Simone Hirth Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft

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Inhaltsangabe zu „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ von Simone Hirth

Das Elternhaus: zertrümmert. Lebenskonzepte: abhanden gekommen. Regeln, ein toter Maulwurf und Anleitungen – das sind Dinge, an die man sich hält, wenn nichts mehr da ist. Eine junge Frau, Mitte 20, sitzt nach dem Abriss ihres Elternhauses im Schutt und versucht einen Wiederaufbau. Wie besessen räumt und schleppt sie das Vergangene in ihre Notunterkunft. Dabei entsteht nicht nur eine solide Bleibe, sondern auch ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Norm. Simone Hirth sorgt mit jedem Satz für Überraschungen. Sie geht an die Grenzen literarischer Möglichkeiten und trifft dort auf das Eigentliche. Zynismus verkehrt sich in Galgenhumor, die Sprache wird zum Experiment. Ein außergewöhnliches Romandebüt! "Dass es weitergeht, weiß ich, ich habe längst Adieu gesagt zu den Zweifeln. Meine Oberarme sind schon enorm. PS: Es riecht ein wenig nach Schimmel. Ich werde lüften müssen."

"Als Tiger abgesprungen, als Bettvorläger gelandet" - Ex-Außenminister Fischer in völlig anderem Zusammenhang; trifft hier leider auch zu.

— Joachim_Tiele
Joachim_Tiele

Erfrischend anders, sprachlich mein Geschmack.

— ElenaRSchmied
ElenaRSchmied

Ein ganz besonderes und außergewöhnliches Buch - aber leider nicht mein Geschmack...

— TeleTabi1
TeleTabi1

Die Autorin und ihre durchaus erkennbare Begabung hat mich auf ungewöhnliche Art unterhalten - aber leider nicht wirklich erreicht.

— Angelika123
Angelika123

Auf jeden Fall außerhalb der ausgetretenen Pfade

— LuiseLou
LuiseLou

Ein außergewöhnliches Leseerlebnis

— tob82
tob82

Sprachlich phantastisch umgesetzt. Kein Wort zu viel, aber auch keins zu wenig. Gefühlvoll, poetisch, ungewöhnlich.

— Forti
Forti

Notunterkunft an nicht geeigneter Stelle...

— dreamlady66
dreamlady66

Lebens Minimalismus

— marpije
marpije

Die Innenansichten einer verlorenen jungen Frau als lit. anspruchsvolle emotionale Achterbahnfahrt in bewegend poetischer Sprache. Great!

— thursdaynext
thursdaynext

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  • Leserunde zu "Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft" von Simone Hirth

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? "Dass es weitergeht, weiß ich, ich habe längst Adieu gesagt zu den Zweifeln. Meine Oberarme sind schon enorm. PS: Es riecht ein wenig nach Schimmel. Ich werde lüften müssen." Das Elternhaus: zertrümmert. Lebenskonzepte: abhanden gekommen. Regeln, ein toter Maulwurf und Anleitungen – das sind Dinge, an die man sich hält, wenn nichts mehr da ist. Eine junge Frau, Mitte 20, sitzt nach dem Abriss ihres Elternhauses im Schutt und versucht einen Wiederaufbau. Wie besessen räumt und schleppt sie das Vergangene in ihre Notunterkunft. Dabei entsteht nicht nur eine solide Bleibe, sondern auch ein Gegenmodell zur gesellschaftlichen Norm. Simone Hirth sorgt mit jedem Satz für Überraschungen. Sie geht an die Grenzen literarischer Möglichkeiten und trifft dort auf das Eigentliche. Zynismus verkehrt sich in Galgenhumor, die Sprache wird zum Experiment. Ein außergewöhnliches Romandebüt!Simone Hirthgeboren 1985 in Freudenstadt, aufgewachsen in Lützenhardt. Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Nach diversen Umzügen und Aushilfsjobs lebt sie heute als freischaffende Autorin und Lektorin in Gablitz im Wienerwald. Verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt: Start-Stipendium des BMUKK, Schwäbischer Literaturpreis 2014,Hans-Weigel-Literaturstipendium 2015/16. „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ ist ihr erster Roman. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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    • 137
  • Leider nicht meins...

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    TeleTabi1

    TeleTabi1

    14. September 2016 um 15:21

    Simone Hirths Debütroman „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ setzt sich mit der schwierigen Situation ihrer namenlosen jungen Protagonistin auseinander, deren Elternhaus nach dem Tod von Vater und Mutter abgerissen wird, weil sie die Kosten nicht mehr tragen kann. Daraufhin steht sie vor den Trümmern ihres Lebens und ist der Verzweiflung nahe. Mit ihren begrenzten Mitteln und Möglichkeiten macht sie sich daran eine neue Bleibe zu erbauen – eine Notunterkunft am Rande des Waldes, wo sie nur das Nötigste besitzt. In poetisch anmutenden Gedankensplittern lässt Simone Hirths Protagonistin die Leser aus der Ich-Perspektive an ihrem Schicksal teilhaben. Mit tragischer Komik und Sarkasmus zeichnet sie ein Bild vom Leben am Existenzminimum, aber auch von Neuanfang und Wiederaufbau.Dennoch konnte mich Hirths Erstlingswerk leider nicht so richtig packen. Trotz der sprachlichen Einzigartigkeit und des eindeutigen Talents der Autorin war mir die Sprunghaftigkeit und das Auslassen vieler meiner Meinung nach wichtiger Dinge bei gleichzeitigem Herumreiten und Ausbreiten von Nichtigkeiten einfach zu viel und zu anstrengend. Mit den teilweise zusammenhanglos und willkürlich erscheinenden Gedanken der Protagonistin konnte ich leider nichts anfangen, da es eben nicht meinem Verständnis von Lesen und Entspannung entspricht. Für Menschen, die diese spezielle und anspruchsvolle Art der Literatur mögen, ist der Roman jedoch sicherlich sehr empfehlenswert. Was ich an dieser Stelle allerdings unbedingt noch positiv hervorheben möchte, ist die wunderschöne Gestaltung dieses Buches, das wirklich alles hat, was ein Buch besonders macht: gebundene Ausgabe, tolles Format, extravagant gestaltetes Cover – wobei sowohl der Schutzumschlag als auch der Buchdeckel selbst ganz wunderbar designt wurden – und, last but not least, das Lesebändchen, das sogar farblich passend dazu gestaltet ist! Die Optik lässt somit absolut überhaupt nichts zu wünschen übrig. Ich habe selten ein so vollkommen gestaltetes Buch gesehen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so gut hat es sich angefühlt!^^ 

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  • Große Gedankensprünge

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    Angelika123

    Angelika123

    06. September 2016 um 14:57

    Der erste Eindruck des Buches beim Anblick des Covers und des Titels war ein durchaus positiver und hat in mir eine heitere Grundstimmung ausgelöst. Was kann das in pink gedruckte Wort „Not“ auf grünem Hintergrund auch anderes bewirken wollen und sollen? ☺ Die erste „Lesestunde“ habe ich dann auch durchaus genossen und mich dem Stil der Autorin öffnen können. Im weiteren Verlauf hat sich die Geschichte jedoch irgendwie von mir entfernt und am Ende standen dann meine Überlegung, warum das so war, und mein diesbezüglicher Analyseversuch. Für meinen Geschmack waren die Gedankensprünge zu häufig und zu gewagt, um mich als Leser bei der Stange halten zu können. Ich kam mir dabei vor, als ob ich in einem Tagebuch schmökern würde, bei dem nach einer Seite immer fünf weitere fehlen. Über diese Impression konnte mir auch die - mir durchaus sympathische - Grundtendenz des Buches nicht hinweghelfen, die Dinge mit Ironie, Sarkasmus und Zynismus zu betrachten. Das lag möglicherweise daran, dass das Buch nicht von einer fortlaufenden Handlung lebt, sondern eine unveränderbare Lebenssituation als Basis hat, auf der sämtliche weiteren Gedankengänge aufbauen. Das ist in etwa vergleichbar mit einem guten Witz, der mir in kürzester Zeit immer wieder erzählt wird. Beim ersten Anhören ist alles gut, die Pointe gefällt, der Erzähler hat’s drauf – alles ok. Nach jedem weiteren Mal wird’s immer schwieriger, sich zu amüsieren – auch wenn sich der Erzähler noch so anstrengt und alles an Witz, Esprit und Scharfzüngigkeit aufbietet, was er nur kann. Tja, und so ging es mir mit diesem Buch auch. Fazit: Ich vergebe 3 Sterne für das Buch, für die Autorin und ihre durchaus erkennbare Begabung, auf ungewöhnliche Art und Weise zu unterhalten. Darüber hinaus hat mich die Geschichte mit ihrer Darbietung einfach nicht wirklich erreicht.

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    • 2
  • Alles ist möglich

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    LuiseLou

    LuiseLou

    28. August 2016 um 13:47

    Ich war wirklich gespannt, was mich erwartet. Sprachlich sehr fein und teilweise minimalistisch. Präzise beschreibend, auch die nicht so schönen Dinge. Und am Ende die gute Erkenntnis: "Nicht alles, was man wirklich braucht, kann man in Geschäften kaufen" (S. 163)

  • Ein außergewöhnliches Leseerlebnis

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    tob82

    tob82

    21. August 2016 um 21:32

    Ich habe "Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft" von Simone Hirth bei einer Buchverlosung auf lovelybooks.de gewonnen und kann mich wohl doppelt glücklich schätzen, da ich sonst möglicherweise nie in den Genuss der Lektüre dieses Buches gekommen wäre.In dem Roman, der in der Ich-Perspektive geschrieben ist, geht es um eine junge Frau, deren Eltern sterben und für die damit eine Welt zusammenbricht. Ihr Elternhaus kann sie nicht mehr halten und als immer mehr Rechnungen und Mahnungen eintreffen, versteckt sie sich im Keller. Schließlich wird das Haus zwangsversteigert und abgerissen und sie sammelt alles noch irgendwie Brauchbare zusammen und errichtet sich eine Notunterkunft etwas außerhalb ihres Wohnortes."Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft" ist ein außer- und ungewöhnlicher Roman, dessen Stil und Aufbau für mich sehr originell sind. Etwas in dieser Art habe ich bisher noch nicht gelesen. Die Schilderungen der Protagonistin sind oft sehr sprunghaft. Hauptsächlich geht um die Errichtung ihrer Notunterkunft; um die Art und Weise, wie sie ihr neues Leben gestalten kann und muss sowie um Erinnerungen an die Zeit vor dem Schicksalsschlag. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin und beschäftigt sich (zwangsweise) viel mit der Natur und dem Leben um sie herum. Nebenbei liest sie noch in einem Buch über Betriebswirtschaft. Konsumgesellschaft und alternative Lebensweisen sind Themen, die immer wieder auftauchen.Viele Abschnitte der Geschichte haben etwas, das man als poetisch bezeichnen könnte. So kann man sich bei der Lektüre in gewisser Weise einfach nur treiben und die Bilder und Emotionen auf sich wirken lassen. Trotz des eigenlich tragischen Themas ist der Text fast durchgehend optimistisch und positiv.Kritisieren könnte man den für mich relativ hohen Preis bei geringer Seitenzahl (um die 190 Seiten). Dafür bekommt man allerdings ein gebundenes Buch, bei dem sowohl der Schutzumschlag als auch das Buch sehr schön gestaltetet sind und das auch noch ein Lesebändchen enthält.

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  • Gelungenes Debüt!

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    Forti

    Forti

    21. August 2016 um 12:53

    “Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft” von Simone Hirth ist ein ungewöhnliches, besonderes Buch. Dies fängt schon bei der äußeren Gestaltung des Buches an. Der ins Auge springende Schutzumschlag wirkt in Realität noch mal intensiver als die Abbildung. Die liebevolle Gestaltung des Buches setzt sich auch im Inneren fort, ohne dass der Blick des Lesers vom Wesentlichen - dem Text - abgelenkt wird. Sehr gelungen hergestellt!Zum Inhalt: Die Ich-Erzählerin haust im Keller ihres abgerissenen Elternhauses, bis sie sich aus den Überresten des Hauses eine Hütte - titelgebende Notunterkunft - baut. Sie scheint durch alle sozialen Netze gefallen, allen Halt verloren zu haben. Verarmt, ohne Job. Obdachlos. Die Protagonistin ist ungewöhnlich, traurig, einsam, gleichzeitig verloren und doch sehr gefestigt, aus der Zeit gefallen und doch ganz nah am Zeitgeschehen, verzweifelt nie an der schrecklichen Lage. Sie nimmt die Situation an - organisiert sich ihr Leben auf eigene Faust so gut wie möglich. Wie sie ihren Alltag meistert, ihre Umwelt beobachtet und treffend und gefühlvoll charakterisiert, macht den Reiz des Buches aus.Sprachlich ist das alles von Simone Hirth phantastisch umgesetzt. Kein Wort zu viel, aber auch keins zu wenig. Gefühlvoll, poetisch, ungewöhnlich. Ein äußerst lesenswertes literarisches Debüt!

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  • Notunterkunft an nicht geeigneter Stelle...

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    dreamlady66

    dreamlady66

    20. August 2016 um 18:40

    Roman im exklusiven Hardcover und grünem Leseband von Simone Hirth mit 189 Seiten, unterteilt in mehrere Abschnitte, die sich gut lesen lassen sowie ein interessantes Cover... Das Buch erzählt von einer jungen Frau, die vor den Trümmern ihres Elternhauses steht. Es ist abgerissen und sie versucht, es aus den Trümmern wieder aufzubauen. Die Autorin beschreibt nun wie das Leben dieser jungen Frau im Keller, also der Notunterkunft nahe am Wald ohne Geld, sondern ein Leben aus der Natur bestritten werden muß. Ein sehr hartes Leben. Kälte, Hunger, etc. zehren an der jungen Frau, aber sie handert nicht mit ihrem Schicksal, sie beißt sich durch und verliert auch nicht ihren Humor. So begegnet sie Obdachlosen, zB einem Professor, der von Frau und Kindern verlassen wurde, sein Leben kaputt ging und auf der Straße landete. Sein Hund war sein einziger Freund. Aber diese junge Frau hat einen eisernen Willen, kämpft um zu überleben und schafft sich ihre eigenes Konzept. Betriebswirtschaftliche Aspekte werden hervorgehoben. Sie kennt sich mit Sprachen aus. Man darf gespannt sein, ob es ihr gelingt, wieder halbwegs die Zivilisation zu erreichen? Ich fühlte mich hier gut unterhalten, wurde teilweise auch etwas nachdenklich gestimmt & dachte dabei unweigerlich über mein eigenes Leben nach und bedanke mich bei kremayr&scheriau für Eure Zusage an dieser Leserunde & schnelle Belieferung.

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  • Lebens Minimalismus

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    marpije

    marpije

    20. August 2016 um 15:28

    Eine Junge Frau sitzt im Keller von zertrümmerten Elternhaus und schreibt ihre Gedanken, ihre Lebenskonzepten, Postkarten, Briefen und Anleitungen. Einzige ihre Freund - ein toter Maulwurf. Sie probiert ihre Existenz von vorne bauen sie räumt und schleppt das Schutt und Ziegelsteine in Hagebuttensträuchen und dort baut sich ein Notunterkunft in welchen sie bleibt bis die kälte kommt..... Das Buch ist ein Manifest , Simone Hirth will uns zeigen wie wenig wir brauchen für Leben, klar hier geht's die Autorin mit ihre Protagonistin sehr extrem, die führt ihre Leben als eine Obdachlose Frau bis mit die kalte Wind kommen neue Gedanken und sie lässt sich helfen , sie wohnt am Ende in normalen Haus aber weiter mit nur weniger Sachen welche kann ich als hohe Minimalismus beschreiben. Der Schreibstill ist sehr ungewöhnlich , kurze Sätze, lose Gedanken mit viel Zynismus und Ironie . Die Atmosphäre ist sehr beklemmend, trüb und düster, die Protagonistin mit ihre große Trauer Verarbeitung ist für mir unrealistich . Es ist bestimmt ein Buch welche ich muss ganz anders lesen - sehr langsam, die kurze Sätze muss ich oft widerholen und dann erst  die entfalten die große Tiefsinnigkeit und die Emotionen. Die Knappheit ist bewunderswert , mit Paar Worten die Autorin malt große Bilder welche nach und nach niesten sich in meinen Kopf.  

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  • Eine interessante Idee und Umsetzung

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    annie_apple

    annie_apple

    18. August 2016 um 16:52

    Ich habe mich sehr gefreut, dass ich das erste Mal bei einer Leserunde dabei sein durfte und habe, als das Buch ankam es kaum erwarten können mit dem Lesen loszulegen :))Gleich zu Beginn wird der Leser mit dem Schicksal der Protagonistin vertraut gemacht. Ihr Elternhaus wurde nach mehrfachen Ankündigungen abgerissen, sodass sie nun lediglich in ihrem Keller, unter dem restlichen Schutt begraben, lebt. Nachdem sie dort noch eine Weile gehaust hat, beschließt sie sich selbst eine Notunterkunft zu erbauen. Dazu errichtet sie sich aus ihren Backsteinen und Holz eine kleine Hütte in der Nähe eines am Brachlande liegenden Waldstücks. Kommunizieren tut sie lediglich mit ihrer Wand oder mit einem von ihr erfundenem Bruder bzw einer Freundin, für die sie immer Briefe verfasst, welche sie allerdings nie abschickt. Nachdem allerdings der Winter beginnt muss die Protagonistin ihre Notunterkunft verlassen und sucht sich Hilfe bei einer Beratungsstelle. Schlussendlich lebt sie dann in einer Sozialhilfewohnung und verdient ihr Geld mit "aufpimpen" von alten bzw kaputten Sachen.Im ganzen Buch wechselt die Protagonistin in ihrer Erzählung von der Gegenwart zur Vergangenheit, sodass man nach und nach immer mehr über ihre Vorgeschichte erfährt. Nachdem beide Elternteile verstorben sind erbt sie alleine das Elternhaus. Sie interessiert sich für das Übersetzen, fühlt sich aber gefangen in ihrem Beruf als Fleischerin. Anstatt einer Ausbildung , welche ihr angeboten wurde, anzunehmen, verschließt sie sich immer mehr vor der Gesellschaft und erlebt schließlich den Abriss ihres Hauses mit. Wegen der großen Geldnot kann sie sich bald nicht mal die nötigsten Dinge leisten, sodass sie ihr Essen abends aus den Mülltonnen des Supermarkts holt und sich andere Dinge wie eine Bettdecke oder eine Axt einfach stiehlt. Mich hat das Buch beeindruckt, da es zeigt, wie sehr die Protagonistin am Existenzminimum lebt und trotzdem jeden Tag den Willen hat weiter zu machen. Ihre sehr wirren Gedanken und teilweise für den Leser zusammenhanglosen Erzählungen, lassen darauf schließen, dass sie total aus ihrem Leben gerissen wurde und immer noch unter Schock steht. Nachdem sie wochenlang nur mit dem Allernötigsten gelebt hat, sucht sie sich schließlich Hilfe. Sehr stark finde ich , dass sie auch weiterhin in ihrer Wohnung nur das Nötigste für sich einrichtet. Durch ihre einfache Lebensweise, ohne Internet und sonstigem Luxus der heutigen Gesellschaft beeindruckt sie auch die Leute in ihrer Umgebung. Die Beziehung zu anderen Menschen fällt ihr allerdings noch sehr schwer und sie lebt immer noch sehr isoliert.Das Buch hat mir zu denken gegeben, über unsere heutige Gesellschaft und die vielen Luxusprobleme der heutigen Zeit. Denn wie sie so schön sagt:S.163:" Nicht alles, was man wirklich braucht, kann man in den Geschäften kaufen."Ein tolles Buch bei dem trotz der ernsten Thematik der Humor nicht auf der Strecke bleibt.

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    • 3
  • Ein weiteres Lieblingsstück vom K&S-Verlag

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    18. August 2016 um 14:16

    "Nur ein Stück Mäusekot bitte, das ist alles." Man kann das Buch an einer beliebigen Stelle aufschlagen und findet jedes Mal ein Zitat das gefällt, zum Lachen bringt oder zum Nachdenken anregt. Der Verlag Kremayr Scheriau ist mir schon lange ein Begriff und steht meines Erachtens nach für sorgfältig ausgewählte, anspruchsvolle Literatur und von nun an wird auch Simone Hirth zu meinen Lieblingsautorinnen zählen. "Ich bestelle nichts. Ich habe keine Telefonnummer. Ich wasche mich in einer Pfütze." Im Grunde genommen handelt das Buch von einer junge Frau, die vor den Trümmern ihres Lebens steht – wortwörtlich. Nach dem Abriss ihres Elternhauses versucht sie sich an einem Wiederaufbau. Der Autorin gelingt es, das Inhaltlich auch sprachlich gut rüberzubringen. Ich kann mir so gut vorstellen, wie sie da an ihrem Schreibtisch sitzt und ihr diese Sätze einfallen und ich bewundere jeden, der so schreiben kann. Man hat permanent das Gefühl, direkt neben der Protagonistin zu stehen und das Häufchen Elend, das sie ihr Leben nennt, live mitzubekommen. Die 189 Seiten lassen sich im Nu lesen. Ich mochte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Fazit: Ein lesenswertes Werk für alle, die auf anspruchsvolle Literatur stehen.

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    • 2
  • "Von der immensen Notwendigkeit die Vögel pfeifen zu hören."

    Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
    thursdaynext

    thursdaynext

    18. August 2016 um 12:36

    Etliche Jahre ist es her - als ich noch Zeit hatte sommers in Städten auf Marktplätzen rumzuhängen, Eis zu essen, der Musik zu lauschen, Bier zu trinken, Leute anzuschauen wie sie vorüberhuschten ihrem mir unbekanntem Ziel entgegen, das dolce far niente voll auskostend - hatte ich das Glück eine alten Penner (pc. ausgedrückt heißt das heute wohl Wohnsitzloser) kennenzulernen. Runtergekommener Typ, versoffen und er liebte seinen Hund. Wir kamen ins Gespräch nachdem ich ihm etwas Kohle und mein Restbier gab. Dieser, damals auf mich uralt wirkende, recht eklige, weil unsauber und fies riechende Mann erzählte mir, dass er früher Professor war. Bis die Frau ihn samt Kindern verließ und irgendwie so ziemlich alles andere auch noch den Bach runterging. Letztendlich landete er auf der Straße. Ein Glücksfall wäre für ihn sein Hund, draussen leben sommers ganz ok, winters die Hölle, aber ins Heim/Obdachlosenasyl könne man nicht mit Hund und da wäre es auch scheußlich. Damals habe ich mir nicht viel dabei gedacht, es war ein Lebensentwurf (eher entwarf das Leben und der Charakter diese „Wahl“) der für mich nie in Frage käme. ich bin aber auch noch nie „aus der Welt gefallen“ . Glücklicherweise... Simone Hirths namenloser Protagonistin ist in ihrem grandios poetischen Debutroman exakt dies geschehen. In Bruchstücken - glasklaren pointierten Gedankensplittern die in ihrer Sicht auf die normale Welt sowohl spitzig als auch scharf sind erschliesst sich dem Leser ihre fragmentarische Lebensgeschichte. Es ist ein wunderbar poetisches intuitives Lesen, dem man die innewohnende Gedankenarbeit und die schriftstellerische Handwerkskunst - die mit Leichtigkeit fast unbemerkt einhergeht und doch alles bestimmt - zuerst gar nicht anmerkt. Man kann das Buch gar nicht mehr weglegen, so faszinierend liest sich wie sich dieses kaputte erschöpfte fragil wirkende Wesen stark und mutig aus der Asche (eigentlich ist es eher Staub und Dreck) ihrer Verzweiflung erhebt. Leben möchte. Nur nicht hasten, langsam goutieren, die Wucht der knappen Worte sich entfalten lassen, auf Details, wie Überschriften, achten. Es ist ein anderes Lesen als gewohnt,doch wenn man sich eingelesen hat stringent und amüsant. Bei aller Trauer und Verzweiflung hat diese junge Frau die so ganz aus der Welt fiel - war sie jemals wirklich fest darin verankert? - einen Blick auf die Welt der "Normalos" der so unverfälscht witzig und ehrlich ist, dass man nach dem Lachen erst einmal fett schlucken muss um die eigene Welt wieder ein wenig geradezurücken. Unsere Welt an der die junge Frau aufgrund der Umstände keinen Zugang mehr hat. Kommunikation, oder gar - bewahre! - smalltalk war nie ihre Stärke, zu vergeistigt, nach innen gekehrt und einsam war ihr vorheriges Leben vor dem Zusammenbruch. Als sie, später, versucht wieder aufzutauchen aus ihrer Trauer und Zurückgezogenheit: "Ich persönlich leiste des weiteren gar nichts mehr, außer erst einmal ordentliche Trauerarbeit, sagte ich. Und ja, ich habe Fremdprachenkenntnisse." Simone Hirth, Jahrgang 85, Trägerin des Schwäbischen Literaturpreises 2014 gelingt hier der Spagat zwischen außergewöhnlich poetischer Belletristik, KUNST, und derart gelungener Unterhaltung, dass ich mich fast nicht gezügelt bekomme was die Zitate angeht, so fein charmant sind die Sätze des gesamten Romans. "Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur in ihr zurechtfinden" so ein Einstein zugeschriebenes Zitat. Der Notunterkunft errichtenden namenlosen jungen Frau wird das nicht gänzlich gerecht. Ihre Welt bröckelte Stück für Stück auseinander. Sie sammelt sich, und die Bruchstücke und baut sich daraus ein Haus. Entgegensetzt zu Kafkas Gregor Samsa der sich zunehmend verwandelt und irrealer wird, wandelt sie sich behutsam zurück in die Realität. "P.s.: heute habe ich als ich pinkelnd im Gebüsch saß, ganz kurz nur in ein stilles, kleines Glück geblickt. Es lag zwischen einer leeren, plattgedrückten Milchpackung, einem Stück zerknüllter Aluminiumfolie, einem zerfetztem Fahrradschlauch und einer Bananenschale. Es war wirklich sehr klein, und ganz lautlos, und dann auch gleich wieder verschwunden. Aber es war tatsächlich so ein winziges Glück." "Ich höre also auf: Mit dem Kopf gegen Wände zu laufen. Ich errichte meine Wände nun selbst. " Eine anachronistische Trümmerfrau, die den Kampf aufnimmt. Selbstmitleid kommt in ihrem Konzept nicht vor, im Gegenteil sie hat einen herrlichen Sinn für abstrusen (selbst)kritischen Humor. Sucht Sinn, sucht Glück abseits der für sie nicht begehbaren, üblichen Pfade, und spiegelt kraft ihrer Gedanken die Absurdität unserer Welt der "Normalen". "Das letzte Mal als ich eine Packung Salz kaufte, fragte der junge Mann an der Kassa: Haben Sie eine Kundenkarte? Ich war überzeugt, er meinte: Sind Sie eine heimlich mit mir Verbündete im Sinne der ordinären revolutionären Idee? Ich sagte aus tiefster Überzeugung: Ja. Es blieb einen Augenblick still." Selten las ich so subversiv witzig daherkommende Kapitalismus- und Gesellschaftskritik wie von dieser jungen Frau die das Schicksal in den Wald trieb um dort das überleben zu lernen und die dabei aus dem Handbuch für Betriebswitschaftslehre zitiert... "Vom Vogelflug (und ausschließlich davon) mache ich alles abhängig. Die Elster, die ich soeben vorbeifliegen sah, nehme ich daher als willkommenes Zeichen dafür, dass heute ein guter Tag zum Stehlen ist. mein Gemüsegarten ist noch lange nicht komplett." Soviel tragische Komik und Subtext in den Bildern und im Aufbau, Form des Romans. Das wirkt und geht unter die Haut. Nistet sich ein im Kopf. Das ist großartige Literatur. Andersartig genug um sich aus der Masse herauszuheben, voll pragmatischer Poesie kann es einem den Weg zu einem eigenen kleinen Glück, zur Achtsamkeit für eigene kleine Glücksmomente weisen. Bei mir hat es wunderbar funktioniert. Nach Lektüre gleich im Garten liegengeblieben um Sternschnuppen zu schauen...;) "P.s.: Es riecht ein wenig nach Schimmel. Könnte mein Weltbild sein. Ich werde lüften müssen." Mein Weltbild hat dieser furiose Roman erweitert. Das Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft hat mich gepackt, gefesselt, amüsiert und mich an Wörterbildern berauschen lassen. Bereits das Eingangszitat - ein Haiku von Kagami Shiko trifft den Inhalt dieses Buchkleinods. Für mich noch ein Dodo - Award Anwärter 2016 & definitiv eine Leseempfehlung.

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