben auch zum Nachdenken anregen; dafür muss man etwas tiefer in die Figuren eintauchen und sie auch in den Feinheiten (die hier und da ja einen inneren Wandel auslösen) "erleben" können; gekürzt habe ich lediglich den Streit zwischen Linda und Porter; der Abschnitt ist jetzt etwas griffiger, ohne dass ich zu viel von dem wichtigen Thema "aufgeben" musste. :)

SarahW

vor 12 Monaten

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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Ich habe nichts überflüssiges gefunden, aber die Stelle in der Johnson in der Wohnung scheinbar falsch verdächtigt wird endet für mich zu abrupt, da er meint, dass jemand von der Wohnung aus telefoniert hat und es ihm sofort geglaubt wird.
Seltsam an dieser Stelle war auch, dass vermerkt wurde, dass keine Fingerabdrücke von der gebrauchten Tasse verwendet werden können, aber was ist mit der DNA die der vermeintliche Anrufer an ihr hinterlassen hat, in Form von Speichel?
Sonst war das Buch sehr spannend und gut geschrieben.

Vampir989

vor 11 Monaten

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Ich habe auch nichts überflüssiges gefunden.Mir hat jede Seite des Buches gefallen und ich hatte viele spannende und aufregende Momente mit dieser Lektüre.

PoetrySlam15

vor 11 Monaten

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Was mich etwas verwirrt hat und dann auch etwas genervt hat waren diese zu vielen Andeutungen, den Personenwechsel und die verschiedenen Erzählung von den ganzen unbekannten Personen, da habe ich zwischenzeitlich ein bisschen den Überblick verloren.

silvandy

vor 11 Monaten

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Die Andeutungen fand ich nicht weiter störend. Der Thriller ist spannend aufgebaut und ich bin bis zum Schluss nicht auf des Rätsels Lösung gekommen. Aber genau das finde ich ja auch gut, dass man in die Irre geleitet wird. Verdächtige gab es einige. Insgessamt recht plausibel erklärt das Ganze. Was für mich auch etwas kurz kam, war die Rückverfolgung des Telefonats zu Johnsons Wohnung. Da hat Porter sich recht schnell mit der Erklärung zufrieden gegeben. Andererseits: Was hätte er sonst tun sollen? Insgesamt gesehen spannend, aber durch die vielen Dialoge (ich weiß, dass diese notwendig waren) wurde meines Erachtens etwas die Spannung herausgenommen. Dadurch hat sich das Buch an manchen Stellen etwas in die Länge gezogen. Noch ein paar Worte zum Medium: Ich bin ja grundsätzlich sehr skeptisch mit solchen Dingen. Jack war in der Situation sehr labil und spätestens als klar war, dass die Website des Mediums vom Netz genommen wurde, wusste ich, dass das ein Fake war. Nur woher hatte sie diese ganzen intimen Informationen? Das finde ich hast du super gelöst am Ende und das war für mich echt schlüssig. Schäbig ist es dagegen, wie man mit den GEfühlen der Mitmenschen mitleidlos spielt und sie für die eigenen Zwecke einspannt. Und ebenso erschreckend fand ich, dass keiner diesen verrückten Priester stoppen konnte oder wollte. Spätestens nach dem Mord an Kathy hätte man denken können, dass sich jemand wehrt. Nunja die Gräfin hat es versucht, sie hat in darauf angesprochen. Andererseits ist es in so einer verschworenen Gemeinschaft schwierig auszubrechen und sich plörtzlich dagegen zu stellen. Das Thema hast du super umgesetzt.

badwoman

vor 10 Monaten

Generelles Fazit: Gab es Längen / Überflüssiges? Kam etwas zu kurz? Wie ist der Gesamteindruck?
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Für mich gab es doch auch einige Längen im Buch. Konkret kann ich gar nicht sagen, wo das jeweils war, aber es gab einige Stellen, die ich anstrengend zu lesen fand, vielleicht waren es für mein schlechtes Namensgedächtnis auch einfach zu viele Namen, die ich dann nicht immer sofort zuordnen konnte... Und eventuell war es doch eine Wendung zuviel bis zur Auflösung des Falls.

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