Simon Hawke Die Terroristen von Patria. STAR TREK Classic.

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Inhaltsangabe zu „Die Terroristen von Patria. STAR TREK Classic.“ von Simon Hawke

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  • Rezension zu "Die Terroristen von Patria. STAR TREK Classic." von Simon Hawke

    Die Terroristen von Patria. STAR TREK Classic.

    Ameise

    08. January 2011 um 21:27

    Die Enterprise eskortiert Botschafter Jordan, einen alten Freund Kirks, zum Planeten Patria, um dessen Aufnahme in die Föderation voranzutreiben. Die Zustände auf Patria sprechen jedoch dagegen: Die Regierung befindet sich in einem ständigen Krieg gegen terroristische Rebellen. Diese wurden allem Anschein nach von den Klingonen mit neuartigen Energiewaffen versorgt, die gegenüber den Projektilwaffen der Polizei haushoch überlegen sind. Schnell stellt sich heraus, dass Patrias Aufnahme in die Föderation nur ein Vorwand ist, um ebenfalls an moderne Waffen heranzukommen und sich somit der Rebellen endgültig entledigen zu können. Auch die Tatsache, dass die Regierung über eine Elitetruppe von Gedankenpolizisten verfügt, die durch einen chirurgischen Eingriff telepathische Fähigkeiten besitzen und nach eigenem Ermessen für Recht und Ordnung sorgen, verursacht bei Kirk und Co. ziemliches Unbehagen. Während einige Mitglieder der Enterprise, unter anderem Kirk, Spock, McCoy und Chekov, den Botschafter für einige Tage nach Patria begleiten, bleibt die Enterprise unter Scottys Kommando im Orbit des Planeten und muss plötzlich mit einem orionischen Kreuzer fertig werden... Zugegeben, ein Paradebeispiel für Einfallsreichtum ist dieses Buch nicht gerade. So einiges von dem, was man hier liest, kommt einem unheimlich bekannt vor. Auf Patria gibt es also zwei sich bekriegende Parteien, von denen eine von den Klingonen mit fortschrittlichen Waffen beliefert wird. Na, wo hat man das schon mal gesehen? Richtig, natürlich in der TOS-Episode "Der erste Krieg". Und wie schon so oft tritt hier ein Föderationsbotschafter auf, der bei der Mission eher hinderlich als fördernd ist. Auch das Konzept der Gedankenpolizei ist in der Literatur keineswegs neu - den bekanntesten Vertreter stellt zweifellos der Roman "1984" dar. Auch wenn sich Autor Simon Hawke alle Mühe gibt, das Szenario auf dem Planeten düster und trostlos zu gestalten - an George Orwells genialen Klassiker kommt diese Geschichte natürlich nicht mal im Entferntesten heran. Dazu ist sie einfach nicht spannend und, wie schon gesagt, nicht originell genug. Oh, und Spocks Entführung war ja wohl nichts anderes als Effektheischerei. Sie hätte ja leidlich spannend werden können, aber doch nicht ein paar Seiten vor dem Ende... Auch wenn jetzt der Eindruck entsteht, ich könnte diesem Roman nicht allzuviel abgewinnen, muss ich doch zugeben, dass ich ihn wirklich mag. Sogar so sehr, dass ich mir die positiven Aspekte für den Schluss aufgehoben habe, um sie besser wirken zu lassen. Obwohl die Story eigentlich nur Durchschnitt ist, kann der Roman an anderer Stelle punkten, nämlich in erster Linie mit sehr guten Figurenbeschreibungen. Vor allem Kirk und McCoy sind einfach wunderbar getroffen (siehe unten), aber auch Scott kann als vorübergehender Kommandant der Enterprise glänzen. Positiv ist mir auch die starke Einbindung zweier "Redshirts" aufgefallen, nämlich Sicherheitsoffizierin Trish Jacob und Kommunikationsspezialist Andrew Muir, die es ganz nebenbei und völlig unspektakulär schaffen, an wichtige Information über die Gedankenpolizei zu kommen und das Ende des Romans nicht nur zu überleben, sondern auch eine lobende Erwähnung in Kirks Logbucheintrag zu erhalten. Dazu muss ich allerdings bemerken, dass der Autor diesen Roman zwei Personen namens Andy und Trish widmete. Eine Sache, die mir an diesem Roman besonders gut gefällt, sind die hervorragenden Dialoge zwischen Kirk und McCoy. Wenn man an das berühmte Triumvirat aus der Originalserie zurückdenkt, fällt einem zuerst die tiefe Freundschaft der beiden so unterschiedlichen Figuren Kirk und Spock sowie die herrlichen Wortgefechte zwischen Spock und Pille ein. Die Kombination Kirk und McCoy kam weniger häufig vor, obwohl es in der Serie und den Filmen immer sehr starke Szenen waren. In diesem Roman wird Spock ein wenig in den Hintergrund gerückt, was aber überhaupt nicht stört, da das Duo Kirk/McCoy in diesem Roman einfach brilliert. Und da wir schon bei McCoy sind: Hier darf er ein Techtelmechtel mit Botschafter Jordans hübscher Assistentin Kim Wing haben, was dazu führt, dass der gute Doktor schon mal einen Noteinsatz seiner Enterprise-Kollegen verpasst. Die Szene, als die Affäre der beiden auffliegt, ist an Situationskomik kaum zu überbieten. Erfreulich ist hier die realistische und "erwachsene" Herangehensweise an diese Romanze, weil sich McCoy und Wing nicht gleich bis über beide Ohren ineinander verlieben und damit die Glaubwürdigkeit der Handlung strapazieren, sondern einfach nur die kurze gemeinsame Zeit genießen wollen. Kirk geht zwar in Sachen Liebe mal leer aus, darf aber immerhin in einer herrlichen Show-Klopperei à la "American Gladiators" als Actionheld glänzen. Lustig ist auch die Stelle, wo sich die Führungsoffiziere der Enterprise mit den Speisen und Getränken der Patrianer vertraut machen müssen. Szenen wie diese lassen die mangelnde Kreativität in diesem Roman vergessen und sorgen dafür, dass man sich als Leser bestens unterhalten fühlt. Die neuen Charaktere können ebenfalls fast alle überzeugen, allen voran der patrianische Gedankenpolizist Iano, dessen Motive fast die ganze Zeit über unklar sind. Einzig Botschafter Jordan macht eine mehr als schwache Figur, und seine Einsicht am Ende nach dem Motto "Na gut, ich werde mich bessern" kommt arg gefällig daher. Sollte ich noch erwähnen, dass das Bild der Orioner wieder mal Opfer des offiziellen Kanons wurde? Jedenfalls konnte ich in der Serie "Enterprise" bei keinem einzigen männlichen Orioner das angeblich für diese Spezies so typische "mähnenhafte schwarze Haar" entdecken. Fazit: Zwar ist dieser Roman nur Durchschnitt, aber immerhin guter Durchschnitt. Wer einfach nur ein kurzweiliges Abenteuer mit der Classic-Crew sucht, der kann hier getrost zugreifen.

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