Simone Meier

 3.2 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Fleisch, Kuss und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Simone Meier

Simone Meier ist Schriftstellerin und Redakteurin beim Schweizer Newsportal "watson.ch", wo sie über Fernsehen, Feminismus und alles Fleischliche schreibt. Davon inspiriert heißen ihre beiden bei Kein & Aber erschienenen Romane "Fleisch" (2017) und "Kuss" (2019). Sie lebt in Zürich. Güzin Kar ist Drehbuchautorin, Filmregisseurin und Kolumnistin der "NZZ am Sonntag". Ihre Serie "Seitentriebe", die sie für das Schweizer Fernsehen SRF realisierte, gewann den European Script Award und läuft im Herbst 2019 in der 2. Staffel. Bei Kein & Aber erschienen von ihr "Ich dich auch", "Leben in Hormonie" und "Hüsnü, hilf!". Nadia Brügger ist Literaturwissenschaftlerin und schreibt heimlich Kurzgeschichten. Sie war Redakteurin bei einer Frauenorganisation und sitzt manchmal auf Podien zu Geschlechterfragen. Aktuell forscht sie an der Universität Zürich zur Idylle in feministischer Theorie und Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Hemingways sexy Beine

Erscheint am 08.10.2019 als Taschenbuch bei Kein & Aber.

Alle Bücher von Simone Meier

Cover des Buches Fleisch (ISBN:9783036959733)

Fleisch

 (16)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Kuss (ISBN:9783036957944)

Kuss

 (10)
Erschienen am 04.02.2019
Cover des Buches Mein Lieb, mein Lieb, mein Leben (ISBN:9783423130639)

Mein Lieb, mein Lieb, mein Leben

 (1)
Erschienen am 01.01.2003
Cover des Buches Hemingways sexy Beine (ISBN:9783036960173)

Hemingways sexy Beine

 (0)
Erscheint am 08.10.2019
Cover des Buches Meiers Best (ISBN:9783859325067)

Meiers Best

 (0)
Erschienen am 01.12.2005

Neue Rezensionen zu Simone Meier

Neu
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Rezension zu "Kuss" von Simone Meier

Ein verstörender Roman über die Beziehungsunfähigkeit junger Menschen
WinfriedStanzickvor 6 Monaten


 

Der neue Roman von Simone Meier hat es in sich. Auf eine witzige und  dennoch total ernsthafte, auf eine schonungslose und dennoch augenzwinkernde Weise beschreibt und dekonstruiert sie die Beziehungen und Fantasien von drei modernen Menschen, die geradezu aus unserer eigenen Umgebung stammen könnten. Ich bin davon überzeugt, dass es bei aller Überzeichnung in der Gegenwart sehr viele solche Menschen gibt, die mit ihren Beziehungen und mit ihren Lebensplanungen nicht wirklich zurechtkommen.

 

Da ist zunächst das Paar Gerda und Yann. Sie sind beide in den Dreißigern und haben, wohl in Zürich, in einer alten Siedlung am Stadtrand ein heruntergekommenes altes Haus bezogen. Gerda ist vor einiger Zeit arbeitslos geworden, könnte spielend einen neuen Job bekommen, lügt sich aber damit in die Tasche, dass sie auf eine übersteigerte Weise sich um die Renovierung und Verschönerung des Hauses kümmert. Die nötigt ihrem Partner Yann Respekt ab und hindert ihn gleichzeitig daran, zwei Fragen zu stellen, die ihm eigentlich auf den Nägeln brennen. Wann wird Gerda wieder arbeiten gehen und falls nicht, wann werden sie eine Familie gründen? Genau diese Fragen meidet Gerda wie der Teufel das Weihwasser, während Yann seinen anspruchsvollen Job klaglos erledigt.

 

Doch beide sind sie unzufrieden. Gerda flüchtet sich in eine imaginäre Affäre, die zunächst wie ein Spiel sich für sie anfühlt, doch bald  sie mit aller Macht zu verzehren beginnt.  Yann zeigt sich auch nicht sicher, als er ein rätselhaftes Mädchen voller anspruchsvoller Forderungen  kennenlernt.

 

Und die zunächst lange unsichtbar bleibende, dann aber mit Macht im Roman agierende Nachbarin Valerie, eine etwa 50- jährige Journalistin sieht sich nach einer folgenreichen Nacht plötzlich mit der Frage konfrontiert, ob das Leben ausgerechnet für sie noch einmal einen neuen Anfang bereit hält.

„Kuss“ ist ein Roman über moderne Beziehungen und was sie verhindert bzw. zerstört.  Er beschreibt die Lücke, die Leere, wenn das Prickeln und die Schmetterlinge am Anfang einer Beziehung abgelöst worden sind von einem Alltag, in dem die Langeweile Menschen dazu treibt, ihr Seelenheil und Glück, ja auch das Prickeln in fantasierten oder tatsächlichen  Anderen zu suchen. Und was geschieht, wenn sie dadurch etwas in Gang setzen, was sie alle zusammen unwiderruflich ins Unglück stürzt?

 

Obwohl sehr unterhaltsam, weil überaus witzig geschrieben, ist „Kuss“ dennoch ein verstörender Roman über die Beziehungsunfähigkeit junger Menschen. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass hier nicht nur drei Protagonisten beschrieben werden, sondern dass es viele, zu viele sind, denen es in der Gegenwart so geht. Man mag sich das einsame Elend dieser Menschen im Alter gar nicht vorstellen.

 

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Rezension zu "Kuss" von Simone Meier

Die Untreue im Kopf.
Toepel-Sieversvor 6 Monaten

Mitten aus dem Vorstadtleben. Mitten aus der Ehehölle. Über die Untreue im Kopf.

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Rezension zu "Kuss" von Simone Meier

Intensiver Blick auf die Zerbrechlichkeit von Beziehungen & die Macht der Fantasie
buchstabentraeumerinvor 7 Monaten

Das fröhlich-verspielte Cover von „Kuss“ von Simone Meier täuscht über den Inhalt hinweg. Dieser Roman ist weit mehr als ein leichtes Beziehungsdrama, es offenbart sich stattdessen ein Blick auf die dunklere Seite der menschlichen Seele. Er fördert Sehnsüchte, Begierden, Zweifel und erotische Fantasien zutage, die im Licht des Tages betrachtet geradezu irrsinnig erscheinen, und die dennoch in den Protagonisten Gerda, Yann und Valerie schlummern.

Valerie, spröde und zynisch, ist überzeugt, den Rest ihres Lebens nicht noch einmal mit einem Mann teilen zu wollen. Zu sehr liebt sie ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit. Oder ist es auch Verletzlichkeit, die durch ihre standhafte Verweigerung von Gefühlen und Nähe zum Ausdruck kommt? Gewinnt man vielleicht doch mehr, als man verliert, wenn man sich auf einen anderen Menschen einlässt? Gerda und Yann sind von außen betrachtet ein Vorzeigepaar – er hat einen guten Job, sie versucht sich unfreiwillig, aber nicht minder zufrieden, in der Rolle der Hausfrau, die das frisch bezogene Haus einrichtet und gestaltet. Ideale Voraussetzungen für die Familiengründung also. Doch was bleibt danach noch im Leben, wenn das Knistern des Neuen längst der Vergangenheit angehört? War es das? Und was, wenn dieses Fehlen, dieses Loch in einem selbst, einen dazu antreibt, sich anderen zuzuwenden. In der Fantasie, in Träumen. Und was, wenn dadurch etwas in Gang gesetzt wird, was unwiderruflich ins Unglück führt?

„Kuss“ geht an die Substanz. Er hat mich gefordert, vor allem zu Beginn, denn meine Erwartungen waren ganz anderer Natur. Ich erwartete Konflikte, durchaus, aber nicht in dieser Klarheit und, ja, regelrechten Besessenheit. Anstatt sich einander zuzuwenden und das gemeinsame Lebensglück zu genießen, driften Yann und Gerda zunehmend voneinander weg. Impulsiv und triebhaft legen sie es darauf an, ihr Glück zu zerstören. Gesteuert von Verlangen hinterfragen sie ihre Beziehung, sich selbst und ihren Partner. Sie wenden sich anderen zu, erlauben sich Gedankenspiele, geben ihren Sehnsüchten und Wünschen nach. Kaum jemals konkret, aber immer so intensiv gefühlt, dass es immer auch einem Betrug gleichkommt.

Interessant fand ich, dass Erfahrungen in der Kindheit wichtige Treiber dieser Entwicklung sind. Gerda, die von ihrer Mutter immer niedergemacht wurde, die nie Anerkennung oder Lob erfuhr. Valerie, die ihrer Großmutter und den Besuchen in ihrem Haus hinterhertrauert, deren Leben entzaubert wurde, ein Zauber, der sich in ihren Augen nicht wieder zurückholen lässt. Yann, der in einer perfekten Familie aufwuchs, der Zusammenhalt erlebt und sich fragt, ob es noch mehr gibt, als dieses ideale Familienbild.

Fazit

Dieser Roman von Simone Meier ist gleichzeitig anstrengend und faszinierend, betörend und abstoßend. Ich kann ihn loben und zur gleichen Zeit kritisieren. Was mir gefiel, waren die scharfen Beobachtungen, die ungefilterten Emotionen und der schonungslos direkte Schreibstil. Was mir nicht gefiel, waren die manischen, krankhaft übersteigerten Sehnsüchte. Gerda wirkte wie wahnsinnig, verloren in ihrer Welt. Ich würde sagen, „Kuss“ ist Geschmackssache, bietet aber auf jeden Fall äußerst viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.

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Gespräche aus der Community

Neu
Ein lustvoller, lustiger Liebesroman über Menschen, die mit dem Jungsein und dem Älterwerden kämpfen. Und damit, dass ihre Fantasie die Realität um Längen schlägt. Doch dann geschehen Dinge, die hätten selbst sie sich niemals vorgestellt.

Anna und Max, beide Mitte vierzig, sind miteinander zur Schule gegangen und viel später aus Bequemlichkeit ein Paar mit langweiligen Paarfantasien geworden. Doch dann verliebt sich Anna, geplagt von allen Begleiterscheinungen des Älterwerdens, zum ersten Mal in eine Frau, in die 27-jährige Lilly. Und Max verliebt sich in Lillys Mitbewohnerin Sue, die jedoch nur gegen Geld mit ihm ins Bett geht. Anna träumt von Lilly, schläft aber mit einem Filmstar. Lilly wiederum muss sich um ihren kleinen Bruder kümmern, der Eltern und Lehrer zur Verzweiflung treibt, doch Anna ist ihr keineswegs entgangen. Psychoterror und Wahnsinn schleichen sich in die Geschichte, dennoch wird ein Happy End angepeilt.

Bewerbt Euch bis zum 11.12.2016 um eines von fünf Leseexemplaren. Viel Glück!
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