Vom Urknall bis zum Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus: Zwei Adler reisen durch die Zeit und sind (stille) Beobachter zentraler geschichtlicher Ereignisse. Weißfeder ist die Lehrerfigur, sie hat ein umfangreiches Wissen, dass sie in jeder Situation gerne zum Besten gibt. Adler Aurora versteht weder die vielen komischen Fachbegriffe noch die vorherrschenden Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten in der ein oder anderen Epoche. Auch als Adler ist die Verlockung groß, in die Geschichte einzugreifen. Aurora freundet sich mit den Figuren an und verliebt sich sogar unsterblich in die ein oder andere historische Persönlichkeit. Geleitet von Emotionen, einem unstillbaren Hunger und Ehrgeiz kennt der Adler kein Halten mehr. So kommt es zu amüsanten Situationen und zu dem ein oder anderen Unfall. Weißfeder muss Aurora immer wieder zur Vernunft rufen, damit kein Chaos ausbricht.
Die Zeitreise ist keine trockene Geschichtsstunde, man hat die historischen Figuren direkt vor Augen, bekommt kurze Szenen aus ihrem Leben zu sehen – und nebenbei erklärt Weißfeder die Fakten. Durch Auroras lustige Kommentare und Einfälle wird es nie langweilig. Die meisten Geschichtsereignisse und Persönlichkeiten kannte ich bereits, aber es waren auch welche dabei, die neu für mich waren. Nach jedem Abschied freute ich mich auf das nächste Zeitreiseziel. Genauso wie Aurora wusste ich nicht, wer oder was mich erwarten würde, was das Leseerlebnis umso spannender für mich machte. Mir hat es sehr gut gefallen, dass Aurora zwischendurch auch mal genug von dem ganzen Wissensinput hatte oder durcheinander kam, weil alle historischen Personen denselben Namen hatten. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen. Obwohl ich Geschichte liebe, überfordern auch mich die vielen Daten und Namen manchmal etwas. Der Adler hinterfragt viel und sieht Dinge mal von einer anderen, erfrischend neuen Perspektive.
Geschichtliche Ereignisse und das Leid der Menschen in manchen Epochen werden nicht beschönigt dargestellt, darum gibt es auch ein paar ernste Stellen im Buch. Besonders die Geschichte von den zwei Geschwistern, die beim Krieg ihre Eltern und ihr Zuhause verlieren und sich mit einer Bonbon-Dose durchschlagen müssen, hat mich tief berührt. Nicht jede Lehre, die man aus der Geschichte mitnehmen kann, wird in Worte gefasst. Viele Weisheiten finden sich zwischen den Zeilen.
Das Ende hat mich mit einer unerwarteten Tiefe überrascht und mich den Anfang der Geschichte mit neuen Augen sehen lassen. Deshalb habe ich das Vorwort nach dem Nachwort gleich noch einmal gelesen.
Mein Fazit: Ich habe viel gelernt, konnte mich gut in Aurora hineinversetzen und hätte gerne zusammen mit den zwei Adlern noch viel mehr über die Geschichte erfahren, weil alles mit so viel Witz und Humor vorgestellt wurde. Wenn ich dieses Buch zu Schulzeiten gelesen hätte, hätte mir der Geschichtsunterricht bestimmt sehr viel mehr Freude bereitet.






