Simone Neumann Die Flucht der Gauklerin

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Inhaltsangabe zu „Die Flucht der Gauklerin“ von Simone Neumann

Westfalen im 14. Jahrhundert: Eine Reisegruppe verbirgt eine junge Frau vor ihrem Verfolger. Doch auch der Schwarze Tod ist ihnen dicht auf den Fersen.

Westfalen im 14. Jahrhundert: Um ihrem grausamen Ziehvater zu entfliehen, schließt sich die junge Marie der bunten Pilgergruppe eines Spielmanns an. Auf dem gefahrenvollen Weg zum weit entfernten Altvatergebirge gesellen sich immer neue Weggefährten zu den Reisenden, so auch der edle, geheimnisvolle Kreuzritter Konrad, in den sich Marie unsterblich verliebt. Doch als die Menschen um sie herum an einer furchtbaren Plage erkranken, wird Konrad bezichtigt, die Pest in sich zu tragen. Ein verzweifelter Wettlauf gegen den Schwarzen Tod beginnt. Und auch Maries Ziehvater ist ihr dicht auf den Fersen.

hat mir ganz gut gefallen,aber erst fand ich es etwas verwirrend !

— Goldammer

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  • "Die Flucht der Gauklerin" von Simone Neumann

    Die Flucht der Gauklerin

    Jacynthe

    16. September 2015 um 19:26

    Inhalt Marie lebt in relativer Sicherheit in einem kleinen Bauerndorf und denkt, die Vergangenheit mit ihrem grausamen Ziehvater Fips hinter sich gelassen zu haben. Doch dann taucht er plötzlich wieder auf und die junge Frau flieht mit einer Gruppe junger Menschen ins Altvatergebirge, wo ein Spielmann ihnen ein angenehmes Leben verspricht. Doch sie weiß nicht, dass eben jener Spielmann von Fips angeheuert wurde. Auf der Reise plagen sie jedoch ganz andere Sorgen und Ängste, denn die Pest hat ihren Weg nach Europa gefunden und ist ihnen dicht auf den Fersen. Ist der geheimnisvolle Kreuzritter Konrad, der sich ihnen schließlich anschließt, der Überträger der tödlichen Krankheit? Meine Meinung Mir stand der Sinn nach einem Mittelalterroman und ich durchstreifte die Gänge der hiesigen Stadtbibliothek auf der Suche nach ansprechenden Titeln und Covern. So stieß ich auf "Die Flucht der Gauklerin". Obwohl ich früher fast ausschließlich historische Romane gelesen habe, bin ich mittlerweile sehr wählerisch in dieser Hinsicht und habe hohe Ansprüche an die Lektüre. Dieser Roman hat mir jedoch sehr gut gefallen, denn es ist spannend, dabei jedoch nicht effektheischerisch, und vereint auf angenehme Weise Geschichte mit Unterhaltung. Die Geschichte beginnt mit den Anfängen der Pest und deren langsamer Ausbreitung Richtung Norden im Oktober 1347, wobei der Leser den Ritter Konrad und seine Kameraden begleitet. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt zeitgleich von Marie und dem neuen Leben, das die ehemalige Gauklerin sich mit einem älteren Bauer aufgebaut hat. Als die Zustände im Dorf immer schlimmer werden versammelt sich eine kleine Truppe Pioniere um den Spielmann Regino und zieht mit ihm ins Altvatergebirge, wo er ihnen Reichtümer verspricht. Auch Marie schließt sich ihnen an, als sie Hals über Kopf vor der Vergangenheit fliehen muss. Doch weder sie noch die anderen ahnen, dass die Reise ein abgekartetes Spiel ist, das sie alle das Leben kosten könnte. Neben dem Haupthandlungsstrang gibt es noch viele weitere, die alle langsam ineinander verflochten werden, was mir sehr gut gefallen hat. Zum Beispiel die von Adelheid, der Schwester eines Freundes von Konrad, die dieser nach dessen Tod aus dem Kloster holen und in Sicherheit bringen soll. Nur, dass Adelheid ihre Rettung längst selbst in die Hand genommen hat und sich dem Zug um Regino angeschlossen hat. Auch, dass Konrad wegen angeblichen Mordes gesucht wird, steigert die Spannung und wirft ständig einen Schatten auf die Geschehnisse. Doch die Geschichte um Marie und ihren Verfolger, ihren Ziehvater Fips, bleibt im Vordergrund und ist durch ein ständiges Auf und Ab der Gefühle der Sicherheit und der Angst geprägt. Neumann ist es gut gelungen, die Quelle der Gefahr - oder besser der Gefahren - zu verschleihern. Vor wem muss sich die Reisetruppe denn nun in Acht nehmen? Ist wirklich Konrad der Überbringer der Pest? Oder ist der zwielichtige Fips noch gefährlicher als die Krankheit? Und was hat es mit den Ratten auf sich? Doch wie die Truppe so tappt auch der Leser im Dunkeln und muss mit ansehen, wie die Gruppe langsam auseinander bricht. Es gibt recht viele Hauptcharaktere, wobei natürlich das Hauptaugenmerk auf Marie gerichtet ist. Doch gerade zu Marie konnte ich nur schwer Zugang finden, und obwohl sich vor allem gegen Ende viele Monologe von ihr finden, blieb sie mir fremd. Anders war es bei dem alten Ulrich, der Kräuterhexe Maja oder dem Mädchen Adelheid. Selbst Regino war mir näher als die eigentliche Hauptperson. Alles in allem hat Neumann aber bei der Charakterentwicklung meiner Meinung nach gute Arbeit geleistet. Selbst den vielen Nebencharakteren hat sie ein Gesicht verliehen, was den Roman besonders lebendig werden lässt. Das Ende, das gebe ich zu, ist sicherlich nicht für jeden etwas. Es kommt etwas unglaubwürdig daher, aber entgegen meiner üblichen Haltung zu solchen Romanen war ich damit zufrieden, denn es bleibt wirklich bis zum Schluss spannend. Ob so etwas in der damaligen Zeit tatsächlich möglich war, da bin ich überfragt. Es ist auf jeden Fall eine schöne Vorstellung und ich legte das Buch mit einem Lächeln im Gesicht weg. Ich vergebe 4 von 5 Wolken.

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  • Ein solider historischer Roman

    Die Flucht der Gauklerin

    horrorbiene

    17. June 2013 um 15:32

    Ich mag es gern zwischendurch die Genres zu wechseln und einen historischen Roman zu lesen. Bei diesem Genre favorisiere ich solche, die im Mittelalter spielen und vor allem solche, bei denen die Pest eine Rolle spielt. So hat es mich gefreut, dass mit Die Flucht der Gauklerin ein Buch erschien, das genau meine Vorlieben bedient. In sehr jungen Jahren wird Marie von ihrer Mutter an einen Gaukler verkauft, der mit ihr zunächst durch die Lande zog, sie später als sie älter wurde erst selbst schändete und sie dann gegen Geld an andere auslieh. Als ihr eines Tages der Kragen platzte und sie ihn niederstach konnte sie fliehen und bei einem Bauern Zuflucht finden der sie sogar heiratete. Doch ihr Ziehvater war alles andere als tot. Von seinen Wunden genesen gelingt es ihm an eine Karte zu einer unentdecken Goldmiene zu kommen und macht sich auf den Weg dorthin. Auf Marie will er aber nicht verzichten und so macht er sich auf, sie zu holen, denn er wusste über jeden ihrer Schritte Bescheid. Marie hingegen flieht erneut und schließt sich einem weiteren Gaukler an, denn nach diesem Lebensstil hatte sie sich gesehnt. Wie es der Zufall will, wurde aber eben jener Gaukler vom Ziehvater angeheuert Arbeitskräfte für die Miene zu werben. Eine sehr zweifelhafte Flucht beginnt. Währenddessen befindet sich der Ordensritter Konrad auf einer Visitation und erfährt von der Pest, welche auf Silzilien wütet. Er begiebt sich mit seinen Gefährten wieder in Richtung Norden, doch auch Venedig ist bereits abgeschottet, da in ihr die Pest wütet. Durch einen dummen Zufall steckt er sich mit der Pest an, konnte jedoch genesen, nahm sich aber weder die Zeit sich auszukurieren, noch um andere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen… Mit einer neuen Mission macht er sich auf den Weg nach Quedlinburg, wo sich sein Weg mit dem Maries kreuzt und das Schicksal seinen Lauf nimmt. Die Geschichte erlebt der Leser nicht nur aus der Perspektive Maries, sondern u.a. auch aus Sicht Konrads und Vitus Fips’, der Ziehvater Maries. Das macht die Geschichte runder, tiefgründer und somit atmosphärischer. Dies hat mir sehr gut gefallen und das Buch lies sich somit prima lesen. Dennoch gab es ein paar Punkte, die mir nicht so gefallen haben: Der Schreibstil der Autorin war zunächst etwas gewöhnungbedürfdig. Dies lag daran, dass sich der Text mitunter so las, als würde ihn tatsächlich ein Erzähler auf einer Bühne einem Publikum zum Besten geben. Ich fühlte mich dadurch etwas unbeteiligt und konnte das Buch nicht richtig “miterleben”, so wie Kopfkino eigentlich sein sollte. Ein klein wenig hat mich dies an Schreibstile von Kindern erinnert. Manche Formulierungen schienen auch schon mit der Kenntnis der Zukunft geschrieben/erzählt worden zu sein. Doch zum Glück legte sich das im Laufe des Buches. Irgendwie mochte auch nicht wirklich Spannung aufkommen, da die Flucht keine richtige Flucht war. Außerdem wurde das Leiden unter der Pest stets viel zu kurz abgehandelt. Gerade am Ende es Buches, wenn man ein Finale erwartet, plätschert die Handlung mehr oder weniger aus und viele Dinge lösen sich in Wohlgefallen auf. Dies war mir alles ein wenig zu einfach, als dass es ein schönes, spannendes Finale gewesen wäre. Fazit: Mir hat Die Flucht der Gauklerin beim Lesen sehr viel Freude bereitet, wenn ich auch die eine oder andere Baustelle bemerkt habe, an der die Autorin noch arbeiten könnte. Dennoch ist dies ein solider historischer Roman, bei dem die Pest eine Rolle spielt, aber für meinen Geschmack noch zu sehr im Hintergrund stand.

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