Simon Jenkins

 4 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Simon Jenkins ist ein von der Kritik vielfach gelobter, britischer Bestsellerautor, der sich vor allem mit Themen zur Kunst- und Kulturgeschichte befasst. Er war langjähriger Redakteur bei Evening Standard und The Times und schreibt heute für The Guardian.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Simon Jenkins

Cover des Buches Thatcher and Sons (ISBN: 9780141006246)

Thatcher and Sons

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Erschienen am 06.09.2007
Cover des Buches A Short History of England (ISBN: 9781846684630)

A Short History of England

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Erschienen am 18.09.2012
Cover des Buches England's Thousand Best Houses (ISBN: 9780141006253)

England's Thousand Best Houses

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Erschienen am 28.10.2004

Neue Rezensionen zu Simon Jenkins

Cover des Buches Die 100 schönsten Kirchen und Kathedralen Europas (ISBN: 9783831044313)
Kristall86s avatar

Rezension zu "Die 100 schönsten Kirchen und Kathedralen Europas" von Simon Jenkins

Hier geht es rein nur um die Architektur!
Kristall86vor einem Jahr

Klappentext:

„Sakrale Architektur, die zur Menschheitsgeschichte gehört!


Die einzigartige Darstellung der schönsten Kirchen und Kathedralen Europas in diesem reich bebilderten Lesebuch zeigt, welche zentrale Rolle Sakralbauten bis heute in unserer Vorstellungswelt spielen. Von der Sagrada Familia über den Markusdom bis hin zum Kölner Dom und St. Paul’s – Kathedralen stehen für acht Jahrhunderte der Bau-, Ingenieurs- und Handwerkskunst. Erfolgsautor Simon Jenkins hat alle Kirchen besucht und mit großer Sachkenntnis detailliert beschrieben. Treten Sie ein!


Bauwerke zum Innehalten und Bewundern


Wer würde nicht über das besondere Lichtspiel in der Kathedrale von Toledo staunen? Oder beim Anblick der golden schimmernden Fresken von San Marco verweilen? Acht Jahrhunderte, nachdem die meisten dieser Kirchen und Kathedralen errichtet wurden, überragen sie noch immer Städte wie Köln, Paris, Moskau oder Barcelona und ziehen zahlreiche Besucher*innen wie Einheimische, gläubige wie nicht religiöse Menschen an. Diese Meisterwerke der Architektur zeugen von der religiösen und politischen Historie Europas sowie von deren Architektur-, Ingenieurs- und Handwerkskunst….“


Wie anderen Lesern auch bereits aufgefallen ist, ist dieses Ranking hier die reine Sicht  unseres Autors - schlussendlich darf sich jeder von uns selbst auf die Reise begeben und die für ihn schönsten Bauwerke bestaunen. Kurzum: alles Ansichtssache! Dennoch ist dieses Werk eine hübsche Sammlung an 100 verschiedensten kirchlichen Bauwerken Europas. Egal ob Kirche oder Kathedrale. Die Bauwerke werden einerseits in den Texten erläutert und beschrieben und eben dann in den Bildern auch optisch dem Leser näher gebracht. Alles ist sehr gut sortiert und überschaubar. Was mir besonders gut gefällt ist die neutrale Einstellung des Autors zu dem Thema. Er wertet nicht, geht nicht auf persönliche Befindlichkeiten wie Glauben etc. ein sondern hier geht es rein nur um die Baukunst und ihre ganzen Feinheiten.

Optisch und haptisch ist das wirklich toll aufgemacht. Die Größe irritiert mich dennoch etwas, denn mit 19.7 x 3 x 25.4 cm hätte das Buch ruhig noch etwas opulenter und größer ausfallen dürfen - die Bilder hätten es allemal verdient! Die feste Bindung ist sauber und hochwertig gearbeitet, die Buchseiten haben eine schöne griffige Struktur.

Alles in allem ein wirklich tolles Buch für alle, die dem Himmel noch ein kleines Stück näher sein wollen! 4 sehr gute Sterne von mir!

Cover des Buches Die 100 schönsten Kirchen und Kathedralen Europas (ISBN: 9783831044313)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Die 100 schönsten Kirchen und Kathedralen Europas" von Simon Jenkins

Gute Auswahl für interessierte Laien
Flaventusvor 2 Jahren

Wer legt wohl fest, was „Die 100 schönsten Kirchen und Kathedralen Europas“ sind? In diesem Fall der Autor Simon Jenkins, der dies gleich in seinem Vorwort kundtut: „In Europa gibt es hunderte Kathedralen. Ich habe diejenigen ausgewählt, die ich für die schönsten halte.“ (S. 9 der Einleitung). Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, so dass dem Leser hier sehr individuell ausgewählte Bauwerke präsentiert werden.


Ebenfalls im Vorwort lässt der englische Autor den Leser wissen, dass er zwar in einem christlichen Umfeld großgeworden ist, er mittlerweile den Kirchen den Rücken zugewandt hat. Ich stimme ihm voll und ganz zu, dass es nicht notwendig ist, ein (gläubiger) Christ zu sein, um einer der gezeigten Bauwerke einen Besuch abzustatten. Bevor es losgeht, wird dem Leser eine Karte präsentiert, auf der alle 100 Kirchen verzeichnet sind. Auf dieser Karte sind zudem die Top25 des Autors als Stern gekennzeichnet. Das Buch selbst ist nach Ländern bzw. Regionen aufgeteilt, so dass es übersichtlich bleibt.


Die Vorstellung einer Kirche ist immer gleich, wobei der Umfang von der Bedeutung selbiger abhängt. Immer wird kurz abgerissen, wie die Kirche entstand und welche Besonderheit sich mit ihr verbinden lassen. Da es vermutlich zu jedem vorgestellten Bauwerk so viel zu sagen gibt, dass mehr oder minder viele separate Bücher existieren, darf der Leser natürlich nicht erwarten, eine umfassende Historie vorzufinden. Ich fand die jeweiligen Texte ausreichend lang meist auch interessant verfasst.


Was mit weniger gut gefiel, war die Auswahl der Fotos. Ja, das Buch hat schon über 300 Seiten und wäre zunehmend unhandlicher und vermutlich teurer geworden, aber ich hatte schon erhofft, dass von allen Kirchen zumindest ein Foto in der Totalen enthalten ist. Anstelle finden sich manchmal lediglich Detailbilder oder Fotos aus dem Innenraum. Klar, mit Internetsuchmaschinen lassen sich weitere Fotos finden, aber ich hätte es ansprechender gefunden, wenn hier mehr individuell nur für dieses Buch Fotos gemacht worden wären. Die dann auch den Betrachter überzeugen können, denn viele Fotos sind leider etwas fad.


Fazit

Ich denke, dass der Leser dieses Buchs zumindest eine, wenn nicht sogar mehrere der vorgestellten Kirchen besucht hat. Ich habe mir selbst zuerst diese Artikel durchgelesen, um mich ein wenig zu „eichen“. Damit hatte ich dann ein gutes Gefühl dafür, was mich erwarten würde. Der Autor Simon Jenkins schreibt nämlich nicht für ein Fachpublikum, sondern für Menschen wie Dich und mich, die sich gerne das Innere einer Kirche anschauen, um sich von ihr faszinieren zu lassen. Wer dieses Interesse mitbringt, wird mit diesem Buch gut zurecht kommen


Cover des Buches Thatcher and Sons (ISBN: 9780141006246)
A

Rezension zu "Thatcher and Sons" von Simon Jenkins

Margaret Thatcher und ihre Nachfolger. Dreißig Jahre britischer Geschichte
Andreas_Oberendervor 3 Jahren

Die unmittelbare Gegenwart ist eher die Domäne von Journalisten als von Historikern. Zu gering ist der zeitliche Abstand zur jüngsten Vergangenheit, als dass sich wissenschaftlich fundierte Analysen vornehmen ließen, die für längere Zeit Bestand haben. Was heute geschrieben wird, kann schon morgen durch neue Erkenntnisse widerlegt oder modifiziert werden. Das sollte man bedenken, wenn man das Buch "Thatcher & Sons" zur Hand nimmt, das zuerst 2006 erschienen ist und 2007 (geringfügig) erweitert wurde. Der Verfasser, der bekannte britische Journalist Simon Jenkins, schlägt in seinem Werk über Großbritanniens Zeitgeschichte einen Bogen von den 1970er Jahren bis ins Jahr 2007, als Tony Blair den Posten des Premierministers für Gordon Brown räumte.

Jenkins untersucht zwei Themen. Beim ersten Thema handelt es sich um zwei Entwicklungen, die sich seit dem Beginn der Thatcher-Ära parallel vollzogen haben, die Privatisierung der Staatsindustrie und die Deregulierung der Finanzbranche auf der einen, die Stärkung des Zentralstaates zu Lasten der Lokal- und Regionalverwaltung auf der anderen Seite. Jenkins bezeichnet diese beiden Entwicklungen als "Revolutionen", da sie das Antlitz Großbritanniens nachhaltig verändert hätten. Er vertritt die These, dass "New Labour" die Entwicklungen der Thatcher- und Major-Jahre (1979-1997) nicht etwa rückgängig gemacht, sondern im Gegenteil fortgeführt und sogar verstärkt habe. Der 1997 erfolgte Regierungswechsel von den Konservativen zur Labour Party sei daher keine Zäsur. Tony Blair und Gordon Brown seien nur dem Namen nach Labour-Politiker gewesen, faktisch jedoch gelehrige Schüler Margaret Thatchers, deren Politik sie - ähnlich wie zuvor John Major - ohne nennenswerte Kurskorrekturen fortgesetzt hätten.

Zweites Thema des Buches sind Herkunft, Werdegang, Aufstieg, politische Anschauungen und Amtsführung der vier Personen, die Großbritannien zwischen 1979 und 2007 ihren Stempel aufdrückten, Margaret Thatcher, John Major, Tony Blair und Gordon Brown (was den letztgenannten betrifft, so beschränkt sich Jenkins auf Browns Tätigkeit als Schatzkanzler von 1997 bis 2007). Was Jenkins über diese vier Politiker schreibt, zeichnet sich durch eine erfrischende Respektlosigkeit aus, die aber nie in billige Polemik abgleitet. Jenkins gelingen glänzende Charakterskizzen, die sowohl den Stärken als auch den Schwächen der vier Protagonisten Rechnung tragen. Überhaupt ist das Buch brillant geschrieben. Jenkins ist thesenfreudig, liebt Zuspitzungen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Hätte ein Historiker oder Politikwissenschaftler dieses Buch geschrieben, dann wäre es nur halb so unterhaltsam.

Jenkins macht aus seinem persönlichen Standpunkt und seinen persönlichen Wertvorstellungen keinen Hehl. Auch darin unterscheidet er sich von Historikern und Politikwissenschaftlern. Die zwei sogenannten "Revolutionen", die sich seit 1979 vollzogen haben, beurteilt er unterschiedlich. Die Privatisierung der Staatsindustrie und die Deregulierung der Finanzbranche unter Margaret Thatcher finden seine Zustimmung, waren sie doch eine Antwort auf die schwere Krise, die Großbritannien, der "kranke Mann Europas", in den 1970er Jahren durchlitt. Für verhängnisvoll hält Jenkins hingegen die zweite "Revolution", die schrittweise Stärkung der Exekutive und die Konzentration sämtlicher Entscheidungsbefugnisse in London, ein Prozess, der ebenfalls von Thatcher eingeleitet und von ihren Nachfolgern fortgesetzt und forciert wurde. Jenkins ist ein Anhänger von regionalen und lokalen Verwaltungs- und Entscheidungsstrukturen. Die Kopflastigkeit des politischen Systems und die Bündelung aller Entscheidungskompetenzen in London lehnt er entschieden ab. Er unterzieht die Zentralisierungsprozesse der letzten 30 Jahre und die von ihnen verursachten Probleme einer vernichtenden Kritik.

Die Konservativen traten 1979 mit dem Anspruch an, den aufgeblähten Staat zu verschlanken und zu verkleinern. Es passierte dann aber genau das Gegenteil: Die Londoner Ministerien zogen immer mehr Kompetenzen an sich. Historisch gewachsene Verwaltungsorgane auf lokaler Ebene wurden als antiquiert und unfähig abqualifiziert, ihrer Autonomie und Befugnisse beraubt und der Kontrolle Londons unterworfen. Eine Flut von Vorschriften und Regularien ergoss sich fortan Jahr für Jahr über die Gesellschaft. Zentralisierungswahn und ständige Reformen des öffentlichen Sektors führten nicht etwa zu mehr Effizienz und besserer "Performanz", sondern zum Wuchern der Bürokratie, zu ungeheurer Ressourcenverschwendung, schlechten Dienstleistungen und einer breiten Unzufriedenheit unter den Bürgern. Was Jenkins über missglückte Reformen und Fehlentwicklungen im britischen Gesundheits- und Bildungswesen schreibt, ist zum Teil haarsträubend. Das aus Regelungswut und Machtversessenheit gespeiste Wachstum der Exekutive und ihrer nachgeordneten Organe führte schließlich dazu, dass zum Zeitpunkt von Blairs Rücktritt 20 Prozent der Beschäftigten Großbritanniens im öffentlichen Dienst tätig waren. Auch die Privatisierung hatte Schattenseiten. Der Staat zog sich zwar als Eigentümer zurück, hielt aber die privatisierten Branchen und Unternehmen durch erdrückende Kontrolle und Regulierung weiterhin an der kurzen Leine.

Nicht minder faszinierend und aufschlussreich sind die Kapitel, in denen sich Jenkins mit Persönlichkeit, Amtsverständnis und Führungsstil Thatchers, Majors, Blairs und Browns beschäftigt. Er stützt sich dabei auf eigene Beobachtungen, die er als Journalist gemacht hat, aber auch auf Memoiren und andere Bücher, die von Weggefährten der vier Politiker veröffentlicht wurden. Der farblose John Major kommt vergleichsweise glimpflich davon. Am schlechtesten kommt Tony Blair weg, bei dem sich ein Hang zu theatralischer Phrasendrescherei und Selbstinszenierung mit einer erschreckenden intellektuellen Substanzlosigkeit paarte. Während seiner zehn Jahre im Amt des Premierministers verstärkten sich Tendenzen, die schon unter Thatcher begonnen hatten: Marginalisierung des Parlaments; Kungelei mit externen Beratern und Lobbyisten bei gleichzeitiger Geringschätzung der Beamtenschaft (Civil Service), die eigentlich Hauptstütze der Regierung sein soll; Verlagerung von Entscheidungen in informelle Zirkel ("sofa government"); Instrumentalisierung der Medien, um das Image der Regierung zu pflegen; hektischer Aktionismus und der Drang, jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens von London aus allumfassend zu regeln.

Den stetigen Machtzuwachs der Regierung führt Jenkins auf das Fehlen einer geschriebenen Verfassung zurück, in der die Kompetenzen von Legislative und Exekutive, aber auch das Verhältnis zwischen dem Zentrum einerseits und den Städten, Kommunen und Regionen andererseits klar und eindeutig geregelt werden. Die Regierung konnte ihre Macht und ihren Zuständigkeitsradius immer weiter ausdehnen, weil es keine verbindlichen Verfassungsregeln gibt, die dies hätten verhindern können. Merkwürdigerweise kann sich Jenkins nach dieser Diagnose nicht zu dem Vorschlag durchringen, dass sich Großbritannien endlich eine geschriebene Verfassung geben sollte. Eine Verfassung hätte sicher manche Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre, über die Jenkins so engagiert klagt, verhindern oder wenigstens abmildern können. Jenkins appelliert an den guten Willen und an das Einsichtsvermögen der Londoner Politiker. Sie sollen freiwillig Macht und Befugnisse abgeben. Das ist naiv. Reicht ein solcher Appell wirklich aus, um das kopflastige politische System Großbritanniens zu reformieren, um das Land aus dem Würgegriff des Zentralismus zu befreien und angestammte Formen regionaler und kommunaler Selbstverwaltung wiederherzustellen?

Trotz dieses ungelöst bleibenden Widerspruchs bietet Jenkins' Buch eine faszinierende Lektüre. Es bezieht seine Wucht und Durchschlagskraft aus dem Umstand, dass sich Jenkins zeitlebens nicht auf die Rolle des beobachtenden Journalisten beschränkt hat. Er war über Jahrzehnte hinweg regelmäßig in Vorständen, Gremien und Ausschüssen aller Art tätig und stützt seine Analyse der britischen Zeitgeschichte auf seine Erfahrungen als aktiv mitwirkender Bürger. Dieser persönliche Einblick in die Veränderungen des politischen Systems Großbritanniens seit 1979 macht die fehlende zeitliche Distanz zu den analysierten Vorgängen und den Mangel an wissenschaftlicher Objektivität allemal wett. Jenkins' furioses Buch ist ein "Augenöffner" für alle jene, die sich für die innere Entwicklung Großbritanniens in den letzten 30 Jahren interessieren. Historiker, die in 20 oder 30 Jahren die Ära Margaret Thatchers und Tony Blairs erforschen, werden möglicherweise zu anderen Ergebnissen und Urteilen gelangen. An "Thatcher & Sons" werden sie aber nicht einfach achtlos vorbeigehen können. 

(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Januar 2014 bei Amazon gepostet)

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