Simon Schwartz Tante Ilse

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Inhaltsangabe zu „Tante Ilse“ von Simon Schwartz

Alt werden – kein Problem. Nachlassen – kommt nicht in Frage. Warum eigentlich nicht? Ein Mann und zwei Frauen – solche Geschichten wurden schon oft erzählt. Diese ist anders. Der Mann wird fünfzig, die Frauen sind beide alt, sehr alt. Die eine, seine Mutter, stirbt kurz vor seiner Geburtstagsfeier. Er war ihr nicht wirklich nahe gewesen im Leben, und schon gar nicht bei ihrem Sterben. Ist das der Grund, warum es ihm plötzlich zum Anliegen wird, einer liebenswerten und lebenslustigen alten Tante, die von der Familie in einem Heim untergebracht wurde, zu einem besseren Dasein in angenehmerer Umgebung zu verhelfen? Seine Reise durch die Landschaft der deutschen Altenbetreuung wird zu einem Abenteuer mit skurrilen Zügen …

ehrlich - und wirklich einfach aus dem Leben

— Mira20
Mira20

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  • Rezension zu "Tante Ilse" von Simon Schwartz

    Tante Ilse
    Clari

    Clari

    Altern in Würde: gibt es das? Simon feiert bald seinen fünfzigsten Geburtstag. Er freut sich nicht, denn der plötzliche Tod seiner Mutter hat ihn mit dem eigenen Alter und seinen verbliebenen Lebensaussichten konfrontiert. Schuldgefühle treiben ihn um, und er kümmert sich ersatzweise erst einmal um Tante Ilse. Diese alte Dame, eine Nenntante von Simons Frau Charlotte, ist mit ihren 82 Jahren unerwartet in ein Altenheim in Berlin gezogen, in die „Villa Waldeslust“. Wie es dazu kam, erschüttert Simon sehr: erst konnte sie nicht mehr Auto fahren und nicht mehr einkaufen, dann verlor sie die Orientierung, und nun ist sie in diesem Heim, in dem es immer nach der Uhr geht, man nicht mehr seinen Lebensrhythmus leben darf, die eigenen Möbel keinen Platz haben, und man nur mehr„verwaltet“ wird. Eine Tochter hat den Umzug veranlasst, die andere lebt weit weg, und die Enkelkinder sind auch nicht verfügbar; Freundinnen können hier ohne Auto nicht zu Besuch kommen: so einfach sind die Fakten zur Begründung von Einsamkeit. Simon macht sich mit Tante Ilse auf die Suche nach einer besseren Möglichkeit für das Leben im Alter. Was er dabei erlebt, gibt Aufschluss über das, was uns alle irgendwann erwartet! Von dem Mehrgenerationenprojekt bis zum betreuten Wohnen und einer Art „ Gnadenhof“ für Mensch und Tier reichen seine Bemühungen.; überall wird unter dem Mäntelchen des guten Willens Unterhaltung, Sport, Spiel und Gemeinschaft geboten. Aber will man sich von Enkeln umtoben lassen, die noch nicht mal die eigenen sind? Und will man ständig von einem Event zum anderen aufgefordert werden? Was ist mit dem Müßiggang, dem Schlendrian und der Selbstbestimmung, die doch vielleicht lange ersehnt, endlich errungen und nun wieder aufgegeben werden sollen? Im Kontrast zur desolaten Altersversorgung von Tante Ilse steht die frohe, hoffnungsvolle, lärmende und bunte Geburtstagsfeier für Simon im sonnigen Italien. Ihn aber lassen die Gedanken an das Altern und Sterben auch hier nicht los. Diese Geschichte ist ernst und traurig und zeigt in vollem Umfang, dass auch bei allem guten Willen Altern und Sterben unter bestimmten Bedingungen Tragödien sind. Man liest die Geschichte und ist angerührt von den einzelnen Schicksalen. Gut konzipiert und vielleicht wirklich erlebt zeigt der Autor Simon Schwarz uns die ganze Realität von Schmerz, Einsamkeit, Verlust aller Autonomie und trostlosem Dahinsiechen, wie es heute vielfach Alltag der Alten ist. Tante Ilse steht als Prototyp für alle jene, die ein ähnliches Schicksal ereilt: krank, pflege -und hilfsbedürftig vegetieren sie ihrem Ende entgegen. Ein aufrüttelndes, ernsthaftes und wichtiges Buch ist entstanden, das zudem noch von kraftvoller und poetischer Aussagekraft ist. Simon Schwarz ist das Pseudonym eines angeblich bekannten deutschen Autors. Er zeigt alles auf, lässt nichts aus und benennt beim Namen, wie es sich in einer Gesellschaft lebt, die nicht weiß, wie man die „Alten“ noch im eigenen Leben unterbringen soll und sie letztlich nichts als los werden will.

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  • Rezension zu "Tante Ilse" von Simon Schwartz

    Tante Ilse
    Cibo95

    Cibo95

    02. September 2010 um 10:37

    Kurzbeschreibung (Amazon): Alt werden – kein Problem. Nachlassen – kommt nicht in Frage. Warum eigentlich nicht? Ein Mann und zwei Frauen – solche Geschichten wurden schon oft erzählt. Diese ist anders. Der Mann wird fünfzig, die Frauen sind beide alt, sehr alt. Die eine, seine Mutter, stirbt kurz vor seiner Geburtstagsfeier. Er war ihr nicht wirklich nahe gewesen im Leben, und schon gar nicht bei ihrem Sterben. Ist das der Grund, warum es ihm plötzlich zum Anliegen wird, einer liebenswerten und lebenslustigen alten Tante, die von der Familie in einem Heim untergebracht wurde, zu einem besseren Dasein in angenehmerer Umgebung zu verhelfen? Seine Reise durch die Landschaft der deutschen Altenbetreuung wird zu einem Abenteuer mit skurrilen Zügen – von der barrierefreien Mehrgenerationen-Einrichtung mit Backoffice-Dame und Animateur bis hin zum Gnadenhof für Mensch und Tier. Tante Ilse kann und muss die Gebrechlichkeit des Alters akzeptieren, doch fremdbestimmen lässt sie sich deshalb noch lange nicht. Sie überlistet die Vernunftherrschaft des Pflegeapparats und findet so ihren ganz eigenen Weg – im und aus dem Leben. Eine ganz persönliche Geschichte über ein Thema, das immer wichtiger wird in unserer Gesellschaft. Meine Meinung Simon Schwartz ist das Pseudonym für einen bekannten deutschen Autoren, der diese sensible wunderschöne Geschichte erzählt. Die 192 Seiten sind in einem Stück schnell gelesen, hinterlassen bei mir einen nachhaltigen Eindruck. Kann man in Würde altern? Wie wird es sein, wenn man mal nicht mehr selbst für sich sorgen kann? In liebevollen Rückblicken erinnert sich Simon Schwartz an seine kürzlich in Österreich verstorbene Mutter. Sie war ihm nicht nahe in Berlin, doch durch seine Erinnerungen an die schönen Seiten holt er sie sich nochmal zu sich. Wundervoll beschrieben, der Sohn hat seine Mutter geliebt. Mit all ihren Macken und Schrullen. Seine Geburtstagsfeier zum 50. wird in Italien gefeiert, ganz groß mit vielen Freunden, der kürzliche Tod der Mutter soll Anlass sein, auch an sie zu erinnern. Die Feier vermischt sich mit der Feier von Einheimischen und wird zum ganz besonderen Erlebnis, für Simon und für seine Freunde. Seiner Mutter hätte es sicher auch gefallen ... Und dann ist da noch Tante Ilse. Sie ist eigentlich gar nicht seine Tante sondern die Freundin der Großmutter seiner Frau ... aber sie war halt immer da und Simon hat nun das Bedürfnis, die Nähe, die ihm zu seiner Mutter fehlte bei Ilse nachzuholen. Er besucht sie, redet viel mit ihr und lernt vor allem von ihr, dass das Leben schön ist und dass man am Ende nicht verzagen soll. Er schleppt sie aus dem Altersheim in diverse alternative Einrichtungen und sie hat ihre ganz eigene Art, damit umzugehen. Ein kritischer Blick auf die Altenpflege ist in dem Büchlein nicht umfangreich möglich, macht einen aber zumindest nachdenklich, wie man seinen Lebensabend später gestalten möchte bzw. kann. Ilse hat sich für einen Weg entschieden ... wird sie mit dem Lama Willy zusammenleben oder doch im Altersheim bleiben? Sie ist schwerkrank ... ach, mehr werde ich nicht verraten Dieses Buch liste ich zu meinen Lieblingsbüchern. Eine wundervolle Sprache, eine wunderbare Geschichte ... nur leider viel zu kurz. Wenn mir jetzt noch jemand sagt, wer der Autor ist, der hinter dem Buch steht Absolut lesenswert!

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