Mexikoring

von Simone Buchholz 
4,3 Sterne bei52 Bewertungen
Mexikoring
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Positiv (44):
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Spannender und gesellschaftskritischer Großstadtkrimi mit dem unverwechselbarem Sound der Wahlhamburgerin

Kritisch (2):
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Leider nicht mein Geschmack

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Inhaltsangabe zu "Mexikoring"

In Hamburg brennen die Autos. Jede Nacht, wahllos angezündet. Aber in dieser einen Nacht am Mexikoring, einem Bürohochhäuserghetto im Norden der Stadt, sitzt noch jemand in seinem Fiat, als der anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen. War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Hat die ihn in Brand setzen lassen? Und was ist da los, wenn die Gangsterkinder von der Weser neuerdings an der Alster sterben?

Staatsanwältin Chastity Riley taucht tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weitverzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Und sie bekommt Einblick in Nouri Saroukhans Geschichte. Es ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und es ist die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza, die nicht zusammenkommen durften und in ein anderes Leben türmten, das aber kein besseres war. Weiß Aliza, was mit Nouri am Mexikoring passiert ist?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518468944
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:247 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:10.09.2018

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    K
    Knopfvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Zweiter und letzter Versuch meinerseits
    Nicht mein Ding

    Mexikoring ist der achte Band der Reihe um Chastity Riley und der zweite Fall, den ich gelesen habe. Leider konnte mich auch diesmal der Schreibstil und die Handlung nicht überzeugen.

    Das Buch wird aus zwei Sichten erzählt. Einmal aus Sicht von Riley der Staatsanwältin, die erstaunlicherweise komplett bei der Ermittlung mitmischt. Sie erzählt in Ich-Form in der Gegenwart in kurzen knappen Sätzen und für mich oft verwirrend. Wahrscheinlich fehlt mir Vorwissen aus den anderen Bänden, denn leider wird fast nichts über die handelnden Personen erzählt. Gibt es in anderen Krimireihen mal einen Alkoholiker, so hat man hier das Gefühl das ganze Team kommt ohne Alkohol und Zigaretten nicht aus. Zum Glück nur eine fiktive Polizei Gruppe.

    Die Geschichte rundherum wird eigentlich normal und flüssig erzählt. Sie spielt in Hamburg und Bremen und gewährt leichte Einblicke in die Strukturen der Libanesen Clans hier in Deutschland.
    Der Fall endet mit einer kleinen Überraschung.
    Da es bereits das achte Buch der Reihe ist, gibt es bestimmt genug Fans der schnoddrigen Staatsanwältin, für mich war es der zweite und letzte Versuch. Wobei mir dieser Band etwas besser gefallen hat, als :Blaue Nacht
    2-3 * vergebe ich

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    A
    amena25vor 15 Tagen
    Knallhart

    Autos brennen in Hamburg fast jede Nacht. Aber in dieser Nacht sitzt noch jemand in seinem Auto, als dieses am Mexikoring in Flammen aufgeht. Er wird zwar schnell von der herbeigerufenen Feuerwehr aus brennenden Auto gerettet, doch er stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus. Bei dem Opfer handelt es sich um Nouri Saroukhan, dem verlorene Sohn eines mächtigen kurdisch-libanesischen Clans aus Bremen. Er wurde von seiner Familie verstoßen, da er sich nicht in ihre Welt der Gewalt und Kriminalität einordnen wollte. Bald ist klar, dass es sich um Mord handelt. Die knallharte und unkonventionelle Staatsanwältin Chastity Riley übernimmt die Ermittlungen und taucht tief ein in die Welt der Mhallamiye – Clans, dessen weit verzweigte kriminelle Strukturen sich über ganz Deutschland erstrecken.

    Besonders charakteristisch ist Simone Buchholz Sprache. Die kurzen, knappen Sätzen, aber auch abrupte Wechsel in der Handlung stellen eine Herausforderung für den Leser dar, heben sich aber dadurch auch deutlich vom Durchschnitt ab. Kurze Kapitel mit unkonventionellen Überschriften treiben die Handlung dynamisch voran und halten die Spannung hoch. Dazu kommen interessante Figuren wie die knallharte Staatsanwältin Chastity Riley selbst, die überaus engagiert, aber auch vom Leben gebeutelt ist. Ihre Sicht der Dinge ist messerscharf, dennoch lässig und überaus originell. Die Dialoge sind knapp, schnoddrig, witzig, deuten aber auch tragische Ereignisse in der Vergangenheit an.

    ,,Mexikoring“ ist bereits der achte Fall um die Staatsanwältin Chastity Riley, den man aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen kann. Allerdings wird man die Vorgängerbände nach dieser Lektüre vermutlich unbedingt lesen wollen!

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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender und gesellschaftskritischer Großstadtkrimi mit dem unverwechselbarem Sound der Wahlhamburgerin
    Romeo und Julia

    In dem Krimi „Mexikoring“ wird die Reihe um Chastity Riley fortgesetzt. Diese wurde seit dem fünften Band kaltgestellt und darf nur noch als ermittelnde Staatsanwältin operieren.

    Auf einer Lesung erzählte Simone Buchholz gutgelaunt, dass ihr oft vorgeworfen wird, dass in ihren Büchern so viel Alkohol getrunken würde. Darauf reagiert sie dann immer ganz trotzig und lässt noch mehr Alkohol fließen.

    Auch in ihrem achten Hamburg-Krimi wird auf knapp 250 Seiten viel getrunken und noch mehr geraucht.

    Es war einer dieser Anrufe am frühen Morgen, die einen ohne Punkt und Komma auf die Spur schicken. Ob ich da eben hin könnte. Ein brennendes Auto. Schon wieder. Wir müssten das mit den brennenden Autos langsam mal in den Griff kriegen, hieß es. Die brennenden Autors interessieren mich nicht besonders. Du weißt genau, warum deine Autos brennen, Hamburg. Auszug Seite 12


    Romeo und Julia

    Chas Riley ist permanent müde und ziemlich genervt, als sie morgens früh zu einem Tatort am Mexikoring gerufen wird. Ein brennendes Auto ist in Hamburg schon lange nichts Besonderes mehr, aber in diesem Wagen sitzt noch ein junger Mann, der wenig später an seinen Verbrennungen verstirbt. Als die Untersuchungen ergeben, dass er vorher betäubt wurde, ist klar, dass es sich definitiv um Mord handelt. Er wird als Nouri Saroukhan identifiziert und gehörte zu einer der Mhallamiye-Familien; kurdische Libanesen, die vorrangig in Bremen agieren. Nouri wollte aus dem kriminellen, von Gewalt geprägten Leben seines Clans ausbrechen und hat seine Familie Richtung Hamburg verlassen, wo sich seine Jugendfreundin Aliza Anteli versteckt hält. Schon als Kinder wollten die beiden ausbrechen und träumen nun von einem Leben in Mexiko. Es ist eine verbotene Liebesgeschichte, denn Alizas Zwangsheirat mit einem anderen ist von ihrer Familie bereits beschlossene Sache.


    Riley macht sich mit einer schnell zusammengestellten Soko auf nach Bremen. Die Saroukhan-Familie verhält sich abweisend und zeigt kein Zeichen von Trauer. Sie leben abgeschottet in einer Parallelgesellschaft, halten von der Polizei gar nichts und regeln ihre Angelegenheiten intern. Sie haben Nouri, der nach einem abgebrochenem Jurastudium bei einer Versicherung arbeitete, verstoßen.


    Eine Milieustudie

    Buchholz greift in diesem Band ein aktuelles, politisch brisantes Thema auf und zeigt dem Leser ein Milieu, dass die meisten wahrscheinlich nur aus den Medien kennen. Sie hat gut recherchiert und gibt einen faszinierenden sowie realistischen Einblick in die Welt der großen kurdischen Familienclans, die es in dieser Form in Deutschland seit den 80er Jahren gibt. Die arabischen Großclans sind eine in sich geschlossene Gesellschaft mit eigenen Gesetzen und Strukturen und das ist in der deutschen Realität viel zu spät wahrgenommen worden. Mittlerweile sind sie eng mit der organisierten Kriminalität verwoben und profitieren davon, dass sie nur auf Verwandtschaft basieren, als Preis versäumter Integration.


    Fazit

    Die Wahlhamburgerin erzählt die Geschichte in ihrem eigenen unverkennbaren Schreibstil mit knackigen Sätzen in kurzen Kapiteln. Spannung wird durch den Wechsel mehrerer Erzählstränge erzeugt. Der Leser begleitet die Ermittlungen auf Tritt und Schritt, ist immer ganz nah an den Figuren. Das Team der Staatsanwältin ist mit Ecken und Kanten ausgestattet und für Chas fast schon so was wie eine Ersatzfamilie. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, kämpfen mit Zweifeln, Verunsicherung und Einsamkeit und wirken daher sehr authentisch. Chas selbst ist eine spröde aber doch coole, lässige Frau mit einem trockenen Humor. In diesem Band bewegt sie sich müde und ausgebrannt, aber nie empathielos durch die Geschichte.

    Simone Buchholz habe ich tatsächlich erst vor kurzem für mich entdeckt und zunächst mal mit dem Band Eins „Revolverherz“ angefangen. Und ich war sofort fasziniert von der unkonventionellen Ich-Erzählerin Chas Riley, dessen Vater Amerikaner ist.

    Das Besondere an dieser Reihe ist nicht unbedingt der Krimi-Plot, sondern eher dieser spezielle Sound, den die Autorin erschaffen hat. Der Ton ist teilweise schnoddrig und dann wieder melancholisch und voller Poesie. Herausgekommen ist ein spannender und gesellschaftskritischer Großstadtkrimi.


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    borgis avatar
    borgivor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Bei Simone Buchholz merkt man in all ihren Büchern die Liebe zu Hamburg; nein: zu Sankt Pauli.
    Familienclans

    Dass in Hamburg nächtens Autos brennen war nichts neues. Allerdings ist nun in einem Auto ein junger Mann verbrannt und so hat die Staatsanwältin Chastity Riley einen Fall. Der Tote ist Nouri Saroukhan, der Sohn eines Mhallamiye Clan-Chefs aus Bremen. Von dieser Problematik mit kurdisch-libanesischen Familienclans hatte ich bisher noch nichts gehört. Es scheint aber so, dass die Polizei neben Bremen auch in Essen und Berlin damit kaum fertig wird. Im Gegensatz zu den bisherigen Büchern spielt die Stadt Hamburg in diesem Band nicht die Hauptrolle. Die Ermittlungen sind zum großen Teil nach Bremen verlagert.
    Da ich einige der Vorgängerbände kenne, bin ich mit den Menschen vertraut, die für Chastity wichtig sind. Ich glaube, das ist für das Reinkommen in Simone Buchholz‘ Erzählweise von Vorteil.
    Mittlerweile habe ich Chastity Riley echt liebgewonnen. Ich mag ihre Sprache und besonders die witzigen oder sarkastischen Kommentare und Gedanken, die sie in den einzelnen Situationen abgibt. Diese klingen vordergründig ziemlich rauh und lakonisch, aber bei mir kommen sie meist warmherzig rüber. Obwohl die Geschichte insgesamt nicht sehr lang ist, hatte sie zwischenzeitlich einige Längen, weshalb sie bei mir einen Stern einbüßt. Trotzdem bleibe ich Chastity Riley treu und freue mich auf ein/zwei Bücher der Reihe, die ich noch nicht gelesen habe.

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    B
    buechertraeumevor einem Monat
    Kein Krimi

    Nachdem das Cover und der Klappentext mich total begeistert haben, hat mich das Buch dann doch etwas enttäuscht. Hamburg und Bremen fand ich als Schauplätze wirklich toll. Trotzdem hatte ich mir die Geschichte irgendwie anders vorgestellt. Statt ihren Fall zu lösen, habe die Ermittler sehr viel Zeit in Bars oder mit privaten Angelegenheiten verbracht. So richtig ernst nehmen konnte ich das ganze nicht und das hat mir den Spaß am miträtseln genommen. Statt sich in die Abgründe von mafiaartigen Familienclans zu begeben, krazt die Geschichte da eher an der Oberfläche und schlägt dann doch einen anderen Weg ein. Spannung kam leider erst auf dem letzten Seiten auf.

    Der Schreibstil hat mir in der Leseprobe noch sehr gut gefallen, aber auf der Länge des gesamten Buches hat er leider seinen Reiz verloren. Oft schien es der Autorin nur darum poetisch oder irgendwie besonders zu klingen. Sie drückt sich dabei oft in Bildern aus, die sind bei mir leider nicht angekommen, da sie weit vom Geschehen weg waren.

    Insgesamt war das wohl einfach kein Buch für mich.

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    Hennies avatar
    Hennievor einem Monat
    Kurzmeinung: Mich überzeugte der lässige, lakonische, knappe, aber aussagekräftige Sprachstil
    Der Clan der Mhallamiye

    Zuerst habe ich mal gegoogelt, was der Titel „Mexikoring“ zu bedeuten hat. Es ist eine Adresse im Hamburger Stadtteil Winterhude, im Norden der Hansestadt.
    Zum Inhalt:
    Chastity Riley, die Staatsanwältin mit amerikanischen Wurzeln, wird am frühen Morgen in die triste Bürohochhauslandschaft im Hamburger Norden gerufen. Dort auf einem Parkplatz hat ein Auto gebrannt. Das ist durchaus nichts Neues, aber in dem Wagen saß noch ein Mensch. Nouri Saroukhan lebte noch als die Rettungskräfte eintreffen, aber wenig später verstirbt er im Krankenhaus. Warum gelang es ihm nicht, sich zu retten? Wollte der junge Mann sterben? War es Selbstmord oder Mord? Die Ermittlungen werden sofort aufgenommen und führen die Kriminalisten zu einem in sich abgeschotteten Familienclan nach Bremen, der inzwischen seine kriminellen Strukturen weit in Deutschland ausgebreitet hat. Wird es der Kripo und der Staatsanwältin gelingen in dieses Gefüge, in diese so ganz andere Welt, einer Parallelwelt einzudringen? Werden sie das Geschehen aufklären können?
    Brennende Autos werden immer wieder thematisiert im Buch. Die Städte, wo das passiert werden genannt. In Deutschland. In New York. In Afrika. Rund um den Erdball. Warum nur diese sinnlose Gewalt? In dem Roman wird sehr viel geraucht, Kaffee und immer wieder Alkohol getrunken. Die durchaus taffe und trinkfeste Staatsanwältin sowie die meisten der Kriminalisten sind vom Leben gezeichnet, kaum einer hat wirklich ein normales, bodenständiges Leben. Sex statt Liebe. Warum? Haben sie alle Angst, eine wirkliche stabile Beziehung einzugehen? Erkennen sie ihre Ohnmacht gegenüber den kriminellen Machenschaften?
    Meine Meinung:
    Das Buch mit seinen knapp 250 Seiten hatte ich schnell und mit wachsendem Interesse gelesen. Mich überzeugte der lässige, lakonische, knappe, aber aussagekräftige Sprachstil von Simone Buchholz. Ihre Sprache hat durchaus auch ein wenig Poesie, ein wenig Witz. Das beweist sie schon zu Beginn auf Seite 11 gleich zweimal:

    „Die Straßen sind Schluchten, und obwohl hier und da immer mal wieder ein einsamer Baum oder eine tapfere Grünfläche gepflanzt worden sind, ist das kein Ort für welche Art von Leben auch immer.“ Und:

    „Der warme Wind wirbelt eine Plastiktüte durch die Luft, eine zweite fliegt hinterher. Vielleicht sind Plastiktüten ja irgendwann die besseren Möwen.“

    Die Kapitel sind sehr kurz und mit markanten Überschriften versehen. „Mexikoring“ war für mich der Einsteigerkrimi in das Werk der Autorin. Ich werde nun auch die anderen Bücher von ihr lesen. Das erste Mal wurde ich mit den Mhallamiye, sprich Mchallami, konfrontiert und erhielt einen kleinen Einblick in deren extrem machohafte, frauenfeindliche, menschenverachtende Welt. Inwieweit hier Klischees bedient werden, kann ich nicht beurteilen. Es scheint auf alle Fälle ein Mikrokosmos zu sein, der in den weitverzweigten Familien reibungslos funktioniert. Ich habe mich im Internet kundig gemacht über die Herkunft dieser Menschen. Es gibt mir sehr zu denken, dass man sie in Deutschland gewähren ließ und ihrem Treiben weitgehend tatenlos zuschaut. Das Ende des Buches und die Auflösung des Falles war dann dennoch überraschend und anders als von mir angenommen.
    Das Titelbild empfinde ich mit der Telefonzelle als friedliches, harmloses Motiv, ein Relikt aus der handylosen Zeit, im Gegensatz zum Inhalt. Den Krimi selbst nehme ich als Warnung, als Mahnung wahr, endlich durchzugreifen gegen diese Clans!

    Ich vergebe gern meine Empfehlung, vor allem für Krimifreunde, und bewerte mit fünf von fünf Sternen.

    Kommentare: 3
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    S
    SofieWaldenvor einem Monat
    Eine Ermittlerin, ziemlich am Mainstream vorbei und hier in ganz speziellen Mafiakreisen

    Ermittlerin Chastity Riley, als Staatsanwältin in Hamburg unterwegs ermittelt in ihrem neuesten Fall in ganz speziellen Mafiakreisen,denn der in einem brennenden Fahrzeug umgekommene Nouri Saroukhan stammte aus dem Mhallamiye-Clan, kurdischen Libanesen, die vor allem in Bremen agieren. Nouri wurde von ihnen verstoßen und lebte jetzt zusammen mit seiner Freundin Aliza, die einem verfeindeten Clan angehörte, in Hamburg. Zuerst sieht alles nach einer Racheakt aus, doch dann bringen die Ermittlungen von Riley und ihrem Polizeiteam einige sehr interessante Dinge ans Licht.

    Das Besondere an diesem Buch ist neben einem spannenden Fall und seinem keinesfalls offensichtlichem Abschluss Chastity Riley selbst, denn diese Frau ist weit weg von dem, was man sich so unter einer Staatsanwältin vorstellt. Die Nächte durchmachend, sexuell sehr aktiv, derb und so gar nicht Mainstream, sowohl in ihrer Ausdrucksweise wie auch darüber hinaus, bewegt sie sich durch diese Geschichte. Und auch die anderen Figuren tragen entsprechend zu diesem Spezialkrimi bei. Dabei ist das Stilmittel der Wahl für das besondere Flair, sicher der gesamten Krimireihe, denn dies ist schon Fall Nr. 8, die Sprache, die die Autorin hier für seine Leser kreiert. Sehr kunstvoll, sehr elementar in seinen Beschreibungen und ganz nah dran. Man braucht schon etwas Zeit, bis man sich eingefunden hat, in die Ausdrucksweise, mit der hier kommuniziert wird, aber dann ist es einfach nur erstaunlich und ein großer Spaß. Irgendwie kommt das 'Kult' ziemlich nah. Ich finde es klasse und bin bestimmt auch beim nächsten Riley-Roman wieder dabei.


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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor einem Monat
    Brennende Autos

    In Hamburg werden jede Nacht wahllos Autos in Brand gesteckt. Als die Staatsanwältin Chastity Riley zu einem Tatort an den Mexikoring beordert wird, sitzt noch ein junger Mann in dem brennenden Auto. Er wird zwar von der schnell herbeigerufenen Feuerwehr aus dem Wrack gerettet, stirbt aber kurze Zeit später im Krankenhaus. Nach den beginnenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Nouri Saroukhan handelt, ein Mann der seinem eigenen Familienclan den Rücken gekehrt hat. Liegt hier das Motiv für die Tat? Denn nach der Autopsie steht fest, es handelt sich definitiv um Mord...

    Die ersten beiden Bände um die außergewöhnliche und vielleicht auch ein wenig gewöhnungsbedürftige Staatsanwältin Chstity Riley wurden bereits mit Buchpreisen versehen. Meine Neugier auf das neue Buch der Autorin Simone Buchholz war nun groß und ich bin mit "Mexikoring" in die Serie gestartet. Ich hatte keine Probleme in die Handlung zu finden und mir wurde auch schnell klar, was die Aufmerksamkeit der Juroren hervorgerufen hatte. Simone Buchholz erzählt die Geschichte in einem eigenen unverkennbaren Schreibstil. Sie arbeitet mit vielen kurzen Sätzen und Kapiteln, wobei ihre Gedanken- und Zeitsprünge durchaus schon die volle Aufmerksam-keit verlangen. Der Charakter ihrer schnoddrigen und engagierten Hauptprotagonistin hat mir richtig gut gefallen, obwohl sie, oder vielleicht auch gerade weil sie nicht den üblichen Klischees entspricht. Bei der Lösung des Falls geht Simone Buchholz auch intensiv auf die organisierte Kriminalität und die teilweise haar-sträubenden Lebensumstände einige Familienclans ein. Der Wert einer Frau spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle und das vorherrschende Rechtssystem wird achselzuckend ignoriert. Es entwickelt sich eine spannende und auch tiefgehende Story, die mich gepackt hat und das Buch viel zu schnell an mir vorbeirauschen ließ. 

    Mich hat das Buch sowohl vom Thema, als auch vom Schreibstil beeindruckt. Es sticht so aus der Vielzahl der Kriminalromane heraus und macht es aus meiner Sicht lesenswert. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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    Abibliophobias avatar
    Abibliophobiavor einem Monat
    Mexikoring

    Der Kriminalroman „Mexikoring“ von Simone Buchholz ist ein weiterer Fall für die Staatsanwältin Chastity Riley.

    Bereits bei den Kapitelüberschriften merkt man, dass es sich nicht um einen typischen Krimi handelt. Sie sind einfallsreich, witzig und passen wunderbar zur verrückten Ermittlerin. Zu Beginn ist das Buch noch etwas irritierend, da man erst herausfinden muss, aus welcher Perspektive erzählt wird. Der Sprachstil ist sehr umgangssprachlich und rotzig, was mir persönlich sehr gut gefällt. Chastity ist cool, lässig und dabei völlig authentisch. Der Leser begleitet die Ermittlung auf jedem Schritt, egal ob am Tatort oder beim Brainstorming und Teamzusammenstellung im Büro. Dies schafft eine hohe Identifikation mit der Handlung. Leider geht Simone Buchholz davon aus, dass man die Charaktere bereits aus ihren anderen Büchern kennt, über die Figuren erfährt man nur sehr wenig.

    Das Buch gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben von Clans, ihre Regeln, Strukturen und Machtverhältnisse und die herrschende Skrupellosigkeit und Gewaltbereitschaft. Man taucht ab in fremde Kulturen und Bräuche und vergisst ganz, dass man sich dennoch in Deutschland befindet. Diese detaillierten Schilderungen machen das Buch so faszinierend und fesselnd. Obwohl man nicht persönliches über sie erfährt, wächst einem die kaltschnäuzige Chastity mit jeder Seite mehr ans Herz.

    Das Buch besticht durch ein spannendes Ende, das auf eine Fortsetzung der Ermittlungsreihe hoffen lässt. Einziges Manko: das Buch ist leider bereits nach 250 Seiten zu Ende.

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    soetoms avatar
    soetomvor einem Monat
    Kurzmeinung: Unterhaltsames, vermutlich nicht für jeden geeignetes Buch, das eigentlich ein Bremen- und kein Hamburg Krimi ist.
    Unterhaltsames, vermutlich nicht für jeden geeignetes Buch, das eigentlich kein Hamburg-Krimi ist.


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