Simon Taylor Der Mönch.

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Inhaltsangabe zu „Der Mönch.“ von Simon Taylor

Sommer 1224: Ein junger Mönch soll im Auftrag einer Kirchenkommission die geheimnisvollen Machenschaften des Priors Simon de Quincy in einem schottischen Augustinerkloster aufklären...
Simon Taylors facettenreicher Roman schildert das klösterliche Leben, das von Verrat, Intrige und sogar Mord erschüttert wird. Die dramatischen Konflikte spiegeln die großen geistigen, politischen und religiösen Auseinandersetzungen einer Welt im Umbruch.

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  • Rezension zu "Der Mönch." von Simon Taylor

    Der Mönch.

    kornmuhme

    Simon Taylor hat hier einen guten und wirklich sehr soliden Mittelalter-Roman geschrieben, der in der Zeit des 12./13. Jhd.s spielt. Hauptschauplatz ist Schottland, obwohl bei Voranschreiten der Lektüre auch eine Reise ins päpstliche Rom geschildert wird. Das Buch teilt sich in eine übersichtliche Rahmen- und die Haupthandlung auf. Worum geht es? Der junge Mönch Martin wird im Rahmen einer Untersuchung in das Kloster Inchcolm auf einer kleinen Insel an der Küste Schottlands geschickt. Er befindet sich aber auch auf einer persönlichen Suche - er möchte mehr über seinen früheren Gönner Simon de Quincy, ehemals Prior von Inchcolm und bei einem Brand dort ums Leben gekommen, erfahren. Er trifft also in diesem Kloster einen alten Mönch namens Michael, der ihm mehr über Simon erzählen kann. Bedingung: Martin soll sich die komplette Lebensgeschichte Bruder Michaels anhören, die eng mit der Simons verflochten ist. Soweit die Rahmenhandlung (die also im Prinzip nur Mittel zum Zweck für die Haupthandlung ist): Bruder Michael wurde als Duscath geboren und als Kind in das Gefolge seines herrn de Mortimer geschickt. Er hasst es dort, muss mit rauhen, brutalen Männern leben, an einem Kriegszug teilnehmen, auf dem er ein kleines Mädchen erschlägt und unglaubliche Britalität erlebt. Ja, er wird, als er etwas älter ist, von de Mortimer missbraucht. In seiner Not findet er Trost im Glauben, und schließlich entschließt er sich, zum Kloster Inchcolm zu fliehen, um dort als Novize aufgenommen zu werden und so seinem grausamen herrn und verfluchten leben zu entkommen. Duscath wird als Bruder Michael aufgenommen. Im Zentrum des Buches stehen nicht nur die Erfahrungen und persönlichen Gedanken und Gefühle Michaels. sondern thematisiert werden immer auch die politischen, kirchlichen und religiösen Entwicklungen jener Zeit in Schottland: Krieg zwischen Schottland und England, Friedensschlüsse, Exkommunikation des gesamten schottischen Volkes inkl. König, die damit verbundene Not der schottischen Kirche und Klöster, Streit um Bischofswahlen und vor allem auch theologische Konflikte, z.B. über das Thema Homosexualität, "besondere" Freundschaften unter Mönchen, das Recht auf die Bestimmung und Einsetzung von Bischöfen (also Machtkämpfe zwischen weltlicher und kirchlicher Instanz) etc. Und zwischendrin immer Michael und dessen innere religiöse und emotionale Zerrissenheit, denn Michael ist homosexuell und sucht nach der spirituellen Freundschaft, die er zunächst in Bruder Edgar findet, später dann in seinem Mitbruder Simon de Quincy zu finden hofft. Zuviel möchte ich nicht vorwegnehmen, die Geschichte ist sowohl geprägt von der Hauptfigur Bruder Michaels als auch von den politischen, theologischen und kirchenpolitischen Wirren der Zeit, die immer wieder thematisiert werden. Fazit: Das Buch ist gut zu lesen, der Autor hat einen flüssigen Schreibstil und der Leser kann sich gut mit dem Protagonisten identifizieren. Es entsteht ein faszinierendes Bild der damaligen Zeit mit all ihren Nöten, Grausamkeiten, der Wundergläubigkeit des Volkes. der Macht der Kirche und des Königs sowie ihrere vielfältigen Verflechtungen. Mir hat es Spaß gemacht zu lesen! Aber der zukünftige Leser sollte schon Spaß an sowohl geschichtlichen Ereignissen als auch theologischen Fragestellungen und Konflikten haben! Das Buch ist nicht nur an der Figur des Bruders Michael und seiner Beziehung zu Simon sowie dessen Machenschaften interessiert, sondern immer auch an den historischen Gegebenheiten und Konflikten sowie zu der Zeit brennenden theologischen Themen. Diese Passagen können manchmal etwas ermüdend und kompliziert sein, vor allem, wenn man sich für das "Drumherum" eher weniger interessiert als für die agierenden Figuren. Dennoch, ein (anspruchsvoller) Lesegenuss für alle Mittelalter-Fans!

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    Arun

    29. July 2014 um 21:26
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