Simone Hirth

 4 Sterne bei 39 Bewertungen

Lebenslauf von Simone Hirth

Simone Hirth, geboren 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt. Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin und Lektorin in Gablitz im Wienerwald. Verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt: Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis 2014,Hans-Weigel-Literaturstipendium 2015/16. „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Simone Hirth

Cover des Buches Bananama (ISBN: 9783218011037)

Bananama

 (25)
Erschienen am 01.02.2018
Cover des Buches Das Loch (ISBN: 9783218012096)

Das Loch

 (2)
Erschienen am 04.02.2020

Neue Rezensionen zu Simone Hirth

Cover des Buches Bananama (ISBN: 9783218011037)sursulapitschis avatar

Rezension zu "Bananama" von Simone Hirth

Satire mit Knall
sursulapitschivor 4 Monaten

Dieses Buch ist eine gute Idee, ein bisschen Poesie und eine böse Überraschung.

Hier erzählt ein Mädchen im Grundschulalter von ihrem Leben in einer Aussteigerfamilie. Ihre Eltern wünschen sich ein ursprüngliches, naturnahes Leben und haben dazu ein Haus im Wald bezogen, das sie Bananama nennen. Dort leben sie abseits der Gesellschaft, lassen ihren Gemüsegarten verwildern und bestellen ökologisch einwandfreie Artikel im Internet.

Sie würde gerne zur Schule gehen, Schokolade essen und Freunde haben, aber all das halten ihre Eltern für schädlich.

Anrührend und eigentümlich poetisch lässt einen dieses kleine Mädchen an seinen Gedanken teilhaben. Die Sprache ist naiv, aber die Gedanken sehr klug. Sie hinterfragt alles und ordnet es ein: „Was ich mir wünsche“ - „Was Vater mir beibringt“.

Mit feiner Ironie wird hier über das ideale Leben und alternative Lebensmodelle philosophiert, gestichelt, kritisiert, bis dann die Ironie kippt und in Sarkasmus übergeht.

Der letzte Teil des Buches ist geradezu absurd. Ich verstehe den Gedanken dahinter, es verstört, schockiert und ist natürlich auch tiefsinnig und kunstvoll. Dennoch landet eine feinsinnige, sorgfältig vorbereitete Gesellschaftskritik hier mit einem Krachen in der Tonne. Schade um ein schön angelegtes Buch mit guter Idee. Das hätte man eleganter lösen können.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Das Loch (ISBN: 9783218012096)awogflis avatar

Rezension zu "Das Loch" von Simone Seidl

Zu tief im Loch der Depression versunken
awogflivor 2 Jahren

Wahrscheinlich bin ich die falsche Zielgruppe für diesen Roman, ich kann zwar sehr gut Empathie für überforderte Mütter entwickeln, aber wenn eine Frau fast zwei Jahre nur lamentiert und jammert, ohne zu bemerken, dass etwas mit ihr nicht stimmt, und nicht zu einem Psychologen geht, dann ist mir zwar bewusst, dass so ein Umstand durchaus sehr häufig vorkommen kann, ich muss aber nicht jeden Jammerer und Seufzer in einem Buch niedergeschrieben mitlesen und mitmachen. Wenn ich 75 Euro für eine knappe Stunde Gesprächstherapie kassiere, ist das ja in Ordnung, dann ist das mein Job, aber in einem Buch hat die hier ausgebreitete Depression in diesem gar so exzessiven Detaillierungsgrad einfach für mich zu wenig Existenzberechtigung.

Dabei fing alles eigentlich richtig gut an, ich mag ja Problemromane sehr. Eine überforderte Mutter schreibt in der Karenz mit Lagerkoller infolge der Einsamkeit und dem mangelnden Kontakt zu Erwachsenen Briefe an einen Frosch, ein Murmeltier, Jesus Christus, Mohammed, Schneewittchen, den Bundeskanzler, das Loch, in das sie zu fallen droht und an alle möglichen anderen realen und fiktiven Personen inklusive an Nutella. Sie schreibt sich auf kleinen Zetteln ihre Wut, ihren Frust, ihre Überarbeitung und Müdigkeit von der Seele.Ich wusste ja gleich, wie bei einem Kremayr und Scheriau Roman erwartet, dass es ein bisschen „innovativ“ werden wird, aber das war schon total abgefahren und hat mir am Anfang ausnehmend gut gefallen.

Zwischen Seite 160 und 200, als der Sohn mehr als ein Jahr alt war und abgestillt, sie teilweise auch wieder arbeitet, lamentiert sie aber weiter, es ist zu heiß, die Füße sind im Sommer geschwollen, im Urlaub hat sie Kopfweh, Heimweh, ihr ist schlecht, das Kind quengelt, weint, undundund. An diesem Punkt wird das Gejammer langsam lähmend und man möchte als Leser*in in das Buch hineinrufen, „geh endlich zu einem Arzt und lasse Dir Deine Depression behandeln“. Die Stimmung kippte bei mir etwa auf Seite 170 dieses unglaublichen Lamentos. Das ist so, wie wenn man einer Freundin immer aufmerksam zuhört, anfänglich Mitgefühl für ihre Scheiß-Situation hat und ihr Lösungsvorschläge bringen möchte, die sie nicht einmal anhören will. Die Freundin hat sich so an ihr Gesudere gewöhnt, dass sie Dich als Kummerkasten, als Auskotzstation missbraucht, sie suhlt sich regelrecht im Unglück und im armseligen Leben, in dem man sich selbst nur zu gerne eingerichtet hat. Irgendwann verdreht man nur noch die Augen, so ging es mir mit dem ewigen mittlerweile sinnlosen Gejeiere* im Roman, ich mochte mir nur noch die Augen zuhalten und der Autorin, da sie schreibt, einen Fingerknebel verpassen. Kein einziges positives Erlebnis mit dem Kind wird erwähnt. Nur einmal gibt es die neue Gefühlsregung Neid, als der Mann etwas Positives erlebt hat, denn das Kind ging seine ersten paar Schritte erstmals bei ihm.


Liebe Wölfin!
vermutlich liest du das und wirst lachen. Du wirst sagen: Aber das haben doch schon Generationen von Frauen vor Dir geschafft, mit mehreren Kindern und mit weniger Mitteln, also was soll das Gejammer?
Du hast natürlich Recht. Das ist alles Gejammer und das ist ja das Schreckliche. Gejammer ist weit entfernt von Literatur. Und Literatur ist das, was ich brauche, wie die Luft zum Atmen. Was ist das eigentlich für ein dämlicher, abgedroschener Vergleich? Und warum fällt mir kein besserer ein?


Auf Seite 217 kommt endlich die Erlösung, schließlich kommt auch die Protagonistin drauf, dass sie eine postpartale Depression hat und geht zum Arzt. Vor allem die Leserschaft seitenfüllend mit jedem einzelnen depressiven Furz zu quälen, und aus Innensicht auch noch tief in jeden Schas* hineinzuschnüffeln, ist schon ein starkes Stück und unnötiges literarisches Flagellantentum, das ich mir nicht unbedingt antun wollte und vor dem ich Euch auch warnen möchte.

Nach der Diagnose gibt es in Babyschritten eine positive Entwicklung der Hauptfigur, aber da musste ich schon zu viel Geduld vorher aufbringen, um ihr noch wirklich anteilnehmend zuhören zu können, allzu sehr hat mich die ganz Geschichte nur noch genervt.

Fazit: Der Roman Das Loch beschreibt sehr authentisch, extrem genau und für mich viel zu lange das Loch einer ausgewachsenen Depression. Ich kann eine Depression auch nachvollziehen und Empathie für Betroffene empfinden, wenn man mich nicht so quält, dass ich beim Lesen auch noch wütend und depressiv werde. Aber vielleicht sieht das jemand anders und ist diesbezüglich duldungsfähiger. Ich war es nicht.

*Schas, der  = Furz auf österreichisch
*Gejeiere, das = Gejammer auf österreichisch mit einer weinerlichen Note inkludiert

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Cover des Buches Bananama (ISBN: 9783218011037)Milagros avatar

Rezension zu "Bananama" von Simone Hirth

Aussteiger
Milagrovor 3 Jahren

Ich fühlte mich schon durch das Cover zum Buch hingezogen, der Klappentext versprach Ungewöhnliches " Was ist grün und klopft an die Tür? Wer schreit im dunklen Wald von Bananama? Und warum verschließen die Eltern das Haus? Fragen, die sich ein sechsjähriges Mädchen stellt. Sie lebt mit ihren Eltern, selbst ernannten Aussteigern, in einem Haus am Waldrand. .... "

Die Geschichte wird aus der Sicht eines Mädchens erzählt, ihre Wahrnehmung bestimmt damit die Stimmung beim Leser,  was zunächst unverständlich wirkt wird im Verlauf dann bedrohlich , unheimlich und löst sich nicht einfach auf. Die Handlungsweisen der Eltern bleiben unklar, wie soll es sich auch für ein Kind erklären, dass die Mutter haufenweise Dinge aus dem Internet bestellt, während der Vater aus dem Tauschladen Unmengen von Lebensmitteln mitbringt, während die Mutter jedoch asiatisch kocht..... Die Fragen des Kindes waren meine Fragen, gern hätte ich die Eltern zur Rede gestellt, auch als das Kind aus der Schule genommen und zu Hause unterrichtet wird. Der Blick des Kindes macht diese Geschichte so reizvoll, manche Umstände werden hingenommen, manches wirkt einfach nur deshalb bedrohlich, weil die Eltern es noch nicht einmal zu erklären versuchen, manches wirkt witzig, obwohl es  das für das Kind sicherlich nicht ist. Die Geschichte steigert sich in ihrer Bedrohlichkeit, ich habe sie verschlungen. Allerdings hat mich das Ende  enttäuscht, da hätte ich einfach mehr erwartet, im Vergleich zum Verlauf ist das für mich nur mäßig gewesen, daher auch "nur" vier Sterne. 

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Gespräche aus der Community

Worum geht's?

Was ist grün und klopft an die Tür? Wer schreit im dunklen Wald von Bananama? Und warum verschließen die Eltern das Haus? Fragen, die sich ein sechsjähriges Mädchen stellt. Sie lebt mit ihren Eltern, selbst ernannten Aussteigern, in einem Haus am Waldrand. Mit Befremden erzählt sie von der Veränderung ihrer Eltern, die jeden Tag merkwürdiger werden. Je wahnhafter sie an ihrer Vision von Bananama festhalten, desto weniger lässt sich die „Welt da draußen“ verleugnen. Eines Morgens liegt ein toter Mann im Gemüsebeet. Die diffuse Angst des Kindes bekommt ein Gesicht. Und in Bananama bleibt nichts, wie es war.


Auf beklemmende Weise geht Simone Hirth den Widersprüchen und Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund. Dabei kratzt sie mit herrlich ironischem Blick an der Utopie eines sicheren Lebens, bis diese endgültig zerbricht.


"Wenn wir jetzt die Tür immer zusperren müssen, sind wir dann eingesperrt in Bananama, sind wir dann nie wieder frei?"

Simone Hirth

geboren 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt. Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin und Lektorin in Kirchstetten (Niederösterreich). Verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt: Anerkennungspreis für Literatur des Landes Niederösterreich, Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis, Hans-Weigel-Literaturstipendium. Ihr Debütroman „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ wurde für den Alpha Literaturpreis nominiert.

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Worum geht's?

"Dass es weitergeht, weiß ich, ich habe längst Adieu gesagt zu den Zweifeln. Meine Oberarme sind schon enorm. PS: Es riecht ein wenig nach Schimmel. Ich werde lüften müssen."

Das Elternhaus: zertrümmert. Lebenskonzepte: abhanden gekommen. Regeln, ein toter Maulwurf und Anleitungen – das sind Dinge, an die man sich hält, wenn nichts mehr da ist. Eine junge Frau, Mitte 20, sitzt nach dem Abriss ihres Elternhauses im Schutt und versucht einen Wiederaufbau. Wie besessen räumt und schleppt sie das Vergangene in ihre Notunterkunft. Dabei entsteht nicht nur eine solide Bleibe, sondern auch ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Norm.

Simone Hirth sorgt mit jedem Satz für Überraschungen. Sie geht an die Grenzen literarischer Möglichkeiten und trifft dort auf das Eigentliche. Zynismus verkehrt sich in Galgenhumor, die Sprache wird zum Experiment. Ein außergewöhnliches Romandebüt!


Simone Hirth
geboren 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt. Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin und Lektorin in Gablitz im Wienerwald. Verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt: Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis 2014,Hans-Weigel-Literaturstipendium 2015/16. „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ ist ihr erster Roman.

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