Sechs Menschen braucht es, um wieder in seinem Leben anzukommen. Denn über eben jene anderen fünf sind wir miteinander verwoben. Von sechs dieser Menschen handelt dieses Buch. Da haben wir Martin, der als Baby einem Bäcker in die Hand gedrückt wurde, Herkunft unklar. Da ist Amelia, die blind zu Welt kam und mit ihrem Leben hadert und dabei immer im Hinterkopf hat, dass ihr Großvater John ein schwereres Schicksal hatte. John, der im 2. Weltkrieg mit seinem Flugzeug abstürzte und dabei immer nur an seine Harriet denken konnte. Mr. Hugo, dem der halbe Kopf fehlt – einst weggeschossen, unklarer Ablauf, unklare Herkunft. Der kleine Danny, der sich mit Mr. Hugo anfreundet. Und Sébastian, der einen Fund in einer alten Maschine aus dem Zweiten Weltkrieg macht. Sie alle eint der Zufall. Sie sind Freunde, Nachbarn, Familie und Fremde. Ihre Leben unweigerlich verwoben – mal stärker, mal schwächer.
Simon Van Booy hat einen wunderbaren Roman geschrieben. Was zunächst als lose Aneinanderreihung von Geschichten daherkam, entpuppte sich als tiefgründige, gut gestrickte Geschichte, die trotz ihrer Kürze ihre Magie entfalten konnte. Eine Magie, die ich in dieser Vollendung noch nicht gelesen habe, denn Van Booy schafft es die Geschichte abzurunden, ihr Tiefe zu verleihen und die Charaktere glaubhaft zu vermitteln. Er zeigt wie unterschiedlich wir sind und, dass ein Miteinander, auch unter schwierigen Verhältnissen möglich ist. Denn das Getrenntsein ist wahrlich eine Illusion, so wie der Buchtitel es uns verrät.
Kurzum: Eine kurzweilige Geschichte über Humanität in schwierigen Zeiten, über kleine Gesten, eigenwillige Menschen und ein Miteinander, das manchmal nicht ganz so offensichtlich ist. Lesenswert.















