Simone Knodel

 4.5 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf von Simone Knodel

Simone Knodel wuchs im Südharz bei Bleicherode auf. Nach dem Studium der Mathematik und Physik in Erfurt arbeitet sie heute als Gymnasiallehrerin. Mit Mann und Kater lebt sie am Fuße der Burg Lohra, die immer wieder Schauplatz ihrer Romane ist. Nach ersten Kurzgeschichten in Zeitschriften erschien 2004 der erste historische Roman: "Adelheid von Lare", 2008 folgte "Radegunde von Thüringen". Im Jahre 2011 erschien bei Weltbild "Das Geheimnis der Äbtissin" unter dem Pseudonym Johanna Marie Jakob, 2012 folgte die Taschenbuchausgabe bei Droemer-Knaur.

Alle Bücher von Simone Knodel

Adelheid von Lare

Adelheid von Lare

 (5)
Erschienen am 10.08.2004
Radegunde von Thüringen

Radegunde von Thüringen

 (3)
Erschienen am 06.02.2008

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Rezension zu "Adelheid von Lare" von Simone Knodel

Das bewegte Leben der Adelheid von Lare (Burg Lohra im Harz, um 1100)
Girdievor 4 Jahren


„Adelheid von Lare“ von Simone Knodel ist ein historischer Roman, der das Leben der Stifterin des Klosters Walkenried im Südharz beschreibt. Auch der Untertitel verweist darauf. Die Geschichte nimmt den Leser mit in die Zeit um das Jahr 1100. Das Cover ist passend gestaltet. Zu sehen ist Adelheid mit Gebände über ihren Haaren, das sie als verheirate beziehungsweise verwitwete Frau ausweist, die solch ein Kleidungsstück damals üblicherweise über ihren Haaren zu tragen hatte. An ihrer Seite steht Diabolus, ihr Lieblingspferd, während sie in der linken Hand auf einem ausgerollten Pergament den aufgezeichneten Bauplan für das Kloster hält. Im Hintergrund versetzt steht abwartend ein Mönch vor einem bereits erstellten Mauerabschnitt. Auf der Rückseite des Buchs wirft die reitende junge Adelheid einen Blick auf Burg Lare auf der sie lebt. Diese Bilder haben mich durch die Geschichte begleitet, ebenso wie die Zeichnungen im Text, die einige Szenen gekonnt im Bild umgesetzt haben. Doch bis es zur Stiftung des Klosters kommt hat Adelheid ein bewegtes Leben hinter sich über das der Leser in diesem Roman mehr erfährt.
Adelheid ist auf Burg Lare, auch Lohra genannt, in Thüringen aufgewachsen. Als 15jährige wird sie aus politischen Gründen an den wesentlich älteren Dietmar von Straußberg verheiratet, damit die Burg nach Osten, wo Dietmars Burg steht, abgesichert ist. Vergeblich versucht sie sich dagegen zu widersetzen. Schon nach wenigen Tagen der Ehe verstirbt ihr Gatte. Scheinbar hat dabei auch die etwa gleichaltrige heilkundige Magdalena, die Adelheid nach einem Überfall auf ihre Mutter als Zofe zu sich genommen hat und von der behauptet wird, sie hätte seherische Fähigkeiten, ihr Hand im Spiel. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird sie zur Burgherrin von Lare. Doch auf Dauer findet sie als alleinstehende Frau nicht genügend Anerkennung. Auf der Suche nach einem passenden Ehemann kommt ihr die Idee zu einer Mutprobe. Denjenigen, der sie mitsamt seinem Pferd besteht, wird sie heiraten. Und dann wird ein Verletzter zu ihr gebracht, mit herrlich blauen Augen zum Verlieben. Doch für die Mutprobe ist er zu schwach und ein schlechter Reiter ohnehin. Was soll sie nun tun?
Das Buch unterteilt sich in drei Bücher, die jeweils bestimmte Lebensabschnitte von Adelheid umfassen. Im Epilog findet der Leser noch eine kurze Erklärung zu den historisch belegten Fakten. Worterklärungen sowie eine alte Karte über das Gebiet in dem der Roman spielt finden sich hilfreicher Weise im Anhang des Buchs.
Die Autorin versteht es mit diesem Roman die damalige Zeit wieder lebendig werden zu lassen. Mit der Liebe zum Detail schildert sie sowohl Szenen des Burglebens als auch Scharmützel mit Waffengeklirr. Die Sprache der Dialoge ist dabei höflich wie es im Mittelalter üblich war, dabei aber dem hochdeutschen angepasst. Das Verhalten der Figuren in der Geschichte wirkt sehr natürlich und vorstellbar. Ihre Entscheidungen werden von Simone Knodel nicht nur beschrieben, sondern auch in den historischen Zusammenhang gestellt und erklärt. Die geschichtlichen Details wurden von ihr sehr gut recherchiert und dort, wo Aufzeichnung und daher Informationen fehlen mit viel Liebe und Fantasie zu einer interessanten Erzählung ausgeschmückt. Als historisch interessierten Leser konnte mich die Geschichte in seinen Bann ziehen und gerne habe ich am Leben von Adelheid teilgenommen.

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Rezension zu "Radegunde von Thüringen" von Simone Knodel

Rezension zu "Radegunde von Thüringen" von Simone Knodel
beowulfvor 9 Jahren

Eigentlich habe ich ihn tief verinnerlicht, den alten Spruch Never judge a book by it´s Cover- aber an diesem Buch wäre ich sicher immer vorbeigegangen. Sowohl das Bild, als auch der Klappentext, aber auch das ungewühnliche Format strahlen meiner Meinung so eindeutig Zielgruppe junge Mädchen von 8-14 aus, dass ich mich so gar nicht angesprochen fühle. Da ich es geliehen bekam ging ich das Abenteuer ein und habe es durchaus nicht bereut.

Die Autorin ist in dem mit Sicherheit mit vielen guten Autoren in Deutschland gesegneten Genre sicherlich nicht in die allererste Sahne einer Charlotte Lyne oder Viola Alvarez einzustufen, aber verglichen zu werden mit einem Guido Dieckmann, einem Titus Mülle roder einer Martina Kempff ist nichts dessen eine Autorin sich zu schämen braucht und in diese Riege sollte man das Buch meines Erachtens einreihen.

Ein Buch, dass uns mit dem Anspruch, den die Autorin im Nachwort so auch an sich selbst stellt "so könnte es gewesen sein" das Leben der in Deutschland heute eher unbekannten Thüringer Prinzessin und späteren französischen Königin Radegunde vorstellt, die aufgrund ihres vorbildhaften Lebenswandels von der römisch- katholischen Kirche als heilig verehrt wird. Im sechsten Jahrhundert- einer Zeit aus der uns so wenig durch die Zeitläfte erhalten blieb und deren Bräuche wir so wenig verstehen, dass wir sie als "Finsteres Mittelalter" bezeichnen- weil wir die Lichter in dieser Zeit nicht kennen - stellt uns Simone Knodel ein solches strahlendes Licht vor. Eine Frau, der ich wirklich sehr viel mehr abgewinnen kann als einer anderen Thüringer Heiligen, die sieben Jahrhunderte später ihre Heimat nie verließ und anders als Radegunde mehr durch Fanatismus als durch Nächstenliebe, mehr durch Unterwürfigkeit als durch Willensstärke getrieben wurde.

Hätte ich meine Zweifel nicht überwunden wäre mir ein wirklich interessantes und gutes Buch entgangen.

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Rezension zu "Radegunde von Thüringen" von Simone Knodel

Rezension zu "Radegunde von Thüringen" von Simone Knodel
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Die von Simone Knodel erzählte Lebensgeschichte von Radegunde, der Tochter des thüringischen Königs Bertachar, erstreckt sich über einen Zeitraum von fast 60 Jahren, beginnend mit dem Jahr 531, in dem Radegunde nach dem Tod ihres Vaters zum politischen Spielball der Kriege zwischen Franken und Thüringen wird, bis hin zu ihrem Lebensabend als Nonne im Kloser Sainte-Croix in Poitiers. Es ist ein bewegendes Leben, auf das die alte Frau am Ende ihrer Tage zurückblickt, eng verbunden mit dem Schwinden der alten Religion und dem sich ausbreitenden Christentum. Im Glauben an die alten Götter geboren und die ersten Jahre ihres Lebens aufgewachsen, kommt sie am Hofe ihres Onkels Herminafried mit dem Christentum in Berührung und wird getauft, lebt diesen Glauben aber zunächst nur mit halben Herzen. Erst als sie Menschen verliert, die ihr nahe stehen und durch die aufgezwungene Ehe mit dem Frankenkönig Chlothar, festigt sich der christliche Glauben und sorgt schließlich dafür, dass sie aus ihrer Ehe ausbricht und als Nonne in ein Kloster geht. Ausgestattet mit königlichen Würden und mit der finanziellen Unterstützung durch ihren Ehegatten Chlothar ist es ihr möglich, Klöster, Armenhäuser und Krankenunterkünfte zu errichten und ihr Leben ganz dem christlichen Gott zu weihen.

Simone Knodel zeichnet ein sehr dichtes und gute recherchiertes Bild der Radegunde von Thüringen, das ein ganzes Leben umfasst, sich dabei auf die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben konzentriert, ein Leben voller Höhen und Tiefen, Sehnsucht nach der Heimat und verlorenen Freunden, später auch Sehnsucht nach einem ganz Gott gewidmeten Leben und dem Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Erfreulich ist, dass dabei kein "Frau in Hosen"-Roman entstanden ist, sondern die Geschichte einer Frau mit starkem Willen, der es gelingt, mit Würde und natürlicher Autorität die Dinge anzufassen, die ihr wichtig sind und deren Engagement für die Armen ihr die Herzen der Menschen geöffnet hat. Aufgeteilt ist dieses Buch in drei Teile. Der erste trägt den Titel " Die Prinzessin und erzählt von der Jugend der Radegunde in Thüringen und der Verschleppung nach Franken, der zweite ist übertitelt mit "Die Königin" und berichtet von den Jahren als Königin der Franken an der Seite von Chlothar und der dritte schließlich trägt den Titel "Die Nonne". An den drei Teilen ist sehr schön der Wandel und die Reifung von Radegunde zu erkennen - von der thüringischen Prinzessin mit dem Glauben an die alten Götter, der Königin mit der Erziehung zum christlichen Glauben bis hin zur Nonne mit dem tiefen Glauben an Gott. Die ersten beiden Teile lesen sich wie ein historischer Roman, beim letzten Teil wird deutlich, warum Radegunde später als Heilige verehrt wurde. Es ist der Wandel von der weltlichen zur geistlichen Frau, die sich zunächst bis aufs Blut geißelt, später aber von dieser extremen Art der Gottfindung wieder abkommt. Simone Knodel gelingt es, diesen letzten Teil völlig wertfrei zu erzählen. Sie zwingt Radegundes Glauben dem Leser nicht auf, lässt ihm die Möglichkeit, sich selber ein Bild über diese Frau und ihren Weg zu machen. Das Christentum wird nicht verherrlicht. Radegundes Glauben bleibt bescheiden wie sie selbst.

Es ist viel Stoff für die 300 Seiten, die dieses Buch umfasst. Die Seitenzahl sollte aber nicht abschrecken, denn das Buch ist etwas großformatiger (Als reguläre Taschenbuchausgabe dürften das knapp 100 Seiten mehr sein). Platz genug jedenfalls, um ein interessantes und intensives Leben zu erzählen, ohne dass der Leser das Gefühl hat, es würden Teile auf der Strecke bleiben. Ein Buch ohne Längen und so interessant, dass es sich nur schwer aus der Hand legen lässt. Sämtliche Protagonisten sind liebevoll und facettenreich gezeichnet. Es fällt schwer, jeden einzelnen davon wieder gehen zu lassen. Selbst dem jährzornigen Chlothar kann man noch etwas abgewinnen. Simone Knodels Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft. Er lässt das 6. Jahrhundert mit all seinem Schmutz, Blut, Kämpfen, Krankheiten, Farben und Gerüchen vor dem inneren Auge wieder auferstehen.

Für Leser, die sich für das Leben von historischen Figuren interessieren, für die Christiansierung und die Feldzüge zwischen Thüringen und Franken ist dieses Buch wirklich empfehlenswert. Ich bin froh, dass ich diese Perle hier bei den Büchereulen entdeckt habe. Manchmal lohnt es sich eben doch, über den Tellerrand der großen Verlage hinauszuschauen. Ich wünsche diesem Buch, das mit einem Glossar, einem Namensverzeichnis, einem Ortsverzeichnis und einer Karte ausgestattet und mit Illustrationen von Horst Wolniak versehen ist, viele viele Leser.

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Gespräche aus der Community

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Jomaries avatar
Hallo liebe Historienfans, zum Welttag des Buches verlose ich meine historischen Romane: Wer sich für die Geschichte Barbarossas oder für Frauenschicksale im Mittelalter und in der Frankenzeit interessiert, sollte sich bewerben:
Der Hauptpreis: EIn Bücherpaket mit drei signierten Romanen (Das Geheimnis der Äbtissin, Adelheid von Lare, Radegunde von Thüringen), alle drei von Johanna Marie Jakob
Zweiter Preis: Das Geheimnis der Äbtissin 
Dritter Preis: Das Geheimnis der Äbtissin
Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt mir einfach eine Mail (heikmon@web.de). Ich wünsche euch viel Glück und Spaß beim Lesen.
Jomarie Jakob
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