Simone Keil Corvidæ

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Inhaltsangabe zu „Corvidæ“ von Simone Keil

Ein spannender Roman, in dem sich Realität und Fantasy verweben, der den Leser mit auf die Reise nimmt die die beiden Schwestern antreten

— Jacqueline_Spieweg
Jacqueline_Spieweg
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    Corvidæ
    SmilingKatinka

    SmilingKatinka

    04. June 2013 um 11:16

    Inhalt: Die Zwillingsschwestern Cat und Lizzie treffen sich viele Jahre nach dem Tode ihrer Großmutter in deren Haus, um sich über die Zukunft des Hauses zu unterhalten. Der Tod der Großmutter hat die beiden Frauen entzweit und so verspricht auch das Treffen nicht ganz einfach zu werden. Denn Cat hängt an dem Haus, das Lizzie einfach so schnell wie möglich verkaufen möchte. Mit einem gemeinsamen Spaziergang durch den angrenzenden Wald möchte Cat  Lizzie an die vielen schönen Momente erinnern, die sie in dem Haus und dem Wald verbracht haben. Doch es zieht ein Unwetter auf und die beiden finden in einem verwunschenen Dorf Unterschlupf. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Doch nicht nur das. Cat und Lizzie vergessen schnell ihr bisheriges Leben. Was hat es mit dem Dorf auf sich? Was hat es mit den vielen ungewöhnlichen Bewohnern auf sich? Haben eventuell die vielen Raben mit der Geschichte zu tun?   Meine Meinung: Simone Keil schafft von Beginn des Buches an eine sehr mystische Atmosphäre. Man merkt sofort, dass man quasi in eine andere Welt eintaucht. Der Leser erfährt leider nicht viel über die Hauptperson Cat und so fiel es mir anfangs sehr schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Ich habe einen gewissen Abstand gewahrt, war eher Beobachter als Teilnehmer, aber das empfand ich nicht als störend, denn die sehr bildhafte und angenehm zu lesende Sprache, katapultiert den Leser ja dennoch mitten ins Geschehen. Die Geschichte nimmt immer wieder völlig ungeahnte und nicht vorhersehbare Wendungen und lässt die unglaubliche Phantasie der Autorin durchscheinen. Soviel sei gesagt, man hüpft durch Risse in der Welt von Ebene zu Ebene. Für mich waren die Sprünge aber zu keiner Zeit verwirrend, was ich wirklich gut fand.  Ich habe oft geschmunzelt und mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Was mir weniger gefiel war, dass ich am Ende des Buches irgendwie nicht so ganz wusste, auf was denn nun die Geschichte hinauslief. Ich habe sie zwar verstanden, aber viele Rätsel und Fragen blieben offen und das finde ich immer schade.   Fazit: Dieses Buch ist Geschmackssache. Ich habe es sehr gerne gelesen, muss aber leider zwei Sterne abziehen, da ich persönlich es vorziehe, wenn alle Fragen und Rätsel gelöst werden.  Wer aber gerne Bücher liest, die rätselhaft bleiben und viel Spielraum für eigene Überlegungen und Erklärungen lassen, dem wird dieses Buch sehr gut gefallen  

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  • Simone Keil - Corvidæ

    Corvidæ
    Marny

    Marny

    16. April 2013 um 10:41

    Cat und ihre Schwester Lizzie treffen sich in dem Haus ihrer Großmutter, welches sie vor 20 Jahren geerbt und seitdem nicht betreten haben. Der Tod von Rose entzweite die Schwestern, denn Lizzie zog sich danach völlig in sich selbst zurück. Nun will sie ihr Erbe verkaufen und da Cat sie nicht auszahlen kann, versucht sie ihre Schwester an die schönen Zeiten zu erinnern, die sie dort verbracht haben. Während eines Ausflugs in die Umgebung, zu dem sie Lizzie überredet hatte, geraten sie in ein Unwetter und finden in einem mysteriösen Dorf Unterschlupf. Die Bewohner sind sonderbar und verbergen etwas. Und sie wissen um die Risse in der Realität, durch die sich alles ändern kann – selbst die Vergangenheit. Cat erkennt, dass sie sich dort verliert und begibt sich auf eine gefährliche Reise, die sie in sich verändernde und auflösende Welten sowie tief in ihr eigenes selbst führt. Diese Geschichte hat bereits auf der ersten Seite einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Da war eine unglaublich dichte Atmosphäre, mit der ich mich wohl gefühlt habe und die mir das Gefühl vermittelte, Cat schon lange zu kennen. Die schöne Sprache, die wunderbar Bilder und Emotionen vermitteln kann. Die poetischen Stellen, die ich mir einfach mehrfach durchlesen musste, um sie so richtig genießen zu können. Die Wärme und der Humor, die zwischen den Zeilen durchblitzen. Einfach nur wunderschön und traurig zugleich! Ich war dem Buch hilflos ausgeliefert und weit, weit weg. Die Figuren wirkten sehr nah und präsent auf mich, jede hatte ihren ganz eigenen faszinierenden Charakter. Da bleiben Lieblingsfiguren natürlich nicht aus, mir haben es ja vier ganz besonders angetan. Einige davon waren auch recht geheimnisvoll und nicht so leicht zu durchschauen. Das macht ja auch einen Teil ihres Reizes aus, allerdings besteht dabei natürlich die Gefahr, dass einen die falschen Figuren “erwischen”. Aber diesmal habe ich Glück gehabt, auch wenn mir bei einer Szene fast das Herz stehen geblieben ist. Die Geschichte bietet verschiedene Entwicklungsphasen, in denen sich der Blickwinkel erweitert und für eine veränderte Sicht auf die Ereignisse sorgt. Die Handlung entwickelt sich überraschend und ganz anders, als man zu Beginn erwartet hat. Der Hintergrund wird zu einem immer zentraleren Thema, mit dem die vielen verwirrenden Dinge verbunden sind. Da musste ich mich beim Lesen doch manchmal bremsen, um kurz innezuhalten und einiges zu sortieren. Um Dinge zu verknüpfen und auf mehreren Ebenen zu denken. Daher hat mich das Buch oft abseits der Lesezeit beschäftigt und mir auch intensive Träume beschert. Als ich die Geschichte ausgelesen hatte, war ich erstmal etwas verwirrt und habe ein wenig an dem Vorhandensein meiner grauen Zellen gezweifelt. Aber das lag einfach daran, dass auf wenigen Seiten noch einiges verwirrendes passierte. Und nicht im Detail erklärt wurde. Aber wozu habe ich schließlich meinen Kopf? Ich mag es, wenn mich ein Buch fordert und zum Nachdenken bringt. Fast so sehr, wie ich tiefe Geschichten, leise Zwischentöne, detailliert ausgearbeitete Charaktere und poetische Stellen mag. All das verbindet sich in “Corvidæ” und machte dieses Buch für mich zu einer abwechslungsreichen und intensiven Lektüre. Und zu einer Geschichte, der ich noch viele Leser wünsche…

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  • Rezension zu "Corvidæ" von Simone Keil

    Corvidæ
    Bücherwahnsinn

    Bücherwahnsinn

    13. March 2013 um 09:27

    Zum Buch -------------- Ich bin Cat und bin mit meiner Schwester Lizzie im Haus unserer Grossmutter. Wir hatten uns schon lange nicht mehr gesehen, denn wir waren nicht der selben Meinung was mit dem Haus passieren soll, Lizzie wollte es verkaufen, und ich... behalten. Doch wir hätten uns schon lange entscheiden sollen was mit dem Haus passiert, denn unsere Grossmutter war schon lange tot und wir hatten die Entscheidung genug lange raus geschoben. Aber bevor wir uns entscheiden, wollten wir noch auf Erkundungstour gehen, wollten noch mal schauen wo wir uns als Kinder immer rum getrieben haben und in Erinnerungen schwelgen. . Wir gingen also früh los, doch wir kamen in ein Gewitter, ein wirklich heftiges und wir konnten uns grade noch so retten. Wir fanden ein kleines Dorf im Moor wo man uns Unterschlupf gewährte. Doch irgend etwas stimmte nicht mit dem Dorf und den Menschen da. Auch wir veränderten uns, wir vergassen alles, woher wir kammen und vor allem wann! Alles was war wurde zu einem Brei undurchdringbaren Nebels, die Zeit schien völlig still zu stehen und man verlor sich, die Realität. Die Menschen in dem Dorf waren nicht nur sonderbar, sie schienen ein Geheimnis zu haben, waren aber nicht bereit es mit uns zu teilen, mit mir, und so entschied ich mich, mich auf die Suche zu machen. Und zum Glück hatte ich da ein bisschen Hilfe, wer weiss schon ob ich sonst den Weg gefunden hätte...? . Erster Satz: ---------------- .......Grossmutter Rose starb an einem sonnigen Herbsttag. . . . Meine Meinung --------------------- Cover und Titel haben mit der Geschichte zu tun. So wie das Cover, ist auch die Geschichte eher eine düstere, sie ist genau so geheimnisvoll wie die Atmosphäre auf dem Bild. Der Titel bedeutet soviel wie Rabenvögel und auch diese spielen in der Geschichte eine grosse Rolle. . Der Schreibstil von Simone Keil ist besonders, zwar von der Schreibweise her einfach, wirklich schön und locker zu lesen, doch mit der Geschichte zusammen sehr speziell, voller Fantasie und tiefe. Wenn man die Geschichte mit einem Bild, einem Künstler vergleichen wollen würde, wäre wohl Dali meine Wahl, denn die Geschichte um Cat und Lizzie ist genau so abstrakt, wirr, verstrickt und voller psychologischer und philosophischer Tiefe, die die Bilder dieses Künstlers. Die Geschichte ist aber auch voller Bildgewaltigkeit und Emotionen. Die Autorin spielt zwar mit den gängigen Fantasy-Elementen, doch ist es weit mehr. Es gab der ein oder andere Schreibfehler, was aber nicht so schlimm war. . Die Geschichte dreht sich um Cat und ihre Schwester, auch wenn Cat wichtiger wird für die Geschichte als ihre Schwester. Denn sie ist es, die sich nicht einfach den Gegebenheiten hingibt und alles so hin nimmt wie es ist, sie ist es die wissen will was los ist und sie begibt sich auf die Suche. Die Suche nach was? Hm, das ist sehr komplex. Sie sucht die Wahrheit, nur, was ist die Wahrheit? Und wie erkennt man sie? Auch die Realität wird gesucht, was aber eben auch nicht einfach ist, denn es ist immer wieder eine andere! Sie sucht die Zeit, nur, gibt es die Zeit überhaupt so wie wir sie kennen? Wird sie sie finden? Oder ist es die Suche nach Gott / Göttin? Dem Allumfassenden? Egal was sie sucht, es ist immer eine Suche nach sich selber, die Suche nach dem eigenen Ich, dem eigenen Schatten, dem inneren Kind? . Die Geschichte entwickelt sich sicher nicht so wie man sich das denkt, eben weil es eine total andere Art Fantasy ist als die wir so im allgemeinen kennen. Und ich denke, es ist auch nicht einfach mal so schnell runter gelesen, denn man macht sich sehr viel gedanken beim lesen. Auch der Schluss ist sehr ... Hm, wie soll ich sagen... Verwirrend? Ich bin jetzt noch am überlegen, bin mir noch immer unsicher ob ich jetzt mit meiner Meinung, meiner Erkenntnis richtig liege, und doch ist es genau der Schluss der da hin gehört. Und er ist schön. . So geheimnisvoll wie die Geschichte, so sind es auch die Figuren in dem Roman, Simone Keil hat es wirklich geschafft diese so gut auszuarbeiten, mit all ihren verschiedenen Charakteren, das sie so nahe kommen wie es nur geht. Und mir sind da 3 ganz fest ans Herz gewachsen... . Natürlich Cat, sie ist die Starke, die Suchende, die Kämpferin. Mit all ihren Gefühlen und Gedanken berührt sie einen doch sehr. Dann, die geheimnisvolle Agnès, sie die Cat in ihren Bann zieht und der junge, neugierige Jacques. . Wenn man das Buch liest, muss man unweigerlich manchmal an „Alice im Wunderland“ denken. Auch da sind die physikalischen Gesetze ausser betrieb. Auch dort ist alles anders und doch funktioniert es so wie es soll. Oder vielleicht an "Der Zauberer von Oz"? Denn auch hier spiel die Suche eine ganz zentrale Rolle! Auf jeden Fall lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. . Dann würde ich euch gerne noch meine Lieblingsstelle vorstellen, nicht nur weil der Auszug sehr schön geschrieben ist sondern mich doch sehr tief berührt hat, durch seine Tiefe, seine Bedeutung... Hier spürt man die Tiefe die sich durch das ganze Buch zieht sehr stark. . Meine Lieblingstelle: ---------------------------- ......Es war nicht still, wie ich erwartet hatte. Es war nicht kalt, es war nicht warm. Es war, als käme ich an, nach einer endlos langen Reise. Als käme ich zu mir. Nach Jahren in undurchschaubarer, schemenhafter, empfindungsloser Bewusstlosigkeit. Ich vergaß zu atmen und wunderte mich, dass ich überhaupt hatte atmen können. Bevor ich eingetaucht war. Eingetaucht in sie. Und sie war überall. Um mich, in mir. Unermesslich. Und dann formten sich die Farben zu Bedeutungen, die Töne zu Inhalten. Erinnerungen, Wirklichkeiten. Ahnungen. Fragen. Und Antworten, zu denen keine Fragen existierten. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Mögliche Versionen einer Zukunft. S. 253 . . Ehrlich, die Rezension ist mit nicht ganz leicht gefallen, eben weil es auf so vielen verschiedenen Ebenen spielt, doch ich hoffe es ist mir gelungen euch die Geschichte nahe zu bringen, euch neugierig zu machen und vielleicht bring ich den ein oder anderen auch dazu, es zu lesen ;) . . Fazit: Ein Fantasyroman der extraklasse aber ich denke, nicht für Jedermann / -Frau geeignet.

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  • Rezension zu "Corvidæ" von Simone Keil

    Corvidæ
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. March 2013 um 13:35

    Die Schwestern Cat und Lizzie treffen sich 20 Jahre nach dem Tod ihrer Großmutter Rose in dem alten Haus wieder, das sie ihnen hinterlassen hat und in dem sie als Kinder ihre Schulferien verbrachten. Fünf lange Jahre haben sich die beiden nicht mehr gesehen und nun möchte Lizzie das Haus gerne verkaufen aber Cat hängt an dem alten Gemäuer und den Erinnerungen darin und so möchte sie die gemeinsame Zeit nutzen, um Lizzie vom Verkauf abzubringen. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den nahen Wald, geraten die beiden Frauen in ein plötzliches Unwetter und landen schließlich in dem Gasthaus eines mysteriösen Dorfes. Die Bewohner, ihre Kleidung, die Einrichtung... alles scheint aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen und sie verbergen etwas, das spürt Cat genau. Wie lange sind sie schon hier und wo kamen sie her? Cat kann sich nicht erinnern und scheint sich in dem Dorf zu verlieren - bis sie von den Rissen in der Realität erfährt. Sie begibt sich auf eine unglaubliche und gefährliche Reise in bizarre, sich ständig verändernde Welten, ihre Vergangenheit und tief in sich selbst. Diese Geschichte hat mich in ein wahres Gefühlschaos gestürzt. Zu Beginn erwartet man als Leser eigentlich etwas ganz anderes, doch dann entwickelt sich diese Geschichte in so phantastischer Weise, dass ich oft über das Gelesene nachdenken musste und es mich durch seine dichte Atmosphäre und stetig vorhandene, unterschwellige Spannung sogar in meine Träume verfolgte. So etwas passiert mir eigentlich nie... Die Raben, die durch die Geschichte begleiten und eine ganz zentrale Rolle einnehmen, werden sehr mystisch dargestellt und sprechen ebenso die Psyche an, wie die sich ständig verändernden Realitäten und deren Auswüchse. Auch die meisten Figuren sind vielschichtig, geheimnisumwoben und nicht leicht zu durchschauen. „Corvidæ“ ist ein etwas anderer phantastischer Roman, mit nichts zu vergleichen das ich bisher gelesen habe. Ich war oft hin- und hergerissen zwischen Faszination einerseits und ablehnenden, unangenehmen Gefühlen andererseits. Die Faszination über die unglaubliche Fantasie der Autorin überwog allerdings deutlich. Der Schreibstil von Simone Keil hat mir sehr gut gefallen; sehr bildhaft, poetisch und angenehm zu lesen. Trotzdem ist „Corvidæ“ keine leichte Lektüre für zwischendurch. Man sollte sich Zeit für diese ungewöhnliche Geschichte nehmen, denn sie regt nicht nur die Fantasie, sondern auch die kleinen grauen Zellen zum Nachdenken an. Ich empfehle dieses Buch allen Liebhabern von phantastischer Literatur, die gerne auch mal abseits des Mainstreams lesen.

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  • Rezension zu "Corvidæ" von Simone Keil

    Corvidæ
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2013 um 19:24

    Zum Inhalt sei nur so viel gesagt: Das Buch beginnt wie eine Mysterygeschichte mit fantastischen Elementen und wird dann sehr schnell zu einer fantastischen Geschichte mit leichten Mysteryelementen. Mich hat der Schreibstil total in den Bann gezogen. Die Autorin schafft es durch ihre Sprache, die Welt(en) in meinem Kopf sichtbar werden zu lassen. Ich war richtig gefesselt. Die Sprache ist flüssig und sehr gut zu lesen, dennoch auch bildgewaltig und mitreißend. Mich hat der Schreibstil jedenfalls richtig überzeugt! Die Geschichte wird, bis auf einige Passagen, aus Sicht der Hauptfigur Catrin erzählt. Über Catrin erfährt der Leser eigentlich recht wenig, nur Dinge, die im Zusammenhang mit ihrer Schwester, ihrer Großmutter und den Geschichten stehen, die die Großmutter den Schwestern immer erzählt hat. Dazu kommen die Dinge, die Catrin mit dem Leser zusammen erlebt. Catrin war mir von Anfang an sympathisch, an manchen Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass sie die Dinge mehr hinterfragt hätte. Die Geschichte ist in drei größere Teile unterteilt. Teil 1 und 2 hatte ich sehr schnell gelesen, sie spielen fast nur in dem Dorf im Moor. Mich haben die verschiedenen schrulligen, liebenswerten und doch undurchsichtigen Figuren angesprochen, interessiert und ich wollte natürlich um ihre Geheimnisse wissen. Ich stellte Vermutungen an, dachte zu wissen, in welche Richtung die Geschichte läuft. Doch ich wurde total überrascht durch Teil 3 des Romans! Dieser Teil belehrte mich, dass ich nicht weiß, wohin die Geschichte läuft und für mich sind hier die Grenzen zwischen Phantastik und Groteske etwas verschwommen. Durch die Sprache hatte ich einem Film im Kopf, konnte die Dinge/Figuren/Orte sehen. Es erinnerte mich ein wenig an einen Tim Burton Film und das ist positiv gemeint! Düstere Züge wie in "Sleepy Hollow" und ebenso groteske wie in "Charlie und die Schokoladenfarbik". Das mögen für einige vielleicht seltsame Vergleiche sein, beschreibt aber am besten den Eindruck, der in meinem Kopf entstanden ist! Ich muss allerdings gestehen, dass ich den dritten und abschließenden Teil des Romans nicht richtig verstanden habe. Ich bin mir nicht so sicher, was die Auflösung am Ende nun wirklich bedeutet und ob es überhaupt eine richtige Auflösung ist. Ich habe mehr mit etwas mehr Bezug zu den Corvidae und deren Geschichte, wie die Autorin sie in den vorherigen Teilen des Romans erzählt, gerechnet. Ich muss definitiv noch etwas über das Ende des Romans nachdenken. Der Untertitel "Ein phantastischer Roman" trifft jedenfalls zu und Fans von phantastischen Romanen werden hier nicht enttäuscht. Schon gar nicht, wenn man auch einen Hang zum Grotesken hat und eine Sprache mag, die das geschriebene Wort im Kopf wach ruft! Ich gebe dem Buch 4 Sterne, weil ich die Lektüre unglaublich genossen habe, weil mir die Sprache Spaß gemacht hat, mir die Bilder in meinem Kopf gefallen haben, mich das Buch zum Nachdenken und rätseln gebracht hat. Ich ziehe einen Stern dafür ab, dass ich eben den letzten Teil und das Ende nicht richtig verstanden habe und auch etwas anderes erwartet habe. Ich hoffe allerdings sehr, noch mehr von Simone Keil lesen zu können, alleine schon, weil mir die Sprache so gut gefallen hat!

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  • Rezension zu "Corvidæ" von Simone Keil

    Corvidæ
    Saralonde

    Saralonde

    04. February 2013 um 19:05

    Zwei Zwillingsschwestern, die sich auseinander gelebt haben, treffen sich im Haus ihrer verstorbenen Großmutter, weil sie über den Verkauf des Hauses sprechen möchten. Als die beiden einen Auflug in den Wald unternehmen, geraten sie in ein Unwetter und landen in einem seltsam zeitentrückten Dorf. Bald verblasst die Erinnerung der beiden an die Welt draußen. Was geht in dem Dorf vor sich? Wer ist die mysteriöse Frau mit den roten Haaren, die nicht sprechen kann? Und welche Rolle spielen die Raben, die sich immer im Umkreis des Dorfes aufhalten? Dieser fantastische Roman von Simone Keil hat mir besonders im ersten Teil gut gefallen. Verwunschene, geheimnisvolle Dörfer, das ist etwas für mich. Schwieriger wurde es, als die Handlung begann, sich in verschiedene Stränge, Zeitebenen und Orte aufzuteilen. Die Zeit ist nichts Geradliniges mehr und durch Risse in der Welt gelangt die Ich-Erzählerin Catrin an verschiedene Orte in verschiedenen Zeiten und trifft auf die merkwürdigsten Figuren. Manchmal ist der Ort, an den sie gelangt, auch einem ihr bekannten Ort ähnlich, aber immer doch etwas anders und ungewöhnlich. Hier möchte ich vor allem den bildhaften und sprachlich gefälligen Stil der Autorin hervorheben. Die Bilder und Szenen, die sie entwirft, werden dabei immer skurriler, ich wage zu behaupten, dass ich an expressionistische Werke erinnert wurde. Allerdings hatte ich doch Probleme, dem immer zu folgen. Ich konnte die verschiedenen Zeitebenen und Zusammenhänge nicht entwirren. Für mich bleiben viele Fragen offen, für die ich keine Antwort gefunden habe, vor allem, wie das Ende zustande kommt, kann ich mir nicht erklären. Daher habe ich leider ein bisschen den Eindruck, das Buch nicht ganz verstanden zu haben, weshalb es mir auch schwerfällt, eine Sternebewertung abzugeben. Das Buch ist jedoch unbedingt etwas für Freunde fantastischer Literatur mit einer Tendenz zum Grotesken.

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  • Rezension zu "Corvidæ" von Simone Keil

    Corvidæ
    Lesegenuss

    Lesegenuss

    Ein mysteriöses Dorf im Moor. Die Bewohner scheinen einer anderen Epoche entsprungen zu sein. Sie sind ungewöhnlich, sonderbar. Andersartig. Risse in der Realität haben die Welten wandelbar gemacht. Nichts ist mehr sicher, alles kann sich ändern. Selbst die Vergangenheit. Eine junge Frau begibt sich auf eine gefährliche Reise, die sie in ihre Vergangenheit führt, in Welten, die keinen Bestand mehr haben, und tief in sich selbst. Statement: Mit „Corvidæ” hat die Autorin Simone Keil ein wunderbares Buch auf den Markt gebracht, welches mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und die Spannung bis zur letzten Seite gehalten hat. Die Zwillingsschwestern Cat und Lizzie treffen sich nach gut 20 Jahren im Haus ihrer verstorbenen Großmutter wieder. Nicht einfach für beide, denn die eine verbindet sehr viel mit dem Haus, dem Grundstück, es ist ihre Kindheit, die sie dort wiederfindet. Und die andere, Lizzie, möchte das Haus am liebsten verkaufen. Sie möchte endlich leben – so wie sie das will. Und dazu braucht sie das Geld. Allerdings beschließen beide, erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen. Ein guter Anfang für beide, denn nach dem Tod der Großmutter war es Lizzie, die nicht mehr sie selbst war und daher ihren weiteren Weg ohne die Zwillingsschwester gehen mußte. Als Cat und Lizzie sich zu einem Ausflug aufmachen, auf den Spuren der Kindheitserinnerungen, kommen sie in ein Unwetter. Sie flüchten in ein nahegelegenes kleines Dorf. Doch irgendwie kommt es ihnen nicht bekannt vor. War es schon immer hier gewesen? Und wieso benehmen sich die wenigen Leute, die hier leben, so merkwürdig? Warum die Geheimnisse? Keine Antworten auf Fragen und doch ... Was hat es mit den Raben auf sich? Hauptsächlich geht es in „Corvidæ“ um Cat, aber nicht nur. Die Suche nach Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, zwischenmenschliche Beziehungen werden durchleuchtet. Eine geheimnisvolle Atmosphäre begleitet den Leser vom Anfang bis zum Ende. Die Autorin Simone Keil schreibt nicht einfach nur so dahin. Sie hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Schreibstil, eben ihre eigene Art. Und „Corvidæ“ ist etwas Besonderes, was ich so in der Art noch nicht gelesen habe. Jedenfalls kann ich mich momentan nicht daran erinnern. „Corvidæ“ zieht den Leser mit in die Geschichte hinein und läßt ihn bis zur letzten Seite nicht los. Die faszinierende Umsetzung der Idee, der Einfallsreichrum der Autorin ist wirklich beeindruckend. Wann immer ich dachte, nun kommt gleich das Ende, breitet die Autorin ihren Fächer ein Stück weiter auf und steigert nochmals die Spannung. Da ich „Corvidæ“ als Ebook gelesen habe, würde ich es sehr gern als Taschenbuch griffbereit zu meinen kleinen Schätzen legen, die ich immer wieder mal zwischendurch lese. „Corvidæ“ – eine etwas andere Lektüre im Bereich der Fantasie. „Corvidæ“ – die Geschichte erhält von mir absolute Leseempfehlung, denn ich habe nicht nur glückliche Lesemomente gehabt, auch nachdenkliche. „Corvidæ“ – ich würde mir wünschen, dass es noch sehr viele neue Leser findet. „Corvidæ“ – WARUM erkennen Verlage so einen Buchschatz nicht? Nachdem ich bei der Autorin auf der Homepage gelesen habe, dass bei ihrer kostenlosen Verschenkaktion das Buch insgesamt 1535 x herunter geladen wurde, würde ich mir viel mehr Rezensionen wünschen! Spoiler: Es war nicht still, wie ich erwartet hatte. Es war nicht kalt, es war nicht warm. Es war, als käme ich an, nach einer endlos langen Reise. Als käme ich zu mir. Nach Jahren in undurchschaubarer, schemenhafter, empfindungsloser Bewusstlosigkeit. Ich vergaß zu atmen und wunderte mich, dass ich überhaupt hatte atmen können. Bevor ich eingetaucht war. Eingetaucht in sie. Und sie war überall. Um mich, in mir. Unermesslich. Und dann formten sich die Farben zu Bedeutungen, die Töne zu Inhalten. Erinnerungen, Wirklichkeiten. Ahnungen. Fragen. Und Antworten, zu denen keine Fragen existierten. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Mögliche Versionen einer Zukunft.

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    Saralonde

    Saralonde

    08. August 2012 um 19:10