Das Buch bietet eine biografische Erzählung von Simona Stoytchkova, wie sie als Kind in einem Berliner Plattenbau im Osten aufgewachsen ist, die Zeit des Mauerfalls erlebte und wie sie nach der Wende an ihrer Karriere gearbeitet hat, um letztendlich heute in der Vorstandsetage eines Finanzunternehmens zu sitzen.
Was macht das Buch aus? Die Autorin macht auf sympathische, authentische und humorvolle Weise auf noch bestehende Missstände aufmerksam, übt Kritik am Gefälle zwischen Ost und West auf verschiedenen Ebenen und benennt eine Vielzahl von Beispielen, mit denen sie ihre Überlegungen und Gedanken veranschaulicht. Sie benennt die Vorteile, aber auch die Nachteile die die DDR (sowie die BRD) und auch die Wende für die Charakterentwicklung der Betroffenen hatte.
Gleichzeitig teilt sie wertvolle Tipps, die sie aus ihrem eigenen beruflichen Werdegang für sich mitgenommen hat und die, zeitunabhängig für jeden hilfreich sein können, z.B. zum Thema Networking.
Für mich spielt es keine Rolle, ob Ost oder West, denn für mich gibt es seit meiner Geburt nur ein Deutschland – allerdings hat es mir einmal mehr gezeigt, welche Auswirkungen die Wende für die vorangegangenen Generationen gehabt hat und warum hier Vorurteile auf beiden Seiten bestehen und teilweise immer noch eine Abgrenzung untereinander stattfindet.
Der Appell des Buches: bestehende Vorurteile ablegen, eine Gemeinschaft stärken, bedingungslose Chancengleichheit schaffen und vorhandene Ungerechtigkeiten abbauen.
Das Buch endet mit praktischen Tipps und Vorschlägen, was sich wie ändern kann und muss, damit ein gemeinsames Deutschland ohne Unterscheidung in Ost und West entstehen kann.
Die Handlung wird aus der Ich-Erzählperspektive geschildert. Der Schreibstil ist, trotz teilweise zahlreich verwendeter Fachbegriffe, angenehm zu lesen.
Kleiner Kritikpunkt: Es tauchen immer wieder Anglizismen und englische Sätze auf, die nicht immer übersetzt werden. Ich bin der englischen Sprache mächtig und verstehe die Passagen, doch ich weiß nicht, ob eine textliche Übersetzung direkt beim Lesen nicht für jedermann hilfreicher gewesen wäre.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch „Die aus dem Osten“ ein lesenswertes Buch darstellt, denn es regt zum Nachdenken an und bring gleichzeitig auch Verständnis für ehemalige Ost- und West-Bürger.
Das Buch kann ich definitiv weiterempfehlen.