Rezension zu "Star Wars Comics: Doktor Aphra III: Umgekehrte Vorzeichen" von Simon Spurrier
erdbeerliebe.Ich bin kein Star Wars Fan, kenne mich ein bisschen im Universum aus. Nun kenne ich die Reihe aus der dieser Comic stammt nicht, dennoch war die Einführung der Protagonistin Chelli Aphra recht gelungen - auch ihre Gegenspielerin aus dem Imperium schaffte der Comic es spannend darzustellen. So erfahre ich, dass sie für eine Rebelleneinheit arbeitet die eher düstere Geschäfte erledigt und dabei auch vor Mord nicht zurück schreckt. Ihren Vorgesetzten sowie ihre Kollegen mag Chelli nicht besonders, die sind ihr zu skupelllos. Ein Ansatz der spannend ist und mir im ersten Drittel gefiel - dass sie Archäologin ist versteh ich nicht ganz, sie wirkt eher wie eine abgebrühte Technikerin.
Dennoch scheitert der Comic so knapp bei der Hälfte. Es wird eine Liebesgeschichte mit einer Offizierin des Imperiums inszeniert (ich nehme den Begriff bewusst, denn die Romanze zwischen den beiden ist quasi nicht spürbar und wird immer nur in Extremen dargestellt, die beiden haben nicht einen einzigen ruhigen Moment zusammen und sind immer nur damit beschäftigt sich NICHT gegenseitig umbringen zu lassen) und Chelli hat Probleme mit der Moral ihrer Einheit. Diese Romanze hat weder Tiefgang noch irgendeinen Ansatz der realistisch wäre, dazu kommen dann ständig irgendwelche Actionszenen und lauter andere Charaktere die wir nie wirklich kennen lernen als Leser*innen weil sie entweder auch umgebracht werden oder nur für coole Sprüche herhalten.
Mir fiel beim Lesen auf, dass jede Szene quasi nur zwei Seiten lang ging - dann wechselte die Perspektive oder die Örtlichkeit und es ging wieder los mit der Action, Explosionen und fliegenden Körpern. Höhepunkt der Albernheiten sind dann explodierende niedliche Haustiere die Aphra nutzt um in ihrer Geschichte voran zu kommen - ein Charakter der eben noch mit moralischen Zweifeln und Reue dargestellt wurde unschuldige Menschen umgebracht zu haben. Ah ja, aber flauschige Tierchen sind in Ordnung? Sie hat sogar einen ganzen Koffer davon.
Auch ihre Kollegen bringt sie skupellos um wenn es gerade passt.
Ich gebe dem Comic nur zwei Sterne weil es der erste Star Wars Comic ist in dem eine queere Romanze im Fokus steht & die Charaktere recht unterschiedlich (optisch zumindestens) wirken. Es gibt (eine) muskulöse Frau, Leute die ohne Kopf rumlaufen können und bunte Aliens. Nicht, dass der Band sonst irgendwie divers wäre - dafür fehlt im komplett die Feinfühligkeit oder der Tiefgang.
Wer auf krasse Action mit starken Frauen steht könnte hier seinen Spaß haben, die ständigen Szenenwechsel und der stumpfe Plot sind leider etwas was mir nicht gefallen hat.
















