Mexikoring

von Simone Buchholz 
4,3 Sterne bei21 Bewertungen
Mexikoring
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Simones scharfer und zynischer Blick auf die Gesellschaft, abgerundet mit einem spannenden Krimi

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Ein Buch wie eine St. Pauli-Kaschemme, manchmal bisschen dick aufgetragen

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Inhaltsangabe zu "Mexikoring"

In Hamburg brennen die Autos. Jede Nacht, wahllos angezündet. Aber in dieser einen Nacht am Mexikoring, einem Bürohochhäuserghetto im Norden der Stadt, sitzt noch jemand in seinem Fiat, als der anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen. War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Hat die ihn in Brand setzen lassen? Und was ist da los, wenn die Gangsterkinder von der Weser neuerdings an der Alster sterben?

Staatsanwältin Chastity Riley taucht tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weitverzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Und sie bekommt Einblick in Nouri Saroukhans Geschichte. Es ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und es ist die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza, die nicht zusammenkommen durften und in ein anderes Leben türmten, das aber kein besseres war. Weiß Aliza, was mit Nouri am Mexikoring passiert ist?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518468944
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:250 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:10.09.2018

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    Sonja_Ehrmanns avatar
    Sonja_Ehrmannvor einem Tag
    Kurzmeinung: Simones scharfer und zynischer Blick auf die Gesellschaft, abgerundet mit einem spannenden Krimi
    Showdown am Mexikoring

    „Mexikoring“ ist Simone Buchholzs dritter Kriminalroman rund um die Staatsanwältin Chastity Riley. Die beiden anderen Bücher habe ich nicht gelesen, das stört hier aber auch gar nicht.

    Jede Nacht brennen in Hamburg Autos, das ist nichts Neues, doch als eine Person in diesem Auto sitzt und auch noch in Verbindung mit einem gefürchteten und undurchdringlichen Clan in Bremen steht muss sich Chastity Riley dem Fall annehmen. Tief tauchen wir mit der Staatsanwältin in die Welt des Mhallamiye- Clans ein, der gewalttätig ist und niemanden von aussehen Einblicke gewähren will.  Wir erfahren wie der Clan funktioniert und die „Romeo und Julia Geschichte“ von Nouri und Aliza.  

    „Mexikoring“ hat mich vor allem mit seiner Sprache überrascht, die Sätze wirken hart, rau und gleichzeitig philosophisch. Erstmal definitiv nicht das was man in einem Kriminalroman erwartet, aber genau das macht dieser Krimi so besonders. Sätze wie z. B. dieser hier „Nicht mal die Tapete hält. Links und rechts im Augenwinkel Angestelltengefängnisse“ fallen und man findet sich unweigerlich mit Chas scharfen und zynischen Weltbild konfrontiert.  Dadurch gelangt dieser Krimi an Tiefe und bewegt sich teilweise von der einfachen Krimihandlung weg und dringt in die Probleme der Gesellschaft ein.

    Nach meinem Geschmack hätte es aber nicht geschadet, wäre man mehr auf die Haupthandlung und Nouris und Alizas Geschichte eingegangen, das kam mir dann ein bisschen zu kurz. Chastitiy Riley dominiert hier als Hauptprotagonist und lässt deswegen die anderen, sicherlich spannende Charaktere etwas verblassen.

    Trotzdem war „Mexikoring“ ein Lesevergnügen für mich, abseits der gängigen Klischee Krimis.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: In gewohnter Weise ein wenig schräg, aber fesselnd
    Von Bremen nach Hamburg, um zu sterben?

    Als eines Nachts wieder einmal ein Auto brennt, scheint dies nicht außergewöhnlich zu sein. Denn vielerorts werden Autos angezündet. Doch diesmal sitzt ein Mann in seinem PKW. Daher werden Staatsanwältin Chastity Riley und die Kollegen vom Gewaltverbrechen gerufen, da Fremdverschulden vermutet wird. Und Bingo! Als Chas den Familiennamen des Schwerverletzten liest, ist klar, dass hier jemand gehörig nachgeholfen hat. Nur wer? Die Familie Saroukhan, ein dubioser Clan aus Bremen, hat ihren Sohn vor längerer Zeit verstoßen, weil er dem Familien-Business (Mord, Drogen etc.) nicht beitreten wollte.

     

    Doch auch ein anderer Clan hätte ein Motiv Nouri Saroukhan zu ermorden. Ist die verschwundene Aliza, die gegen ihre eigene Familie rebelliert, der Grund für den Mord?

     

    Chas und ihr Team begeben sich nach Bremen, um mehr über diese Mhallamiye-Clans herauszufinden, die die Stadt in Angst und Schrecken versetzen und die Polizei dumm dastehen lässt.

     

    Meine Meinung:

     

    Wieder ein fesselnder Krimi aus der manchmal schrägen Feder von Simone Buchholz. Wieder erzählt Chastity in der Ich-Form. In kurzen, oft abgehackt wirkenden Sätzen führt die Autorin die Leser durch den Fall.

    Spannend ist die Geschichte der Mhallamiye, die deutsche Gesetze missachten und ihre eigenen Stammestraditionen pflegen. Die Polizei wird auch in Wirklichkeit denen kaum Herr.

     

    Wie in allen Krimis wird geraucht, manchmal auch gekifft und Schnaps fließt in Ströme (23 Gin-Sorten!). Chas verträgt eine Menge und hält mit ihren männlichen mit.

    Außerdem tauchen die eine oder andere Figur aus einem der Vorgängerbände auf.

     

    Fazit:

     

    Ein wie gewohnt schräger, aber fesselnd erzählter Krimi. 4 Sterne

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    AnnBees avatar
    AnnBeevor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Buch wie eine St. Pauli-Kaschemme, manchmal bisschen dick aufgetragen
    Hart aber herzlich

    In Hamburg werden Autos abgefackelt, in einem sitzt noch jemand drin – Nouri, ein junger Mann, der in Bremen in einer kriminellen Familie aufgewachsen ist, mit dieser jedoch gebrochen hat. Versuchen die Bremer Clans, in Hamburg Fuß zu fassen? Oder hat ein Familienmitglied Nouris „Verrat“ gerächt? Und wer ist die Frau mit den roten Locken, die den Tatort beobachtet hat?

    Staatsanwältin Chastity Riley (was für ein fürchterlicher Name) und ihre Hamburger Kollegen machen sich nach Bremen auf, erschrecken über die Strukturen und Gewalt der Clans aus dem Nahen Osten, obwohl sie doch alle stets so tun, als könnte sie nichts mehr erschrecken. Außerdem ist Chastitys Privatleben, trotz ihres Namens, in ziemlicher Unordnung (da steigt man wahrscheinlich besser durch, wenn man die vorherigen Teile auch gelesen hat). Ansonsten wird viel getrunken, noch mehr geraucht, und die Fixierung auf Kaffee ist beachtlich. Die Hauptfigur beklagt sich denn auch mehrfach, dass ihr ein bisschen schlecht wird, oder fast ein bisschen schlecht, oder übel. Joah, so is dat.

    Die ersten 50 Seiten etwa war ich von der schnoddrigen Sprache ziemlich genervt; ich fand es auch irgendwie unwahrscheinlich und aufgesetzt, dass eine Staatsanwältin Mitte 40, die ja immerhin mal Jura studiert haben wird, Leute mit „Alter“ oder gar „Digger“ anredet, St. Pauli hin oder her.

    Danach nimmt das Buch allerdings ordentlich Fahrt auf, langsam konnte ich mich auch für die Figuren mehr erwärmen und bin mehr und mehr in einen richtigen Sog geraten. Definitiv kein 08/15-Krimi, etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Ende hin dann richtig gut. Ein etwas sorgfältigeres Lektorat hätte allerdings nicht geschadet, um ein paar stilistische Unsauberkeiten oder Kommafehler auszumerzen. 3,5 Sterne.

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    captaincrumbvor 3 Tagen
    Packend, poetisch und melancholisch!

    In Hamburg brennen jede Nacht Autos. Doch in dieser einen Nacht, sitzt noch ein Mann in seinem Wagen, Nouri Saroukhan. Ausgerechnet ein Sohn des Saroukhan-Clans aus Bremen. Staatanwältin Chastity Riley und das Ermittlerteam sind mittendrin in den Ermittlungen und wir Leser tauchen mit ihnen tief ein in eine Welt der Clans und in die Geschichte um Nouri und Aliza, ein Mann und eine Frau die von klein auf ausbrechen und ihre Träume verwirklichen wollten. Das Buchcover hätte mich in einem Buchladen nicht angesprochen und ich wäre wohl schnurstraks daran vorbei gelaufen. Deshalb war ich umso mehr überrascht, dass mich die Leseprobe auf vorablesen.de überzeugen konnte. Chastity Riley habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie hat eine sehr gleichgültige, humorvolle Art an sich und ihre Sprüche sind immer sehr trocken, ich musste an vielen Stellen echt schmunzeln. Die Story spielt abwechselnd in Hamburg und Bremen. Wir Leser erfahren nicht nur private Details von Chas, sondern auch von ihren Kollegen und Kolleginnen. Es wird realitätsnah gezeigt, was für ein Verhältnis die Charaktere untereinander haben. Abwechselnd liest man in den Kapiteln auch, wie es in den Clans zu sich geht. Hier haben die Frauen nichts zu sagen. Sie werden von ihren Brüdern an die Cousins gegen Brautgeld verheiratet, damit alles in der Familie bleibt. Ihr Leben ist vollgepackt mit illegalen Glücksspielen, Erpressung, Geldeintreibung und Drogenhandel. Und selbst die kleinen Jungs der Familien mischen schon ganz groß mit. Vor diesem Schicksal wollten Nouri und Aliza fliehen und dieses gemeinsame Ziel hat die beiden immer mehr zusammen geschweißt. Irgendwie hatte ihre traurige Liebesgeschichte einen Hauch von Romeo und Julia. Mexikoring ist mein erstes Buch von Simone Buchholz. Ich habe erst im Nachhinein mitbekommen, dass es zu einer kompletten Reihe gehört. Trotzdem konnte man Mexikoring alleinstehend lesen. Die Story ist für sich und es traten vereinzelt nur kleine persönliche Fragen in Bezug zu den Beziehungen der Charaktere untereinander auf. Simone Buchholz schreibt sehr poetisch und melancholisch und hat mich oft zum nachdenken gebracht. Mich hat das Buch in seinen Bann gezogen und ich möchte definitiv mehr von dieser Autorin lesen!

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    A
    ameliesophievor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Aktuell und angsteinflößend!
    Der Clan vom Mexikoring - spannende Story!

    Auch in Deutschland gibt es Clans. Sie gibt es überall, wo die Kriminalität Spuren hinterlässt. So dringt sie auch in das Leben des Protagonisten Nouris ein, dessen Leben und Liebe sich in Mexiko dadurch deutlich verändert.... 
    Staatsanwältin Riley ermittelt in seinem Fall und bekommt Einblicke in Nouris Welt, der sich eine bessere wünscht. Riley erkennt Zusammenhänge und Verstrickungen der Clans, die über ganz Deutschland verteilt sind. Eine spannende und zugleich erschreckend informative Geschichte über die dunkle Seite des sonst so schimmernden Deutschlands, die uns die Augen öffnet und deutlich macht, wie wertvoll die Liebe und ein Leben in Sicherheit sind! 
    Spannend und packend bis zur letzten Seite! 

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    classiques avatar
    classiquevor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Brisant und aktuell!
    "Die Todesnachricht"

    Der Kriminalroman "Mexikoring" umfasst ca. 250 Seiten, die einzelnen Abschnitte haben ihren eigenen Titel.

    Kurzer Plot:

    Hamburg

    Nouri Saraukhan wird in einem brennenden Fiat Punto gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Der 28- jährige Nouri, geboren in Bremen, überlebt seine schweren Verletzungen nicht.

    Die Spuren zum Fall Nouri führen die Ermittler in die Clan - Strukturen der "Organisierten Kriminalität", genauer gesagt nach Bremen.

    In Bremen lebt die Familie von Nouri, doch die nehmen die "Todesnachricht" ihres Sohnes/Bruders ohne emotionale Regung auf. Nouri war aus der Familie verbannt wurden, und somit seit langem kein Familienmitglied mehr. 

    Staatsanwältin Chastity Riley und ein Team von mehreren Beamten gründen eine SOKO, um die Fall des toten jungen Mannes zu lösen.


    Mein Fazit:

    An die Schreibweise musste ich mich anfangs erstmal gewöhnen. Um so mehr man aber in die Geschichte eintaucht, passt es zur Umgebung und zu den Geschehnissen im Roman.

    "Organisiertes Verbrechen" und Clan - Strukturen sind brisante und hochaktuelle Themen, und diese greift der Kriminalroman gut auf. 

    4. Sterne!

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    omamis avatar
    omamivor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ein beängstigender Blick in Clan-Strukturen, die man für Romane gar nicht mehr erfinden muß.
    Brennende Autos

              Der Krimnalroman von Simone Buchholz handelt von zwei jungen Menschen, die aus Familien kommen, in denen es nicht üblich ist, sich den Partner seiner Wahl zu nehmen.
    Der Roman beginnt und endet in Hamburg, mit Zwischenspielen in Bremen.
    Ein Auto in Hamburgs Norden, wo hauptsächlich Bürohäuser stehen, brennt, und nicht nur das Auto, sondern auch der darin sitzende Nouri Saroukhan, Sohn einer Einwandererfamilie, die sich in Bremen angesiedelt hat.
    Nouri wird zwar noch reanimiert, schafft den Weg ins Leben zurück aber nicht mehr.
    Die ermittelnde Staatsanwältin Chastity Riley und ihr Team tun sich mit mehreren Beamten zu einer Soko zusammen und versuchen, den Fall aufzuklären. Die immer müde Chastity fährt mit Kollegen nach Bremen, um die Familie des Toten zu informieren, aber da ist eine Wand aus Gewalt und Schweigen. Ein Kollege, dessen Vater ebenfalls bei der Polizei war, aber im Dienst bei einer Schießerei ums Leben kam, kommt mit, um mit seiner Stadtkenntnis zu helfen.
    Viel erreichen sie alle nicht.
    Aber dann tut sich doch ein Türchen auf und langsam kommt die Soko näher an viele kleine Details, die vielleicht zur Aufklärung beitragen können, heran.
    Unter anderem auch an Aliza Anteli, eine Freundin Nouris aus Kindertagen.
    Und dann geht alles ganz schnell.
    Etwas gewöhnungsbedürftig ist für mich die Schreibweise, aber Hamburg ist nicht die Südsteiermark, ich habe schnell gelernt, dann war es kein Problem mehr.
    Ganz besonders gut finde ich das Cover mit der Telefonzelle. Warum, das muß sich jeder selbst erlesen, sonst geht die Spannung dieses Romanes verloren.
            

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    SiWels avatar
    SiWelvor 7 Tagen
    Kurz, knapp, hart; aber doch herzlich

    Simone Buchholz hat mit ihrem Kriminalroman " Mexikoring " einen ganz besonderen Roman geschaffen. Sie verbreitet mit ihrem Schreibstil eine ungewöhnliche, ja, oft rätselhafte Stimmung. Wer wie immer umschriebenes oder ausuferndes Geschehen mit ausführlicher Ermittlungsarbeit erwartet liegt hier total falsch. Simone Buchholz schildert eher alles nüchtern und mit wenig knappen Wörtern. Nachdem ich mich einmal dran gewöhnt hatte, fand ich den Schreibstil sogar toll.
    Die Charaktere bzw.Protagonisten sind hier alle eigen und wirklich als einzigartig zu bezeichnen. Mit Ecken und Kanten, allerdings ausgesprochen ansprechend und lebendig beschrieben. Sie handeln ungewöhnlich, denken und reden auf ihre spezielle Art, sind aber trotzdem irgendwie sympatisch.
    Es ist meine erste Begegnung mit der Staatsanwältin Chastity Riley gewesen, einer etwas anderen Staatsanwältin.
    Es handelt von organisiertem Verbrechen, es wird im Straßenjargon gesprochen, erzählt von kaputten Typen,spielt in Hamburg, bietet kurze Kapitel, wechselnde Perspektiven und Spannung pur. Ein Genussbuch der seltenen Art.

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    IlonGerMons avatar
    IlonGerMonvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Immer wieder beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, gerade mittendrin in dem Geschehen zu sein, von dem ich gerade lese.
    Groteske Ideen und viele durchsoffene Nächte - großartig wie immer

    Am Anfang stand große Freude. Ein neuer Fall für Chas Riley in Hamburg und dann auch noch Glück in der Verlosung und das Buch gewonnen. Als es im Briefkasten steckte, sofort angefangen zu lesen und auch diesen mittlerweile 8. Band in einem Rutsch durchgelesen.

    Simone Buchholz gelingt auch in diesem Roman wieder das, was sie in meinen Augen auszeichnet und das ist ihre ganz eigene und besondere Sprache. Aus Gedankenschnipseln werden Sätze, sehr eigenwillige manchmal und aus diesen wiederum werden Geschichten und aus diesen Geschichten wieder wird das Universum, das Hamburg heißt und das Simone Buchholz alias Chas Riley ganz offensichtlich liebt. Anders kann ich es mir nicht vorstellen, denn diese Liebe für die Stadt spricht aus all ihren Romanen. Und ihr gelingt es scheinbar mühelos, die Stimmung der Stadt und ihrer Menschen auf diese ganz besondere Weise greifbar zu machen. Immer wieder beschleicht mich beim Lesen das Gefühl, gerade mittendrin in dem Geschehen zu sein, von dem ich gerade lese.
    Leider waren meines Erachtens die Passagen, die in Bremen spielen, in dieser Hinsicht etwas schwächer.

    Worum geht es nun in diesem neuen Roman? In Hamburg brennen Autos, beinahe in jeder Nacht und in dieser Nacht sitzt noch ein Mensch in dem brennenden Fiat in der City Nord. Nouri Saroukhan ist der verstoßene oder verlorene Sohn eines Bremer Clans und damit sind wir mittendrin in der organisierten Kriminalität, in der Rivalität dieser oft verfeindeten Familienclans, deren Vorstellungen von Ehre und Moral uns mehr als fremd sind. Haben Nouris Herkunft und damit seine Vergangenheit etwas mit seinem Tod zu tun? Oder haben Kollegen aus der Versicherung, in der er gearbeitet hat und dort offensichtlich etwas entdeckt hat, dass er besser nicht entdeckt hätte, ein wenig nachgeholfen? Oder ist es vielleicht doch ein Suizid? Und – wer war die rothaarige Frau, die ein Kollege von Chas Riley kurz auf dem Parkdeck gesehen hat?

    Nach zum Teil wunderbar bizarren Unterhaltungen und einigen durchsoffenen Nächten fügen sich die Ermittlungsergebnisse langsam zu einem Ganzen. Nicht an allen Stellen passen sie zu dem scheinbar Offensichtlichen und die Lösung ist eine andere als anfangs vermutet. Bis es aber soweit ist, spielt Simone Buchholz in bewährter Weise mit Ihrem Text und dem, was sie erzählen will. Beinahe hemmungslos springt sie zwischen Gegenwart und verschiedenen Vergangenheiten hin und her, erstaunt und überrascht uns stets auf Neue mit jedem Kapitel. Es war wieder ein wunderbarer Lesegenuss.

    Deshalb fünf Punkte und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. 

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    Ivonne_Gerhardvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Knallharte Action
    Unerschrocken und unerwartet :)

    Mir hatte es das Cover schon sehr angetan :) so geheimnisvoll und düster ,.. der Titel mexikoring lies auf eine gut durchdachte Geschichte a la Mafia hoffen ,.. dunkel , düster , spannend und voller Überraschungen ,.. Geladen mit haarsträubenden Szenarien und ein Hamburg , welches man nicht kennt ,... ich kannte keinen der Bände mit der Staatsanwältin Chastity Riley vorher , aber finde sie richtig , unerwartet , sehr gut ;) in diesem Band nimmt sie einen Fall an , in dem berüchtigten Bürohäuserghetto im Norden der Stadt Hamburg. In dem sogenanten Mexikoring wird Nouri Saroukhan in einem ausgebrannten Wagen gefunden. Er war der Sohn eines nicht unbekannten und gefährlichen Clans. Die Staatsanwältin muss tief in ein sehr gefährliches Netzwerk von Clans in ganz Deutschland eintauchen und fördert immer mehr ans Licht ,.. kann sie alles aufdecken und entschlüsseln ? Gibt es einen Erfolg ? Was , wer und wie steckt alles dahinter und zusammen ? Alle Charakter im Buch haben mir mit ihren Ecken und Kanten sehr gut gefallen. - keiner ist ohne Fehler oder Macken ,.. Die Geschichte ist sehr spannend , überraschend mit vielen Wendungen , und ich hab noch etwas über Hamburg lesen können ;) ein Krimi made in Germany :) Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm. Die Texte sind leicht und verständlich,.... Ein tolles buch , spannend bis zum Schluss ,.. was will man mehr ? Den nächsten Teil der Reihe , werde ich bestimmt wieder lesen und auch die Vorgänger nachbebe nach , um nochmal mit der Anwältin ermitteln zu können :)

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