Strange Love

von Simon Rhys Beck und Simon Rh. Beck
3,5 Sterne bei8 Bewertungen
Strange Love
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Inhaltsangabe zu "Strange Love"

Nick Jeffrey ist Frontmann und Publikumsliebling der Gothicband "The Nightcrawlers". Wenn er auf der Bühne steht, ist Nick der schillernde Mittelpunkt. Seine Fans verehren ihn. Doch dahinter beginnt der Schatten aus Musik, Sex und Drogen.
Bis er Torian kennenlernt, seinen Dämon. Und die Zuneigung zu diesem unwirklichen Geschöpf ist zerstörerischer als alles andere.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783934442016
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:162 Seiten
Verlag:Dead Soft Verlag
Erscheinungsdatum:01.01.2000

Rezensionen und Bewertungen

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    marstravellers avatar
    marstravellervor 4 Jahren
    Die verführerische Schönheit der Schatten

    „Strange Love“ ist eine Geschichte über die Symbiose zwischen verführerischer Schönheit und Anziehungskraft auf der einen Seite und dunkler Obsession und Selbstzerstörung auf der anderen Seite. Es ist auch eine Geschichte über Liebe und die Auseinandersetzung mit den eigenen Dämonen.

    Im Zentrum steht Nick Jeffrey, der charismatische Sänger einer englischen, der Gothicszene nahestehenden Band, dessen Bühnenauftritte sowohl das männliche als auch das weibliche Publikum begeistern. Zu Beginn der Geschichte wird zunächst der Eindruck erweckt, als genieße Nick sein Leben als Rockstar mit einer gewissen Leichtigkeit und Unbekümmertheit, als habe er seine Obsessionen im Griff (seine Alkoholabhängigkeit scheint er aus eigener Kraft überwunden zu haben) und schöpfe aus der ihm zufallenden Verehrung durch die Fans Bestätigung und vor allem (sexuelles) Vergnügen. Schnell merkt man jedoch, dass er anders ist als seine Bandgenossen, die die sich anbietenden Groupies nur für ihre Orgien oder eine schnelle sexuelle Befriedigung benutzen. Nick zeigt echtes Interesse an den Menschen, die er Backstage oder in sein Hotelzimmer einlädt, er möchte wissen, was sie denken und wie sie gestrickt sind. Und es wird deutlich, dass hinter der leuchtenden, die Massen begeisternden Fassade, die er auf der Bühne zeigt, ein von Drogenexzessen gezeichnetes Leben steht, das sich ständig an der Grenze zum körperlichen und seelischen Absturz bewegt.

    Um den Protagonisten gruppiert sich eine Reihe anderer Figuren, die von ihm wie magisch angezogen wirken und deren Perspektive innerhalb der Handlung vollständig auf Nick konzentriert und reduziert ist. So treten z. B. der 15jährige Daniel und die 21jährige Medizinstudentin Cerys zunächst in den Dunstkreis des Stars und später in das Leben des sensiblen und verletzten Menschen Nick Jeffrey. Als Fans sind sie glücklich, ihrem Angebeteten einfach nur nahe zu sein und ein wenig beachtet zu werden, aber im Verlauf der Handlung spielen sie für Nicks Leben eine immer größere Rolle. Vor allem Cerys ist auf eine fast altruistische Weise für Nick da und wird dafür am Ende mit einem wunderbaren Geschenk belohnt. Und dann gibt es noch Torian, der plötzlich auftaucht, nachdem er sich Nick bereits im Traum auf geheimnisvolle Weise angekündigt hat, und der den Sänger einerseits in einen Strudel aus Lust und Schmerz reißt und andererseits ihm den Blick für sein eigenes wahres Wesen öffnet. In diesem Zusammenhang erhält die Geschichte fantastische Züge.

    Das Geschehen wird überwiegend aus der Perspektive der Hauptfigur vermittelt, die jedoch kurzzeitig, mitunter auch nur für einen Satz unterbrochen wird, um einen blitzartigen Einblick in die Wahrnehmung und Denkweise einer der Nebenfiguren zu eröffnen. Dieser abrupte, unvermittelte Perspektivenwechsel wirkt manchmal etwas irritierend, stört aber den Erzählfluss nicht, sondern hat für mich eher den reizvollen Eindruck einer traumähnlich assoziativen Erzählweise verstärkt.

    Die einzelnen Szenen sind lose aneinandergereiht und wirken wie Spotlights, die besonders intensive, oft auch schmerzhafte Momente in Nicks Leben ausleuchten, bevor sie sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

    Die Erzählweise ist durch ein fast atemloses Vorwärtsdrängen gekennzeichnet. Sie gewährt dem Leser keinen Moment der Ruhe, die vielleicht durch eine vertiefende Reflexion oder rückwärts gewandte Erinnerung hervorgerufen werden könnte. Man fühlt sich ständig gedrängt weiterzulesen, es gibt im ganzen Buch keinen Punkt, an dem man ruhigen Gewissens eine Lesepause einlegen könnte, weil irgendwie alles ineinanderfließt, einen mitreißt und am Ende fühlt man sich atemlos und erschöpft wie nach einem Marathonlauf oder wie nach dem Erwachen aus einem intensiven, verstörenden Traum. Diese Erzählweise passt zu der Hauptfigur, die scheinbar nur für den Moment lebt, ihre Erinnerungen verloren zu haben scheint und sich selbst in der Gegenwart (aufgrund der konsumierten Drogen) immer wieder verliert, einer Gegenwart, die nirgendwo einen Halt oder die Möglichkeit des Verweilens bietet und deshalb den Protagonisten immer weitertreibt, durch sein Leben strudeln lässt, von einer Unruhe getrieben, die für den Leser schmerzhaft nachzuempfinden ist.

    Das Faszinierende, aber auch Tragische an Nick ist, dass er selbst zwar haltlos dahintreibt, aber für die anderen, um ihn kreisenden Figuren dennoch ein leuchtendes Zentrum bildet, ihrem Leben Bedeutung verleiht und letztlich die entscheidende Wende gibt.

    Neben der besonderen Erzählweise hat mich beim Lesen auch der angenehme Sprachstil begeistert, der fast nüchtern sachlich wirkt und damit einen deutlichen Kontrast zu den düsteren Ereignissen bildet. Manche eingestreuten Informationen wirken allerdings etwas forciert, als wären sie im Nachhinein eingefügt worden, um Teile des Handlungsverlaufs plausibel zu machen, wie z. B. die Bemerkung „er wunderte sich nicht, dass seine Mutter nicht nach ihm suchen ließ. Wahrscheinlich hatte sie nicht einmal gemerkt, dass er nicht mehr da war“, die wohl der Frage mancher Leser begegnen soll, warum es nicht längst eine Vermisstenanzeige gibt, wenn ein 15Jähriger plötzlich verschwunden bzw. untergetaucht ist. Oder die beiläufig erwähnte Information, dass Cerys Medizin studiert, damit man nachvollziehen kann, dass sie so gut die Wunden von Daniel und Nick versorgen kann.

    Für meinen Geschmack wären solche Einfügungen nicht unbedingt notwendig gewesen, weil die Geschichte gar nicht den Eindruck erweckt, als erhebe sie Anspruch auf Wirklichkeitsnähe und Logik. Sie wirkt eher wie ein Traum, der Bilder und Sequenzen fast assoziativ aneinanderreiht und eher metaphorischen Charakter hat, oder wie eine Allegorie über die enge Verknüpfung von gut und böse, Licht und Schatten, Heilung und Zerstörung, Schmerz und Lust, - ein Blick in die Abgründe des Lebens, über die sich die zarten und zerbrechlichen Brücken der Liebe spannen.


    „Strange Love“ hat eine in allen Teilen gelungene Handlungskomposition, berührt durch die aufreibende und schonungslose Darstellung der Abgründe der Hauptfigur und fesselt durch einen einzigartigen Erzählstil und eine ausgefeilte anschauliche Sprache, die auch bei den erotischen Szenen stets den richtigen Ton trifft.

    Kommentare: 2
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    ViviiiLBirniiis avatar
    ViviiiLBirniiivor einem Jahr
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    Hawkeeevor einem Jahr
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    Randyvor 6 Jahren
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    Raik_Thorstadvor 7 Jahren
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    DominiksMamavor 8 Jahren

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