Simone Guido , Bernhard Guido Tim lebt!

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Inhaltsangabe zu „Tim lebt!“ von Simone Guido

„Als wir damals an seinem Bettchen standen und er uns mit seinen blauen Augen anschaute, stand unsere Entscheidung eigentlich gleich fest: Wir nehmen ihn auf. Und wir haben es nie bereut. Er hat unser Leben reich gemacht, trotz aller Probleme. Tim war nicht gewollt, seine Mutter hat ihn in der 25. Schwangerschaftswoche abtreiben lassen, weil er das Down-Syndrom hatte. Aber er wollte nicht sterben. Stundenlang lag er unversorgt im Kreißsaal und wurde schließlich nach einem Schichtwechsel gerettet. Sein Gehirn hat dabei schweren Schaden genommen, außerdem ist er Autist. Als ‚Oldenburger Baby‘ hat er Medizingeschichte geschrieben und wurde zum Symbol einer Debatte um späte Schwangerschaftsabbrüche und ihre rechtlichen und ethischen Konsequenzen. Aber dieses Buch ist kein Buch gegen Abtreibung – sondern ein Buch für das Leben. Es ist unser Geschenk zu Tims 18. Geburtstag.“ Simone und Bernhard Guido.

Tim sollte sterben, doch er überlebte seine Abtreibung und 9 Stunden Nichtversorgung. Lebensgeschichte des "Oldenburger Babys".

— elane_eodain
elane_eodain

Tolles Buch über Tim , das berühmteOldenburger Baby, dass eigentlich tot sein sollte.

— NessiOtto
NessiOtto

einfach wunderschön

— lilly_89
lilly_89

Die Lebensgeschichte eines Kindes, das nicht leben sollte! Berührend und sehr ehrlich geschrieben!

— mabuerele
mabuerele

Tim lebt! ist ein wunderbares Buch über das Leben, den Glauben die Kraft und die Liebe . Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand legen wol

— leseratte69
leseratte69

Über das Leben von und mit Tim.

— kvel
kvel

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  • Tim, das traurig berühmte Oldenburger Baby.

    Tim lebt!
    NessiOtto

    NessiOtto

    Vielleicht kennen Tim viele aus der Zeitung. Vor 18 Jahren wurde bei Tim noch im Mutterleib das Down Syndrom festgestellt. Daraufhin beschloss die Mutter eine Spätabtreibung. Doch Tim starb nicht, sondern wurde einfach ein paar Stunden liegengelassen, bis sich das " Problem " von selbst erledigen würde. Die nächste Schicht im Krankenhaus könnte dies wohl nicht mit ansehen und " rettete " Tim. Durch die lange Liegezeit ist er leider stark behindert. Er hätte wohl sonst nur ! das Downsyndrom. Warum hat ihn die Mutter nicht einfach geboren und dann zur Adoption freigegeben?? Es gäbe genug Menschen die Tim gewollt hätten. Man wird keine Antwort finden, denn die Mutter ist tot. Meiner Meinung starb sie am gebrochenen Herzen. Auch ich bin Mutter eines gesunden Kindes und kann vermutlich nicht beurteilen, wie es sich mit einem Down Syndrom Kind lebt, aber diese Lösung, die ja wie ich schon erwähnt habe , einen ganzen Rattenschwanz hinter sich zieht, kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Eigentlich habe ich einen Roman erwartet. Es ist aber so, dass in diesem Buch alle Menschen zu Wort kommen, die mit Tim zu tun haben. Geschwister, Ärzte, Pflegerinnen, Nachbarn ect. Auch Ärzte von früher, die anscheinend diese Handhabung mit Spätabtreibungen normal finden. Da braucht man als Leser auch mal starke Nerven. Toll, wie die Neuen Eltern von Tim mit der ganzen Situation umgehen. Wirklich Hut ab !!!Ein schönes trauriges Buch, das mich zum Weinen gebracht hat, mich aber auch wütend gemacht hat, wie ich bereits weiter oben erwähnt habe. Es ist zu empfehlen, sich auf diese Lesereise zu begeben.

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    • 3
  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • ein emotionales und aufwühlendes Buch

    Tim lebt!
    robbylesegern

    robbylesegern

    " Tim lebt " ist die Geschichte des Jungen, der als "Oldenburger Baby " bekannt wurde und über den in den Medien 1997 und später viel berichtet wurde. Tim, ein Down Kind, wurde 1997 im 7 Monat abgetrieben, überlebte aber diesen Eingriff ,lag dann 9 Stunden im OP ohne medizinische Versorgung ,denn er sollte ja sterben, um dann bei Schichtwechsel versorgt zu werden und lebenserhaltende Maßnahmen durchzuführen. Wenn man dies liest, glaubt man an einen Albtraum und fragt sich, wie konnte so etwas passieren ? In diesem Buch kommen fast alle Personen zu Wort, die in irgendeiner Weise mit Tim , seinem Leben und seiner Behinderung zu tun hatten und haben, denn Tim hatte das Glück nach seinem langen Krankenhausaufenthalt in eine liebevolle Pflegefamilie zu kommen, die ihm jede nur erdenkliche Hilfe haben zukommen lassen. Ausgangspunkt dieses Buches ist sein 18. Geburtstag, den er allen Prognosen zuwider feiern kann, dank seiner Pflegeeltern Simone und Bernhard Guido und vieler sie unterstützenden Personen. Ihnen sei hiermit mein uneingeschränkter Respekt ausgesprochen. Ich finde es mehr als schön zu erfahren, dass es noch Menschen gibt, die das Wesentliche eines Menschen sehen und nicht nur seine äußere Hülle: Ich muss dazu sagen, dass wir selbst einen schwerst-mehrfach behinderten Sohn haben, der im Alter von 10 Monaten eine schwere Entzündung des Gehirns, hervorgerufen durch einen Herpes- Virus, hatte und dadurch eine schwere Behinderung mir schwersten Unruhezuständen und einer Epilepsie zurückbehielt. Vieles was die Guidos von Tim berichten, kommt mir aus diesem Grunde sehr vertraut vor. Tim sorgte damals für eine Diskussion, die sonst vielleicht nie zustande gekommen wäre, nämlich über das Für und Wider einer Abtreibung nach dem 12. Schwangerschaftsmonat und was ich noch viel wichtiger finde " Wann ist ein Leben lebenswert ? " Laut Statistiken ,werden Schwangerschaften bei denen durch die pränatale Diagnostik eine Behinderung festgestellt wird, immer häufiger abgebrochen. Bis zu 90 % aller dieser Schwangerschaften enden in einem OP mit dem Abbruch und somit mit dem Tod des Kindes. Wissenschaft Segen oder Fluch , frage ich mich da ? Denn bestimmte Untersuchungen können erst mit Fortschreiten der Schwangerschaft vorgenommen werden, das heiß, kommt es dann zu einem Abbruch, ist das Kind schon voll ausgebildet und muss nur noch wachsen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Gründe dazu führen, eine solche Entscheidung zu treffen. Vielfach spielt dabei auch eine große Rolle, dass die Eltern mit ihren Gedanken und Sorgen allein gelassen werden. Aufklärung und Hilfe täte da Not. Aber auch die Situation der Ärzte kommt hier zur Rede, die sich rechtlich absichern müssen, um später nicht zur Rechenschaft gezogen werden zu können .Ich behaupte aber trotzdem, dass durch dieses Gesetz auch Missbrauch betrieben wird, was mir in diesem Buch bestätigt wurde. Ich muss sagen, dass ich mehr als einmal das Buch zur Seite legen musste und mir die Tränen öfter über das Gesicht gelaufen sind beim Lesen dieses Buches. Als Mutter eines behinderten jungen Mannes , Julian ist 21 , frage ich mich, wohin die Zukunft geht ? Es ist wie ein Tritt in die Magengrube, wenn man erlebt, dass man einen Menschen, der nicht der heutigen Vorstellung von Leistungsfähigkeit entspricht, einfach " entsorgen " kann. Die Verantwortlichen sollten sich darüber im Klaren sein: ein Unfall oder eine Erkrankung und die könnten in der gleichen Situation sein. Herr Wulf, unserer damaliger Ministerpräsident, den ich anlässlich einer Aktion in der Horst-Kösling Schule Osnabrück kennenlernte, sagte einmal:" Eine Gesellschaft misst sich immer daran , wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. " Wenn ich mir da die Einrichtungen alter oder behinderten Menschen anschaue, kann ich nur sagen " Armes Deutschland ". Den dort arbeitenden Menschen gilt mein großer Respekt. Sie bekommen weder gesellschaftlichen Anerkennung, noch ein angemessenes Gehalt. Im Gegenteil, durch ständige Kürzungen der Pflegesätze hier in Niedersachen, sind die Einrichtungen gezwungen Personal einzusparen und somit den Schultern dieser Pfleger/innen noch mehr Last aufzubürden, die nicht selten in einem Burn out enden. Ich sehe dieses Buch als Appell, mehr für die Schwächsten der Gesellschaft ( und damit meine ich auch alte Menschen ) einzutreten , auf ihre Situation hinzuweisen und zu beweisen, dass das Leben immer lebenswert ist. Es müsste nur an der Einstellung der Menschen gearbeitet werden, die eine gesellschaftliche Anerkennung sicherlich forcieren würde. Dann müsste kein Kind im 7. Monat im Wassereimer enden und wir könnten viel von den alten Menschen lernen, die heute leider viel zu sehr unter Vereinsamung leiden. Es wäre sich eine Bereicherung für die soziale Kompetenz, die man sich dadurch aneignen könnte. Lesen sie dieses Buch. Das Leben von Tim in seiner Familie zu verfolgen hat mir den Glauben an das Gute im Menschen wieder bestätigt. Es gibt sie diese Menschen, die nicht nach Perfektionismus streben und auch Menschen mit Handycap eine Chance geben Liebe und Familie kennenzulernen. Vielen Dank Familie Guido, dass es sie gibt. Marita Robker-Rahe

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    • 3
  • Tim lebt!

    Tim lebt!
    Klusi

    Klusi

    20. October 2015 um 22:01

    Tim feiert seinen 18. Geburtstag. Das ist für jeden jungen Menschen etwas ganz Besonderes, für Tim jedoch gleich in mehrfacher Hinsicht, denn Tim hat das Down Syndrom, und er hat seine eigene Abtreibung überlebt! Dieses berührende Buch gibt Einblick in Tims Leben. Es erzählt, wie es dazu kam, dass er den Eingriff, der ihn für immer von dieser Welt holen sollte, überlebt hat, wenn auch mit vielen körperlichen und geistigen Einschränkungen, die darauf zurückzuführen sind, dass er nach der eingeleiteten Geburt nicht sofort medizinisch versorgt worden ist, sondern erst neun Stunden später, da er ja gar nicht überleben sollte. Es erzählt aber auch die Geschichte einer Liebe, die sich auf den ersten Blick in Tims große blaue Augen in die Herzen der Guidos schlich und seine Pflegeeltern nicht mehr losließ. Im Buch kommen viele Menschen in Tims Umkreis zu Wort: seine Pflegeeltern und deren leibliche Söhne, Verwandte, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Ärzte und Pfleger. Alle äußern sich ehrlich,manchmal durchaus auch kritisch, zur gegebenen Situation und zu Tims erstaunlicher Entwicklung, aus ihrer persönlichen Sicht. Bernhard und Simone Guido haben Tim so vieles gegeben. Sie haben ihm quasi ein neues Leben geschenkt, indem sie ihm all das gaben, was ein kleines Kind braucht: ein Heim, eine Familie, Fürsorge, Liebe und Geborgenheit. Dies war sicher nicht immer leicht, denn Tim braucht mehr von all dem als andere Menschen. Aber trotz aller Probleme und obwohl er schon oft in Lebensgefahr schwebte und viele Operationen über sich ergehen lassen musste, ist er auf seine Weise sehr stark, mit enormer Energie und einem großen Lebenswillen. Auch die Guidos sind willensstark und verfolgen unbeirrt ihren Weg. Sie wissen genau, was sie wollen, und mit der Aufnahme von mittlerweile drei behinderten Pflegekindern haben sie ihren Traum erfüllt und ihre persönlichen Vorstellungen vom Leben umgesetzt. Nur so konnten sie kritischen Stimmen, Vorwürfen und Missbilligung von außen Stand halten. An Tims Beispiel erfährt man viel über geltende Regelungen in Deutschland, wie in einem solchen Fall verfahren wird, und man muss feststellen, dass die fortschrittliche Medizin zwar körperliche und geistige Schäden heutzutage sehr oft bereits pränatal feststellen kann, aber eben nie das wirkliche Ausmaß. Mit der Diagnose, wie sie auch immer aussehen mag, werden die jungen Eltern oft allein gelassen; es fehlt die so wichtige Betreuung und Beratung. Nicht nur werdende Eltern, auch die Ärzte sind überfordert, wenn die Diagnose auf eine Behinderung des Fötus schließen lässt. Die Umwelt reagiert nicht selten mit Unverständnis und kennt nur eine Lösung: die Abtreibung. Dass diese in vielen Fällen eigentlich keine mehr ist, sondern dass das ungewollte Kind auf natürlichem Weg geboren werden muss, wissen viele nicht, denn dies wäre sicher ein Aspekt, der so manchen rigorosen Befürworter der Abtreibung zum Nachdenken bringen könnte. Je mehr man in diesem Buch über Tim und seine Familie erfährt, über die Lebensfreude, die der junge Mann empfindet und die Zuneigung, die er nahe stehenden Menschen entgegenbringt, umso stärker frage ich mich, woher wir uns heutzutage das Recht nehmen, über Sein oder Nichtsein eines Ungeborenen zu entscheiden. Wie können wir uns anmaßen, einem Kind das Lebensrecht zu verweigern, nur weil es nicht der Norm entspricht? Es gibt sicher Fälle, wo es nicht anders geht, wenn so schwere körperliche und geistige Behinderungen beim Kind offensichtlich sind, dass sein künftiges Leben nur ein Dahinvegetieren wäre. Aber die moderne Pränatal-Diagnostik macht es möglich, eben auch weniger ausgeprägte Behinderungen festzustellen und in absehbarer Zeit wird es kaum noch Kinder mit Downsyndrom geben, da sich die meisten Eltern entschließen, dieses Kind nicht zu bekommen. Wenn man sich einmal näher mit Menschen beschäftigt, die das Downsyndrom haben, stellt man fest, welch ein Verlust es für die Welt wäre, wenn es diese lebensfrohen und warmherzigen Menschen nicht gäbe. Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht, hier geht es nicht nur um das Schicksal eines einzelnen Jungen, sondern um viel mehr, nämlich um existentielle Fragen, um die Würde des Menschen und um das Recht auf Leben. Wo soll die Grenze gezogen werden? Was ist zumutbar, was dagegen untragbar? Ist die Entscheidung, einen Fötus mit Diagnose Down Syndrom abzutreiben, nicht ein inakzeptabler Eingriff in die Schöpfung? Jeder Mensch empfindet dies anders, aber Tims Geschichte zeigt, welche ungeheure Kraft in diesem Jungen steckte, denn allen Erwartungen zum Trotz hörte er nach seiner Geburt einfach nicht auf zu atmen. Trotz beträchtlicher körperlicher Einschränkungen, die eigentlich nicht hätten sein müssen, lebt er, und wie er lebt! Ihm und seiner sympathischen Pflegefamilie gehört meine ganze Hochachtung. Dies ist ein Buch, das man einfach gelesen haben sollte, denn es liefert jede Menge interessanter Informationen und Fakten, ohne in irgend einer weise zu verurteilen, es gibt viele Denkanstöße, und es bereichert und erweitert den Horizont, indem es eine Lebenssituation zeigt, die von der gesellschaftlichen Norm abweicht und doch auf jeden Fall lebenswert ist.

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  • Leserunde zu "Tim lebt!" von Simone Guido

    Tim lebt!
    Arwen10

    Arwen10

    Diese Leserunde findet mit bereits feststehenden Lesern statt. Leser mit eigenem Buch, dürfen sich gerne anschließen. Simone Guido, Bernhard Guido, Kathrin Schadt Tim lebt ! "Als wir damals an seinem Bettchen standen und er uns mit seinen blauen Augen anschaute, stand unsere Entscheidung eigentlich gleich fest: Wir nehmen ihn auf. Und wir haben es nie bereut. Er hat unser Leben reich gemacht, trotz aller Probleme. Tim war nicht gewollt, seine Mutter hat ihn in der 25. Schwangerschaftswoche abtreiben lassen, weil er das Down-Syndrom hatte. Aber er wollte nicht sterben. Stundenlang lag er unversorgt im Kreißsaal und wurde schließlich nach einem Schichtwechsel gerettet. Sein Gehirn hat dabei schweren Schaden genommen, außerdem ist er Autist. Als 'Oldenburger Baby' hat er Medizingeschichte geschrieben und wurde zum Symbol einer Debatte um späte Schwangerschaftsabbrüche und ihre rechtlichen und ethischen Konsequenzen. Aber dieses Buch ist kein Buch gegen Abtreibung – sondern ein Buch für das Leben. Es ist unser Geschenk zu Tims 18. Geburtstag." Simone und Bernhard Guido Mit 16-seitigem, farbigem Bildteil.   Zu den Autoren: Simone und Bernhard Guido leben mit ihren fünf Kindern - darunter drei Pflegekinder mit Down-Syndrom - in einer norddeutschen Kleinstadt. Ihr gesamtes Honorar für das Buch wird in ein Wohnprojekt für Menschen mit Down Syndrom fließen, das die beiden in ihrem Haus einrichten wollen, damit ihre drei Pflegekinder auch in Zukunft mit ihnen leben können. Für ihr soziales Engagement wurde Ehepaar Guido die Bundesverdienstmedaille verliehen. Foto: Markus Pletz

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    • 37
  • „Es erstaunt, wie klein ein menschliches Wesen sein kann und dennoch am Leben“

    Tim lebt!
    LEXI

    LEXI

    16. August 2015 um 20:49

    „25 Wochen, ganze sieben Monate, erlebte dieses Kind die vertraute Enge im Bauch seiner Mutter. Danach kämpfte es sechs Monate lang, die meiste Zeit allein, im Großraum einer Intensivstation ums Überleben.“ Durch die Pränatal Diagnostik wurde im Jahre 1997 eine Schwangere mit einer erschreckenden Tatsache konfrontiert: eine Fruchtwasseruntersuchung bestätigte, dass ihr Kind mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) zur Welt kommen wird. Nach dem ersten großen Schock verweigerte die Frau ihrem Kind jegliche emotionale und körperliche Annäherung und verlangte, dass ihr ungeborener Sohn möglichst schnell „weggemacht wird“. Im Zuge einer eingeleiteten Spätabtreibung wurde Tim in der fünfundzwanzigsten Woche geboren. Da die Spätabtreibung nicht unverzüglich zum Tod des Kindes geführt hatte, wurde es „zum Sterben liegen gelassen“ und neun Stunden lang nicht versorgt. Durch diese „unterlassene Hilfeleistung“ muss Tim nun in seinem Leben nicht nur mit der Trisomie 21 fertig werden, sondern erlitt zudem auch noch schwere Schädigungen, die zahlreiche Operationen erforderlich machten und bis zum heutigen Tag zu gravierenden Beeinträchtigungen geführt hatten. Der Eintritt in diese Welt stand für den tapferen kleinen Jungen unter keinem guten Stern, doch als Familie Guido in sein Leben trat, bedeutete dies für Tim die Wende zum Guten. Obgleich Bernhard und Simone Guido zwei eigene, leibliche Kinder hatten, verliebten sie sich auf den ersten Blick in Tim und durften ihn nach einem längeren Aufenthalt in der Frühchen Station der Kinderklinik in Oldenburg als Pflegekind in ihre Familie aufnehmen. Es handelte sich hierbei um eine Bauchentscheidung gegen jegliche rationale Betrachtung und sämtliche Gegenargumente ihres gesamten Umfelds. Pablo und Marco Guido hatten nun einen kleinen, schutzbedürftigen und auf Hilfe angewiesenen Bruder bekommen, und für die Familie begann eine schwere Zeit des Lernens, Aneinander Gewöhnens, Aufeinander Rücksicht nehmen, was besonders für die Kinder keine leichte Aufgabe gewesen sein kann. In diesem Buch erzählen die Guidos abwechselnd von ihrem Alltag mit einem schwerbehinderten Jungen, der bis zum heutigen Tage auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes geblieben und auf Hilfe angewiesen ist. Sie berichten schonungslos offen von den anfänglichen Schwierigkeiten, mit denen sie nicht nur im täglichen Leben, sondern auch im Umgang mit Behörden und Ämtern konfrontiert wurden. Sie erzählen vom Zusammenhalt in der Familie und den Freunden, wie auch von der Distanz und der Reaktion der Öffentlichkeit, wenn sie als Familie unterwegs waren. Sie berichten voller Stolz von den kleinen Fortschritten, und lassen in ihrem Buch viele Menschen zu Wort kommen, die auf irgendeine Weise mit Tim zu tun hatten oder mit dem Jungen vertraut sind. In kursiver Schrift erzählen ehemals behandelnde Ärzte, Betreuer, Familienmitglieder oder Freunde und Verwandte von den Ereignissen um Tim aus ihrer eigenen Sichtweise. Besonders Simone Guido berichtet sehr viel über die intensive Beschäftigung mit Tims Krankheit und seiner Pflege. Sie betont aber auch die Notwendigkeit der Schaffung von Freiräumen und kleinen Auszeiten, die bei der Pflege eines schwer behinderten Kindes überlebensnotwendig sind, um nicht über die eigenen Grenzen zu gehen oder sie gar zu überschreiten. Sie gibt unumwunden zu, dass der Weg bis zum Eingeständnis, es alleine nicht mehr zu schaffen und Hilfe zu brauchen, ein schwerer Lernprozess für die Familie war. Was mich bei diesem Buch besonders beeindruckt hat, war zunächst der offene Umgang mit Tims Einschränkungen, die schonungslose Schilderung der Alltagsprobleme, aber auch die Art und Weise, wie das Ehepaar auf Tims leibliche Eltern reagierte. Während Tims leiblicher Vater lange Jahre den Kontakt zu den Guidos aufrecht hielt, weigerte sich seine Mutter vehement, auch nur das Geringste mit ihm zu tun zu haben. Die Guidos verurteilen sie jedoch in keiner Weise, sondern versuchen, in ihrer Leserschaft Verständnis für die schwierige Situation zu aufkommen zu lassen, in der Tims Mutter sich vor seiner Geburt befunden hat. Sie plädieren für eine bessere Aufklärung, Beratung und Betreuung werdender Mütter, vor allem jener, die durch die Pränatal Diagnostik eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen haben. Die ganze Problematik der ungewollten Kinder jener Mütter, die mit einer Behinderung nicht zurechtkommen, ist durch Tims Fall besonders ins Bewusstsein gerückt worden. Ich muss gestehen, dass mich die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise der heute durchaus geläufigen Spätabtreibungen, die sogar noch bis zum Zeitpunkt des Einsetzens der Wehen stattfinden dürfen, zutiefst erschüttert hat. Ich hatte mich zuvor nie mit diesem Thema beschäftigt und war der Meinung, dass es nur in einem äußerst frühen Stadium und aufgrund medizinischer Indikation erlaubt sei, ungeborenes Leben zu töten. Fassungslos wurde ich in diesem Buch mit der grausamen Realität konfrontiert, dass Kinder noch im neunten Monat ermordet werden, weil bei einer Untersuchung vielleicht das Down Syndrom, zu kurze Arme oder Beine, oder eine Gaumenspalte diagnostiziert wurden. Für mich persönlich stellt sich hier die Frage, wie eine Spätabtreibung nicht nur vor Gott, seinem eigenen Gewissen oder dem Kind gegenüber gerechtfertigt werden kann, wenn das Gesetz dieses Leben NACH dem Zeitpunkt des Einsetzens der Wehen so konsequent schützt. Ist denn ein Kind wenige Stunden vor diesem Zeitpunkt kein menschliches Wesen, das Schutz bedarf? An dieser Stelle möchte ich auch meinem Befremden Ausdruck verleihen, dass ein Buch, das in einem christlichen Verlag erschien, nicht den geringsten Bezug zum christlichen Glauben aufweist. Ich hätte mir zumindest zum kontroversen Thema der schockierenden Praxis von Spätabtreibungen in Deutschland eine Stellungnahme aus biblischer Sicht erwartet. Schade, dass dem nicht so war. Abschließend möchte ich noch Passagen aus diesem zutiefst beeindruckenden Buch wiedergeben: „Menschen mit Down-Syndrom sind aber viel mehr als die „Dumm-glücklichen Behinderten, die fröhlich und unbedarft durch die Welt laufen“. Sie sind Menschen mit besonderen Bedürfnissen, aber auch mit besonderen Fähigkeiten, die sich nicht nur auf ihre Herzlichkeit reduzieren lassen. Sie weisen auch eine spezielle Feinfühligkeit, einen anderen Blick auf die Welt, eine hohe soziale Kompetenz und eine Maßstäbe setzende Ehrlichkeit auf.“ „Damit insgesamt das Leben mit Behinderung in unserer Gesellschaft akzeptiert wird, müsste sich das Streben nach materiellen Dingen, das Streben nach Perfektion ändern, also ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft stattfinden.“ „Tim ist ein lebensfroher Mensch. Er bejaht das Leben hundert Prozent. Selbst wenn es ihm schlecht geht, sieht man ihm an, dass es ihm gefällt zu leben. Er ruht in seiner Mitte. Wenn wir4 es in einem Kernsatz bringen müssten, würden wir sagen: „Tim ist ein glücklicher Mensch“. Dank den Guidos war es diesem Jungen möglich, in der Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen. Ich würde ihm und seinen Geschwistern wünschen, dass er diese liebevolle Umgebung noch lange Jahre genießen darf.

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  • Tim überlebt seine eigene Abtreibung

    Tim lebt!
    heaven4u

    heaven4u

    04. August 2015 um 23:43

    Als Tims leibliche Mutter in der 24. Schwangerschaftswoche erfährt, dass er das Down Syndrom hat, entschließt sie sich, ihn abzutreiben. Doch Tim überlebt seine eigene Abtreibung und bekommt nach 9 Stunden ohne Versorgung endlich Hilfe. Als Familie Guido, gerade frisch als Pflegeeltern registriert, Tim kennenlernt, sind sie gleich hin und weg - trotz der schweren Behinderung, die er durch die Nichtversorgung davon getragen hat, von der man aber anfangs noch nichts wusste. Sie haben selbst schon zwei kleine Söhne und nehmen Tim nach einigen Überlegungen auf. In ihrem Buch - welches das Ehepaar Guido zusammen mit Kathrin Schadt anlässlich Tims 18. Geburtstag geschrieben haben - beschreiben sie das Kennenlernen, die Probleme, den Alltag, die Entwicklung von Tim und alles rund um das Familienleben. Zwischendurch geht es auch immer wieder um das Thema Spätabtreibung. Was hat sich verändert, seit Tims Geschichte bekannt wurde? Wie läuft so eine Abtreibung ab? Warum leben einige Kinder danach noch? Was sagt das Gesetz dazu? Zu Wort kommt sowohl die Familie, als auch Freunde, Ärzte und Pfleger. Tims Geschichte zeigt, dass das Thema Abtreibung noch mehr diskutiert werden muss, es mehr Aufklärung für die betroffenen geben muss. Öfter sind die Diagnosen nur Vermutungen, so dass einige Kinder völlig gesund gewesen wären. Auch sollte noch mehr gezeigt werden, wie Familien mit behinderten Kindern geholfen werden kann. Familie Guido tappte da leider oft im dunkeln und musste Antrag um Antrag stellen bis sie zum Ziel kamen. Dennoch möchte die Familie nicht als Gutmenschen hingestellt werden. Es hat sich einfach so ergeben, Tim hat sich seine Familie quasi selbst ausgesucht. Sie wollen eher zeigen, wie es geht als Mitleid zu bekommen. Sehr gut gefallen hat mir, dass auf keiner Seite eine Wertung erfolgt. Weder Tims leiblichen Eltern gebenüber noch anderen Frauen, die abtreiben. Leider fand ich den Aufbau des Buches sehr durcheinander. Immer wieder springt das Thema und man muss erstmal wieder überlegen, was grad dran ist. Das fand ich sehr störend. Auch das zwischen den vielen Aussagen von verschiedenen Personen immer wieder Textzeilen von Kathrin Schadt kommen, die in der Gegenwart spielen, macht das Lesen kompliziert. Auch fehlte mir, wenigstens im Ansatz, der christliche Glaube, immerhin ist Adeo ein christlicher Verlag. Das Buch hätte so in jedem anderen Verlag erscheinen können. Schade, ich hätte gern gewusst wie die Guidos zum Glauben stehen (und ob er überhaupt eine Rolle spielt). Außer, dass beide sich in einer Kirche kennengelernt haben, konnte ich leider nichts dazu finden. Dennoch eine sehr interessante Lebensgeschichte eines lebensfrohen Jungen, der nicht hätte leben sollen.

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  • Tim darf leben

    Tim lebt!
    mabuerele

    mabuerele

    Tim wurde in der 25. Schwangerschaftswoche abgetrieben. Er hat diese Abtreibung überlebt. Danach lag er neun Stunden unversorgt im Kreißsaal. Erst danach wurden lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet. Nach einem halben Jahr kam er als Pflegekind zu Simone und Bernhard Guido. Dort wuchs er zusammen mit den leiblichen Kindern Marco und Pablo auf. Das Buch entstand anlässlich von Tims 18. Geburtstag. Das Buch ist in 11 Kapitel gegliedert. Der Aufbau der Kapitel ist ähnlich. Am Anfang steht ein kurzes Kapitel Tims Vorgeschichte und seinem Leben. Danach kommen, wenn nötig, gesetzliche und gesellschaftliche Aspekte. Anschließend kommen die Menschen zu Wort, die Tim auf seinem Weg bisher begleitet haben. Das sind nicht nur seine Eltern und Geschwister, auch Freunde, Ärzte, Pflegekräfte. Die persönlichen Äußerungen sind sehr ehrlich. Dabei wird durchaus deutlich, das es die Bekannten nicht immer so sehen wie die Familie. Die verbindenden Texte ergänzen die Ausführungen. Natürlich wird auch auf Tims leibliche Eltern eingegangen. Es wird aber weder der Name genannt, noch ein Urteil gefällt. Aufgeführt werden lediglich die Fakten, die Tims Geburt vorausgingen. Dabei werden die gesellschaftlichen Verhältnisse, insbesondere die Beratungsangebote und die Gefahr der Haftung für Ärzte, durchaus kritisch beleuchtet. Die Informationen über Spätabbrüche und deren Folgen waren erschütternd. Im Mittelpunkt des Buches aber steht Tims Lebenswille. Trotz vieler Operationen und mehrerer Lungenentzündungen wirkt der Junge auf Außenstehende lebensbejahend. Seine Pflegeeltern haben ihn jede Förderung angedeihen lassen, die möglich war. Das bedurfte durchaus schwierigen Diskussionen mit Behörden. Besonders bewegt haben mich die Äußerungen von Marco und Pablo. Sie haben Tim als ihren Bruder angenommen und festgestellt, dass er ihnen sehr viel für ihr Leben gegeben hat. Das Cover zeigt Tim mit seinem Vater. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein Plädoyer für das Leben und beweist, was mit entsprechender Förderung und in einem liebevollen, dem Kinde zugewandten Elternhaus möglich ist.

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    peedee

    peedee

    27. July 2015 um 18:49
  • "Ein wunderbares Buch"

    Tim lebt!
    leseratte69

    leseratte69

    Klappentext "Als wir damals an seinem Bettchen standen und er uns mit seinen blauen Augen anschaute, stand unsere Entscheidung eigentlich gleich fest: Wir nehmen ihn auf. Und wir haben es nie bereut. Er hat unser Leben reich gemacht, trotz aller Probleme." Tim war nicht gewollt, seine Mutter hat ihn in der 25. Schwangerschaftswoche abtreiben lassen, weil er das Down-Syndrom hatte. Aber er wollte nicht sterben. Stundenlang lag er unversorgt im Kreißsaal und wurde schließlich nach einem Schichtwechsel gerettet. Sein Gehirn hat dabei schweren Schaden genommen, außerdem ist er Autist. Als 'Oldenburger Baby' hat er Medizingeschichte geschrieben und wurde zum Symbol einer Debatte um späte Schwangerschaftsabbrüche und ihre rechtlichen und ethischen Konsequenzen. Aber dieses Buch ist kein Buch gegen Abtreibung – sondern ein Buch für das Leben. Es ist unser Geschenk zu Tims 18. Geburtstag." Mit 16-seitigem, farbigem Bildteil. Über die Autoren Simone und Bernhard Guido leben mit ihren fünf Kindern - darunter drei Pflegekinder mit Down-Syndrom - in einer norddeutschen Kleinstadt. Ihr gesamtes Honorar für das Buch wird in ein Wohnprojekt für Menschen mit Down Syndrom fließen, das die beiden in ihrem Haus einrichten wollen, damit ihre drei Pflegekinder auch in Zukunft mit ihnen leben können. Für ihr soziales Engagement wurde Ehepaar Guido die Bundesverdienstmedaille verliehen. Kathrin Schadt studierte Philosophie, Lateinamerikanistik und Komparatistik in Berlin und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Mehrere Buchveröffentlichungen. Schrieb u. a. für DIE ZEIT und die FAZ. Erhielt Preise und Stipendien, darunter das Stipendium für journalistische Nachwuchsförderung. 2009 gründete sie die Initiative "Erste Hilfe Köfferchen" und betreut seitdem ehrenamtlich Eltern von kranken und verstorbenen Kindern. Meine Meinung Story Ich habe dieses Buch vom Gerth Medien Verlag zu Verfügung gestellt bekommen, da ich mich für die Thematik sehr interessiere. Als Mutter fällt es einem schwer zu verstehen, warum man ein Kind versucht abzutreiben, so wie es Tims Mutter getan hat. Zum Glück hat Tim, sich allen Prognosen widersetzt und hat den Ärzten gezeigt, dass er leben möchte, obwohl er an einer schweren Form des Down Syndroms leidet und zudem noch große Schäden von der Abtreibung aufweist. Tim kämpft sich ins Leben. Tim war mir sofort sympatisch. Der Junge der ständig lächelt und eine wahnsinnige Energie ausstrahlt. Kaum zu glauben das man ihn nicht gewollt hat. Die Familie Guido war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Wie aufopfernd sie sich um Tim uns später sogar um Mellissa und Naomi gekümmert haben und ihr komplettes Leben einfach von heute auf morgen umgestellt haben, ist einfach bewundernswert. Dieses Buch bietet dem Leser einen Einblick in das Leben der Guidos und schildert alle Höhen und Tiefen, die so eine Entscheidung mit sich bringt. Denn natürlich gibt es nicht nur gute Tage, denn die Guidos müssen auch durch viele Tiefen und auch Niederlagen verkraften. Sie kommen oft an ihre Körperlichen Grenzen, aber bekommen von Familie und Freunden große Unterstützung, um sich auch mal ein paar Tage eine Auszeit zu gönnen und um neue Kraft zu tanken. Auch die leiblichen Söhne, Marco und Pablo müssen oft Verzicht üben und hinten anstehen, aber lieben die Pflegekinder und bringen großes Verständnis auf. Schreibstil Das Buch wird aus der Sicht der Familie Guido geschildert. Mal von Vater Berhard und Mutter Simone sowie von den Söhnen Pablo und Marco, aber auch von Verwandten, Freunden, Pflegern und Ärzten. So bekommt man einen sehr guten Einblick in das Leben der Familie aber auch in Tims Alltag. Außerdem wird einem viel über die Abtreibungsgesetze in Deutschland erzählt und natürlich auch den Medizinischen Einblick in ein Leben mit Down Syndrom, auch bekannt als Trisomie 2. Charaktere Natürlich kann man hier nicht von Protagonisten sprechen, denn die Guidos sind reale Personen die eine sehr große Herausforderung angenommen haben, Ich mochte die Familie von Anfang an sehr. Ich bewundere ihren Mut, ihre Kraft und alles was sie ausmacht. Tim ist ein wunderbarer Mensch und man kann nach dem man das Buch beendet hat, guten Gewissens sagen, dass man einen tollen Menschen und seine Familie kennen gelernt hat und ein kleines bischen Teil an ihrem Alltag hatte. Meine Meinung Tim lebt! ist ein wunderbares Buch über das Leben, den Glauben die Kraft und die Liebe . Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand legen wollen, da mich Tims Story und die seiner Familie richtig gefesselt hat. Guten Gewissens kann hier volle fünf von fünf Sterne geben und eine absolute Leseempfehlung

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  • wie eine BEhinderung auch gesehen werden kann

    Tim lebt!
    gusaca

    gusaca

    17. July 2015 um 10:17

    Als seine Mutter in der 25-igsten Schwangerschaftswoche erfährt,dass ihr KInd an dem down-Syndrom leiden wird, läßt sie eine Spät-Abtreibung vornehmen. Tim überlebt seine eigene Abtreibung, bleibt 9 Stunden lang unversorgt liegen und kämpft dann 6 Monate auf der Intensivstation um sein LEben. In der Pflegefamilie Guido wird er liebevoll aufgenommen. Trotz vieler Probleme und weiterer schlimmer Krankenhausaufenthalte feiert er am Ende des Buches seinen 18. GEburtstag und zeigt wie lebensbejahend man auch als Schwerstbehinderter sein kann. Diese Biographie zeigt die vielen Tiefen in Tims LEben auf. DAnk der liebevollen und fürsorglichen BEtreuung seiner Pflegefamilie, die viele MÜhen und auch Überforderungen auf sich nimmt, um Tim die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen, wächst TIm zu einem glücklichen und lebensfrohen MENschen heran. Aus den verschiedensten PErspektiven wird Tims Schicksal in immer weiderkehenden Rückblicken beleuchtet. Tims Pflegeeltern, seine Pflegegeschwister, seine BEtreuer und Ärzte und andere BEzugspersonen berichten  über seinen Werdegang. Der LEser erfährt einiges über die rechtlichen Hintergründe einer Spätabtreibung und Tims FAll wird zum Anstoß über eine heftige öffentliche Diskussion. Deutschland als LEistungsgesellschaft, die Andersartigkeit nicht akzeptiert und besonders eine BEhinderung in zu leistende GEldwerte umrechnet, der niemals ein entsprechend geleistetes Bruttosozialprodukt gegenüberstehen wird. DIese Tatsache ist mir als Mutter einer leichter behinderten Tochter auch schon bewußt geworden. Spätestens wenn der BEhinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden soll, stößt man immer wieder an Grenzen. DAs Buch erschüttert den LEser, rüttelt wach und regt zum Nachdenken an. Wenn es mehr mutige und aufopferungsvolle MEnschen und Familien wir die Guidos geben würde, wäre die Welt eine viel bessere.

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  • Über das Leben von und mit Tim.

    Tim lebt!
    kvel

    kvel

    04. July 2015 um 23:09

    Inhalt: Das Ehepaar Guido berichtet aus ihrem Leben mit Tim und aus Tims Sicht. Von Anfang an; wie es sich "ergeben" hat, dass Tim ihr Pflegekind wurde und wie sie als Pflegeeltern mit der Situation, dass Tim das Down-Syndrom hat, umgehen; über ihre Problem im Alltag und ihre Zuneigung zu Tim. Aber es kommen auch andere Personen zu Wort: Die beiden Kinder, Marco und Pablo, des Ehepaares, eine Freundin der Familie, die Ärztin ist, der damalige Gynäkologe und Pränataldiagnostiker bei Tims "Geburt", u.a. Hint: Es war nicht geplant, dass Tim seine "Geburt" - eine Abtreibung - "überleben" sollte; nun ist er ein 18-jähriger junger Mann. Meine Meinung: Die Aussagen der befragten Personen wurden wort-wörtlich wieder gegeben ohne diese vorher "aufzubereiten", so sind bspw. umgangssprachliche Formulierungen enthalten. Positiv fand ich, dass auf der leiblichen Mutter von Tim nicht "herumgehakt" wurde, sondern dass, soweit bekannt, "neutral" über sie, ihre "Lage" und ihre Entscheidung berichtet wurde; soweit dies natürlich bei einem so emotionsbeladenen Thema möglich ist. Auch wenn einige Personen "neutral" evtl. auch "sachlich-emotionslos" berichten, lässt einem dies als Leser dennoch die Schwere und Tragweite eines (späten) Schwangerschaftsabbruchs mit all dem daraus resultierenden Folgen und Gefühlschaos sehr deutlich spüren.

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