Simone Egger Heimat

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Inhaltsangabe zu „Heimat“ von Simone Egger

Was ist Heimat? Ist Heimat ein Ort? Ist es der Ort, an dem wir geboren sind? Oder der Ort, an dem wir gerade leben? Ist Heimat ein Geruch, eine Sprache oder eine bestimmte Person? Lebt sie in der bloßen Erinnerung oder formen wir sie im täglichen Leben ständig neu? Und wann wird das Fremde zur Heimat? Simone Egger geht all diesen Fragen nach, Fragen, die sich jeder bereits gestellt hat und die sich im Laufe des Lebens immer wieder stellen. Sie berichtet von den Anfängen eines Begriffs, von der Entstehung und Verbreitung von Heimat-Bildern und -Gefühlen und nicht zuletzt davon, wie sie gewinnbringend vermarktet werden. Ein äußerst facettenreiches Buch über Lieblingsspeisen und andere Herzensangelegenheiten, über persische Karnevalsprinzen und afrikanische Dirndl-Schneiderinnen, den Kampf um bezahlbaren Wohnraum, die Erfolgsgeschichte des Regionalkrimis – und vieles mehr.

Eine interessante, feinfühlig geschriebene Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat - im Besonderen auf Deutschland und teilweise auch Bayern

— Tasmetu
Tasmetu

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  • Sehnsuchtsorte

    Heimat
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. March 2014 um 12:44

    Sehnsuchtsorte Als Peter Maffay nach Jahrzehnten Kronstadt, seinen Heimatort, wieder betrat, berichtet er, hätte es „gereicht, eine Nase der Luft zu schnuppern“, damit er wusste, wo er war. In der Heimat. Jenem Ort, den der Mensch scheinbar unauslöschlich in sich trägt, der aber für jeden dennoch auch etwas anderes sein kann, als nur der Geburtsort. Simone Egger geht diesem Begriff der „Heimat“ breit und gründlich in ihrem Buch nach und lässt vor den Augen des Lesers Revue passieren, was sich in der modernen Welt mit diesem Begriff verbindet, wie und ob ein solcher „Sehnsuchtsort“ einem Grundbedürfnis entspricht, wie und wo er sich finden lässt. Und legt dabei das Wissen zu Grunde , dass eine eigene Identität immer auch mit Abgrenzungen arbeitet, dass ein Wissen „wer ich nicht bin“ eben zu einem Wissen darüber auch führt (im Ausschlussverfahren), „wer ich bin oder sein möchte“. Hierzu geht Egger zunächst dem Begriff „Heimat“ selbst nach, zeigt die Entwicklung der „romantischen Idee der Heimat“ auf, verweist auf ideologische „Vergewaltigungen“ wie im dritten Reich hin zu „Idealen“ (Capri) und setz dem dann aber das „Leben in der Gegenwart“ eben auch mit seinen vielfachen geographischen Entwurzelungen gegenüber, die eine einfache Füllung des Begriffes „Heimat“ erschweren. Bewegungen geographischer Veränderungen, die Egger sehr verständlich an den Auswanderungswellen der letzten Jahrhunderte auch erläutert bis zu den Flüchtlingsströmen heutiger Zeit. Wobei in all dem mitschwingt, dass „Heimat“ eben nicht nur ein örtlicher Begriff ist (auch wenn der Ort des Aufwachsens und der grundlegenden Lebenserfahrungen eine besondere Bedeutung erhält), sondern „Heimat“ vielfach auch ganz anderes sein kann. Menschen, neue Orte, die zur Heimat werden, Überzeugungen, die mit einem gehen, in denen man sich „heimisch“ fühlt. Oder, ganz basal, das Essen. „Leibgerichte“, „Gerichte der Heimat“, „auch „väterliche Gerichte“, in denen sich Spätzle und Köfte mischen zu einer neuen Form geschmacklich verankerter „Heimat“. Viele Varianten und Möglichkeiten des Umganges und der Verbindungen mit dem Begriff der „Heimat“, die, auch darauf verweist Simone Egger, von Edgar Reitz monumental mit vielen Schattierungen in seinem Epos „Heimat“ hat mitschwingen, zur Sprache bringen lassen. Das Menschen die Sehnsucht nach einem echten „Ankommen in ihrem Leben“ in einer „guten Heimat“ (durchaus zunächst äußerlich zu verstehen) antreibend in sich tragen. Bis sie ankommen an einem Ort und bei Menschen, die für sie dann ihre „Heimat“ werden. Und die nicht immer deckungsgleich mit dem Ort von Geburt und Kindheit sein müssen. Aber mit dem „Ort erfüllter Sehnsucht“. Ist Heimat damit „überall“, wie die Autorin in einem der Kapitel im Buch fragt? „Heimat hat immer etwas Prozesshaftes“ mit dem entscheidenden Faktor der Empfindung der „Zugehörigkeit“. Ohne das lebt der Mensch nicht gut, was das genau ist, stellt sich individuell in jedem Leben auf andere Weise ein. Wobei das wichtigste Moment das der „Freiwilligkeit“ ist. So vermischen sich „moderne“ Heimaten mit der immer noch spürbaren romantischen Idealvorstellung des Begriffes. Je klarer für einen Menschen nun positiv ist, was ihm „Heimat“ ist, desto weniger muss er sich durch Abgrenzung indirekt vergewissern und desto offener wird die „Welthaltung“ auch „dem Fremden“ gegenüber. So gehören gutes Leben, freiwilliger Lebensort, das Wissen um die innere und äußere Heimat zusammen mit einer Möglichkeit auch des guten Zusammenlebens unter zunächst noch Fremden. Ein interessantes Buch, dass den wichtigen Begriff der Heimat vielfältig beleuchtet und füllt.

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